Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 24. Mär 2022, 05:06

Ich hab mich jetzt mal dazu entschieden Ohranger anzuschauen (wäre meine Platte nicht kaputt gegangen, wäre die Staffel wahrscheinlich letztes Jahr schon fällig gewesen) und da das ja auch eine Staffel ist, die bei mir mittlerweile schon fast 7 Jahre her ist, hab ich gedacht, hier würde sich vielleicht mal wieder ein First Impression Post anbieten. Ich bin bei 14 Folgen und soweit find ich sie eigentlich noch recht solide, auch wenn man schon sagen muss, der Stilbruch nach 8 Folgen trifft die Serie schon ziemlich stark.


Zur Anfangsphase kann ich eigentlich nicht viel Negatives sagen. Ich mag das militärische Setting, es erinnert vom Stil her eher an typische 80er Staffeln wie Changeman oder Maskman. Den Startzweiteiler find ich nach wie vor ziemlich gut. Im ersten Teil hätte man vielleicht den Teil, in dem die vier zukünftigen Ohrangers vor den Baranoia Truppen weglaufen, etwas kürzen können, aber ich finde das Konzept, erst mal nur OhRed vorzustellen und den anderen vier erst in der zweiten Folge ihre Kräfte zu geben, nach wie vor ziemlich stark. Auch der Zweiteiler zur Einführung des Ohranger Robo war gut. Wie immer find ich’s lobenswert, wenn man etwas wartet mit der Einführung der Mecha. Diese Kampfhelme waren hier irgendwie kein so großes Thema als in Zeo in der entsprechenden Folge, dafür hat man hier einen wesentlich größeren Deal daraus gemacht, dass die Ohrangers Bacchushund zum ersten mal treffen. Nur Folge 5 war irgendwie schwächer als in meiner Erinnerung, aber ich denke ich war damals einfach so von dieser Schlussszene geflasht, dass ich den Rest der Folge verdrängt hatte.
Von den letzten paar Folgen waren jetzt allerdings doch einige schwächere dabei. 9 & 10 fand ich sogar in Ordnung, 9 als typische Breather Folge und 10 hat sich eher wie ein übrig gebliebener Plot aus der Anfangsphase angefühlt, die Folge hatte nicht mal nen B-Plot. 11-14 waren aber alle relativ mittelmäßig, da waren sogar ein paar dabei, die ich schlechter fand, als ihre Zeo Gegenstücke. Es gibt halt auch schon wieder relativ viele Kinder bisher, wobei ich da mal gespannt bin, wie sich das dann in der zweiten Hälfte verhält, wenn Dorin und diese Shida Familie da sind. Eigentlich hatte ich das hier nie so negativ in Erinnerung, im Vergleich zu Kakuranger (und ich hab die beiden Staffeln damals unmittelbar hintereinander geschaut).

Die Charaktere sind wie erwartet eher blass bisher, aber da erwarte ich von Sugimura generell nicht viel. Ich würde sogar sagen, dass die Charaktere seit dem Umbruch mehr Fokus bekommen, als davor. Bislang stören sie mich zumindest nicht, das ist mir im Zweifel wichtiger.
Baranoia mag ich eigentlich immer noch recht gern, auch wenn sie die letzten paar Folgen jetzt nicht mehr ganz so brutal vorgehen, aber selbst jetzt kommen sie immer noch kompetenter rüber als das Roboter Imperium. Besonders groß ist der Kontreast find ich bei Buldont, der einen wesentlich „böseren“ und auch schlaueren Eindruck macht, als Prinz Robot.


Eine Offenbarung ist die Serie auf jeden Fall nicht bisher, aber auch nicht so schlecht, wie sie von vielen gemacht wird. Ich bin mal gespannt, wie es sich entwickelt. Ohranger ist ja definitiv eine von den Staffeln, deren Position in meinem Ranking eher wackelig sind, ich hab bis jetzt aber noch nicht unbedingt das Gefühl, dass sie komplett deplatziert wäre. Ich weiß noch, dass ich beim ersten Mal die Phase direkt nach dem Stilwechsel am anstrengendsten fand, während ich später das Gefühl hatte, dass sich die Serie mit der Zeit wieder einpendelt. Also mal schauen, ob sie sich halten kann oder ob mich damals nur die mangelnde Erfahrung dazu veranlasst hat, die Staffel besser zu bewerten, als sie ist.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 31. Mär 2022, 04:05

Ich bin jetzt mit Ohranger fertig und ich muss definitiv sagen, dass das tendenziell auch eine Staffel ist, bei der sich meine Meinung eher verschlechtert hat. Ich bin mir ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher, was genau ich davon halten soll, im Prinzip würde ich immer noch sagen, dass Ohranger keine schlechte Serie ist, aber ich muss tatsächlich zugeben, dass ich mich in einigen Punkten so ein bisschen geirrt hab und viele Aspekte doch deutlich schwächer waren als in meiner Erinnerung.


Zunächst mal, grundsätzlich würde ich immer noch sagen, dass die Phase nach dem Umbruch insgesamt die Schwächste war, in den 10ern und frühen 20ern waren schon viele eher schwache One Shots dabei und generell dürfte das auch einfach ereignisärmste Phase der Staffel gewesen sein. Es gab in den 10ern einen Zweiteiler, der ganz solide war, aber nicht viel zur Serie beigetragen hat, ansonsten war das einzige Highlight die Einführung vom Red Puncher. Die war auch ziemlich gut, besser als in Zeo würde ich sagen, dafür muss man aber sagen, dass es hier keine so interessante Storyline drum herum gab, die dann zum Debut der Kombi Form aufgebaut hat (abgesehen vielleicht von der Reparatur des Ohranger Robo). Rückwirkend wäre es vielleicht besser gewesen, wenn man hier einen Zweiteiler draus gemacht hätte, statt dem anderen und das ganze dafür ein paar Folgen nach vorne geschoben hätte, damit man in den 10ern keine so große Lücke hat. Das Debut von Riki und Dorin war ziemlich gut, sogar besser als ich in Erinnerung hatte. Man hatte zwar „lediglich“ einen Dreiteiler und nicht wie in Zeo eine längere Storyline, dafür hat man sich hier aber diesen ganzen Schwachsinn mit den sinnlosen Roten Heringen geschenkt und tatsächlich mehr Fragen beantwortet, als aufgeworfen, vor allem was den Background von Baranoia betrifft. Man kann sich zwar fragen, warum genau King Pyramidder mit den Ohranger Mecha kombinierbar ist, allerdings stellt sich die Frage bei Pyramides auch und hier kann man immerhin noch sagen, dass die gleiche Grundtechnologie zugrunde liegt.
Den radikalen Umschwung, den ich mir vielleicht erhofft habe, hat die zweite Hälfte allerdings nicht unbedingt gebracht. Was sich definitiv verbessert hat, das ist die Storydichte. Spätestens ab dem Kampf gegen Baccshund gab es bis zum Schluss nur noch relativ wenig Leerlauf. Insgesamt müsste die Staffel auf so 24-28 relevante Folgen kommen, was in etwa dieselbe Menge wie bei Kakuranger ist (prozentual etwas mehr, da Ohranger weniger Folgen hat), tatsächlich aber weniger als Zeo, womit ich nicht unbedingt gerechnet hatte. Ein paar der Toy Einführungen wie die Ole Bazooka oder Tackle Boy sind hier harte Grenzfälle, da hat man sich keine großartige Mühe gegeben, ihr Debut sonderlich kreativ in die Folgenhandlungen einzubauen, was beim militärischen Setting der Staffel aber halbwegs zu verschmerzen ist.
Die Sache mit den Kindern hingegen ist ehrlich gesagt nicht so viel besser geworden. Trotz Riki, Dorin und Familie Shida hat man auch in der Zweiten Hälfte immer noch viel zu häufig auf One Shot Kinder zurück gegriffen. Ich hab hier auch wieder versucht zu zählen und abzüglich aller wiederkehrenden Kinder und Folgen, in denen Kinder nur ganz am Rande vorgekommen sind, ohne eine größere Rolle zu spielen, liegt die Staffel hier ebenfalls bei ca. 26-28 Folgen, also auch nicht besser als Kakuranger. Was mich vor allem schockiert hat ist, dass die Shida Familie insgesamt tatsächlich nur 3 Auftritte hatte, da hatte Mikio noch deutlich mehr Präsenz. Ich weiß nicht, ob ich die beiden in meinem Kopf irgendwie mit einander vermischt hatte und deshalb dachte, es müsste mehr sein, aber auf jeden Fall hatte ich das komplett falsch in Erinnerung. Was es noch frustrierender macht ist, dass es durchaus einige Folgen gab, wo man locker auch eines der Shida Kinder für den Plot hätte verwenden können (Folge 35 z.B. oder auch beim Debut von Gunmajin), aber es doch für sinnvoll gehalten hat, auf ein One Shot Kind zurück zu greifen. Auch diese komische Mr. Henna ist btw. viel seltener vorgekommen als ich dachte, er hatte ebenfalls lediglich 3 Auftritte und ist in den 30ern dann komplett verschwunden. Keine Ahnung was der Sinn hinter der Rolle war. Ich musste etwas darüber nachdenken, aber ich glaube, dass mir das Ganze beim ersten Mal nicht ganz so negativ aufgefallen ist (und ich die Gesamtsituation hier wohl auch immer noch etwas besser bewerten würde, als in Kakuranger) hat vor allem zwei Gründe. Zum einen war hier die Verteilung der Kinder zwischen Plot und Füller Episoden deutlich besser. In Kakuranger hatte man ab den 10ern ja praktisch nur noch entweder Plot oder Kinder und hier waren die Kinder deutlich gleichmäßiger auf Plot und One Shot Folgen verteilt. Und zum anderen waren die Kinder im Schnitt hier einfach deutlich weniger nervig. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie sind die Kinder hier zum Großteil einfach wesentlich sympathischer und netter rübergekommen, auf diese kompletten Arsch-Kinder hat man bis auf wenige Ausnahmen größtenteils verzichtet, das hat natürlich auch dazu beigetragen, dass sie hier nicht ganz so negativ raus gestochen sind. Trotzdem alles andere als ideal.
Das Debut der Oh Blocker war ziemlich gut, deutlich logischer als diese seltsamen Kristalle, die Trey einfach mal random dabei hatte. Der finale Kampf gegen Baccshund war allerdings ein bisschen seltsam. Dieses komische mental Training fand ich nicht so geil, wenn ich ehrlich bin, auch was genau es mit diesem Schwert eigentlich auf sich hat, hat man nicht wirklich thematisiert und was war der tiefere Sinn hinter diesem Mikio/Space Metal B-Plot? Außerdem frag ich mich, warum zur Hölle Riki in der Folge abwesend war. Ich meine, dass er in irgendwelchen One Shots fehlt, ist das eine, aber hier, beim letzten Kampf gegen seinen Erzfeind? Da hätte er schon dabei sein müssen, find ich. Das Erscheinen von Bomber the Great war hier auch eher random. Ich meine, dass er früher mal Baranoia übernehmen wollte und jetzt nach dem Tod von Baccshund wieder auftaucht, um es erneut zu versuchen, ist ein durchaus valider Grund für seine bisherige Abwesenheit, aber trotzdem hat das Ganze ein wenig an den Haaren herbei gezogen gewirkt. Da muss ich sagen, dass ich die Idee von Zeo, ihn auf Rita und Zedd zurück zu führen, deutlich besser fand.
Was ich von Gunmajin halten soll, weiß ich auch nicht so genau, der Plot mit dem er eingeführt wurde war eher so mittel würde ich sagen und man hat auch nicht so wirklich erklärt, wer oder was er eigentlich ist. Vor allem find ich’s auch geil, dass von Riki erwähnt wurde, dass er vor 600 Millionen Jahren auch schon einmal aufgetaucht ist, aber niemand weiß, was es mit ihm auf sich hat. Wow. Da wär’s mir ehrlich gesagt lieber gewesen, man hätte einfach gar nichts dazu gesagt. Und ich find’s auch ehrlich gesagt nicht so prickelnd, dass sich dieser Schlüssel am Ende immer wieder verflüchtigt und dann bei passender Gelegenheit wieder random auf der Bildfläche erscheint (und meistens in die Hände irgendeines Kindes fällt). Immerhin muss man ihm im Gegensatz zu Auric noch zugutehalten, dass er nicht bloß 3 Auftritte hatte.
Der Übergang von Bomber the Great auf Kaiser Buldont war in Ordnung. Ich frage mich zwar, wie genau der Kopf von Baccshund überhaupt da gelandet ist und wie er ohne Körper dieses Labor auf die Beine gestellt hat, aber seine Kraft zu benutzen, um Buldont wieder zu erwecken hat ganz gut funktioniert. Bei Multiwa bin ich nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Hysterrier schickt einfach mal etwas Energie los um ihre „Nichte“ aufzuwecken, die auf irgendeinem anderen Planeten schläft, weil Hysterrier sie für Buldont quasi „aufheben“ wollte. Erscheint mir doch sehr konstruiert muss ich sagen. Und wie genau soll das mit den Verwandtschaftsgraden hier überhaupt funktionieren? Ich meine im Zuge von Rikis Einführung, hat Baccshund erwähnt, dass er den Rest seiner Familie selbst erschaffen hat und außerdem hat man auch nie irgendwas von irgendwelchen Geschwistern von ihm oder Hysterrier erfahren. Da frage ich mich schon, ob man Multiwa dann überhaupt noch als „Nichte“ bezeichnen kann. Aber naja. Vor allem die Dritte Folge, mit dem Ende von Bomber the Great war eigentlich schon ziemlich gut.
Das Endgame war größtenteils auch nicht schlecht. Vor allem die ersten beiden Folgen fand ich ziemlich stark, mit dem Großangriff von Baranoia. Man kann sich wohl auch hier wieder fragen „warum erst jetzt?“, aber ich finde einfach von der Effektivität und Brutalität her, war das definitiv eine der besten totalen Invasionen irgendeiner Sentai Schurken Gruppe. Ich mag auch die Idee, dass die Rangers sich erst mal in die Welt der Dorins zurück ziehen müssen, während in der Zwischenzeit auf der Erde 6 Monate vergehen. Man hätte mit dem Konzept meiner Meinung nach aber noch deutlich mehr machen können, vor allem weil die Rangers durch ihren Aufenthalt in der Dorin Welt ja eigentlich nicht wirklich irgendwas erreicht haben. Und ich find’s halt ehrlich gesagt auch hier mal wieder nicht so cool, dass die Rangers ihre Kräfte dann zurück erhalten haben, in dem sie die „Kraft in ihrem Herzen“ benutzt haben um Chou-Riki zu erzeugen. Das Finale war dann aber wieder solide, auch wenn’s mit einem Mecha Kampf geendet hat, aber immerhin wurden hier die Hauptfeinde vernichtet und kein hirnrissiger Twist rausgehauen, der die ganze Staffel in Frage stellt, das hat Ohranger den anderen drei Sugimura Staffeln schon mal voraus.

Die Charaktere waren im Großen und Ganzen sogar ok, würde ich sagen. Sie waren halt vom Typ „simpel, aber sympathisch“, sicherlich nicht die interessantesten Charaktere, aber auch nicht unbedingt viel schlechter als die durchschnittlichen Soda Protagonisten. Am besten charakterisiert waren wohl Goro und Momo. Den meisten Fokus nach Goro hatte sogar witziger weise Yuji und dennoch würde ich ihn sogar als das schwächste Glied bezeichnen, vor allem weil er wieder einige Folgen hatte, die eher gegen ihn gearbeitet haben.
Riki muss ich sagen, war von der Verwendung her echt nicht gut, wahrscheinlich sogar noch schwächer als Burai und Kou. Auch er war sympathisch und alles, aber er hatte nach seinem Einstieg inhaltlich kaum noch eine Relavanz, ist wenn überhaupt erst am Ende der Folge aufgetaucht und hatte anders als Burai noch nicht mal nen sinnvollen Grund dafür. Definitiv einer der schwächsten Sechsten Rangers.

Die Schurken halte ich in der Summe nach wie vor für einen der besseren Aspekte der Staffel. Allein vom Vorgehen her gehören sie definitiv zu den kompetenteren Schurkengruppen finde ich und gerade in der zweiten Hälfte ist auch inhaltlich einiges an Bewegung drin. Aus Bomber the Great hätte man deutlich mehr rausholen können, wenn man den Climax mit Baccshund etwas früher gebracht hätte, aber Baccshund selbst und auch Buldont fand ich beide ziemlich gut. Das einzige was mich etwas irritiert hat war, dass man sehr unkonstant damit umgegangen ist, wie genau die Maschinen mit dem Konzept von Emotionen umgehen. Sie haben zwar immer wieder beteuert, dass Liebe schlecht ist und die Menschen schwach macht, aber das hat sich nicht wirklich in ihrem Verhalten wiedergespiegelt. Ich meine, wie würden Buldont und Multiwa das denn bezeichnen, was sie für einander empfinden? Aber naja. Soda Schurken waren die Baranoia vielleicht nicht, aber im Großen und Ganzen würde ich sie dennoch zu den besseren Schurkengruppen zählen.


Ohranger ist definitiv keine einfache Serie. Ich hab immer noch einiges an Sympathie für die Staffel, aber ich kann verstehen, warum viele sie schlecht finden und auch bei mir ist sie in der Bewertung definitiv gesunken. Ein Update im Ranking werd ich mir vorerst sparen, vor allem weil ich sowieso noch nicht so recht weiß, wie ich das ganze einordnen soll, aber die Staffel wird auf jeden Fall Plätze verlieren, so viel ist sicher.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Tokusatsu_Nerd02 » Fr 1. Apr 2022, 22:32

Ich finde Ohranger von einer Skala 1-bis 10 nh solide 6/10
Fansubber für Dome02!

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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 9. Mai 2022, 04:24

Fast 1 ½ Jahre nach Kamen Rider und Power Rangers hab ich jetzt endlich auch mal für Sentai einen Staffelstart Marathon gemacht. Wollte ich eigentlich auch schon letztes Jahr machen, doch Speicherplatte, etc. haben es verhindert, aber jetzt ist es soweit. (Btw irgendwie passend dass ich mir davon noch Amazon angeschaut hab, um danach direkt mit der ersten Folge von Goranger weiter zu machen, die ja damals den Sendeplatz von Amazon übernommen hatte.) Auf jeden Fall hab ich mir auch hier wieder sämtliche Startfolgen (oder gegebenenfalls auch mal Zweiteiler) hintereinander angeschaut, mir meine Gedanken dazu aufgeschrieben und dabei ein neues Ranking von Null auf gemacht.


Goranger:
Im Großen und Ganzen eigentlich ein recht solider Start, würde ich sagen. Vom Pacing her auf alle Fälle deutlich angenehmer als viele der späteren Startfolgen, schon allein weil man hier noch keine Mecha Szenen unterbringen musste. Die Eröffnungsszenen mit dem Großangriff auf die EAGLE Stationen waren ziemlich cool, man hat dadurch gleich mehrere Monster etabliert, die in den ersten paar Folgen abgearbeitet werden können und ich mag das Konzept, dass die Rangers einfach die einzigen überlebenden davon sind, was ihnen auch gleich eine gute Motivation gibt, gegen Black Cross zu kämpfen. Was ich halt nach wie vor schade finde ist, dass man den Teil, bei dem die fünf rekrutiert und zu Cyborgs umgewandelt werden einfach komplett übersprungen hat und nach den Angriffen direkt mit dem etablierten Team weiter gemacht hat. Ansonsten aber eine sehr ordentliche erste Staffel Premiere.

J.A.K.Q.:
Ich würde sagen, das war sogar noch etwas besser als die letzte Startfolge, auch wenn’s vom Grundkonzept her relativ ähnlich war, aber noch ernster umgesetzt mit etwas mehr „Realismus“. Hier hat man tatsächlich gezeigt, wie Joker auf die vier Anwärter zugegangen ist und erklärt, nach welchen Parametern er sie ausgewählt hat. Außerdem ist man noch etwas mehr auf die Charaktere eingegangen und warum sie sich letztlich entschieden haben, das Angebot anzunehmen, wodurch das ganze einfach noch runder gewirkt hat (auch wenn es jetzt bei Goranger nicht unbedingt unlogisch war, dass sie ihr Schicksal angenommen haben). Außerdem liebe ich diese Henshin Kapseln in die die Rangers rein müssen um sich zu verwandeln. Sowas sollte man in modernen Staffeln auch mal wieder versuchen.

Battle Fever J:
Vom Feeling her etwas anders als die ersten beiden Startfolgen. Das Pacing war immer noch sehr gut, mit lediglich einem kleinen Teaser auf den noch kommenden Mecha. Man hat hier mehr oder weniger direkt mit einem größtenteils etablierten Team angefangen, zu dem später nur noch Diane hinzugestoßen ist und dem danach die Anzüge übergeben wurden. Man hat das Ganze hier mehr wie einen regulären Spion Plot aufgebaut und gleichzeitig auch eine Diane Fokus Folge draus gemacht (eine von insgesamt nur zwei die sie überhaupt haben wird), was als Staffelstart aber trotzdem ziemlich gut funktioniert hat. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass man sich dieses Mal etwas Mühe gegeben hat, auch die Schurken halbwegs vernünftig zu etablieren, was in den ersten beiden Staffeln im Grunde nur einfach hingenommen wurde. Vielleicht vom Dramaturgie Faktor her nicht ganz so stark wie JAKQ, aber für das was es war sehr ordentlich.

Denziman:
Das war wohl die erste Folge, die sich mehr nach diesem klassischen Typ von Staffelstart, den ich von Sentai gewohnt bin, angefühlt hat. Hier war das Set Up und die Einführung der Rangers doch deutlich überhasteter, um hinten raus Platz für den Mecha Kampf zu schaffen, was auch zur Folge hatte, dass die komplette zweite Hälfte eigentlich nur noch Kampf war. Die Einführung der Schurken war hier wieder eher random und auch wie die Rangers ausgewählt wurden, hat hier auf den ersten Blick etwas zufällig gewirkt (auch wenn ich weiß, dass es später noch mehr Sinn ergeben wird). Immerhin haben sie gesehen, was die Bösen anrichten können, weswegen es nicht abwegig ist, dass sie sich auf das Ganze einlassen, auch wenn es für meinen Geschmack trotzdem noch etwas schnell gegangen ist. Im Großen und Ganzen hat die Folge schon funktioniert, aber vor allem vom Pacing her war sie doch deutlich schwächer als die ersten drei.

Sun Vulcan:
Vom Ablauf und Pacing her relativ ähnlich zu Denzimans Startfolge. Die Einführung der Schurken war hier sogar noch seltsamer, mit noch weniger Kontext und auch hier wurde die eigentliche Rekrutierung der Rangers mehr oder weniger übersprungen (auch wenn es durch ihren Militärischen Hintergrund trotzdem größtenteils funktioniert hat). Diese Szene, in der sich die drei in diesem Restaurant getroffen haben, hat sich irgendwie ziemlich nach einer Kopie der Goranger Startfolge angefühlt, bis hin zu dem Punkt, dass sie alle so ein kleines Metallding dabei hatten, dass sie in ein Gerät stecken mussten um die Basis zu finden, welche sich unter dem Restaurant befindet. Find ich irgendwie etwas schwach. Insgesamt wahrscheinlich die schwächste Startfolge bisher.

Goggle V:
Auch die Folge ist definitiv dem Aufbau der letzten beiden Startfolgen gefolgt, mit relativ viel Action und relativ wenig Plot. Ich würde sogar sagen, dass es vom Pacing her fast noch schlechter war, weil der Action Teil sogar schon vor Beginn der zweiten Hälfte angefangen hat. Und vor allem der Mecha Kampf hat sich hier extrem gezogen, vermutlich auch wegen der etwas längeren Verbindungssequenz. Was ich der Folge im Vergleich zu ihren Vorgängern gebe ist, dass man deutlich mehr Kontext zu den Schurken erhalten hat, wahrscheinlich sogar mehr als zu den Protagonisten (woran man wohl schon ganz gut die Handschrift von Soda erkennen kann), bei den Rangers auf der anderen Seite irritiert es mich aber nach wie vor extrem, wie schnell sie einfach in das Ganze eingewilligt haben, obwohl sie weder Kampferfahrung haben, noch großartig Informationen, worum’s überhaupt geht. Ihnen wurde einfach gesagt, dass sie jetzt irgendeine geheime Organisation bekämpfen sollen und niemand scheint das großartig in Frage zu stellen.

Dynaman:
Hier hat man im Wesentlichen den Action-lastigen Aufbau der letzten 3 Jahre genommen und das Ganze auf die absolute Spitze getrieben. Die Folge war im Prinzip wirklich non-stop Action, mit lediglich einer kleinen 5 minütigen Verschnaufpause Mitte der Folge, um die Rangers in der Basis zu versammeln und ihnen ihre Kräfte zu geben. Die Action an sich war hier zwar wahrscheinlich sogar die beste bisher, aber das reicht einfach nicht aus, wenn der Ablauf dermaßen random ist. Allein diese Anfangsszenen, wie sich die Rangers überhaupt alle über den Weg gelaufen sind und am Ende alle in diesem Steinbruch gelandet sind, waren absolut lächerlich. Gerade Rei, wo zur Hölle ist die bitte hergekommen? Sie ist einfach random auf Hokutos Motorrad gesprungen und war dann da. Wow.

Bioman:
Etwas besser als Dynaman, aber natürlich immer noch in diesem übermäßig schnellen „Erst Action, dann Fragen“ Stil, der letzten paar Staffelstarts. Die Auswahl der Rangers hat hier auch wieder ziemlich random gewirkt. (Warum genau wurde Pink auserwählt? Alles was sie gemacht hat, war schreiend wegzulaufen) Generell finde ich nach wie vor, dass die Folge vom Aufbau her am aller besten mit Day of the Dumpster zu vergleichen ist, mit einem Außerirdischen Wesen, das einfach mal fünf normale Leute entführt (Rekrutierung kann man das hier kaum nennen) und sie zum Kampf zwingt. Was ich hier aber mochte ist, dass von den Rangers deutlich mehr Widerstand und Skepsis gekommen ist, als in den vergangenen Startfolgen und man auch das Gefühl hatte, dass sie beim ersten Kampf noch gar nicht so recht wussten, was genau sie da eigentlich tun. Außerdem find’s gut, dass man hier zum ersten Mal so einen kleinen Mini-Cliffhanger zur nächsten Folge hatte, auf dem man dann aufbauen kann, statt die Folge komplett in sich zu schließen.

Changeman:
Definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Es gab zwar für meinen Geschmack immer noch etwas zu viel Action und vor allem die Anfangsszenen fand ich etwas nervig, weil Commander Ibuki einfach immer noch ein ziemlicher Arsch ist, ich hatte hier aber trotzdem das Gefühl, dass man sich dieses Mal etwas mehr Zeit genommen hat, die Charaktere und die Gegebenheiten zu etablieren (vor allem dass man die Mecha Verbindungssequenz übersprungen hat, hat ihnen hier etwas Zeit verschafft) und ich find’s auch cool, dass die Rangers an sich hier eigentlich nur mehr oder weniger ein Zufallsprodukt waren, durch diese Ausströmende Earth Force, die die Rangers halt getroffen hat, weil sie zur richtigen Zeit, am richtigen Ort waren.

Flashman:
Das war wahrscheinlich der beste Staffelstart seit Battle Fever J. Es hat hier halt geholfen, dass man mit einem bereits etablierten Team von Rangers, die sogar schon ihre Kräfte haben, angefangen hat, dadurch hatte man mehr Zeit sich gleich zu Beginn etwas auf die Charaktere zu fokussieren. Auch dass man hier zum ersten Mal seit langem den Mecha Kampf komplett raus gelassen hat, hat dem Pacing natürlich extrem gut getan, auch wenn man in der zweiten Hälfte immer noch einiges an Kampf hatte. Was ich sagen muss, sehr viel Background hat man hier tatsächlich nicht bekommen, da hätte man vielleicht noch ein kleines Bisschen mehr einstreuen können und nicht alles in die zweite Folge schieben, aber hier hilft natürlich wieder das Wissen, dass alles noch zufriedenstellend beantwortet wird, dabei, die Folge trotzdem zu genießen.

Maskman:
Das war irgendwie eine etwas seltsame Folge. Vom Pacing her eigentlich immer noch sehr ordentlich, kein richtiger Mecha Kampf (zumindest in kombinierter Form) und auch hier hat man mehr oder weniger mit einem bereits etablierten Team angefangen, aber irgendwie hat es find ich nicht ganz so gut funktioniert, wie in Flashman. Was ich vor allem schade fand war, dass es in der gesamten ersten Hälfte der Folge eigentlich nur um die Lovestory zwischen Takeru und Mio ging, während die anderen vier kaum unverwandelte Screentime hatten und auch der Übergang von der Verfolgung und Takerus Versuch Mio zu retten, auf den Kampf zwischen den bereits verwandelten anderen vier Rangers und Tube war irgendwie ziemlich random. Vor allem wirkt es auch irgendwie wie ein sehr seltsamer Zufall, dass Takeru und Co. schon lange auf die Ankunft von Tube vorbereitet sind, während er gleichzeitig ausgerechnet eine Beziehung mit einer Frau führt, die zu Tube gehört, wovon er aber nichts weiß. Sicherlich nicht der schlechteste Start, aber schwächer als die letzten beiden.

Liveman:
Ich hab hier den ganzen Zweiteiler angeschaut und ich muss immer noch sagen, das ist definitiv einer der besten Staffelstarts irgendeines Tokus. Vom Aufbau und Pacing her hat es sich definitiv mehr nach einer Power Rangers Startfolge angefühlt und weniger nach dem, was man sonst so von Sentai erwartet. Fast die komplette erste Hälfte war hier eigentlich nur Prolog, man hat sich wirklich sehr viel Zeit genommen, die Grundstory und die Charaktere, sowie deren Rivalität mit den Schurken zu etablieren und zur ersten Verwandlung hin aufzubauen, die hier auch erst gegen Ende der ersten Folge stattgefunden hat. So fühlt sich der erste Kampf auch tatsächlich wie der Climax der Folge an und nicht nur wie ein weiterer Punkt auf der Checkliste, den man halt abarbeiten muss. Außerdem hat man durch den langsamen Aufbau auch schon einige technische Sachen direkt erklärt und nachvollziehbar gemacht, wodurch sich die Folge einfach sehr durchdacht und rund angefühlt hat. Und ich find’s auch irgendwie cool, dass die Rangers ihren ersten Boden Kampf sogar mehr oder weniger verloren haben, um die Spannung gleich bis zur zweiten Folge aufrecht zu erhalten. Und selbst in der war wahrscheinlich sogar noch weniger Kampf, als in den meisten ersten Folgen von Denziman-Changeman, obwohl es das Build Up hier sogar hergegeben hätte. Alles in allem ein ziemlich perfekter Start.

Turboranger:
Zunächst mal, dieses Team Up Special am Anfang hab ich übersprungen und einfach den eigentlichen Start in die Handlung angeschaut. Der würde ich sagen war gar nicht schlecht. Sicherlich nicht Liveman, aber das Pacing war immer noch recht angenehm, vor allem dafür dass es, zumindest sowas wie nen halben Mecha Kampf gab (auch wenn sich der auf lediglich einen Mecha, der ein paar gegnerische Jets abschießt, beschränkt hat). Man hat sich bemüht, die Kämpfe auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren und schon Mitte der Folge etwas Background einzustreuen, um die ganze Situation verständlicher zu machen. Nur die „Rekrutierung“ der Rangers wirkt im ersten Moment halt etwas random, auch wenn man auf die Tatsache, dass sie die einzigen sind, die Feen sehen können, später noch etwas genauer eingehen wird, aber allein die Szene in der sie durch diesen Schulgang geflogen sind und dann plötzlich im Steinbruch waren, war trotzdem etwas seltsam. Ansonsten aber doch eine sehr solide Folge.

Fiveman:
Wenn man mal ignoriert, dass die Idee, dass eine einzelne Erden-Familie die Fähigkeiten und Ressourcen hat, einem ganzen Planeten neues Leben einzuhauchen, selbst für Sentai Verhältnisse extrem an den Haaren herbei gezogen ist, dann ist das definitiv auch einer der stärksten Sentai Staffelstarts. Hat sich vom Ablauf her angefühlt wie eine Mischung aus Flashman und Liveman. Man hatte hier auch wieder diesen extrem langen Prolog und sehr viel Build-Up bis zu ersten Verwandlung. Alles was man an Informationen braucht hat sich eigentlich direkt aus der Handlung heraus ergeben. Die Charaktere konnten, dadurch dass sie Geschwister sind, auch relativ schnell eine gute Dynamik aufbauen und sich alle irgendwie sympathisch machen. Am Ende der Folge hatte man zwar hier ein paar Szenen mit den individuellen Mecha, dafür hat man aber den ersten richtigen Boden Kampf in die zweite Folge geschoben, mit dem eigentlichen Onscreen Debut der Rangers als letzter Szene der ersten Folge, was auch sehr gut gepasst hat.

Jetman:
Auch eine sehr solide Startfolge würde ich sagen. Das hat sich zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder nach einer etwas anderen Herangehensweise angefühlt. Diese Geschichte mit Rie ist zwar gleich wieder so ein klassischer Inoue Move, als Set-Up für den Rest der Staffel find ich sowas aber durchaus in Ordnung. Unabhängig davon, wie sich das letztendlich auf die Charaktere und deren Dynamik auswirkt, find ich das Konzept, dass diese Birdonic Waves einfach 4 zufällige Zivilisten getroffen haben, mit Ryu als einzigem wirklichen „Auserwählten“, nach wie vor ziemlich cool und natürlich gefällt mir auch die Idee, in der ersten Folge erst mal nur drei der Rangers einzuführen, schon allein weil es dem Pacing hilft. Außerdem weiß ich es, wie in Liveman, zu schätzen, dass die Rangers ihren ersten Kampf mehr oder weniger verloren haben. Nur die Einführung der Schurken fand ich hier ehrlich gesagt wieder einen Tick schwächer als in den letzten paar Staffeln, die hat sich irgendwie etwas mehr nach dem Stil der Uehara Staffeln angefühlt.

Zyuranger:
Das war definitiv ein Rückschritt gegenüber den letzten Startfolgen, vor allem für einen Zweiteiler fand ich das relativ mittelmäßig. Der Anfang war eigentlich nicht schlecht, die Befreiung von Bandora und Co. war auf jeden Fall deutlich besser als das Debut von Vyram, aber danach ist doch relativ viel random Zeug passiert, dass man halt einfach hinnehmen musste, ohne sonderlich viel Kontext, vor allem diese ganzen unverwandelten Kampfszenen in Bandoras Palast fand ich extrem seltsam und unnötig. Das Gesamt-Pacing war zwar immer noch ok, aber die Einführung der Rangers hat sich trotzdem etwas überhastet und wenig effektiv angefühlt. Sie wurden halt aus ihrem Schlaf aufgeweckt und sind dann direkt losgezogen, um gegen Bandora zu kämpfen, ohne großartiges Briefing, was überhaupt passiert ist oder wie sich die Erde in den letzten 170 Millionen Jahren entwickelt hat. Alle kommen sofort mit den Gegebenheiten zurecht und inhaltlich hat man sich auch kaum mit ihnen auseinander gesetzt. Gefühlt ging‘s eigentlich mehr um Bandora und Barza als um die Rangers.

Dairanger:
Auch ein Start, von dem ich jetzt nicht unbedingt der riesen Fan bin. Sehr viel Rumgerenne, mit relativ wenig Substanz und kaum Fokus auf den Charakteren und das obwohl hier auch schon das halbe Team bereits vorher etabliert war. Diese etwas verspätete Einführung von Rin find ich nach wie vor etwas seltsam. Man scheint zwar schon die Schauspielerin zur Verfügung gehabt zu haben (es gibt ein paar Shots in denen man ihr Gesicht klar erkennen kann), es hat aber trotzdem so gewirkt, als wolle man ihr so wenig unverwandelte Screentime wie möglich geben, als hätte sie nur nen halben Tag Zeit gehabt oder sowas. Und den Übergang von der ersten auf die zweite Folge find ich auch immer noch etwas komisch. Ich find’s zwar in der Theorie gut, dass man den Mecha Kampf in die zweite Folge geschoben hat, aber die Art und Weise wie man die Folgen getrennt hat, hat sich einfach so erzwungen angefühlt, so als wär’s ne last Minute Entscheidung gewesen. Man hat zu Beginn der zweiten Folge halt lediglich noch schnell das Monster ausgeschaltet und der Rest der Folge war dann ein komplett neuer, eigener Plot, der mit der Vorfolge praktisch gar nichts mehr zu tun hatte. Ich weiß nicht genau was es ist, aber ich bin mir relativ sicher, irgendwas ist an der ersten Folge nicht so gelaufen, wie ursprünglich geplant.

Kakuranger:
Auch nicht unbedingt eine meiner Top-Favoriten, ich würd’s aber definitiv über die letzten beiden Startfolgen setzen. Auch hier gab’s für meinen Geschmack zu viele eher seltsame Passagen, bei denen einfach nur in der Gegend rum gerannt (oder wahlweise auch teleportiert) wurde und ich glaub auch nicht, dass ich den Humor der Serie in diesem Leben nochmal lustig finden werde, aber immerhin hat die Folge sich größtenteils auf die Charaktere (zumindest Sasuke und Saizou) fokussiert und hat etwas Kontext zur Gesamtsituation geliefert (einer der wenigen positiven Nebenaspekte des Erzählers), wodurch man halbwegs verstehen konnte, was abgeht. Auch dass man hier wieder nur drei Rangers eingeführt hat und bis kurz vor Schluss mit der ersten Verwandlung gewartet hat, hat geholfen, die Folge etwas angenehmer zu gestalten. Nur was der Sinn hinter dem Teasing auf diesen „Boss of the Yokai Ninjas“, der danach nie wieder thematisiert wird, war, erschließt sich mir nach wie vor nicht so ganz.

Ohranger:
Von den Sugimura Staffeln ganz klar der beste Start. Wie schon neulich erwähnt, fühlt sich die Folge an wie ein Callback zu den Showa Staffeln mit einem Team von speziell rekrutierten Militär-Angehörigen wie bei Goranger, Sun Vulcan oder Changeman und einem Großangriff einer Alien-Gruppe. Etwas viel Rumgerenne gab’s hier zwar auch (Sugimura liebt rennen, kann das sein?) und der individuelle Charakter Fokus hat sich in Grenzen gehalten, die Art und Weise wie das Team eingeführt wurde, hat aber trotzdem ziemlich gut funktioniert finde. Ich mag halt vor allem nach wie vor die Tatsache, dass zunächst tatsächlich nur ein aktiver Ranger vorgestellt wird (das dürfte damit wohl auch glaub ich die einzige Sentai Startfolge sein, in der nur ein einziger verwandelter Ranger auftritt), während die anderen vier erst mal in der zweiten Folge alles in Ruhe erklärt bekommen und dann erst ihre Kräfte erhalten, wodurch halt auch einfach das Pacing sehr angenehm ist. Außerdem gab’s im gesamten Startzweiteiler keine einzige Mecha Szene, in irgendeiner Form (weder einzeln noch kombiniert), was selbst für späte 80er/frühe 90er Verhältnisse noch ungewöhnlich ist.

Carranger:
Recht ordentliche Startfolge, würde ich sagen, tatsächlich besser als ich erwartet hatte. Ich weiß zwar immer noch nicht so recht, was ich von diesem ganzen Konstellations-Power Konzept halten soll, solche „Kraftquellen“ sind mir eigentlich immer irgendwie etwas suspekt, aber ansonsten kann man sich eigentlich nicht großartig beschweren. Solides Pacing, man versteht halbwegs was abgeht und die Einführungen von Schurken und Helden waren recht gut. Man hatte hier auch etwas mehr Fokus auf den Charakteren als in den meisten Sugimura Staffeln. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich es beim ersten Mal tatsächlich nicht so cool fand, wie Dappu die Rangers ausgetrickst hat, um sie zu Carrangers zu machen, aber wenn ich das ganze jetzt so sehe (auch mit dem Wissen, wie der Humor der Serie funktioniert), find ich es eigentlich sogar recht clever. Auf jeden Fall deutlich besser, als wenn sie einfach alle ohne zu überlegen ihr Schicksal angenommen hätten. Ich weiß btw. auch nicht mehr, warum ich das als Zweiteiler im Kopf hatte. Ich hab mir extra beide Folgen in den Ordner gepackt, aber nach dem Ende der ersten Folge und der Vorschau auf die zweite, hab ich’s dann dabei belassen, weil das Ganze auch so ganz gut funktioniert hat.

Megaranger:
Das war tatsächlich ein ziemlich starker Start. Ich mag das Konzept, ein Videospiel zu benutzen, um geeignete Nutzer für die Megaranger Kräfte zu finden, während man aber auch gleichzeitig aufgrund der Notsituation neben Kenta auf 4 „normale“ High School Schüler zurückgreifen musste, weil die halt grade da waren. Generell war hier auch der Fokus auf den Charakteren wieder sehr groß und was ich auch ganz cool fand ist, dass man hier die nahende Bedrohung anfangs noch etwas vage gehalten hat und zum eigentlichen Erscheinen der Schurken Mitte der Folge hin aufgebaut hat. Das hat nicht nur deren Debut deutlich effektiver gemacht, sondern auch das der Rangers, welches hier sogar verhältnismäßig früh gewesen ist, im Vergleich zu den letzten paar Staffeln, aber ich hatte dennoch nicht das Gefühl, dass es zu viel Kampf gewesen wäre.

Gingaman:
Auch eine ziemlich gute Folge, würde ich sagen. Vor allem vom Pacing und auch der Atmosphäre her sehr angenehm. Man hat sich hier wirklich sehr viel Zeit genommen, die Basics zu erklären und sowohl die Helden, als auch die Schurken zu etablieren, die Folge war sogar nochmal deutlich mehr auf die Charaktere fokussiert, als die letzten beiden (was man aber von Kobayashi wohl hätte erwarten können), mit einer etwas dramatischen Note, durch den „Tod“ von Hyuga. Das einzige, das mich etwas gestört hat ist, dass diese Braces am Ende den Rangers einfach zugeflogen kommen, nach ihrer heroischen Ansprache, anstatt dass sie einfach selbst zum Schrein gehen und sie sich raus holen. Gibt schlimmeres, aber das sind halt immer diese kleinen Momente, wo ich mir denke „War das jetzt notwendig?“. Aber naja.

GoGoV:
Von der Folge bin ich nach wie vor kein großartiger Fan. Die Einführung der einzelnen Charaktere war eigentlich noch ganz gut, wenn man mal davon absieht, dass die Rangers doch relativ schnell bereit waren, das Angebot ihres Vaters, der sie vor 10 Jahren einfach im Stich gelassen hat, anzunehmen, aber der gesamte Rest der Folge war halt einfach nur noch eine einzige überlange Action-/Rettungsszene, inklusive Mecha Kampf (womit GoGoV auch die erste Staffel seit Changeman ist, die einen Kampf mit dem vollständig zusammengeschlossenen Main Mecha in der ersten Folge hat). Schon klar dass es irgendwie zum Motiv der Serie passt und man das halt zeigen wollte, aber als zweite oder dritte Folge, wenn man schon etwas mehr Kontext hat, funktioniert so ein Plot meiner Meinung nach einfach deutlich besser, solche lang gestreckten Actionszenen sind einfach nicht das, was ich in einer ersten Folge sehen will. Abgesehen davon find ich es nach wie vor ziemlich unglaubwürdig, dass ihr Vater diese ganze Technik in 10 Jahren ganz allein auf die Beine gestellt hat.

Timeranger:
Auch nicht unbedingt eine meiner Favoriten, wenn ich ehrlich bin. Hat sich wieder viel zu gehetzt angefühlt, insbesondere der erste Teil, der in der Zukunft spielt. Man hat hier halt im wesentlich in 8 Minuten abgehandelt, was in Time Force auf die ganze erste Folge gestreckt wurde. Die Charakter Einführungen waren auch hier durchaus solide und man hat denke ich immer hin noch genügend Informationen bekommen, um halbwegs zu verstehen was abgeht, aber alles ist einfach so schnell passiert, dass man kaum die Zeit hatte, irgendwas davor wirklich zu genießen. Vor allem wenn man das Ganze als Zweiteiler gewöhnt ist, fühlt sich die Folge einfach irgendwie unbefriedigend an.

Gaoranger:
Die Folge war ok, würde ich sagen. Man hat zwar für meinen Geschmack immer noch zu viel Kampf in die Folge gepresst, vor allem den Mecha Kampf (wenn auch nicht in kombinierter Form) hätte man sich schenken können, zumal man die Power Animals ja auch schon im Lauf der Folge kurz vorgestellt hat, aber immerhin die erste Hälfte der Folge war eigentlich nicht schlecht. Dadurch dass hier wieder ein Großteil des Team bereits etabliert war, hatte man genug Zeit um ein paar Basics zu erklären und sich um die Einführung von Kakeru zu kümmern, wodurch sich dessen Entscheidung, sich dem Team anzuschließen auch ziemlich natürlich angefühlt hat (auch wenn man sagen muss, dass die anderen 4 dafür nicht so viel bekommen haben, was aber ok ist, da sich die nächsten paar Folgen ganz gut mit denen beschäftigen werden). Sicherlich nicht überragend, ich denke ich fand sie auch etwas schwächer, als den Start von Wild Force, aber besser als die letzten beiden Folgen, war es allemal.

Hurricanger:
Das war eine sehr gute Startfolge, hatte vom Ablauf her etwas von Megaranger. Es gab hier wieder deutlich mehr Build Up als in den letzten drei Folgen, mit sehr viel Fokus auf den Charakteren (dass es nur drei sind, hat sicherlich geholfen) und ausreichend Informationen, um die Situation zu verstehen, bevor der eigentliche Kampf angefangen hat. Der war dadurch wieder deutlich effektiver und natürlich muss man auch sagen, dass es hier keine einzige Mecha Szene gab. Außerdem find ich’s, wie schon mal erwähnt, auch cool, dass hier tatsächlich erwähnt wird, wie die Hayate Schule an ihre Schüler kommt. Der Cliffhanger am Ende wäre rückwirkend nicht unbedingt notwendig gewesen, da Folge 2 zum größten Teil eigentlich ein komplett eigener Plot war, aber es hat sich jetzt auch nicht so erzwungen angefühlt wie in Dairanger. (Btw. auch props an mein Gedächtnis, ist ja nicht so als hätte ich die Staffel nicht letztes Jahr erst gesehen. lol)

Abaranger:
Das war definitiv wieder eine Folge der Kategorie „random“, mit sehr viel Zeug, das halt einfach so passiert und relativ wenig Kontext. Die Folge ist halt auch einfach wieder das perfekte Beispiel dafür, warum ich das Dino Guts Konzept nie mochte. Yukito und Ranru finden direkt den richtigen Ort und wissen ohne zu überlegen sofort was zu tun ist, Ryoga wacht durch die Stimmen aus seinem Koma auf und ist kampfbereit, Emiri und Ryunosuke empfangen zwar die Botschaft, können im Grunde aber nichts machen, weil hey, irgendwie mussten wir sie einführen richtig? Es passiert halt, was passieren soll, damit die Situation so ist, wie wir sie haben wollen. Ich bin einfach kein großer Fan von sowas. Die Einführungen der Charaktere waren denk ich noch das Beste, ansonsten kein sonderlich guter Start, meiner Meinung nach.

Dekaranger:
Die Folge hatte vom Konzept her was von GoGoV oder auch den Rescue Hero Metal Heroes Staffeln, dadurch dass sie sich im Grunde wie ein mehr oder weniger regulärer Folgenplot angefühlt hat, der einfach nur das Motiv und das Format der Serie zeigen sollte. Ich finde aber dass das Ganze hier sogar etwas besser funktioniert hat, als bei den anderen Beispielen. Dass sämtliche Rangers ihre Kräfte schon von vornherein hatten und 4 von ihnen auch bereits als Team etabliert waren, hat dem Pacing definitiv geholfen und dadurch dass das Konzept der Staffel relativ simpel ist, musste man hier auch nicht ganz so viel erklären. Außerdem war es mal eine ganz nette Abwechslung das Mecha Material direkt an den Anfang zu packen, wodurch der Rest der Folge für den Plot frei war. Was man vielleicht noch hätte tun können, wäre Ban einen Gang runter schalten, gerade zum Ende hin wäre es vielleicht cool gewesen, ihn erst mal kennen zu lernen, bevor man so Gas gibt, aber ansonsten war das eine recht solide Folge, auch wenn es jetzt sicherlich nicht meine bevorzugte Art von Start ist.

Magiranger:
War ganz ok, fällt für mich so ein bisschen in die selbe Schiene wie Gaoranger, vor allem in der Hinsicht, dass mir besonders die zweite Hälfte wieder viel zu Kampf lastig war, während die erste eigentlich in Ordnung war. Die Folge war wieder sehr Charakter-intensiv, wodurch sie es sehr gut hinbekommen hat, einem die Protagonisten zu verkaufen, zu den Schurken auf der anderen Seite hat man hier noch nicht sonderlich viel Kontext bekommen, wer oder was die eigentlich sind oder warum sie genau jetzt auftauchen. Generell hat man in der ersten Folge alleine noch nicht viel erklärt, in Kombination mit der zweiten Folge hat das Ganze als Zweiteiler aber halbwegs funktioniert. Sicherlich keiner der besseren Starts, aber auch keiner der schlechtesten, ich würde sagen unteres Mittelfeld.

Boukenger:
Ähnliche Qualität wie der Vorgänger würde ich sagen, man ist hier im Wesentlichen wieder dieser GoGoV/Dekaranger Formel gefolgt, hauptsächlich das Motiv der Serie vorzustellen, in dem man die Folge mehr oder weniger zu einer Art One Shot Plot macht. Von der Umsetzung liegt Boukenger für mich irgendwo zwischen den beiden. Es gab hier auch wieder relativ viel Action und Mecha Material, anders als in Dekaranger hat man ans Ende einen vollständigen Mecha Kampf dran gehängt, obwohl man zu Beginn schon einige Szenen hatte und außerdem hat sich der Charakter Fokus (obwohl er durchaus vorhanden war) irgendwie sehr „unpersönlich angefühlt, dadurch dass die Rangers den Großteil der Folge über nur verwandelt aufgetreten sind. Viele der Charakter Eigenschaften wurden hier auch einfach relativ zusammenhanglos in den Raum hinein geworfen, wie diese indirekte Rivalität zwischen Akashi und Masumi. Was ich der Folge aber gebe ist das Konzept, dass die Rangers hier durch ihre vermeintliche One Shot Mission einfach ausversehen den Hauptfeind der Serie befreit haben und daher nun quasi selbst schuld am restlichen Plot der Staffel sind. Schon allein weil das die Folge auch deutlich mehr wie einen Staffelstart rüber kommen lässt. Im Großen und Ganzen schon ok, aber halt auch nicht recht viel mehr als das.

Gekiranger:
Wenn man mal davon absieht, dass der Anfang ein bisschen random wirkt, wenn einem viele Informationen, die man erst später bekommt, noch abgehen, war das eigentlich eine recht ordentliche Startfolge. Nach dem Prolog hat man direkt relativ viel erklärt, Jan als komplett ahnungslosen Charakter dabei zu haben, hat hier sehr geholfen, um auch dem Zuschauer Informationen zu vermitteln. Ich finde auch, dass es bei ihm nicht unbedingt seltsam wirkt, dass er von allem direkt begeistert ist und ohne groß nachzufragen direkt in die Sache einsteigt. Irgendwie passt es ganz gut zu seinem Charakter. Die anderen beiden haben jetzt nicht so viel Fokus bekommen, aber immer noch genug, um sie halbwegs kennen zu lernen. Kein Mecha Kampf ist auf jeden Fall auch ein Plus. Außerdem liebe ich nach wie vor diese Kombination aus Kung Fu Motiv und dieser großen Firma, die Hinter der Technik der Gekirangers steckt. Das macht alles so viel einfacher.

Go-Onger:
Das halte ich nach wie vor für einen relativ schwachen Start. Es war halt vor allem wieder eine extrem schnelle und Action lastige Folge, was ich umso frustrierender finde, da die Staffel ja mit einem vollständig etablierten Grundteam beginnt, was es ihnen eigentlich ermöglichen sollte, etwas Tempo rauszunehmen und vielleicht mal ein paar Dinge zu erklären oder sich wenigsten etwas mehr auf die Charaktere zu fokussieren, aber stattdessen hat man die Zeit nur genutzt, um noch mehr Kampfszenen einzubauen ohne großartig irgendwelche Infos zu liefern. Vergleichbar mit Dynaman hatte man hier eigentlich lediglich im zweiten Viertel der Folge mal kurz eine kleine Verschnaufpause, bei der einem die Protagonisten und die Schurken vorgestellt wurden, der Rest war eigentlich ausschließlich Action. Und diese Gunpei Szenen wirken auch alle recht seltsam, auch wenn ich weiß, dass man später noch darauf eingehen wird, warum er so besessen von den Go-Ongers ist.

Shinkenger:
Bei meinem Power Rangers Staffelstart Marathon hatte ich ja die Startfolge von Samurai als unterdurchschnittlich bezeichnet, aber obwohl die beiden Folgen nahezu identisch sind, würde ich sagen, dass sie für Sentai Verhältnisse sogar leicht über dem Schnitt liegt. Die Folge hatte insgesamt zwar auch relativ viel Action und eher kurz gehaltene Einführungen in die Charaktere, irgendwie hat es hier mit dem Set Up aber etwas besser funktioniert als üblich. Man hat eigentlich alle Informationen bekommen, die man braucht, dass die Rangers sofort dabei sind und wissen was zu tun ist, ergibt durch das Setting durchaus Sinn und es hat sich auch so angefühlt, als würde man tatsächlich zum ersten richtigen Team Kampf hin aufbauen, was den deutlich effektiver gemacht hat. Der Mecha Kampf… ist zwar nervig, war durch die Art und Weise wie die Gedoushu funktionieren aber wohl schwer zu vermeiden. Und immerhin waren es hier auch nur die individuellen Mecha und noch keine Kombination. Gehört zwar jetzt vielleicht nicht zu meinen absoluten Top-Favoriten, das was die Folge tut, macht aber definitiv nicht schlecht.

Goseiger:
Etwas seltsame Folge, finde ich. Dafür dass es keinen Mecha Kampf gab, war es auch relativ Action lastig und gefühlt ging’s irgendwie fast mehr um Nozomu als um die Rangers. Immerhin Alata hat seine Momente bekommen. Ich bin auch irgendwie kein großer Fan davon, dass man nach der Zerstörung dieses Towers erst mal 10 Tage übersprungen hat, anstatt zu zeigen, wie die Charaktere erfahren, dass sie jetzt nicht mehr nach Hause können. Das wäre doch gerade der interessante Teil gewesen. An dem Zeitpunkt, wo man sie kennen lernt, haben sie sich schon mehr oder weniger damit abgefunden. Dass Dereputer diesen Turm überhaupt direkt am Anfang angreift, wirkt als Eröffnungsszene auch nach wie vor etwas random, auch wenn es durch die Informationen, die man Ende der Staffel bekommt, durchaus logisch ist, dass er davon weiß.

Gokaiger:
Solide Folge, würde ich sagen. Den Teil, bei dem sich alle Rangers einfach mal als leuchtende Kugeln verflüchtigen und zu Ranger Keys werden find ich nach wie vor etwas random, aber der Rest war eigentlich nicht schlecht. Ich find’s gut, dass man die obligatorischen Mecha Szenen schon zu Beginn der Folge abgehandelt hat, um sich die restliche Zeit auf die Charaktere zu fokussieren. Auch die Tatsache, dass das gesamte Team bereits etabliert und einsatzfähig ist, hilft natürlich dabei. Generell würde ich sagen, dass die Folge deutlich mehr Fokus auf den Charakteren hatte, als die letzten paar, wodurch man trotz ihres eher harten Auftretens relativ schnell Zugang zu ihnen findet. Ich mag die Idee einer Gruppe von Helden, die nur gegen die Bösen kämpfen, weil es sich in dem Moment halt einfach richtig angefühlt hat, sofern man sie trotzdem sympathisch macht und das hat man recht gut hinbekommen.

Go-Busters:
Hier bin ich sicherlich nicht ganz unbefangen, aber die Folge würde ich definitiv zu den besseren Starts zählen. Es gab an sich zwar auch relativ viel Action, durch diese geniale Art und Weise wie die Folgen in Go-Busters strukturiert sind, ist es hier aber nicht allzu negativ aufgefallen. Man musste nichts streichen oder zusammenquetschen, um genügend Zeit für die Basics oder die Charaktere zu finden, weil halt eigentlich immer alles so ein bisschen parallel zu einender stattfindet. Wie schon neulich erwähnt, find ich’s auch einfach ziemlich clever Nakamura quasi als Außenstehende neu rein zu bringen, um durch sie einige Fragen zu beantworten. Und ich hab auch das Gefühl, dass man sich vor allem bei den Anfangsszenen so ein bisschen vom Dekaranger/Boukenger Stil inspirieren hat lassen und ein paar Spionszenen eingebaut hat, um gleich mal das Motiv vorzustellen.

Kyoryuger:
Das war wieder so eine Folge die ziemlich seltsam angefangen hat, mit dem plötzlichen Erwachen der Schurken (die hier generell auf eine etwas komische Art vorgestellt wurden) und Daigo der dann plötzlich gegen ein paar Fußsoldaten kämpft, aber ansonsten war die Folge in Ordnung. Der Fokus lag zwar hier eigentlich ausschließlich auf Daigo, während die anderen vier nur kurz angeschnitten wurden, durch das Team Set Up, das die Kyoryugers haben, hat das hier aber irgendwie funktioniert. Und ich find auch nach wie vor die Idee cool, dass die Rangers sich hier erst mal den Respekt ihres Zyudenryu erkämpfen müssen, um ihre Kräfte zu erhalten, anstatt alles vor die Füße geschmissen zu bekommen.

ToQGer:
Das war mal wieder ein ziemlich seltsamer Start, der einen random in eine Situation hinein wirft, ohne großartig irgendwas zu beantworten. Ich weiß vieles davon wird später noch mehr Sinn machen (wobei ich mir spontan nicht mehr sicher bin, ob man jemals erklärt hat, warum Right auf dem Kuliner aufgewacht ist, aber die anderen nicht). Es war auch wieder sehr Action-lastig, inklusive eines vollständigen Mecha Kampfs und ich würde auch sagen, dass die Charakter Einführungen gar nicht mal so gut waren, wie man es von einem meiner absoluten Lieblingsteams erwarten würde, wenn auch in der Summe immer noch solide. Es war halt auch relativ Right fokussiert, nicht so einseitig wie bei Kyoryuger, aber von den anderen hätte man ruhig mehr zeigen können.

Ninninger:
Geht vom Verlauf her in Richtung Gaoranger würde ich sagen. Definitiv immer noch zu viel Kampf, mit einem absolut unnötig hintendran gehängten Mecha Kampf, aber immerhin die erste Hälfte fand ich hier ganz gut. Die war vom Pacing her sogar recht angenehm, man hatte zwar am Anfang diese kurze Action Szene, aber danach hat man erst mal in Ruhe die Charakter eingeführt (was ich hier sogar sehr gelungen fand) und etwas Kontext geliefert, wodurch man der Folge zumindest mal deutlich besser folgen konnte, als der letzten. Außerdem finde ich, dass der Fokus hier im Vergleich zu vielen anderen der letzten paar Staffeln sogar relativ ausgeglichen war, insbesondere für eine Staffel, der immer vorgeworfen wird, sie sei so Rot-fixiert.

Zyuohger:
Auch hier ist man tendenziell dem Ninninger/Gaoranger Schema gefolgt, vielleicht einen Tick schwächer, aber vom Verlauf her war auch die zweite Hälfte zu Action lastig, während zumindest die erste noch recht solide war. Die Art und Weise wie Yamato da am Anfang nach Zyuland gelangt, ist mir persönlich immer noch ein wenig zu konstruiert und random, aber ansonsten waren die Charakter Einführungen eigentlich ok (auch wenn man von den Zyuman 4 halt erst mal nur die Tier Form zu sehen bekommt) und das was einem an Informationen geliefert wird, reicht auch fürs erste, um zu verstehen, was abgeht. Nur die Tatsache, dass die Schurken da zufällig genau in dem Moment gerade angreifen, obwohl sie an sich mit dem Setting der Staffel ja nicht mal großartig was zu tun haben, erscheint mir doch etwas an den Haaren herbei gezogen. Und die Mecha Einführung fand ich hier auch besonders random, aber das mag vielleicht auch einfach daran liegen, dass ich generell eigentlich alles was mit den Zyuohger Mecha zu tun hat, nicht sonderlich toll finde.

Kyuranger:
Ja, die Folge repräsentiert nach wie vor so ziemlich alles, was ich an Kyuranger hasse. Viel zu schnelles Pacing, selbst für Sentai Verhältnisse, Lucky stürzt einfach während dem Kampf random auf diesen Planeten und entscheidet auf Anhieb, ohne irgendwelche Informationen, dass er diesem Team, das er seit 10 Sekunden kennt, direkt beitreten will. Daraufhin zieht er los ein Kyutama zu finden und stürzt dabei natürlich zufällig auf einen Planeten, auf dem er Garu findet, welcher ein Kyutama besitzt. In den nächsten 3 Minuten wird dann so ziemlich die gesamte Charakter Arc von Garu abgehandelt (ich meine, im restlichen Verlauf der Staffel kommt ja eigentlich nicht mehr wirklich irgendwas) und das alles bevor der kampflastige Teil der Folge überhaupt erst losgeht. Im nächsten Moment ist Lucky in der Leere des Weltalls kurz davor drauf zu gehen, bevor sich random vor ihm ein Kyutama materialisiert, weil er halt mal kurz an sich geglaubt hat und schließlich erscheinen noch die Mecha auf der Bildfläche, bei denen man auch keinen Plan hat, wo genau sie eigentlich herkommen. Wow, was für ein geiler Start. Ich komm einfach mit dieser Randomness nicht klar, die die Staffel nun mal hat. Alles passiert einfach irgendwie und man muss es dann halt hinnehmen ohne Fragen zu stellen. Das ist einfach nicht mein Fall. Und anders als bei vielen anderen Staffeln wird das bei Kyuranger halt auch nicht großartig besser im Lauf der Staffel.

Lupinranger vs. Patranger:
Hier hab ich mich mental schon drauf eingestellt, dass ich meine Bewertung womöglich etwas korrigieren muss, weil ich damals, als die Folge erschienen ist, vermutlich einfach alles gut gefunden hätte, was nicht Kyuranger ist, aber tatsächlich find ich die Folge auch nach dem zweiten Mal immer noch richtig stark. Man hatte auch hier nen right-into-action Start, hat danach aber direkt das Tempo rausgenommen und sich die Zeit genommen, sich mit den Charakteren und dem Plot zu beschäftigen. Man hat hier die wichtigsten Informationen eigentlich relativ schnell erhalten und vergleichbar mit Dekaranger auch so ein bisschen das Thema und das Konzept vorgestellt und das alles halt auf eine relativ entspannte Art und Weise. Natürlich hat es auch enorm geholfen, dass man hier keinen Mecha Kampf in irgendeiner Form hatte. Allein vom Pacing her wahrscheinlich locker die beste Startfolge seit Hurricanger.

Ryusoulger:
Ich muss ehrlich sagen, die Folge hat mir tatsächlich deutlich besser gefallen als beim ersten Mal. Die Action Szenen sind mir dieses Mal nicht zu dominant vorgekommen, weil sie recht gut auf die Folge verteilt waren, man hat auch schon recht früh die Basics etabliert und sich mit den Charakteren auseinander gesetzt und es hat auch geholfen, dass der Mecha Kampf hier relativ kurz gehalten wurde. Es hat mich zwar damals recht gestört, dass der KishiryuOh hier schon vollständig formiert war und ich finde auch immer noch, dass Tyramigo alleine ausgereicht hätte, aber trotzdem ist es aus Pacing-Sicht weitaus besser, als alle drei individuell vorzustellen. Der Tod der drei Meister hat sich dieses Mal auch etwas effektiver angefühlt, was womöglich daran liegt, dass mir diese Master Specials noch relativ frisch im Gedächtnis sind, wodurch ich eher das Gefühl hatte, tatsächlich etwas Build Up hierzu zu haben (auch wenn ich deren Inhalt trotzdem echt gerne in der Serie gehabt hätte). Das einzige was ich immer noch nicht so prickelnd finde ist, dass sich die Rangers nach dem Tod der Meister dann doch wieder verwandeln konnten, obwohl eigentlich gesagt wurde, dass sie ihre Kräfte aus diesem Tempel beziehen. Ich verstehe zwar, glaub ich, was die Idee dahinter war, aber trotzdem bin ich von sowas nie ein großer Fan. Ansonsten aber doch ein sehr solider Start, vielleicht sogar einer der besseren.

Kiramager:
Zunächst mal, ich hab mir hier Episode Zero in Kombination mit Folge 1 quasi als Zweiteiler angeschaut, was für mich als Staffelstart nach wie vor sehr gut funktioniert. Die Opening Szene von Episode Zero mit dem Angriff auf Crystalia find ich immer noch sau stark und ich mag auch nach wie vor, dieses Konzept, eine eher mystische Kraftquelle mit Technologie zu verbinden, um die Rangers zu erschaffen. Vom Pacing und der Atmosphäre war vor allem der erste Teil sehr relaxed mit den Kämpfen im zweiten Teil als gutem Climax. Erklären musste man hier eigentlich gar nicht so viel, weil man den wichtigsten Kontext ja am Anfang schon direkt gezeigt hat. Was vielleicht noch etwas geschmeidiger hätte sein können, das ist die Rekrutierung, der ersten vier Rangers, bei der die Charaktere doch recht schnell und ohne großartig viel zu hinterfragen, mitgekommen sind. Auf der anderen Seite fand ich dafür die Einführung von Juuru ziemlich gut. Da man in Episode Zero schon sämtliche Basics abgedeckt hat, hatte man viel Zeit, sich auf ihn zu fokussieren und mir gefällt auch nach wie vor dieses Zögern sehr gut. In gewisser Weise muss ich sagen, dass dieser Start für mich ein ziemlich gutes Besipiel dafür ist, dass die meisten Sentai Startfolgen eigentlich viel besser als Part 2 eines Zweiteilers funktionieren würden und wenn sowas wie eine Episode 0 das ist, was nötig ist, damit die Starts von Sentai Staffeln gut sind, dann würde ich es ehrlich gesagt durchaus begrüßen, wenn man sowas öfter macht.

Zenkaiger:
Diesen Start find ich eigentlich auch nach wie vor sehr solide. Vor allem das Pacing war halt sehr angenehm, weil man erst mal nur 2 Rangers eingeführt hat, was auch dem Charakter Fokus definitiv geholfen hat. Action Verteilung ging auch voll klar, selbst der Mecha Kampf hat mich hier nicht allzu sehr gestört, weil es sich einfach wie eine natürliche Folge des Konzepts angefühlt hat. Das einzige was ich so ein bisschen random finde ist, wie sich da Secchan einfach so aktiviert hat und Kaito und Yatsude dann in diese geheime Basis führt, wo alles was sie zum Kämpfen brauchen bereit liegt. Ist jetzt nicht unbedingt komplett unlogisch, aber etwas billig meiner Meinung nach. Ansonsten kann ich mich hier aber eigentlich nicht über allzu viel beschweren.

DonBrothers:
Ich bin immer noch kein riesen Fan von der Folge. Es ist jetzt nicht Kyuranger oder Dynaman Level von schlecht, vom Pacing her sogar noch halbwegs passabel, verglichen mit vielen anderen Startfolgen, die ich jetzt die letzten Wochen gesehen hab, wenn auch sicherlich noch nicht ideal. Ich finde auch nach wie vor, die Idee, sich hier ausschließlich auf Haruka zu fokussieren und den Rest lediglich anzuteasern, ziemlich cool. Mein großes Problem mit der Folge ist aber immer noch, dass das halt auch so eine Folge ist, die einfach extrem random ist. Es passieren halt irgendwelche Sachen, ohne großartigen Kontext oder Erklärungen und belässt es dann dabei, wovon ich einfach nie ein großer Freund werde. Außerdem hat mir die Folge nochmal sehr schön vor Augen geführt, wie wenig wir in den ersten 9 Folgen eigentlich dazu gelernt haben. Recht viel schlauer als nach Folge 1 sind wir aktuell immer noch nicht, was meiner Wahrnehmung dieser Folge sicherlich auch nicht unbedingt geholfen hat.



So, damit hab ich dann zu allen Folgen meinen Senf abgegeben. Verglichen mit den Rider und Power Rangers Marathons hat sich das doch ganz schön gezogen, gut 2 ½ Wochen ca., was aber auch klar ist, allein aufgrund der Anzahl an Staffeln. War auf jeden Fall auch wieder ganz cool und interessant, auch wenn ich sagen muss, extrem krasse Veränderungen in meinem Ranking gab’s auch hier relativ wenige, die aller Meisten haben sich eigentlich maximal in einem Radius von so 5-6 Plätzen rauf und runter bewegt.

1. Liveman
2. Fiveman
3. Megaranger
4. JAKQ
5. Hurricanger
6. Lupinranger vs. Patranger
7. Battle Fever J
8. Kiramager
9. Ohranger
10. Go-Busters
11. Gingaman
12. Zenkaiger
13. Flashman
14. Gekiranger
15. Ryusoulger
16. Turboranger
17. Shinkenger
18. Jetman
19. Goranger
20. Gokaiger
21. Carranger
22. Dekaranger
23. Ninninger
24. Changeman
25. Kyoryuger
26. Gaoranger
27. Denziman
28. Kakuranger
29. Zyuohger
30. Magiranger
31. Boukenger
32. Maskman
33. Bioman
34. Goseiger
35. Timeranger
36. DonBrothers
37. Dairanger
38. GoGoV
39. Zyuranger
40. ToQger
41. Goggle V
42. Go-Onger
43. Sun Vulcan
44. Abaranger
45. Dynaman
46. Kyuranger

Die größte Steigerung gab’s bei Gaoranger (mit 16 Plätzen), Ryusoulger (mit 15 Plätzen), Carranger (mit 13 Plätzen) und Goseiger (mit 10 Plätzen), am meisten Plätze eingebüßt haben Maskman (mit 26), ToQger (mit 14) und Kyoryuger (mit 13) (primär bei Gaoranger und Maskman hab ich absolut keine Ahnung, warum die vorher da waren, wo sie waren), der Rest ist größtenteils um ein paar Plätze hin oder her im selben Bereich geblieben. Platz 1 und Platz 46 haben sich nicht verändert, womit ich aber ehrlich gesagt auch gerechnet hab.
Grundsätzlich würde ich auf alle Fälle immer noch bei der Aussage bleiben, dass Sentai im Schnitt deutlich schwächere Startfolgen hat als insbesondere Power Rangers, aber auch zum Teil noch Kamen Rider. Es waren hier zwar schon auch einige sehr gute dabei, vor allem dieser relativ typische Aufbau mit der extrem Action lastigen zweiten Hälfte hat sich hier aber schon ziemlich durchgezogen. Man hat glaub ich auch zum Teil gemerkt, wie ich mich hier häufig schon mit einer guten ersten Hälfte zufrieden gegeben hab, um die einzelnen Folgen etwas besser zu bewerten, aber verglichen mit anderen Franchises muss man das halt immer noch relativ sehen. Viele der schwächeren Power Rangers Starts (abgesehen vielleicht von MMPR 1 und Megaforce) wären hier wahrscheinlich immer noch irgendwo im oberen Mittelfeld gelandet, das sagt denke ich schon einiges aus. Ich meine, Samurai ist in meinem PR Ranking auf dem drittletzten Platz, Shinkenger (die zugegebenermaßen vielleicht nen Tick besser war, im Grunde aber trotzdem mehr oder weniger dieselbe Folge) ist hier auf Platz 17 von 46, das ist schon ein krasser Unterschied.
Ich schätze das wird dann wohl auch vorerst mein letzter Staffelstart Marathon gewesen sein. Für Metal Heroes würde ich sau gerne einen machen, aber bis da alle Staffeln gesubbt sind, wird es sicherlich noch einige Zeit dauern, Garo lohnt sich glaub ich nicht wirklich und bei Ultraman bin ich noch unschlüssig. Das würde ich frühestens in Angriff nehmen, wenn ich Cosmos gesehen hab und dafür sehe ich die Wahrscheinlichkeit aktuell eher gering.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Sa 28. Jan 2023, 05:07

Bevor ich mich dieses Jahr meinem Metal Heroes Ziel widme, hab ich mir jetzt erstmal noch eine Serie vorgenommen, die eigentlich schon seit 2 Jahren ganz oben auf meiner Rewatch Liste steht, aber immer irgendwie aus irgendwelchen Gründen davon gekommen ist, nämlich Boukenger. Das war ja eine meiner allerersten Sentai Staffeln, die ich gesehen hab (müsste mittlerweile auch schon über 8 Jahre her sein), weshalb sich hier natürlich ein First Impression Post anbietet. Bei der Staffel hab ich schon seit Jahren das Gefühl, dass sie in meinem Ranking zu niedrig steht, schon allein, weil ich Sentai damals noch nicht so wirklich „neutral“ geschaut hab und die Serie dadurch im Laufe der Zeit von meinen späteren Staffeln einfach so ein bisschen nach unten durchgereicht wurde.
Auf jeden Fall bin ich bei 11 Folgen und bisher muss ich sagen, gefällt mir die Serie richtig gut. Kann sein, dass es daran liegt, dass ich mit ‘ner sehr positiven Einstellung rein gegangen bin oder vielleicht bin ich auch einfach etwas von DonBrothers geschädigt (im letzten halben Jahr war das ja das Einzige, was ich an Sentai geschaut hab), aber momentan würde ich tatsächlich sagen, dass die Anfangsphase von Boukenger so ziemlich alles richtig gemacht hat, was eine Anfangsphase richtig machen kann.


Der Start war solide genug, um von der starken zweiten Folge sehr gut aufgefangen zu werden. Ich find’s gut, dass man direkt mal ein paar grundsätzliche Fragen zum Background von Natsuki (und Masumi) beantwortet hat, während man sich trotzdem das Mysterium um ihre Herkunft erhalten konnte. Sehr gutes Beispiel dafür, dass man nicht auf jeglichen Kontext verzichten muss, um fortlaufende Mysterien zu haben.
Danach gab’s gleich sehr viel Charakter Fokus und Team Building. Die Folgenhandlungen hatten bisher eigentlich alle Charakter Bezug, One Shot Charaktere waren bestenfalls Mittel zum Zweck und eine wirklich schlechte Folge war bislang eigentlich auch noch nicht dabei. Wenn ich eine schwächste Folge nennen müsste, dann wohl Folge 5, aber auch nur, weil ich nicht so ganz verstehe, was genau Sakura davon abgehalten hat, sich vor diesem Kind zu verwandeln. In Folge 3 hatten Souta und Masumi auch ja kein Problem sich vor diesem Kunstsammler Typen zu verwandeln. Das Kind hat in der Situation eigentlich sogar alles richtig gemacht.
Darüber hinaus würde ich sagen, dass für eine vermeintlich episodische Serie sogar schon relativ viel passiert ist. Man hat die einzelnen Folgen mit Charakter Background und den recht guten Einführungen von Waffen und Mecha größtenteils relevant gehalten, bisher gab’s maximal 2 Folgen, die ich als Füller bezeichnen würde. Und den zweiteiligen Climax 10/11, auf den die Vorfolge auch schon hingearbeitet hat, fand ich ebenfalls ziemlich stark. Ich find’s cool, dass man diesen Plot auch gleich genutzt hat, um etwas darauf einzugehen, woher genau die Kräfte der Boukengers und ihrer Ausrüstung kommen.

Die Charaktere gefallen mir nach relativ kurzer Zeit eigentlich schon recht gut, was natürlich dem guten Fokus geschuldet ist, auch von den individuellen Geschichten sind sie alle recht markant und einzigartig und wie gesagt wissen wir halt auch schon relativ viel über sie, was mir persönlich immer hilft, schneller Zugang zu ihnen zu finden. Auf den ersten Blick auf jeden Fall deutlich besser, als ich dieses Team in Erinnerung hatte, in meinen Rankings waren sie bisher eigentlich alle relativ niedrig.
Das Schurken Konzept mit den verschiedenen Fraktionen find ich natürlich auch hier ziemlich cool. Zu denen hat man ebenfalls bereits einiges an Information erhalten bzw. auf Mysterien wie die Vergangenheit von Ryuwon geteasert, was mir das Gefühl vermittelt, dass die Sachen, die wir noch nicht haben, zu gegebener Zeit da sein werden. Außerdem find ich’s sehr lobenswert, wie sehr man bisher mit den „MotW“ variiert. Mal ist es ein Kampfroboter, mal ein Reptilien Mutant, mal ein vom Dark Shadow Chef erschaffenes Objektmonster, mal ein außer Kontrolle geratenes Precious. Sowas hilft natürlich auch dabei, die Folgenhandlungen abwechslungsreich zu gestalten.


Nach 11 Folgen gibt’s eigentlich so gut wie gar nichts, was ich der Serie vorwerfen großartig könnte. Ich weiß, sie wird später noch ein paar Längen haben, aber wenn die Folgenhandlungen auf dem Niveau bleiben und die Höhepunkte weiterhin liefern können, sehe ich hier sehr viel Potential für einen gewaltigen Sprung in meinem Ranking.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Sa 28. Jan 2023, 15:13

Boukenger ist auch so eine Staffel, von der ich denke, dass sie bei mir auch von einem Rewatch profitieren könnte. Ich hatte sie damals "live" gesehen, wo ich eben noch nicht so viele Staffeln kannte. Gerade als Staffel zwischen Magiranger und Gekiranger hatte Boukenger bei mir einen ziemlich schweren Stand und war deshalb bis Goseiger auf dem letzten Platz in meinem Sentai Ranking. Ich denke aber, dass ich der Staffel doch Unrecht getan hab und sie vielleicht doch nicht so schlecht ist. Ihr PR Gegenstück Operation Overdrive wird sie bei mir wahrscheinlich nie übertreffen, da OO doch eine meiner Lieblingsstaffel ist, aber ich denke, Boukenger könnte eventuell in einem Rewatch ein paar Plätze steigen. Zumal ich ja bei einem Rewatch eh weiß, dass mich eine eher episodische Serie erwartet.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 9. Feb 2023, 05:18

Ich bin jetzt mit Boukenger fertig (verglichen mit meinen letzten paar Tokus sogar verhältnismäßig schnell) und ich muss sagen, das war definitiv mal eine Serie, bei der sich der Rewatch richtig gelohnt hat. Mir hat die Staffel tatsächlich wirklich gut gefallen und nicht nur im Vergleich zu vorher. Während ich bei den meisten anderen Rewatches noch sagen konnte, dass sich meine Grundsatzmeinung zwar nicht stark verändert hat, ich aber einige Sachen besser einordnen könnte, würde ich hier tatsächlich sagen, dass ich die Staffel jetzt gänzlich anders bewerten würde, als davor.


Das Storytelling war im Großen und Ganzen besser als ich erwartet hab. Die größtenteils recht gut umgesetzten Toy Einführungen mit eingerechnet, kommt die Staffel auf so ca. 28-35 relevante Folgen, je nachdem ob man so ein paar semi-One Shots, mit etwas Teasing oder kleineren Background Schnipseln zu den Charakteren mitzählt. 100%ige Füller dürften es maximal so um die 15 gewesen sein, für eine vermeintlich episodische Serie find ich gar nicht mal so viel. Klar, verglichen mit ihrem direkten Vorgänger und Nachfolger ist Boukenger jetzt nicht unbedingt die plot-lastigste Serie, aber es ist definitiv auch kein Dekaranger oder Winspector. Auch wenn man das ganze mal in Relation zu ein paar anderen Serien, die ich in den letzten beiden Jahren geschaut hab, wie zum Beispiel Kakuranger, Ohranger oder sogar B-Fighter stellt, hat Boukenger da ganz klar die Nase vorn. Auch qualitativ muss ich sagen, war das Niveau hier wirklich konstant hoch, eigentlich die einzige Folge, in der gesamten Staffel, die ich tatsächlich als schlecht bezeichnen würde, war diese Momotaro Folge und da muss man wohl fairerweise noch dazu sagen, dass ich momentan wahrscheinlich einfach alles schlecht finden würde, was irgendwie auch nur im Entferntesten mit dieser Legende zu tun hat. (Kann man ein Trauma von etwas haben, das noch nicht vorbei ist?) Ansonsten waren selbst die schwächeren Plots immer noch absolut solide.
Bei der Storyverteilung würde ich sagen, hatte die Serie einen größeren Hänger drin und zwar in den 20ern, wo es eine Phase von ca. 8 Folgen zwischen der Einführungsstoryline von Eiji und dem Debut von Zuban gab, in der nicht wirklich viel passiert ist, bis vielleicht auf so Kleinigkeiten wie, dass man die Rekrutierung von Sakura gezeigt hat oder dass Eiji zum ersten Mal auf Dark Shadow trifft. Die Folgenhandlungen fand ich zwar auch in der Phase immer noch verhältnismäßig gut, auch wenn’s ein paar Fälle gab, bei denen ich das Overdrive Äquivalent im direkten Vergleich besser fand, wie beispielsweise die, in der Masumi seinen Verwandler kaputt gemacht hat, aber 8 Folgen am Stück ohne wirklichen Fortschritt ist halt schon relativ viel. Gerade wenn man die Serie live schaut, macht das ja auch gleich mal zwei Monate aus, da kann ich schon verstehen, dass das die Serie etwas nach unten zieht. Ansonsten könnte man höchstens noch die späten 30er nennen, wo es nochmal 4 bzw. 5 One Shots gab (wobei die letzte schon ein wenig auf den kommenden Höhepunkt hingearbeitet hat), das ist jetzt aber eigentlich nicht großartig negativ rausgestochen, zumal man zuvor ja auch noch den Lemuria Climax hatte, der auch einige Fragen beantwortet hat, da ist eine kleine Verschnaufpause vor der Schlussphase schon ok.

Die Einführung vom GoGo Jet in Verbindung mit diesem Water Nation Plot war solide, wenn vielleicht auch ein bisschen schwächer als die Einführung von Tyzonn, die man in Overdrive ja direkt hiermit verbunden hat. Das Debut der Ashu war allerdings ziemlich gut und vor allem die Einführung dieser Gordom Engines hat man hier deutlich besser hinbekommen, als in Overdrive, wo diese Kreisel einfach nur aufgetaucht sind. Ich mag die Idee, dass man die auf diese Pläne von Leon Giordana, auf denen die Boukenger Technologie basiert, zurück geführt hat, was auch erklärt, warum sie so viel stärker als die Rangers sind. Die Quester sind hier quasi sowas wie die Anti-Boukenger. Auch das Debut von Bouken Silver war ganz gut. Auch hier wieder find ich’s gut, dass man damit gleich das Konzept der Neo-Parallel Engines eingeführt hat, um die Überlegenheit der Quester etwas zu countern. Und ich find’s auch super, dass man etabliert hat, dass das Ashu Blut in Eiji alleine ihn noch nicht böse macht, sondern seine mangelnde Selbstkontrolle dazu führt, dass er Leute angreift. Das erklärt sowohl, warum er es auch ohne den Stab schaffen kann, nicht die Kontrolle zu verlieren, als auch warum seine Mutter nicht böse ist, obwohl sie ein Ashu ist, etwas das mir ja z.B. bei Kou in Dairanger immer gefehlt hat.
Danach gab’s wie gesagt diese Reihe von One Shots, bis man Ende der 20er die Story um Lemuria etwas in Fahrt gebracht hat, mit der Einführung des goldenen Schwerts bzw. Zuban. Ich find’s auch ganz cool wie man da noch den Background von Ryuwon mit dieser ganzen Story verwoben und auch nochmal auf dieses Buch vom Anfang zurückgeführt hat, mit dem man ja schon etwas auf die Hintergründe von Ryuwon geteasert hat. Ein paar Folgen später kam dann schon der Höhepunkt dieser Storyline mit der wahren Identität von Natsuki, den ich auch ziemlich gut fand. Allein dadurch hatte er natürlich eine deutlich höhere Gewichtung als der äquivalente Zweiteiler in Overdrive und es ist hier natürlich deutlich logischer, dass Zuban die Seiten wechselt, weil er ja seine Prinzessin beschützen will. Es macht auch irgendwie Sinn, dass die Quester wissen, was es mit Natsuki auf sich hat (auch darauf wurde btw. zuvor schon geteasert), da sie ja bereits seit Jahrtausenden umherstreifen, als es Lemuria noch gab. Das einzige was ich nicht so ganz verstehe ist, wie genau Natsuki eigentlich damals aus ihrem Schlaf erwacht ist. Gab’s da irgendeinen konkreten Auslöser? Und warum ist das mit der Projektion ihrer Eltern nicht schon beim ersten Mal passiert als sie die Sun of Lemuria angefasst hat?
Die letzten 10 Folgen waren, abgesehen von dieser Weihnachtsfolge, eigentlich nur noch Plot. Den Quester Climax fand ich sehr stark. Die Einführung von Ouga und seine Verbindung zu Eiji fand ich sogar deutlich besser als die von Crazar. Hier macht es auch deutlich mehr Sinn wie die beiden in dieser Zwischenwelt gelandet sind. In Overdrive hatte ich mich ja gefragt, warum die Furchtkatzen Tyzonn nicht einfach getötet haben, als sie die Chance dazu hatten und Crazar hat den ersten Kampf auch einfach so zufällig überlebt, hier hat man diese beiden Punkte aber miteinander verbunden, wodurch sich beides erklärt hat und außerdem die erste Folge gleich nen guten Cliffhanger hatte. Ich finde rückwirkend man hätte das in Overdrive auch so machen müssen, ich versteh gar nicht, warum man es für nötig gehalten hat, das auf zwei verschiedene Ereignisse aufzuteilen. Der Rest des Plots war größtenteils identisch, mit den Questern die sich hier über die anderen Gruppen erheben und eine ultimative Waffe erschaffen, mit der sie die Rangers stark unter Druck setzten. Nur der Fluss und die Übergänge waren hier irgendwie angenehmer. Alles in allem ein sehr guter Höhepunkt.
Zum Climax der Dark Shadow Story hab ich so ein wenig gemischte Gefühle. Ich bin nicht ganz sicher, was ich von dieser ganzen Darkness Geschichte halten soll. Die Umsetzung fand ich im Großen und Ganzen durchaus ok, hätte auf jeden Fall deutlich schlechter sein können, aber es war halt definitiv die Story, die auf die Staffel insgesamt am wenigsten präsent war, nach der Einführung des Konzepts gab’s eigentlich maximal 1-2 Anspielungen und das war’s, wodurch es als Höhepunkt einfach nicht so effektiv war, wie die Lemuria Story oder der Quester Climax. Masumi hat mich vor allem in der zweiten Folge etwas genervt mit seiner Rückkehr zu diesem Drang, Akashi unbedingt überbieten zu wollen, der nach der Anfangsphase eigentlich kaum noch durchgekommen ist, letztlich hat es dann allerdings doch nicht unbedingt viel gebraucht hat, bis er die richtige Entscheidung getroffen hat. Ich fand’s im ersten Moment auch etwas seltsam, dass Masumi nach dem Kampf mit Yaiba wieder abgehauen ist, rückwirkend hat es aber denke ich ganz gut funktioniert, um den Plot der vorletzten Folge vorzubereiten. Jetzt nachdem ich diese drei Folgen nochmal gesehen hab, kann ich auch irgendwie nachvollziehen, warum Overdrive das Material der ersten und letzten Folge kombiniert hat, auch wenn die Folge, die dann dabei rausgekommen ist, auch nicht unbedingt besser war. Insgesamt war es trotzdem ok, aber wahrscheinlich der schwächste Teil des Endgames.
Die letzten drei Folgen waren dann allerdings wieder ziemlich stark, das Ende von Ryuuwon war definitiv besser als das von Yaiba und vor allem die vorletzte Folge, in der alle dachten, Akashi wäre tot, fand ich richtig gut. Die Atmosphäre bei den Nacht- und Regenszenen war super und wie allen dann nochmal vor Augen geführt wird, was ihre Träume sind, bevor sie als Höhepunkt wieder alle zusammenkommen, hat sich einfach so effektiv angefühlt, weil man wirklich das Gefühl hatte, dass man mit den ganzen individuellen Charakter Storys und Fokus Folgen über die Staffel verteilt, auf diesen einen Moment hin gearbeitet hat. Es hat auch geholfen Akashi wirklich bis zur buchstäblich letzten Sekunde rauszulassen, um die Situation noch verzweifelter wirken zu lassen. Der Endkampf gegen Gaja war auch gut. Es ist zwar etwas schade, dass man es mit einem Mecha Kampf beendet hat, zumal man ja zu Beginn der Folge auch noch den Kampf gegen Desperado hatte, aber es hat trotzdem funktioniert. Ich find’s sogar halbwegs plausibel, dass die Mecha jetzt über die Boukengers laufen, auch wenn sowas jetzt grundsätzlich nicht unbedingt mein Lieblingskonzept ist, aber es ist definitiv eine der besseren Umsetzungen davon.


Die Charaktere gehören definitiv zu den stärksten Punkten der Staffel, vor allem find ich’s wirklich cool, wie gut die Individuen hier ausgearbeitet waren. Jeder hatte irgendwie so sein eigenes kleines „Abenteuer“, insgesamt hatten sogar vier von sechs Rangers irgendeine Art von fortlaufendem Handlungsstrang, Natsuki hatte ihren Lemuria Background, Masumi diese Darkness Story, Eiji seine Geschichte mit den Ashu und Akashi die Rivalität mit Ryuwon (und die anderen beiden hatten auch immer noch genügend gute Fokus Episoden, um nicht zu kurz zu kommen), womit man eigentlich schon sehr nah an das ran kommt, was auch Dairanger versucht hat, nur dass ich hier die individuelle Umsetzung im Schnitt deutlich besser fand. Dazu kommt hier noch, dass ich die Boukengers auch charakterlich sehr sympathisch fand. Eiji und Masumi vielleicht nen Tick weniger als die anderen, aber immer noch auf nem relativ hohen Niveau. Meine Favoriten waren hier wohl die beiden Mädchen. Vor allem Folge 12 hat mich zu nem absoluten Sakura Fan gemacht. (Ist es überraschend, dass die Folge von Kobayashi geschrieben wurde?) Sie ist tough aber nicht arschig, sondern einfach nur rational und straight forward. Auch Akashi hat mir überraschend gut gefallen, er hat sich gar nicht so sehr nach diesem klassischen „Starker Anführer“ Typ angefühlt, obwohl er das im Grunde genommen eigentlich war. Definitiv ein sehr gutes Team, vielleicht nicht unbedingt absolute Top Spitze, aber auf jeden Fall oberes Drittel.
Die Nebencharaktere würde ich hier tatsächlich als einen der schwächeren Punkte betrachten, auch wenn sie mich jetzt nicht großartig gestört haben oder so. Makino ist ok, viel Fokus hatte er jetzt aber nicht und charakterlich kann er natürlich nicht ansatzweise mit Spencer mithalten. Mr. Voice hat mir ehrlich gesagt jetzt auch nicht so viel gegeben, in gewisser Weise ist er sowas wie der spirituelle Vorgänger von Doktor K mit diesem Twist, dass eigentlich ein junges Mädchen hinter der Stimme steckt, nur dass das hier halt erst ganz am Ende gekommen ist, wo man kaum noch Zeit hatte, sich damit zu beschäftigen oder irgendeinen Kontext dazu zu liefern, wodurch das ganze halt schon so ein bisschen in der Luft hängt. Die beste Nebenrolle ist wahrscheinlich Zuban.

Die Schurken würde ich hier in der Summe wahrscheinlich sogar über die von Overdrive stellen, wenn auch sicherlich noch nicht oberes Soda oder Kobayashi Niveau. Vor allem Ryuwon ist hier deutlich interessanter als Moltor, allein durch seinen recht gut ausgearbeiteten Background, sowie seine Verbindung zur Lemuria Storyline, durch die er auch inhaltlich was zur Serie beigetragen hat. Auch die Quester bzw. Ashu fand ich ziemlich stark, die sind ihren Counterparts wohl am ähnlichsten, wenn gleich der gemeinsame Background mit dem sechsten Ranger etwas anders aussieht, aber vom Konzept und ihrem Vorgehen würde ich sie wohl in etwa auf das gleiche Level wie die Furchtkatzen setzen. Ich find’s auch ganz cool, dass man ihre Existenz auf eine frühe Abspaltung des Menschen zurückgeführt hat.
Das schwächste Glied ist hier wahrscheinlich sogar Dark Shadow. Das Konzept der Gruppe ist zwar ok, aber zu den Individuen hat man tatsächlich sehr wenig bekommen und auch wie die drei überhaupt dazu gekommen sind, zusammen zu arbeiten, wurde nie wirklich erklärt. Gekkou hat bis kurz vor Schluss eigentlich nur existiert und der Background, den man am Ende noch erhalten hat, war jetzt auch nicht allzu viel. Shizuka und Yaiba hatten eigentlich fast gar nichts. Gerade bei Yaiba würde mich auch echt interessieren, was für eine Art von Lebensform er überhaupt ist. Ein Mensch in Rüstung scheint er ja nicht zu sein, wenn das, was hinter seinem Visier ist, sein „wahres Gesicht“ sein soll. Und was genau war eigentlich sein Ziel? Einen riesigen Ball aus „Darkness“ auf die Erde stürzen lassen und dann? Was wollte er damit erreichen? Da fehlt mir einfach zu viel Kontext. Klar Kamdor ist sicherlich auch nicht gerade der komplexeste Charakter, aber bei ihm kann man wenigstens noch sagen, dass er halt nur irgendso ein Alien ist, das hinter der Macht der Juwelen her ist, was einfach von Natur aus deutlich weniger Fragen aufwirft.
Zu Gordom hätte ruhig auch noch etwas mehr Background kommen können. Vor allem wie genau diese Zivilisation damals untergegangen ist, hätte mich interessiert. Immerhin woher sie ihre Kräfte beziehen hat man am Ende noch erklärt und großartig mehr hatte Flurius jetzt auch nicht unbedingt. Im Großen und Ganzen hat der Charakter schon funktioniert. Es macht hier auch durchaus Sinn, dass ausgerechnet er der Endgegner ist, weil die Serie ja schließlich auch mit seiner Wiedererweckung angefangen hat. So hatte man praktisch ein rundes Ende für die Story der Staffel.


Allzu viel negatives kann ich zu der Serie eigentlich nicht sagen. Eine größere Leerlauf Phase und ein paar kleinere Background Sachen, aber ansonsten macht Boukenger wirklich sehr viel richtig. Man merkt einfach, dass ich die Staffel damals zu einem Zeitpunkt gesehen hatte, wo ich Sentai noch nicht wirklich „für Sentai“, sondern nur als Material Vergleich zu Power Rangers geschaut hab, aber wenn ich sie jetzt anschaue, kann ich gar nicht verstehen, warum ich die Serie früher so schlecht bewertet hatte. Ich find sie zwar im direkten Vergleich immer noch etwas schwächer als Overdrive, aber für sich bewertet ist Boukenger eine mehr als ordentliche Serie und in meinem Gesamt Toku Ranking, wird die Staffel wohl ohne Zweifel den größten Sprung, meiner bisherigen Rewatches machen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Do 9. Feb 2023, 23:48

Ich hätte jetzt aus meiner Erinnerung heraus nicht gedacht, dass die Staffel so viele relevante Folgen hat. Vielleicht hab ich die Staffel so streng episodisch wahrgenommen, weil sie zwischen Magiranger und Gekiranger liegt. Damals hab ich die Staffel tatsächlich live gesehen, und da hat sich dieser Block aus 8 nicht relevanten Folgen am Stück doch sehr gezogen. Ein ähnliches Problem hatte ich ja auch mit Shinkenger. Aber viele Tokus kranken an einem eher schwachen Mittelteil.

Ich denke, bei einem Rewatch würde ich Boukenger mittlerweile auch besser bewerten. Ähnliches hatte ich ja auch schon bei meinem Rewatch von Go-Onger vor einigen Jahren bemerkt. Go-Onger fand ich auch sehr episodisch, als ich die Staffel live gesehen hab. Bei dem Rewatch ist mir aufgefallen, dass die Staffel doch recht viele relevante Folgen hatte. Da waren auch mehr als die Hälfte der Folgen in irgendeiner Weise relevant. Das Problem, was so Staffeln wie Boukenger und Go-Onger haben, ist wohl, dass sie zwar eine Story haben, diese aber nicht so offensichtlich erzählt wird. Dadurch entsteht dann schnell der Eindruck, dass es wenig bis gar keine Story gibt.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mi 15. Mär 2023, 05:04

Nachdem ich mit Boukenger ja sehr zufrieden war, hab ich mir gedacht, nehm ich mir jetzt auch gleich noch Dekaranger vor, die ja auch zu meinen ersten paar Sentai Staffeln gehört und schon lange einen Rewatch braucht. Ich bin bei 11 Folgen und bisher ist die Serie auf jeden Fall recht unterhaltsam. Vielleicht nicht ganz so sehr wie Boukenger, aber viel falsch macht sie bislang eigentlich nicht.


Grundsätzlich würde ich auch hier sagen, dass man es jetzt zumindest in der Anfangsphase relativ gut schafft, die Folgen einigermaßen relevant zu halten, mit Einführungen von sowas wie Murphy oder den Igaroiden und etwas Charakter Background (auch wenn dieser sich hier etwas weniger Plot relevant anfühlt als in Boukenger). Der Start war auch direkt mal ein Zweiteiler, was zum Reinkommen nie verkehrt ist. Generell gab’s schon relativ viele Zweiteiler, von 11 Folgen waren bisher nur 3 One Shots dabei, das hilft eigentlich immer, dass weniger Leerlauf entsteht. Der letzte Zweiteiler 9/10, hätte jetzt nicht unbedingt ein Zweiteiler sein müssen und war auch der Einzige bisher, der sich hauptsächlich wie ein Füller Plot angefühlt hat, aber ansonsten find ich das Storytelling soweit noch absolut in Ordnung. Qualitativ war jetzt auch noch keine Folge dabei, die für mich großartig negativ rausgestochen wäre, als von daher, mal schauen.

Den Charakter Fokus find ich bisher eigentlich ziemlich gut, trotz des „Victim of the Week“ Formats hatte ich bis jetzt noch nicht das Gefühl, dass es in irgendeiner Folge mehr um einen Folgencharakter, als um den im Fokus stehenden Ranger ging. Es hatte auch schon jeder mindestens eine klare Fokusfolge, wodurch ich die Charaktere auch hier schon wieder recht früh ziemlich gut finde. Ban ist halt schon ein ziemlicher Hitzkopf (er erinnert mich etwas an Kouhei), ihn könnte man manchmal ein Gang runter schalten, aber ansonsten machen eigentlich alle einen sehr sympathischen Eindruck.
Zu den Antagonisten gibt’s natürlich nicht so viel zu sagen. Abrera taucht bislang eigentlich immer nur so 1-2 Mal pro Folge kurz auf und redet mit dem jeweiligen Alienizer. Mir war auch gar nicht mehr bewusst, wie lange es dauert, bis die Dekarangers von seiner Existenz erfahren, in S.P.D. ging das glaub ich relativ schnell, aber hier wissen sie es bisher auf jeden Fall noch nicht.
Was ich aber sagen muss ist, dass das Konzept der Monster hier eigentlich ziemlich gut funktioniert. Anders als in der Rescue Hero Trilogie von Metal Heroes hab ich hier halt durchaus das Gefühl, dass die Alienizer ernstzunehmende Gegner für die Rangers darstellen und deren Existenz zur Bekämpfung dieser Art von Verbrechen durchaus berechtigt ist. Man variiert auch sehr gut mit den Monstern und Robotern. Allgemein muss ich hier natürlich, wie auch schon bei S.P.D., sagen, dass ich das Konzept dieser Roboter absolut cool finde. Ich denke gerade in einer Serie wie dieser, die sonst halt jetzt nicht unbedingt die super spannende Story hat, braucht es irgendwie ein anderes Alleinstellungsmerkmal, damit es nicht zu eintönig wird und das ist damit gegeben. (Wobei ich sagen muss, ich find’s optimistisch, dass die immer davon ausgehen, dass die Alienizer tatsächlich sterben, wenn ihre Roboter zerstört werden. Als ob in nem Toku irgendwer durch eine Roboter Explosion stirbt)


Bislang kann mich die Serie auf alle Fälle recht gut unterhalten, auch wenn sie mich jetzt nicht unbedingt komplett aus den Socken haut, aber das muss sie auch nicht. Ich gehe nicht unbedingt davon aus, dass die Staffel am Ende in meinem Ranking so hoch wie Boukenger landen wird, aber wenn die Qualität der Folgenhandlungen und der Charaktere konstant hoch bleibt, sollte sie es definitiv aus diesem unteren Bereich um Sun Vulcan, Abaranger und Co. rausschaffen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 10. Apr 2023, 04:15

Ich bin jetzt mit Dekaranger durch und ich würde sagen, im Großen und Ganzen war es eine sehr solide Serie. Es hat mich jetzt nicht unbedingt so sehr überrascht wie Boukenger, aber dennoch war die Serie deutlich besser, als ich sie in Erinnerung hatte. Auch wenn es im Kern definitiv eine ziemlich episodische Serie ist, hab ich sie dieses Mal eigentlich zu keinem Zeitpunkt als langweilig empfunden und das was sie macht, macht sie sehr gut.


Ich hab mich hier tatsächlich sehr schwer getan, die relevanten Folgen zu definieren, da die Range hier wirklich extrem weit ist, von so ca. 20 Folgen bei sehr strenger Bewertung bis hin zu um die 32 bei sehr großzügiger Bewertung. Nach Gefühl würde ich sagen, irgendwas im mittleren bis oberen 20er Bereich. Harte Grenzfälle sind hier für mich vor allem sowas wie die Auftritte von DekaSwan und DekaBright, die danach nie wieder vorgekommen sind (der Abspann der letzten Folge zählt nicht) oder auch so Charakter Background Folgen wie beispielsweise der Tetsu Zweiteiler in den 20ern oder diese Kruger Folge gegen Ende, in der man erfahren hat, wie er seinen Kampfstil erlernt hat, was zwar beides nicht uninteressant zu wissen war, darüber hinaus aber eigentlich keinerlei Relevanz für den restlichen Verlauf der Staffel hatte. Beim Zweiteiler 42/43 könnte man z.B. argumentieren, dass er für die Entwicklung der Beziehung zwischen Hoji und Ban wichtig war und in der zweiten Hälfte wurden auch vereinzelt Folgencharaktere noch ein zweites Mal aufgegriffen, was ein paar Folgen etwas mehr Relevanz verliehen hat. Die Toy Einführungen waren tatsächlich größtenteils recht gut in die jeweiligen Folgenhandlungen integriert, lediglich das Debut der Super Dekaranger Robo Formation war ziemlich hintendran gehängt und wurde kaum thematisiert.
So oder so kann man hier natürlich nicht wirklich von einer fortlaufenden Handlung reden, das was da war, wurde aber relativ gut verteilt, wodurch sich die Serie weniger episodisch angefühlt hat, als sie eigentlich ist. Was dabei auch geholfen hat ist, dass es sehr viele Mehrteiler gab, das Endgame eingerechnet insgesamt 10 Stück, das sind sogar nochmal 2 mehr als Exceedraft und davon war auch mindestens einer pro 10er Segment. Die meisten davon waren zwar im ersten Drittel, bis etwa zum Debut des Dekabase Robo, war die Serie eigentlich sogar recht gut mit halbwegs relevanten Ereignissen gefüllt, erst danach ist es etwas dünner geworden, so eine richtig krasse Schwächephase gab es aber eigentlich nie.
Die Folgenhandlungen waren eigentlich auch konstant gut, es gab es jetzt nicht allzu viel, was ich wirklich schlecht fand. Was mir spontan einfallen würde, war die Folge in der die Dekarangers von Abrera erfahren haben (was btw. wirklich erst richtig spät passiert ist, Folge 30), vor allem weil ich diesen Folgencharakter ziemlich nervig fand, aber das war eher die Ausnahme. Die Folge mit dem Alien, das immer in Gegenteilen spricht, fand ich super. Trifft genau meinen Humor. Und wie schon im ersten Post angemerkt, hatten die einzelnen Plots halt eigentlich auch fast immer Bezug zu den Protagonisten bzw. hatte der im Fokus stehende Charakter immer die höchste Priorität innerhalb der Folge, was nicht nur den Folgenhandlungen, sondern auch den Charakteren geholfen hat. Außerhalb der Plotfolgen, gab’s hier eigentlich fast gar keine Folgen ohne spezifischen Fokus.

Das Debut von DekaMaster war in Ordnung, ich muss aber definitiv sagen, dass ich es nach wie vor schwächer als das des Schatten Rangers finde. Der Folge fehlt halt komplett die emotionale Gewichtung durch den gemeinsamen Background zwischen Cruger und Benag bzw. Gruumm. Hier war es halt einfach nur irgendsoein Verbrecher, der sich an Kruger rächen wollte, für ihn und seine Geschichte aber eigentlich keine wirklich größere Bedeutung hatte. Dadurch dass es ne Einzelfolge war, war auch das Pacing nicht so gut, vor allem war es sehr kampflastig. Außerdem weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, dass Kruger seinen Verwandler halt einfach so hatte. Ist jetzt durch das technische Setting der Staffel zwar nicht unbedingt ein Logikfehler, aber irgendwie bin ich kein großer Fan von der Vorstellung, dass er das Ding schon die ganze Zeit über hätte einsetzen können und es bloß nicht gemacht hat. Das hat auch dazu beigetragen, dass sich das Ganze nicht so sehr wie ein Climax angefühlt hat, sondern mehr wie eine im Vorbeigehen etablierte Tatsache.
In der Folge danach find ich immer noch, dass Kruger etwas arschig rübergekommen ist, auch wenn ich seinen Punkt grundsätzlich schon verstehe. Dafür war hier allerdings der B-Plot der Folge besser. Das mit dem Material das Licht absorbiert, erscheint mir deutlich plausibler als diese Geschichte mit dem „Stein des Bösen“. Die Samurai Folge wäre auch ein gutes Beispiel für eine Folge, die ich hier deutlich besser fand, allein weil sie im Kontext einfach viel mehr Sinn ergibt und ich fand’s ganz witzig, dass man dieses Edo Perioden Set von Toei hier einfach mal In-Universe eingebaut hat.
Zum Zweiteiler zur Einführung des Deka Base Robo hab ich etwas gemischte Gefühle. Auf der einen Seite find ich’s gut, dass man sich hier diesen Anti-Cyborg Diskriminierungs Part gespart hat, weil dadurch die Charaktere besser weggekommen sind und was ich auch gut finde ist, dass man vernünftig erklärt hat, wo Flora herkommt, womit man auch gleich beantwortet hat, warum Meteus ausgerechnet sie braucht. Andererseits ist es etwas seltsam, dass er dafür nen Androiden macht und nicht einfach nur nen ganz normalen Computer. Wozu genau musste sie sich denn „unter die Menschen mischen“ können? Außerdem find ich’s etwas irritierend, dass man Flora eigentlich nicht wirklich in das Debut vom Deka Base Robo eingebunden hat. Ich meine, du hast nen Super Computer, der dazu in der Lage ist, Riesenroboter zu kontrollieren und eine Basis, die du zum Riesenroboter umfunktionieren willst und du kommst nicht auf die Idee, diese beiden Plotpunkte auf nen gemeinsamen Höhepunkt laufen zu lassen? Etwas seltsame Entscheidung meiner Meinung nach. Nicht nur weil’s in S.P.D. so war. Wahrscheinlich spricht da einfach mein „Verbindungen suchendes“ Gehirn aus mir, aber wozu hat man sie denn dann überhaupt eingebaut?
Der Dreiteiler zur Einführung von Deka Break war ziemlich gut. Man hatte hier zwar weniger Build up dazu, dafür waren’s aber eben drei Folgen und nicht nur zwei, was das Pacing etwas entspannter gemacht hat und ich muss auch sagen, ich denke ich bevorzuge die simplere Erklärung, dass er halt einfach von einer Spezialeinheit kommt gegenüber der Zukunfts Nummer, weil’s einfach weniger Fragen aufwirft, auch wenn es hier dafür etwas seltsam rüberkommt, dass er dann am Ende einfach so dauerhaft auf die Erde versetzt wird, aber naja. Diese Justice Geschichte und wie man Tetsu von seinem hohen Ross runter gebracht hat, fand ich in beiden Fällen nicht ideal, vor allem weil Tetsu meiner Meinung nach halt auch nicht komplett Unrecht hatte, aber das war wohl ein notweniges übel.
Beim SWAT Zweiteiler fand ich es auf jeden Fall gut, dass man dieses Spezial Training hier direkt in Verbindung zum SWAT Modus gebracht hat, statt es nur zu machen, weil sich die Charaktere streiten, auch wenn die Message am Ende dann wieder so ein bisschen in diese Richtung gegangen ist, damit dass sie die Prüfung nur bestehen, weil Ban sein Team nicht zurück lässt, wo ich mich dann wieder frage, was genau das jetzt mit dem SWAT Modus zu tun hat, aber naja. Ich mochte die Idee von S.P.D., diesen Protector auf die gleiche Technologie wie den SWAT Modus zurück zu führen, es hat aber auch so durchaus funktioniert und hier hat man immerhin noch den Vorteil, dass die Technologie danach nicht einfach verschwindet sondern noch für andere Alienizer verwendet wird.
Ich bin nicht sicher, was der Sinn hinter der DekaBright Folge war, außer die gleiche Thematik wie in Tetsus Debut nochmal durchzukauen, nur mit dem Unterschied, dass Tetsu damals tatsächlich nen Punkt hatte. Lisa war einfach nur ein Arsch. Schon klar, man wollte irgendwie die Entwicklung von Tetsu verdeutlichen, aber die konnte man auch so sehr gut erkennen, dafür hätte es die Folge jetzt nicht gebraucht und in Anbetracht der Tatsache, dass DekaBright danach ja auch nicht mehr aufgetaucht ist, war die Folge mehr oder weniger ein Füller.
Das Endgame bestand mehr oder weniger aus den letzten vier Folgen und das fand ich eigentlich ziemlich gut. Ich mochte diesen Plot mit dem Alien, das Ban besetzt und Tetsus Plan, einfach sein Herz kurz anzuhalten. Riskant, aber womöglich das Beste, was sie in der Situation machen konnten. Der restliche Plot war relativ simpel, aber gegen eine schöne Basis Invasion hab ich eigentlich nie was einzuwenden. Ich mochte auch das Konzept, dass Abrera die Kontrolle über die Dekaranger Kräfte hat und die Rangers deshalb versuchen mussten, die Deka Base unverwandelt zurückzuerobern. Hat mich etwas an Dairanger erinnert, nur ohne die unnötige random scheiße drum rum. So hatte auch jeder einzelne Charakter nochmal seinen Moment. Und am Ende gab’s noch nen guten Bodenendkampf gegen Abrera zum Abschluss. Alles in allem ein ziemlich starkes Finale finde ich.

Die Protagonisten waren insgesamt eigentlich ziemlich gut, wie gesagt haben sie natürlich recht stark von den Folgenhandlungen profitiert. Auch hier würde ich wieder die beiden Mädchen als meine Favoriten bezeichnen (ist jetzt glaub ich schon das dritte Mal hintereinander), vor allem Jasmine hat viele der Eigenschaften, die ich auch schon an Sakura mochte. Umeko erfüllt mehr so diese „süß und sympathisch“ Quote, ohne ihre letzte Fokusfolge, in der sie etwas nervig war, hätte ich sie vielleicht sogar über Jasmine gestellt. Tetsu war tatschlich deutlich besser als ich ihn Erinnerung hatte. Irgendwie ist mir von ihm nur dieses „Nonsense“ im Gedächtnis geblieben, weswegen ich dachte, er müsste ernster sein, aber tatsächlich war er nach seinem Debut eigentlich ein ziemlich entspannter Charakter. Und natürlich muss man bei ihm auch sagen, dass er nicht einfach nur eine schwebende Lichtkugel ist, hilft auf jeden Fall im direkten Vergleich zum Omega Ranger. Hoji ist charakterlich auf jeden Fall sympathischer als Sky, auch wenn er nicht unbedingt seine Story hat, aber auch ihn hatte ich irgendwie schwächer in Erinnerung. Sen ist natürlich kein Bridge, den zu übertreffen ist für mich eigentlich eh nahezu unmöglich, aber für sich hat der Charakter ebenfalls sehr gut funktioniert.
Lediglich von Ban hatte ich mir tatsächlich irgendwie mehr versprochen, gefühlt müsste er eigentlich die Art von Charakter sein, die ich mag und auch wenn er insgesamt durchaus ok war, war er definitiv auch teilweise etwas anstrengend. In gewisser Weise geht er für mich so ein bisschen in Richtung Koh, in der Hinsicht, dass ich ihn in ruhigen oder humorvollen Szenen besser fand als in ernsten. Er ist halt einfach auch so ein Typ, der immer dazu tendiert, Probleme mit heroischen Ansprachen und Willenskraft zu lösen, was mich oft einfach eher nervt. Er hatte seine Momente (in der Meteorfolge fand ich ihn z.B. ganz cool), hier würde ich ihn aber tatsächlich als schwächstes Glied betrachten.
Kruger und Swan waren auch ziemlich gut, für mich bleiben aber beide hinter ihren jeweiligen Gegenstücken zurück. Bei Swan ist mir vor allem in ihrer DekaSwan Folge aufgefallen, dass sie gefühlt deutlich weniger Screentime als Kat hatte. Vielleicht fehlen ihr auch so ein bisschen die Interaktionen mit Boom, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass man zu ihr zu diesem Zeitpunkt nicht denselben Bezug hatte, wie zu Kat. Außerdem frag ich mich nach wie vor, warum genau sie sich eigentlich verwandeln kann. Warum hat die Technikerin einfach so nen Verwandler? Vor allem wenn sie das Ding eh nie einsetzt. Aber naja.

Zu Abrera kann ich nicht so viel sagen, das Konzept des Charakters ist halt sehr simpel, für das was es sein will, funktioniert es aber denk ich recht gut. Irgendeine großartige Story oder Dynamik gab’s natürlich nicht, aber man versteht zumindest wer Abrera ist und was er will und man hat auch sehr schön rübergebracht, wie er mit der Zeit immer angepisster gegenüber den Dekarangers geworden ist, immer mehr selbst eingegriffen hat, bis er sie im Finale dann direkt angegriffen hat. Sicherlich nicht mein Lieblingsschurkenkonzept, aber so jemanden wie ihn zu haben, ist mir immer noch hundertmal lieber als das was Winspector und Solbrain gemacht haben, schon allein weil er der Staffel etwas gibt, worauf man ein Endgame aufbauen kann. Und wie gesagt, im Gegensatz zu den beiden Serien, hilft es natürlich auch, dass die Monster of the Week hier halbwegs mit den Rangers mithalten können und nicht nur ein paar Kriminelle mit nem Raketenwerfer sind.


Dekaranger ist allein vom Konzept her jetzt nicht unbedingt die Art von Serie, die bei mir ganz oben mitspielen kann, aber wirklich viel falsch macht sie eigentlich nicht. Das episodische Format ist zu kaum einem Zeitpunkt wirklich negativ rausgestochen, man hat eigentlich alle Eigenschaften, die eine episodische Serie für mich braucht, um zu funktionieren, erfüllt, weshalb ich sie im Rahmen dessen, auch sicherlich zu den besten ihrer Art zählen würde. Sicherlich nicht die spannendste oder komplexeste Staffel, aber für das, was sie ist, eigentlich doch ziemlich unterhaltsam und definitiv nichts, was er es verdient hätte, im selben Bereich wie Sun Vulcan oder Winspector zu stehen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Do 13. Apr 2023, 19:44

Dekaranger wäre bei mir auch interessant für ein Rewatch. Ich weiß noch, dass ich beim Gucken mit der Staffel an sich kein großes Problem hatte (ähnlich erging es mir auch mit Dairanger). Irgendwie ist sie aber dann im Ranking immer weiter nach unten gerutscht. Für das Setting passt eine episodische Herangehensweise auch ganz gut, da Polizisten ja eh ständig mit Fällen beschäftigt sind, die nichts miteinander zu tun haben. Die Charaktere gefielen mir aber auch recht gut. Bei den Fans dürfte Ban wohl nicht so gut wegkommen, weil er gerne dafür verantwortlich gemacht wird, den Trend mit den aufgedrehten Reds gestartet zu haben. Die nennt man im Fandom ja auch gerne mal Fireball Reds, in Anlehnung an den Titel der ersten Folge, Fireball Newcomer. Eigentlich hat das mit den nicht allzu ernsten Reds schon in den 90ern angefangen, nämlich bei Kakuranger und Megaranger. Natürlich könnte man da wieder mit argumentieren, dass sie in diesen Staffeln nicht die Anführer ihres Teams waren, aber Ban war trotzdem nicht der erste. Und es ist ja nicht so, dass es danach nie wieder ernste Reds gab. Aber ich kann schon verstehen, dass solche Charaktere nicht jedermanns Geschmack sind.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Fr 14. Apr 2023, 04:04

Wobei man da find ich schon nochmal unterscheiden muss, zwischen „nicht allzu ernst“ und hitzköpfig. Wird zwar häufig in Kombination benutzt, das eine muss aber nicht unbedingt mit dem anderen einhergehen. Ich persönlich finde gerade die Charaktere, die eher humorvoll angelegt sind und bei denen die „Überdrehtheit“ mehr als Witz präsentiert wird (wie beispielsweise Takaharu, Kenta oder Daigo) in den meisten Fällen deutlich angenehmer als die, die das ganze „unironisch“ umsetzen bzw. die Hitzköpfigkeit als eine Form von Willenskraft einsetzen, um Probleme zu lösen (wie z.B. Lucky oder zum Teil auch Kouhei aus B-Fighter Kabuto). Scheint aber auch bei einigen genau andersrum zu sein.
Ban ist da halt so ein bisschen ein Grenzfall, er hat solche und solche Momente, was wahrscheinlich auch dazu beiträgt, dass er im Fandom ein relativ polarisierender Charakter ist.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 10. Jul 2023, 04:16

Als indirekte Vorbereitung auf Gotchard, wollte ich mich schon mal etwas an das Wort „Gotcha“ gewöhnen, weshalb ich mir jetzt als nächsten Rewatch Goseiger angeschaut haben. Die Staffel ist jetzt ja auch schon gute 7 Jahre her und war für mich vor allem deshalb recht weit oben auf der Liste, weil mir über die Jahre hinweg immer wieder aufgefallen ist, dass ich andere Serien häufig für Dinge kritisiere, von denen ich wusste, dass sie auch in Goseiger vorkommen, weshalb ich mir nicht mehr so sicher war, wie gerechtfertigt, deren doch recht hohe Position in meinem Ranking noch ist. In gewisser Weise würde ich definitiv sagen, dass sich meine Befürchtungen zum Teil bestätigt haben, gleichzeitig find ich die Serie als Gesamtwerk aber doch immer noch ziemlich gut, was vor allem daran liegt, dass Goseiger eine Staffel ist, die mit der Zeit eine gewaltige Steigerung durchmacht, während ich vor allem mit der Anfangsphase doch so meine Schwierigkeiten habe.


Ich gehe Mal der Reihe nach vor. Die Erste Arc ist für mich immer noch ganz klar die Schwächste, das hab ich auch schon beim ersten Mal so empfunden, aber dass es teilweise doch so nervig ist, hatte ich nicht mehr in Erinnerung. Den Start find ich nach wie vor etwas suboptimal. Ich mag zwar das Foreshadowing am Anfang darauf, dass Buredoran mehr weiß als er sagt, aber der Rest der Folge war schon relativ schwach. Es war halt in gewisser Weise wie der Start von Gingaman nur dass man den interessanten Teil auf 2 Minuten zusammen gekürzt hat und danach ging’s nur noch um Nozomu. Gut dass der Wenigstens ein relevanter Charakter ist und nicht einfach nur ein One Shot, sonst hätte es mich wohl noch deutlich mehr gestört.
Die einzelne Folgenhandlungen waren jetzt nicht unbedingt konstant schlecht, die meisten waren durchaus unterhaltsam, aber es gab halt einige konstante Störfaktoren, die das ganze immer nach unten gezogen haben. Vor allem die Mecha Einführungen waren halt (insbesondere) in der Anfangsphase echt nicht gut. Man hat zwar immerhin noch so halbwegs erklärt, was es mit den Headdern auf sich hat, aber diese Karten (bzw. deren Inhalt) haben sich halt grundsätzlich einfach random materialisiert, wenn sie gerade gebraucht wurden und sowas hasse ich einfach. „Wenigstens besser als bei Megaforce“ war 2016 bei 10 gesehenen Sentai Staffeln vielleicht noch was wert, aber heute, mit 46 Staffeln auf dem Buckel, reicht das einfach nicht mehr aus, um sich das schön zu reden. Vor allem war in der ersten Arc halt auch einfach die Frenquenz ziemlich hoch. Ob es jetzt die Seaick, Landick und Skyick Brothers waren, die Exotic Brothers, dieser seltsame Mystic Brother oder die Datas Hyper Karte, wirklich gut war eigentlich keine von denen. Am ehesten haben wahrscheinlich sogar noch diese Exotic Brothers Sinn gemacht, aufgrund der seltsamen Funktionsweise der Kräfte dieses Monsters, aber gleichzeitig waren das halt auch die unnötigsten von allen, weil sie nur in einer einzigen Folge vorgekommen sind. Und bei Folge 6 mit der Einführung der Landick Brothers, fand ich’s außerdem noch ziemlich random, dass das eigentlich ne reine Alata Fokusfolge war, die neuen Headder am Ende aber zu den Landick Rangers gehören. Hätte man das nicht in die nächste Folge schieben können?
Die Höhepunkte gegen Ende fand ich teilweise auch etwas holprig. Bei der ersten Dereputer Folge bin ich vor allem kein Fan von diesem Ding, dass sie ihre Kräfte erst nicht richtig einsetzen können, dann aber mal kurz mit dem Wind reden und dann geht’s wieder. Auch beim Kampf gegen Mons Drake gab’s so ne Aktion. Die Headder werden von Drake verdampft, die Rangers reden sich kurz Mut zu und eine neue Karte erscheint, mit der sie die Headder zurückrufen können. Geil. Ich bin auch nicht ganz sicher, warum genau man den Climax so seltsam aufgeteilt halt, mit der Rückkehr von Dereputer. Ich meine, warum genau hat der seinen ersten Tod überlebt? An sich muss ich aber sagen, dass die Folge wahrscheinlich sogar die beste, der bisherigen Staffel war. Man hat da zwar auch viel mit Willenskraft gearbeitet, aber es gab zumindest keine komplette Schwachsinnsaktion in Form einer random auftauchenden Gosei Card oder so.

Die zweite Arc war insgesamt schon deutlich besser als die erste, auch wenn sie an manchen Stellen noch ein paar ihrer Probleme übernommen hat. Der Übergang war eigentlich recht gut, ich find’s vor allem cool, dass man das Erscheinen der Yuumajuu hier auf die Freilegung dieser Box und damit das Handeln von Dereputer und Buredoran zurückgeführt hat, statt sie einfach so auftauchen zu lassen. Das Debut von Gosei Knight war ok, ich bin nicht so sicher was ich von dieser „Gosei Knight hat sich weiterentwickelt, weil die Erde ihre Power mit ihm geteilt hat“ halten soll, aber ganze drum hat durchaus funktioniert. Die langsame Annäherung an die Goseigers, bis sie dann schließlich richtig zusammengearbeitet haben, fand ich insgesamt recht gelungen. Lediglich die Einführung dieser Knight Brothers war mal halt wieder schlecht wie eh und je. Ich trau‘s mich kaum auszusprechen, aber das fand ich sogar fast in Megaforce noch besser, weil’s da wenigstens so gewirkt hat, als hätte Robo Knight die halt schon immer gehabt, während man es hier natürlich wieder als „Wunder“ darstellen musste. Ernsthaft, was soll sowas immer?
Die Einführung des Abare Headders fand ich dafür aber tatsächlich sehr gut, ich würde sogar sagen, es war die beste Toy Einführung der Staffel. Ich find’s gut, dass man den Abare Headder in den Background der Serie bzw. das Konzept der Gosei World eingebaut hat, anstatt dass das halt nur irgendso ein Schwert ist und dadurch, dass man ja bereits zuvor etabliert hat, dass die Headder eigenständig denkende Lebewesen sind, hat es hier auch durchaus Sinn gemacht, dass die Rangers einfach mit ihm reden konnten und ihn so davon überzeugen, sich ihnen anzuschließen. Generell fand ich das Handeln des Headders auch durchaus nachvollziehbar. Und ich find’s interessant, dass hier am Ende der Headder quasi „in“ eine leere Gosei Card geflogen ist, um den Goseigers immer zur Verfügung zu stehen. Warum konnte man das nicht von Anfang an bei allen Headdern so machen, statt die Karten sich immer random materialisieren zu lassen? So ergibt das so viel mehr Sinn.
Den Climax zu Buredoran fand ich ebenfalls ziemlich stark. Man hat in den Folgen zuvor auch schon recht schön darauf hingearbeitet, wodurch man in der Zwischenzeit auch das Gefühl hatte, dass trotz einer Handvoll vermeintlicher One Shot Plots immer irgendwas voran geht. Und auch der abschließende Yuumajuu Climax war ziemlich gut. Man konnte die Spannung recht gut aufbauen, aber ohne sie durch irgendso eine Wunder Aktion zu ruinieren, dadurch dass man für die Einführung von Gosei Ultimate und die damit einher gehende Befreiung der Goseigers aus der Box auch hier tatsächlich wieder einen logischen Ansatz gewählt hat, damit dass Master Head ihnen dieses Fundament für den neuen Tower of Heaven geschickt hat.

Der Übergang auf die dritte Arc war nicht ganz so gut, wie der erste, das Auftauchen der Matrintis war halt schon etwas random, auch wenn man immerhin noch gesagt hat, dass sie explizit abgewartet haben und erst jetzt eingreifen, wo die anderen weg sind. Das Ganze hat man dann ja auch gleich damit verbunden, das Development von Gosei Knight mehr oder weniger „abzuschließen“, was ich von der Umsetzung her ehrlich gesagt doch etwas holprig fand, vor allem diese Diskussion zwischen den Rangers und Metal Alice. Ich meine, ich bin jetzt echt kein großer Umweltaktivist oder so, aber wirklich falsch ist das, was Metal Alice sagt, ja definitiv nicht. Dass die Menschen die Erde verschmutzen, ist halt schon relativ schwierig gegen zu argumentieren und dann einfach nur zu sagen „Ja, aber sie können sie auch wieder aufräumen.“, find ich als Konter jetzt ehrlich gesagt nicht sonderlich überzeugend. Inwiefern spricht das jetzt explizit FÜR die Menschen? Aufräumen könnten die Matrintis auch, ändert nichts daran, dass die Menschen überhaupt erst dran schuld sind. Den Ansatz der anderen Folge, in der dieser Konflikt aufgegriffen wurde, die mit Nozomu’s Mutter, fand ich da schon deutlich besser, weil man da eher auf die Bindung zwischen den Menschen untereinander eingegangen ist, was für mich ein deutlich besseres Argument dafür ist, sie nicht auszulöschen. Nur diese Gosei Wonder Aktion hätte man sich sparen können. Vor allem, auf die Idee die Headder zu benutzen, um den Zug zu retten, hätten sie jetzt auch ohne die Gosei Wonder Karten kommen können.
Die Wiedereinführung von Buredoran war auch etwas random, auch wenn ich die Ironie dahinter, dass so ein Manipulator wie er, ausgerechnet durch solche zufälligen Umstände wieder zurück ins Spiel gebracht wurde, immer noch irgendwie cool finde, aber man hätte schon wenigstens mal zeigen können, wie genau die Matrintis überhaupt auf ihn gestoßen sind. Ich muss auch sagen, dass ich rückwirkend nicht so ganz sicher bin, was genau der Sinn hinter Alatas Zeitreise in diesem Zweiteiler war, außer vielleicht um zu zeigen, wie sehr sich die Charaktere seit Beginn der Serie verändert haben. Ich kann mich dran erinnern, dass ich diesen Plotpunkt beim ersten Mal mochte, aber dieses Mal hatte ich eigentlich nicht das Gefühl, dass wir dadurch jetzt so wirklich viel Neues dazu gelernt haben.
Der Matrintis Climax war dann aber nochmal extrem stark. Das mit Metal Alice hat durch das vorherig Build Up sehr gut funktioniert und perfekt in die endgültige Rückkehr von Buredoran übergeleitet. Die Szene in der Buredoran Robogog seine wahren Intentionen offenbart find ich ziemlich stark und natürlich auch das Ende von Metal Alice.

Die letzten 6 Folgen waren dann schließlich das Endgame, das ich definitiv nach wie vor saustark finde. Der Übergang war hier wieder sehr fließend. Dass man das Endgame mehr oder weniger mit einer Clip Show Folge eingeleitet hat, fand ich eigentlich ganz cool. Alles nochmal Revue passieren zu lassen, um schließlich zur endgültigen Offenbarung von Brajira hin aufzubauen, hat sehr gut funktioniert. Auch wieder mal ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man Clip Shows durchaus sinnvoll einsetzen kann. Ich liebe es auch einfach generell nach wie vor, wie sehr das Endgame letztlich alles auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Ich frag mich zwar nach wie vor, wo genau diese Dark Headder plötzlich herkommen. Ich meine, hatte Brajira die ganze Staffel über in der Hosentasche? Aber der dazu gehörige Plan war ziemlich gut. Ich fand’s hier auch tatsächlich recht plausibel, wie man Gosei Knight zurückgebracht hat.
Den Endkampf hätte man vielleicht um ein Drittel kürzen können, vor allem da noch nen 1-minütigen Mecha Kampf dazwischen zu quetschen fand ich etwas unnötig, aber naja. Dass die Goseigers am Ende ihre eigene Power benutzen, um diese Löcher zu versiegeln find ich ok, dass dadurch aber auch ein neuer Tower of Heaven entsteht, find ich doch etwas random. Was genau hat das eine mit dem anderen zu tun? Ansonsten aber trotzdem ein sehr gutes Finale und insgesamt definitiv eines der besten Endgames in Sentai.

Das allgemeine Storytelling der Serie find ich ehrlich gesagt immer noch sehr ordentlich. Vielleicht nicht unbedingt absolutes Top Level, aber gerade was das Timing und die Verteilung von relevanten Folgen betrifft, hat man hier meiner Meinung nach einen sehr guten Job gemacht. Zu Beginn der Matrintis Arc gab’s mal (mehr oder weniger) vier Füller hintereinander, was dann aber auch so ziemlich die längste Phase am Stück gewesen sein dürfte (je nach dem wie man die ziemlich schwachen Toy Einführungen in der Anfangsphase wertet), der Rest war eigentlich sogar relativ dicht. Wirklich 100%ige Füller gab es tatsächlich gar nicht mal so viele. Es gab halt viele Folgen, mit lediglich ein, zwei kleineren semi-relevanten Szenen, die so ein bisschen auf die nächste Folge geteasert haben und dann halt wie gesagt die Toy Einführungen, die eben vor allem am Anfang nicht unbedingt so viel dazu beigetragen haben, die Folgen relevanter rüberkommen zu lassen. Das hat dazu geführt, dass die Range hier auch wieder extrem weit ist. Maximal großzügig bewertet hatte die Staffel tatsächlich so an die 44 relevante Folgen (wobei man dafür schon wirklich sehr viel Wohlwollen braucht), maximal streng bewertet, wenn ich jetzt mal alle schlechten Toy Einführungen, Teasing und Pseudo-Build Up zur nächsten Folge rausnehme, sind es immerhin noch mindestens 30, was mit 60% aber immer noch ein absolut solider wert ist, gerade bei einer recht guten Verteilung. Damit bewegt sie sich in etwa im selben Bereich wie Zyuohger.


Die Charaktere haben definitiv etwas gebraucht, bis sie wirklich gut geworden sind, vor allem bei Agri hat mir die eher humorvolle Darstellung in der zweiten Hälfte deutlich besser gefallen als diese etwas steifere Art, die er am Anfang hatte. Hyde hab ich dieses Mal sogar etwas besser gefunden, Moune vielleicht etwas schwächer, aber insgesamt waren die Goseigers auf jeden Fall ein ziemlich gutes Team. Mein Favorit ist wahrscheinlich immer noch Alata, er ist einfach der, der am meisten meinem generellen Lieblingstyp entspricht. Auch den Nebencast fand ich sehr gut. Nozomu, Datas und sogar Prof. Amachi hatten auch alle sowas wie Fokusfolgen und waren generell eine gute Ergänzung zum Team.
Die Preachiness ist mir dieses Mal gar nicht mehr so negativ aufgefallen, es wird zwar schon immer noch sehr viel über Willenskraft gelöst, aber wirklich gestört hat mich das halt eigentlich nur in der Anfangsphase, wo etwas an sich glauben, dann halt direkt immer irgendein „Wunder“ ausgelöst hat und irgendwelche neuen Karten auf der Bildfläche erscheinen hat lassen, was sich mit der Zeit dann aber größtenteils gelegt hat. So wie man es in der zweiten Hälfte gehandhabt hat, komm ich damit klar.
Was meiner Meinung nach aber definitiv nicht geschadet hätte, das wäre etwas mehr World Building gewesen. Vor allem zur Gosei Welt und deren inneren Strukturen. Im Endgame hat man zumindest noch etwas Background zur Entwicklung der Gosei Kräfte erhalten, was ich ganz nett fand, aber ansonsten weiß man relativ wenig darüber, wie genau diese Welt funktioniert oder überhaupt aussieht. Es wurde beispielsweise gesagt, dass Master Head vor 10000 Jahren noch nicht erwacht war, aber was heißt das jetzt? Wer war damals denn der Anführer? Gab’s damals noch keinen, werden die gewählt oder funktionieren die so wie der Avatar? Auch andere Gosei Engel außer den Goseigers haben wir nie zu Gesicht gekriegt. Ich find’s halt immer etwas schade, wenn man eine ganze Welt etabliert, dann aber nie wirklich irgendwas davon sieht. Ach ja und was zur Hölle hatte Datas eigentlich am Anfang in Amachis Haus verloren? Das wurde nie geklärt.

Die Schurken würde ich insgesamt als einen der stärkeren Punkte sehen, allein aufgrund der stetigen Entwicklung. Alle für sich genommen waren jetzt nicht mal unbedingt so stark, aber die Gesamtzusammensetzung fand ich schon ziemlich cool, insbesondere mit Brajira als gemeinsamem Nenner, den ich nach wie vor für einen der stärksten Schurken im gesamten Tokusatsu Bereich halte. Er hat zum einen diese Rolle des (vermeintlich) überambitionierten Generals, der versucht, seine Vorgesetzten zu stürzen ausgefüllt, zum anderen aber auch die, des geheimen Masterminds, das alle gegeneinander ausspielt und für seine Zwecke ausnutzt und er hat in beiden Rollen hervorragend funktioniert. Gerade WEIL auch nicht immer alles nach Plan gelaufen ist, er aber trotzdem immer wieder einen Weg gefunden hat, damit durchzukommen. Einfach rund um ein starker Charakter.
Der War Star war insgesamt wahrscheinlich die schwächste Gruppe. Inhaltlich jetzt nicht sonderlich spannend, für die kurze Zeit, die sie dabei waren, haben sie aber durchaus funktioniert. Gab auch schon schlechtere Schurkengruppen, mit deutlich mehr Präsenz. Meine Favoriten waren wohl die Yuumajuu, einfach weil sie diejenigen waren, die am besten in die Gesamtstory der Serie eingebunden wurden. Sie haben auch definitiv am meisten selbst mitgekämpft und hatten wohl auch die interessanteste Dynamik, besonders durch Buredoran, der eigentlich erst ab da so wirklich angefangen hat, gut zu werden. Die Matrintis sind irgendwo in der Mitte, aber definitiv auch nicht schlecht. Robogog war als Charakter jetzt nicht unbedingt so spannend, aber er hat seinen Zweck erfüllt, was es dafür Metal Alice ermöglicht hat, eine gute Entwicklung durchzumachen, die dann ja schließlich zum starken Climax mit Buredoran geführt hat.


Insgesamt gefällt mir Goseiger auf jeden Fall immer noch ziemlich gut. Nach der ersten Hälfte dachte ich definitiv, ich müsste die Serie gewaltig abstufen, aber danach ist sie dann doch noch in etwa auf die Qualität gekommen, die ich noch vom ersten Mal in Erinnerung hatte (wahrscheinlich auch einfach, weil einem die späteren Sachen oft mehr im Gedächtnis bleiben). Vor allem die letzten 8 Folgen reißen halt so viel raus. Trotzdem kann ich das erste Drittel natürlich auch nicht völlig ignorieren und ein wenig nach unten zieht es die Staffel für mich schon, aber es gibt definitiv schlimmeres.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 7. Sep 2023, 04:14

Bei Sentai hab ich mir mal jetzt mal wieder eine Serie vorgenommen, die schon recht lange sehr weit oben auf meiner Rewatch Liste stand und die in gewisser Weise auch eine Art Meilenstein meiner Rewatches darstellt, worauf ich aber am Ende nochmal kurz zusprechen komme. Die Rede ist von Maskman, die ja damals mein erster 80er Toku war, weshalb ich viele Dinge vermutlich noch nicht so richtig einordnen konnte und daher schon lange das Gefühl hatte, dass die Staffel in meinem Ranking etwas zu weit nach unten gerutscht ist. Ich hab die Serie lange Zeit etwas aufgeschoben, weil ich mit dem Gedanken gespielt hatte, einen kompletten Mitte/Späte 80er Rewatch zu machen, aber da deren Priorität halt teilweise doch sehr stark schwankt, hab ich mich jetzt dazu entschieden, Maskman einfach so anzuschauen. Ich würde auf jeden Fall sagen, dass sich mein Gefühl bestätigt hat, ich hab die Staffel dieses Mal definitiv besser empfunden, als beim ersten Mal und generell hat es irgendwie gut getan, nach knapp 2 ½ Jahren mal wieder einen 80er (bzw. Soda) Toku zu schauen, weil ich deren Stil ja eigentlich generell sehr gerne mag.


Den Start muss ich sagen, find ich immer noch etwas holprig, auch wenn’s an sich durchaus cool ist, nen direkten Startdreiteiler zu haben. Diese Sache mit Mio und Takeru erscheint mir halt nach wie vor sehr konstruiert, wenn ich ehrlich bin. Takeru ist einfach rein zufällig in einer Beziehung mit der Prinzessin des Untergrund Imperiums, ohne es zu wissen, während er sich gleichzeitig schon seit Jahren auf dessen Ankunft vorbereitet. Man hat zunächst auch generell relativ wenig Kontext zu der ganzen Situation bekommen, z.B. woher der Commander überhaupt von Tube weiß oder was es mit dieser Aura Power auf sich hat. Nebenbei bemerkt find ich’s auch irgendwie witzig, dass die Maskman ja überhaupt erst Mitte der Staffel erfahren, dass Mio zu Tube gehört, das heißt Takeru wusste die halbe Staffel lang gar nicht, was Igam eigentlich für ein Problem mit ihm hat.
Insgesamt war die erste Hälfte der Serie aber doch wesentlich besser, als ich sie in Erinnerung hatte. Ich weiß noch, dass ich sie das erste Mal als relativ langweilig empfunden habe, aber tatsächlich ist in der ersten Hälfte gar nicht so wenig passiert. Unter anderem gab es relativ viel World Building zu Tube, das später nochmal wichtig wird und auch so Kleinigkeiten wie, dass die Rangers Anagmus das erste Mal begegnen bzw. er dann auch das Kommando über die Invasion übernimmt, um die Folgen halbwegs relevant zu halten (auch wenn ich’s etwas schade finde, dass man Yu und ihre Suche nach den anderen Gegenständen im späteren Verlauf nicht mehr aufgegriffen hat). Rückwirkend würde ich sogar sagen, dass wenn dann fast eher die 30er die ereignisloseste Phase waren. Aber auch in denen ist immer noch genügend passiert. Insgesamt hatte die Staffel irgendwas zwischen 25 und 35 relevante Folgen, je nachdem ob man so kleinere Background und World Building Sachen zählt, womit sie in nem ähnlichen Bereich wie Boukenger liegt. Die Verteilung war hier für 80er Verhältnisse eigentlich sogar recht gut, die Staffel folgt nicht dieser Story Struktur, die beispielsweise Flashman und Turboranger hatten, mit diesen zwei langen Arcs und größeren Füller Phasen dazwischen, stattdessen hat sie eher mehrere kleinere Arcs und gelegentlich mal ne einzelne Plot Folge zwischendrin. Ich würde auch sagen, dass die Qualität der einzelnen Folgenhandlungen im Schnitt relativ hoch war, so wirklich schlechte gab’s nur selten.
Auf das Zählen der One Shot Kinder hab ich mich hier in gewisser Weise sogar gefreut, weil mich einfach interessiert hat, wie sich eine Soda Staffel da im direkten Vergleich zu einer Sugimura oder Miyashita Staffel schlägt. Insgesamt bin ich auf so 10-14 One Shot Kinder Plots gekommen, womit die Staffel etwas höher liegt als Blue SWAT und B-Fighter Kabuto, aber immer noch weit unter den Werten von Kakuranger oder Ohranger. Im Schnitt ist das alle 4-5 Folgen mal einer, das geht schon klar und auch von der Verteilung her war das hier relativ gleichmäßig, mit ca. 2-3 pro 10er Segment, so dass man eigentlich nie zu viele auf einmal abbekommt. Und die Kinder Plots die da waren, waren jetzt größtenteils auch nicht unbedingt schlecht, mit ein paar wenigen Ausnahmen.
Eine, die mir spontan einfallen würde (womit ich auch gleich den perfekten Übergang hab), das wäre die erste Folge der Galaxy Robo Arc. Die fand ich tatsächlich nicht so toll, die Kinder in der Folge waren halt im Wesentlichen so: „Yo da ist so ne random Person, die grade fast unsere Lehrerin umgebracht hätte, die wirkt auf jeden Fall vertrauenswürdig, wir sollten uns lieber von ihr trainieren lassen“. Absolut nachvollziehbare Entscheidung an der Stelle. Und ich find’s auch nicht so geil, dass Momoko dann am Ende darauf bestanden hat, unverwandelt zu kämpfen, nur um ihren Schülern was zu beweisen. Die anderen beiden Folgen waren dann allerdings ziemlich gut. Die Einführung des Galaxy Robo war vom Plot her sehr ähnlich zu der des Red Punchers in Ohranger, mit einem Piloten (bzw. in dem Fall Erfinder), der von diesem getötet wurde und dessen weiblicher Verwandten (hier die Tochter, in Ohranger die Schwester), die der Reaktivierung skeptisch gegenübersteht, nur eben über zwei bzw. drei Folgen, statt nur einer, was das ganze nochmal etwas entspannter gemacht hat.
Die Einführung von Thief Knight Kiros hat sich im ersten Moment etwas random angefühlt, hat letzten Endes aber doch recht gut funktioniert. Man hat den notwendigen Kontext relativ schnell nachgeliefert, sodass eigentlich Sinn ergibt. Auch die Einführung der neuen Team Waffe fand ich eigentlich ziemlich gut, auf jeden Fall deutlich besser als dieses seltsame Ding mit dem neuen Finisher in Dynaman. Ich find’s auch schön, dass man ihnen eine Folge ohne Waffe gegeben hat, in der man dann irgendeine andere Lösung finden musste, um das Monster zu besiegen. Direkt danach gab’s auch gleich noch diese neuen Waffen für Baraba und Igam. Den Schurken Mitte der Staffel sowas wie Power Ups zu geben, scheint ja irgendwie so ein generelles Soda Ding zu sein. Wäre jetzt nicht unbedingt notwendig gewesen, hat aber ebenfalls gut funktioniert und man hat in dem Zug auch gleich nochmal etwas World Building mit einfließen lassen, was nie schadet.
Danach war wie gesagt die Phase, die ich persönlich wahrscheinlich sogar als schwächste empfunden habe. Vor allem waren da einfach mal ein paar mehr Folgen dabei, die ich eher mittelmäßig fand, aber auch hier gab’s immer noch ein paar relevante Sachen, wie die Einführung des Lizar Dogler Konzepts, was ich eigentlich ziemlich gut fand und die Folge, in der man etwas Background zu Sugata und seiner Verbindung zu dem Ganzen bekommen hat. Die Mask X1 Folge hat sich im Vergleich dazu fast ein wenig unnötig angefühlt, ist zwar an sich gut zu wissen, dass er der erste Maskman war, aber da man darauf nicht wirklich aufgebaut hat, hätte jetzt auch nicht viel gefehlt, wenn die Information nicht da gewesen wäre. Oh und was ich noch kurz anmerken will, die Zeitreise Folge in der Phase fand ich tatsächlich recht gut, ich denke, dass dieser Plot vielleicht sogar als Bootstrap Paradoxon funktionieren könnte. Würde potentiell erklären, warum Takeru schon so gut war, als er von Sugata aufgesucht wurde.
Den Akira Dreiteiler, muss ich tatsächlich sagen, fand ich gar nicht mal so geil. Vor allem die ganzen Zusammenhänge fand ich teilweise etwas an den Haaren herbeigezogen. Was ich ehrlicherweise absolut gar nicht mehr in Erinnerung hatte war, dass Akira tatsächlich NICHT aus dem Untergrund ist und diese ganze Sache mit Unas nur mehr oder weniger ein Missverständnis war, ich hatte wohl nur noch diese Storyline, aber nicht mehr deren Auflösung im Kopf. Grundsätzlich denk ich sogar, dass ich diese Erklärung bevorzuge, da das sonst irgendwie alles was wir zuvor schon über Akiras Vergangenheit erfahren hatten, in Frage gestellt hätte. Trotzdem muss ich sagen, dass ich diese ganze Unas Geschichte etwas random fand, vor allem die Verbindung zwischen Unas und diesem Dogler, der anscheinend explizit existiert, nur um Unas zu finden, obwohl dieser sich letztlich ja sowieso bloß als Legende herausgestellt hat, erscheint mir sehr seltsam. Und ich versteh auch nicht so recht, was genau diese, mit dem Blut von Lizar Dogler getränkten, Backsteine in der ersten Folge mit der ganzen Sache zu tun hatten. Warum konnte Akira dadurch jetzt auf einmal diese Stimmen hören? Oder war das einfach nur bloßer Zufall, dass die einfach exakt in dem Moment mit ihren Gebeten angefangen haben?
Diesen Igam Twist find ich ehrlich gesagt auch immer noch etwas seltsam. Ist an sich jetzt zwar kein Riesending, extrem gestört hat es nicht unbedingt, aber als ob ernsthaft nie jemandem aufgefallen ist, dass sie eigentlich eine Frau ist, nur weil so ein kleiner Helm ihre Haare verdeckt. Gerade Takeru, spätestens nach dem er erfahren hat, dass Mio und Igam Zwillinge sind, hätte ihm doch langsam ein Licht aufgehen können. Hat er denn nie darauf geachtet, dass die beiden einfach exakt das gleiche Gesicht und die gleiche Stimme haben? Auch Kiros hat ja immer davon geschwärmt, dass Ial die schönste Frau überhaupt sei, aber so genau scheint er ihr dann wohl doch nie ins Gesicht geschaut zu haben. (Ich frag mich, wo der seine Augen wohl stattdessen hatte...) Wie sich später herausgestellt hat, wusste es ja noch nicht einmal Ial selbst. Ich meine WTF, wie zur Hölle hält man das vor der eigenen Schwester geheim? Und wozu überhaupt dieser Twist? Ist ja nicht so als hätte es davor nie weibliche Generäle gegeben. Also warum ist es hier relevant? Inhaltlich hat es nach dem Reveal eh kaum noch eine Rolle gespielt. Nicht mal ihre Kollegen hat es großartig gejuckt. Egal ob sie jetzt wirklich männlich gewesen wäre oder man sie von Anfang an als Frau dargestellt hätte, an der Story hätte es nicht wirklich was verändert.
Das eigentliche Endgame waren im Grunde nur die letzten vier Folgen, mit dieser Folge davor, die noch so halb mit dranhängt, auch wenn deren Plot danach eigentlich nicht mehr wirklich aufgegriffen wird. Im Grunde könnte man aber auch schon die ganze Schlussphase mehr oder weniger als Endgame bezeichnen. Das geht halt so ein bisschen in dieselbe Richtung wie das von B-Fighter. Von der Umsetzung her fand ich das Endgame aber doch recht gut. Die Tode von Baraba, Kiros und Anagmus haben sehr gut funktioniert, auch wenn ich’s etwas schade finde, dass Takeru gefühlt 2/3 der Kämpfe alleine geführt hat. Durch diese Lizar Dogler Geschichte hat man ja auch schon ein wenig auf das Ende hingearbeitet. Ich find’s auf jeden Fall gut, dass man noch vernünftig erklärt hat, was genau es mit Zeba auf sich hat und ich würde auch sagen, dass das alles eigentlich recht gut funktioniert hat. Ich bin zwar nicht so sicher warum genau Igam plötzlich so getan hat, als wäre irgendwas davon jetzt überraschend, zumal sie ja schon die ganze Zeit über vermutet hatten, dass Zeba Lizar Dogler ist. Aber naja. Ich kann mich dran erinnern, dass ich beim ersten Mal etwas enttäuscht war, dass er am Ende nur mehr oder weniger wie ein besseres MotW mit nem einfachen Mecha Kampf besiegt wurde, allerdings war Maskman ja auch meine erste 80er Staffel und rückwirkend würde ich sagen, recht viel mehr als das, hatten die meisten anderen auch nicht. An das Finale von Flashman kommt es für mich jetzt nicht ran, aber ansonsten würde ich schon sagen, dass es im Großen und Ganzen eigentlich sehr solide war.


Die Maskmen gehören wahrscheinlich sogar den markanteren Soda Charakteren würde ich sagen. Qualitativ jetzt sicherlich noch klar hinter den Flashmen und Fivemen, aber auf jeden Fall deutlich besser als beispielsweise die Turborangers. Man muss natürlich schon zugeben, dass Takeru definitiv übermäßig viel Fokus hatte, vor allem in der Anfangsphase und in der Schlussphase. Haruka hat bis Folge 12 gebraucht bis zu ihrer ersten Fokus Folge, weil 7 der ersten 10 Folgen mehr oder weniger Takeru Fokus waren. An sich bin ich jetzt aber auch keiner, der sich an sowas allzu sehr stört und Takeru hat nun mal einen Großteil der Story getragen. Ein schlechter Charakter ist er meiner Meinung nach auch nicht, von daher geht das schon klar. Ich kann mich erinnern, dass ich Kenta beim ersten Mal nicht so mochte, weil er irgendwie der „langweiligste“ unter der Charakteren war, aber rückwirkend würde ich sagen, dass er zumindest im Rahmen seines Teams immer noch irgendwie raussticht, was man jetzt von so Leuten wie Saizou & Seikai oder Daichi & Shunsuke nicht unbedingt sagen kann. Meine Favoriten sind nach wie vor Akira und Momoko.
Sugata würde ich definitiv als einen der besten Mentoren seiner Zeit bezeichnen. Er war immer verständnisvoll und nie zu streng, aber gleichzeitig kompetent und schlau. Insgesamt hat man eigentlich auch noch relativ viel Background zu ihm bekommen, von seiner ersten Berührung mit Tube, über die Entwicklung der Mecha, bis hin zum ersten Prototyp der Maskmen. Das einzige was mir so ein bisschen gefehlt hat ist, wie er auf die Aura Power als Energiequelle gestoßen ist. Aber gibt schlimmeres.

Bei den Schurken muss ich wohl nicht betonen, dass sie wie eigentlich immer bei Soda Staffeln die große Stärke sind, aber selbstverständlich tu ich es trotzdem. Ist zwar definitiv auch ein Fall, wo mehr das Kollektiv und die Dynamik unter den Charakteren rausstechen, als die Individuen selbst, aber auch von den einzelnen Charakteren war jetzt keiner dabei, den ich großartig schlecht fand. Ich war vor allem überrascht, wie viel internes World Building Tube tatsächlich hatte, mit irgendwelchen verschiedenen Tribes, von denen manche Loyal zu Zeba stehen, andere wiederum nicht und einer recht gut ausgearbeiteten Background Geschichte zur Machtergreifung von Zeba und dem Sturz der ehemaligen Königsfamilie. Das ist genau die Art von Story, die ich mir in DonBrothers zur DonFamilie gewünscht hätte. Ein paar Aspekte fand ich zwar etwas random, wie beispielsweise diese ganzen Dogler, die einem irgendwelche Special Fähigkeiten verleihen, wenn man sie besiegt, aber ansonsten dürfte das wohl ganz klar eine der komplexeren Schurkengruppen in Sentai sein. In gewisser Weise hat mich Tube etwas an eine besser umgesetzte Version von Jashinka erinnert.
Zeba dürfte wahrscheinlich sogar einer der besseren Oberschurken seiner Zeit sein. Wirklich viel gemacht hat er jetzt zwar auch nicht, aber er hatte immerhin sowas wie eine Story, mit einem soliden Twist am Ende, der anders als beispielsweise diese Meadow/Vulgire Geschichte in Fiveman auch tatsächlich Sinn ergibt. Das ist deutlich mehr als die meisten 80er Oberschurken hatten.
Kiros ist meiner Meinung nach auch ein gutes Beispiel, wie man solche Schurken, die erst Mitte der Staffel auftauchen, gut in die Serie integrieren kann, ohne dass sie sich komplett verschwendet vorkommen. Vergleichbar mit Yamimaru in Turboranger hat man es recht gut hinbekommen hat, ihn immer wieder in irgendwelche Folgenhandlungen zu involvieren, sodass er etwas Präsenz hat, bevor seine Story im Finale auf einen Höhepunkt hinausläuft. Ich glaub, dass er in den 15 Folgen zwischen seinem Debut und dem Endgame deutlich mehr Screentime hatte als Basco oder Zamigo, obwohl die sehr viel länger dabei waren. Und er war ja z.B. auch derjenige, der Lizar Dogler überhaupt mit ins Spiel gebracht hat, wodurch er auch zuvor schon eine wichtige Rolle gespielt hat.
Bei Igam find ich’s halt etwas seltsam, dass sie die ganze Zeit über versucht hat, ihre „Familienehre“ wiederherzustellen obwohl eigentlich schon relativ früh bekannt war, dass Zeba ihre Mutter getötet hatte, um an die Macht zu kommen. Erst ganz zum Schluss, als Zeba sein Schloss in die Luftsprengen wollte, hat sie dann begriffen, dass es vielleicht doch nicht so viel Sinn macht, auf seiner Seite zu stehen. Aber naja. Immerhin ihre Rivalität mit Baraba war ganz gut. Und Fumin und Oyobu gehören mit Sicherheit auch zu den besseren Exemplaren dieser „Laufburschen“ Typ Schurken.


Maskman war für mich ja immer so ein bisschen das Stiefkind dieser Bioman-Turboranger Ära, aber das hat sie definitiv nicht verdient. An Liveman oder Changeman kommt sie für mich zwar immer noch nicht ran, aber großartig schwächer als Bioman oder Turboranger ist sie auf jeden Fall nicht. Ich würde sie wahrscheinlich sogar in einem ähnlichen Bereich wie Blue SWAT sehen. Dieser Rewatch hat mich auf alle Fälle nochmal umso mehr davon überzeugt, dass Hirohisa Soda einer der besten und vor allem konstantesten Writer ist, die Sentai je hatte.
Darüber hinaus hab ich mit Maskman nun tatsächlich sämtliche Tokus, die ich vor 2016 (und damit auch vor meiner Zeit hier auf Sentai World) gesehen hatte, mindestens einmal gerewatched. Natürlich heißt das nicht, dass mir jetzt die Rewatches ausgehen, ganz im Gegenteil, ich hab sicherlich noch genug, das einer neuen Bewertung bedarf (und es gibt auch noch ein paar Sachen, zu denen ich noch nie eine vernünftige Review geschrieben hab), aber trotzdem fühlt sich das irgendwie wie ein kleiner Meilenstein an.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Fr 6. Okt 2023, 04:06

Eigentlich ist es ja nicht unbedingt meine Art, zwei Serien vom gleichen Stil so kurz hintereinander zu schauen, aber irgendwie hatte ich nach Maskman einfach Lust auf mehr Soda, weshalb ich mir jetzt mal Bioman vorgenommen hab. Liveman wollte ich nicht nehmen, weil ich die schon beim ersten Mal direkt nach Maskman geschaut hab und Bioman wäre eh die „nächste in der Reihe“ gewesen. Außerdem ist die Staffel in etwa im selben Bereich meines Rankings, in den auch Maskman nach meinem Rewatch gerutscht ist, weshalb sich der Vergleich irgendwie anbietet.
(Btw. für den Fall dass sich das jemand fragen sollte, ja, ich hab’s inzwischen aufgegeben, zu versuchen, mich bei Serien, für die ich schon mal eine Review geschrieben hab, kurz zu fassen)


Den Start fand ich insgesamt auf jeden Fall deutlich besser als den von Maskman. Es war zwar wie üblich zu Action lastig, im Gegensatz zu Maskman hat man hier aber doch relativ schnell sehr viel Kontext bekommen, worum’s überhaupt geht. Das Set-Up der Serie ist zwar insofern etwas random, dass die Schurken und die Helden hier eigentlich nichts miteinander zu tun haben, dadurch dass Peebo und der Bio-Robo die Erde aber einfach generell beschützen sollen, ist das hier schon ok. Ich find’s auch immer noch cool, dass die Rangers hier nicht direkt alles von Anfang an draufhatten und außerdem hat man in der zweiten Folge auch noch etwas mehr Informationen dazu bekommen hat, warum sie trotzdem ausgewählt wurden. Der Joy Zweiteiler war irgendwie weniger relevant als ich ihn Erinnerung hatte, das meiste, was darin gesagt wurde, hat man eigentlich schon in Folge 2 erfahren. Es war halt lediglich die endgültige Bestätigung, dass Planet Bio wirklich zerstört ist.
Ich finde nach wie vor, dass man den Ranger Wechsel sehr gut über die Bühne gebracht hat, insbesondere dafür, dass die Darstellerin einfach weg war. Ich find’s zwar etwas schade, dass man sich bei dem Anti-Bio Plot nicht auf die Vorfolge bezogen hat, bei der Dr. Man ja versucht hat, über Blue 3 eine Schwäche der Bioman rauszufinden, das hätte sich irgendwie so angeboten, aber ich schätze, so schnell hat man einfach nicht geschalten. So kann man sich jetzt halt schon irgendwie die Frage stellen, warum genau sie sich nicht einfach neue Anti-Bio Partikel geholt haben, nachdem die Waffe leer war, aber naja. Die Einführung von Jun war auch gut. Ich find’s sehr schön, dass man darauf eingegangen ist, dass man als Bioman ja ein Nachfahre der in Bio Partikel getauchten Auserwählten sein muss und auch darauf, warum sie beim ersten Mal noch nicht vom Bio Robo gefunden wurde. Genau genommen ist es ja sogar verwunderlich, dass es überhaupt so wenige Nachfahren gibt, ich meine, hatten die alle über Generationen hinweg immer jeweils nur ein Kind? Aber naja, besser so, als dass man es nicht thematisiert hätte. Generell hab ich manchmal das Gefühl, dass gerade die Ranger/Rider Wechsel, bei denen man die Darsteller nicht mehr zur Verfügung hat (Bioman/MMPR 2/OG Kamen Rider), oft sogar die tendenziell besseren sind, weil sie das dazu zwingt kreativ zu sein, während die, bei denen man alle Zeit der Welt hat, häufig eher schlecht umgesetzt sind.
Insgesamt fand ich eigentlich die gesamte Anfangsphase Phase der Staffel ziemlich gut. Im Vergleich zu meinem ersten Watch, muss ich sagen, hatte ich dieses Mal auch das Gefühl, dass man hier vor allem in der Anfangsphase sogar eine halbwegs kreative Nutzung der Mecha Kämpfe hatte. Klar, es ist jetzt nicht Go-Busters, der finale Kampf hat eigentlich immer erst am Ende stattgefunden, aber für damalige Verhältnisse hat man schon immer wieder variiert und sie etwas in die Folgenhandlungen eingebunden, statt sie nur komplett stumpf hinten dran zu hängen. Generell fand ich die Mecha Kämpfe hier irgendwie besser als in den früheren 80er Staffeln. Gefühlt deutlich weniger Stock Footage lastig und dass es anfangs keine wirkliche Finishing Animation gab, hat auch geholfen.

Die restlichen 10er und Teile der 20er waren dann aber definitiv der schwächste Part der Staffel. Das war ganz klar die ereignisloseste Phase und gleichzeitig auch mit Abstand die Kinderlastigste, mit doch einigen Folgen, die ich gar nicht mochte. Im Schnitt würde ich definitiv sagen, dass Bioman deutlich mehr schlechte One Shots hatte als Maskman. Relevante Folgen hatte die Serie insgesamt so zwischen 23 und 30, womit sie etwas niedriger als Maskman liegt, für eine Serie von 1984 find ich das aber immer noch sehr ordentlich. Recht viel mehr als das hatten die Mitte 90er Metal Heroes Staffeln auch nicht. Die Kinderplots zu zählen fand hier tatsächlich gar nicht so leicht, weil Bioman mal wieder so eine Staffel war, die die Tendenz hatte, die Kinder relativ random in die Folgen reinzuwerfen, statt komplett die jeweilige Handlung auf ihnen auf zu bauen, wodurch der Übergang zwischen „Folgen in denen Kinder nur ganz am Rande vorkommen, ohne eine größere Rolle zu spielen“ (die ich ja normalerweise nicht zähle) und „Folgen die zumindest zum Teil auf ein oder mehrere Kinder fokussiert sind“, hier häufig relativ fließend war. Deshalb würde ich die Range hier auch relativ weit ansetzen, mit 6 Stück, die ich wirklich als klare, 100%ige Kinderplots bezeichnen würde und dann nochmal so 10-12 Halben, bei denen das Kind z.B. nur für die ersten paar Minuten relevant war und dann eigentlich nicht mehr, wie beispielsweise in Folge 5 oder 12 oder sowas wie in Folge 16, wo diese Kinder nur im Mittelteil aufgetaucht sind, um Jun so ein Ding zu geben, dass sie dieser „Ärztin“ geben sollte (die Folge war btw. generell irgendwie seltsam). Ein ganz harter Grenzfall war für mich Folge 40, wo man die Kinder zwar als Set Up für den Folgenplot benutzt hat und sie dadurch schon irgendwo eine Rolle gespielt haben, sie selbst aber nur gefühlte 30 Sekunden Screentime hatten, was ich unter normalen Umständen eigentlich nicht zählen würde. Und beim Joy Zweiteiler war ich mir auch sehr unsicher, wie ich das werten soll, da der sich ja am Ende als böse rausgestellt hat. Auf jeden Fall waren von diesen zusammengerechnet (maximal) 18 Stück, mehr als die Hälfte zwischen Folge 11 und 30, darunter alle 6 „Eindeutigen“, was eben doch einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen hat, dass diese Phase teilweise etwas anstrengend war. Zum Vergleich, in den letzten 22 Folgen, waren es gerade noch 4. Hätte man definitiv besser verteilen können.
Das einzige größere relevante Ereignis zwischen der Einführung von Jun und Mitte der 20er war der Prince Zweiteiler und der hat mich tendenziell auch eher genervt, aufgrund von Nanbaras seltsamer Besessenheit Prince „retten“ zu müssen. Wirklich besser geworden ist es dann erst wieder in der zweiten Hälfte der 20er mit dem guten Zweiteiler zum Erscheinen von Doctor Mans wahrem Sohn und dann der Folge mit dem Aufstand der Big Three, die mir auch recht gut gefallen hat. Die 30er waren dann wahrscheinlich sogar der dichteste Bereich der Staffel. Die Einführung der Megas fand ich ziemlich stark, auch wenn’s innerhalb der Folge gar nicht so sehr thematisiert wurde, aber durch die Folge davor, in der man bereits das Ende der Kanths angekündigt hat, hat es trotzdem perfekt funktioniert. Anschließend die obligatorischen Schurken Power Ups, sowie die Einführung einer neuen Attacke für die Biomen, die ich zwar etwas schwächer fand, als die Einführung der Jet Cannon in Maskman aber immer noch sehr solide, wodurch die erste Hälfte der 30er schon mal sehr gut abgedeckt war.
Den Magne Warrior Zweiteiler fand ich auch ziemlich gut. War zwar im Grunde ein reiner Füller Plot, was zwischen zwei größeren Storylines aber absolut ok ist, gerade wenn’s auch noch ein Zweiteiler ist. Ich fand Magne Warrior als eines dieser „Proto-6th“ Konzepte sogar irgendwie interessanter als Mask X1, schon allein weil man etwas Build Up dazu hatte und er den Anzug nicht einfach so dabei hatte. Und Kompliment dafür, dass der Versuch den Mind Control Plot im zweiten Teil mit gutem Zureden aufzulösen, nicht geklappt hat, sondern Jun erst diese Armreife zerstören musste. Allgemein war der Plot auch eher humorvoll angelegt, was mir btw. generell an der Staffel durch diesen Rewatch hier aufgefallen ist. Bioman nimmt sich im direkten Vergleich zu Maskman deutlich weniger ernst, bzw. halt nur in den wichtigen Momenten, was ich eigentlich auch ganz ok finde.
Die Einführung von Bio Hunter Silva war ebenfalls recht gut. Man hat ausreichend Infos bekommen, um zu verstehen, was es mit ihm auf sich hat und in dem Atemzug auch nochmal etwas mehr Kontext zum Krieg auf Planet Bio und was ihn letzten Endes zerstört hat, erhalten. Ich mag auch irgendwie das Konzept dieser Anti-Bio Fraktion, eigentlich schade, dass man das nicht noch weiter ausgebaut hat. Das Einzige, was ich mich halt frage ist, wie genau Silva und Balzion eigentlich überlebt haben und warum sie so viel länger gebraucht haben, um zur Erde zu kommen, als Peebo, aber naja. Seine weitere Verwendung war, würde ich sagen, etwas schwächer als die von Kiros, aber immer noch ziemlich gut, verglichen mit vielen modernen Äquivalenten dieses Schurkentyps. Man hat ihn zumindest auftauchen lassen und gezeigt, dass er immer noch eine Bedrohung ist, auch wenn er in den einzelnen Folgen jetzt nicht unbedingt ne große Rolle gespielt hat.
Den Zweiteiler zur Rückkehr von Shuichi und Einführung von Prof. Shibata fand ich prinzipiell nicht schlecht, was ich aber sagen muss, das Set-Up dieser Folgen fand ich schon sehr konstruiert. Ich meine, warum genau sollte Doctor Man einen Super Computer, der dazu in der Lage ist, seinen Mecha mit unendlich Energy zu versorgen, ausgerechnet in Form eines Teenager Mädchens machen und das dann draußen rumlaufen lassen, statt den als Viereckigen Kasten in irgendeinen Keller zu stellen. Und dass Miki dann ausgerechnet an Shuichi gerät, der auch zufälligerweise für einen Professor arbeitet, der sich mit Gear Schaltkreisen auskennt und von dem sich später auch noch ganz nebenbei herausstellt, dass er der Vater von Shiro ist, wirkt halt alles schon sehr an den Haaren herbeigezogen. Wie gesagt, der restliche Plot war eigentlich ziemlich spannend. Auf die Sache mit dem Beten in der zweiten Folge hätte ich verzichten können, aber dass Miki sich am Ende geopfert hat, damit die Bioman den Roboter zerstören können, fand ich ganz gut.

Das Endgame hatte definitiv ein paar Schwachpunkte, war im Großen und Ganzen aber immer noch solide würde ich sagen. Der Shibata Twist kommt mit Vorwissen zwar nicht mehr ganz so sehr aus dem Nichts, aber er wäre halt deutlich effektiver gewesen, wenn der Typ nicht erst vier Folgen zuvor eingeführt worden wäre. Man hat immerhin noch erklärt, woher er Doctor Man kennt, warum genau er sich so dermaßen verpflichtet fühlt, ihn aufzuhalten, dass er dafür sogar seine Familie im Stich lässt, hab ich aber immer noch nicht so ganz verstanden. Was ich aber gut finde ist, dass man thematisiert hat, warum er keine Bio Partikel in sich trägt, obwohl die ja anscheinend vererbbar sind, ich hatte definitiv befürchtet, dass man das unter den Teppich kehren würde (dass er ein Mecha Human ist, hatte ich selbst verständlich nicht mehr in Erinnerung, das kann man von meinem Gedächtnis aber auch echt nicht erwarten).
Ich bin nach wie vor kein großer Fan davon, dass die Generäle und Monster alle mehr oder weniger in direkter Folge irgendwelcher Attacken gestorben sind, die sie die bisherige Staffel über ohne Probleme überleben konnten. Bei Juo, Monster und Metsler könnte man wenigstens noch argumentieren, dass sie zuvor von Silva geschwächt wurden, aber gerade Farah fand ich schon hart lächerlich. Sie ist einfach im Cockpit von Balzion durch den Bio Robo Finisher gestorben, obwohl Balzion selbst nicht mal nen Kratzer davongetragen hat. Nur den Tod von Mason, im Kampf gegen Silva fand ich ganz gut. Silva selbst hätte man auch noch nen vernünftigen Endkampf spendieren können, aber bei ihm macht es trotzdem irgendwie halbwegs Sinn, dass er gemeinsam mit Balzion stirbt. Dass Peebo die Geheimwaffe des Bio Robo ist, lass ich mal so stehen.
Diese Prince Geschichte da nochmal kurz aufzugreifen, fand ich etwas unnötig, im Grunde war es eigentlich eh nur ein Vorwand, um Shuichi nach Neo Grad zu bringen. Woher sollte Silva überhaupt von Prince wissen? Und den Mecha Kampf im Finale hätte man sich auch schenken können. An sich fand ich das Finale aber doch recht gut. Wie schon beim ersten Mal angemerkt find ich‘s cool, dass man Doctor Man am Ende nicht wirklich bekehren konnte. Insgesamt definitiv ein schwächeres Endgame als das von Maskman (trotz einer Folge mehr), gab aber auch schon deutlich schlechtere.


Die Charaktere waren solide, ich fand sie im Schnitt aber definitiv weniger markant als die Maskmen. Sie fallen für mich halt in eine ähnliche Kategorie wie die Turborangers, an sich waren eigentlich alle sympathisch, jeder hatte so seine Fokusfolgen, aber wirklich stark ausgearbeitete Persönlichkeiten, hatten die meisten von ihnen nicht unbedingt. Am stärksten fand ich hier ganz klar die Mädchen, vor allem Jun war super, sie war nicht nur mit Abstand der sympathischste Charakter der Staffel, sie hatte mit (geteilten Fokus eingerechnet) insgesamt 11 Folgen auch mehr Fokus als alle anderen (inklusive Shiro, dem praktisch das ganze Endgame gehört hat), was ich schon echt krass finde, zumal sie ja auch noch 10 Folgen weniger Zeit hatte. Selbst Mika hatte auf die 10 Folgen, die sie dabei war, immerhin noch 3 Stück, womit wir insgesamt sogar bei 14 Yellow4 Folgen wären. Hikaru hat zwar mal wieder 14 Folgen, bis sie zu ihrer ersten richtige Fokusfolge gebraucht, aber auch sie fand ich selbst in der Anfangsphase schon relativ markant. Letztes Jahr bei meinem Staffelstart Marathon hatte ich ja kritisiert, dass Hikaru nur schreiend weggelaufen ist, aber das lässt sie wenigstens rausstechen, während die drei Typen, gerade in der Anfangsphase gefühlt eigentlich nur „generischer Showa Held 1“, „generischer Showa Held 2“ und „generischer Showa Held 3“ waren. Shiro hat sich mit der Zeit noch halbwegs entwickelt (auch wenn er bis kurz vor Schluss sogar am wenigsten Fokus von allen hatte), aber gerade Shingo und Nanbara sind meiner Meinung nach relativ blass geblieben. Wie gesagt, absolut nicht unsympathisch, was mir im Zweifel das Wichtigere ist, aber darüber hinaus halt nichts großartig Besonderes.
Peebo kommt für mich auch nicht an Commander Sugata ran. Er war zwar ebenfalls sympathisch, aber als Mentor doch deutlich weniger kompetent und gerade im Joy Zweiteiler hatte er auch seine anstrengenden Momente.

Die Schurken waren hier als Gruppe natürlich deutlich weniger komplex als Tube mit ihrem ganzen internen World Building und Background, von den Individuen her fand ich sie aber wahrscheinlich sogar markanter. Gerade Doctor Man sticht hier natürlich extrem raus, mit seiner sehr gut ausgearbeiteten Story, ich würde ihn denke ich noch über Zeba stellen, der selbst ja auch schon ziemlich gut war. Mit ziemlicher Sicherheit der mit Abstand beste Oberschurke, den es zu diesem Zeitpunkt gegeben hat und auch im direkten Vergleich zu späteren Staffeln, definitiv einer der interessantesten Oberbosse überhaupt.
Auch die Big Three sind hier für mich als Generäle etwas mehr rausgestochen, als die von Tube, vor allem Monster mit seiner Dynamik mit Juo. Inhaltlich waren sie jetzt alle nicht unbedingt komplex, aber alleine durch das Set-Up hatte ich hier das Gefühl, dass die Charaktere mehr die Möglichkeit hatten, hervorzustechen, als beispielsweise Baraba oder Anagmus. Nur Farah Cat fand ich absolut unnötig, zumal man ja eh noch die 5 Monster hatte, die mehr oder weniger die Rolle der „Laufburschen“ ausgefüllt haben. Silva war vielleicht etwas schwächer als Kiros, hat die (mehr oder weniger) selbe Position als Gamechanger aber ebenfalls sehr gut ausgefüllt und dabei natürlich noch etwas mehr World Building mit sich gebracht. Was will man mehr. Als Gesamtwerk waren die Schurken hier vielleicht einen Tick schwächer als die von Maskman, gehören aufs Franchise gesehen aber definitiv immer noch zu den besseren Gruppen und innerhalb der Staffel natürlich ganz klar zu den großen Stärken, wie eigentlich immer bei Soda.


Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass sich meine Meinung zu Bioman nicht großartig verändert hat. Ich denke, dass ich das Endgame und die Anfangsphase dieses Mal noch etwas besser empfunden habe, den Mittelteil dafür etwas schwächer, das gleicht sich in etwa aus. Was den internen Soda Vergleich angeht, jetzt wo ich beide Serien nochmal so kurz nacheinander gesehen habe, würde ich definitiv sagen, dass Maskman in der Summe die bessere Staffel ist. Bioman hatte zwar tendenziell die besseren Highlights, Maskman war insgesamt aber einfach etwas konstanter und hat sowohl bei den Charakteren, als auch bei der Story jeweils knapp die Nase vorn.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 21. Nov 2023, 05:12

Als dritte Serie, die ebenfalls im selben Bereich wie Bioman und Maskman liegt, um endlich mal wieder ein generalüberholtes Ranking posten zu können, hab ich mir jetzt noch Megaranger angeschaut. Definitiv keine Serie, bei der ich jetzt mit einer großartigen Veränderung gerechnet hatte, aber wie gesagt wollte ich einfach sicher gehen, um diesen oberen Mittelteil mal etwas sortieren zu können, wenn ich jetzt schon zwei andere Serien so frisch im Kopf hab und wenn man mal nach der Reihe geht, wäre die Serie sowieso in absehbarer Zeit fällig gewesen, daher hat es sich irgendwie angeboten.


Den Start find ich immer noch sehr gut. Zweiteiler zum Start ist immer gut und ich liebe dieses Konzept, dass die Megarangers ein Videospiel sind, das benutzt wurde, um potentielle Kandidaten zu finden bzw. trainieren. Ich finde zwar nach wie vor, dass die Megarangers in den ersten paar Folgen noch ziemlich schrecklich darin sind, ihre Identität vor den Bösen zu verbergen. Allein in Folge 2, die Rangers kämpfen unverwandelt gegen das Monster, dann verwandeln sie sich und plötzlich haben die Bösen sie in ihrer Basis auf dem Schirm. Was haben die denn bitte bis eine Sekunde zuvor gemacht? Wolken gezählt? Als ob die den Kampf da noch nicht beobachtet haben. Mit der Zeit wird das aber deutlich besser. Man hatte auch in der Anfangsphase schon eine Folge, die etwas auf den Background von Kubota und Hinelar geteasert hat, das war auf jeden Fall gut um schon mal ein bisschen Kontext zu haben und auch dafür, dass später nicht alles aus dem nichts kommt.
Davon abgesehen muss man natürlich schon sagen, dass die erste Hälfte (bzw. sogar fast die ersten 2/3) handlungstechnisch eher dünn waren. Insgesamt hatte die Serie zwar so 28-34 relevante Folgen, womit sie auf jeden Fall mal klar über Bioman liegt, so in etwa im selben Bereich wie Maskman, ca. die Hälfte davon war aber erst in den letzten 20 Folgen. Dafür hatte man in der ersten Hälfte aber einiges an Charakter Fokus, was zumindest für die Anfangsphase ja eigentlich auch nicht unbedingt schlecht ist und mit Sicherheit dazu beigetragen hat, dass ich die Charaktere hier ziemlich gut finde. Außerdem muss man auch definitiv sagen, man merkt ganz deutlich, dass Megaranger aus der Zeit ist, in der sich die Ära der One Shot Kinder langsam aber sicher dem Ende neigt. Wenn man Takeshi mal als wiederkehrenden Charakter wertet (und selbst der hatte nur ne Handvoll Auftritte) hatte man hier insgesamt noch so 6-8 One Shot Kinder Plots, was halt schon sehr weit von den Werten, die man gerade mal 2 Jahre zuvor teilweise noch hatte, entfernt ist. Alles unter 10 ist eigentlich kaum der Rede wert. Das hilft natürlich auch sehr dabei, dass die einzelnen Folgen nicht so eintönig rüberkommen und die erste Hälfte immer noch relativ unterhaltsam war.

Das Debut von Guirel (unabhängig davon, was ich von dem Charakter an sich halte) war eigentlich ganz cool, auch wenn mich die Aussage, dass er aus dem Nezirezia Headquarter kommt, etwas irritiert, worauf ich aber gleich nochmal zu sprechen komme. Die damit Einhergehende Einführung des Delta Mega war ebenfalls recht gut. Ich bin auch ganz froh, dass man in der Folge mit der Super Galaxy Mega Formation, diesen „mindcontrol“ Plot auf eine logische Art gelöst hat, statt nur an sein „Herz“ zu appellieren.
Die restlichen 20er ist tatsächlich gar nicht mal so viel passiert. Das einzige Highlight war da eigentlich das Debut von MegaSilver, das mir auch ziemlich gut gefallen hat. Vom Aufbau her hat mich die Folge etwas an das Debut von ShinkenGold erinnert, was nicht unbedingt überraschend ist, da die Folge von Kobayashi geschrieben wurde (wie eigentlich fast alle Yuusaku Folgen, was auch erklären würde, warum ich den Charakter immer schon extrem gut fand). Ich fand auch das Konzept dieser Barriere und der Analyse der Megarangers ziemlich clever, weil es eine gute Methode ist, um den sechsten Ranger im ersten Kampf überlegen zu machen (da seine Waffen und Attacken ja nicht gescannt wurden), ohne ihn später „nerfen“ zu müssen.
Wirklich angezogen hat die Plotdichte eigentlich erst Anfang der 30er so wirklich, mit dem Build Up zum Guirel Climax. Den Zweiteiler zum Tod von Guirel fand ich ziemlich stark, vielleicht sogar besser als das Äquivalent von In Space. Die Folge mit Guirels „Verrat“ hat schon sehr gut darauf hingearbeitet und durch das vorherige Teasing auf das Space Mega Project, hat auch das Debut des Mega Voyagers sehr gut funktioniert. Deutlich besser als irgendwelche random Schlüsselkarten, die von Zordon natürlich mal wieder passenderweise vorbereitet wurden. Außerdem find ich’s gut, dass der Galaxy Mega dadurch tatsächlich nen dauerhaften schaden hatte und danach erstmal ganze 10 Folgen nicht vorgekommen ist, während man die INET-Basis auf diese Lunar Base umgelegt hat.
Auch der Zweiteiler war btw. von Kobayashi. Generell ist mir durch diesen Rewatch erst so richtig aufgefallen, wie sehr sie die Staffel in der zweiten Hälfte gefühlt übernommen hat. Von Folge 24 an (sprich von den letzten 28) waren 12 Folgen von ihr, während Takegami im selben Zeitraum nur noch 9 Folgen geschrieben hat. Kein Wunder, dass Takatera Kobayashi im nächsten Jahr direkt ihre eigene Serie gegeben hat, vor allem wenn man bedenkt, dass die zweite Hälfte ja tendenziell auch noch besser ist als die erste.
Mitte der 30er hatte man dann noch diesen Climax um Yuusaku, den ich eigentlich auch ziemlich gut fand. Ich find’s zwar etwas schade, dass man hier nicht so wirklich erklärt hat, wie genau Yuusaku eigentlich das Problem mit dem Zeitlimit gelöst hat, im Kontext der Folge hat es aber trotzdem irgendwie funktioniert. Sowas wie Folge 36 hätte mich in vielen anderen Staffeln vermutlich genervt, weil ich solche arschigen Oberbosse, deren Befehle einfach nur dumm sind, eigentlich immer extrem nervig und frustrierend finde, aber ich find’s hier halt nach wie vor cool, wie geschlossen sich direkt das gesamte Team dagegengestellt hat, ohne irgendwie auf „Höflichkeit“ zu achten. Vermutlich auch einer der Vorteile, wenn man Schüler als Protagonisten hat.

Die Neziranger Arc find ich ehrlich gesagt nach wie vor besser als die Psycho Ranger Arc, auch wenn sie im Kern die selbe Story erzählen, aber gerade im Detail funktioniert die Storyline meiner Meinung nach hier einfach besser. Zum einen hat man halt deutlich besser erklärt, was genau die Neziranger sind und wie sie funktionieren. Dass man die Anzüge auf Designs von Samejima zurückgeführt hat, hatte ich tatsächlich gar nicht mehr im Kopf. Und man ist sogar darauf eingegangen, warum sie ihre Energie von Javius beziehen. Und zum anderen macht hier natürlich dieses ganze Ding mit der Suche nach der Identität viel mehr Sinn. Und generell muss ich auch einfach sagen, ich mag solche Storylines, bei der die Rangers mal für mehr als 1-2 Folgen am Stück den Kürzeren ziehen.
Nur diese Folge, mit dem Mädchen das Kentas Identität rausfindet, finde ich, hier genauso wie in der Adaption, immer noch grauenhaft. Vor allem weil sie am Ende so als „Opfer“ dargestellt wird, das ja nur einen Spielpartner will, weil ihr Bruder gestorben ist, was halt in absolut keiner Weise die Erpressung entschuldigt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie am Ende wirklich eine Lektion gelernt hat, ganz im Gegenteil, sie wird sogar eher noch belohnt für ihr Verhalten.
Der Neziranger Climax war dafür aber wieder saustark. Auch deutlich besser als bei In Space. Die Nezirangers hatten hier nochmal die Möglichkeit etwas mehr Charakter zu zeigen und ich versteh auch irgendwie nicht, warum man es für sinnvoll gehalten hat, den Teil mit der Gedankenkontrolle bei In Space einfach rauszuschneiden, dass Psycho Red die anderen plötzlich angreift, macht da eigentlich gar keinen Sinn. Außerdem find ich‘s immer noch gut, dass Hinelar sein Ziel, Javius auszuschalten, auch tatsächlich erreicht hat, wodurch sich die ganze Story noch wesentlich relevanter angefühlt hat.
Auch die Hinelar City Arc hat sich hier irgendwie relevanter angefühlt und war allgemein deutlich besser ausgearbeitet. Nur diese Sache mit den Neziranger Geistern find ich halt immer noch ziemlich random. Ich meine, warum? Wieso sollten die plötzlich als Geister wieder auftauchen? Und wozu die ganze Aktion? Das hätte man auch genauso gut rauslassen können und es hätte nicht wirklich was verändert.

Vom eigentlichen Endgame der Staffel, muss ich sagen, bin ich ehrlich gesagt nach wie vor kein großer Fan. Ein paar ganz gute Ansätze sind da, ich mochte zum Beispiel Yugandes Angriff auf die Lunar Base, die hier natürlich eine deutlich höhere Gewichtung hat, als der Kampf von In Space wo das ja quasi nur das Versteck des Mega Voyagers war, aber diese ganze Geschichte mit der Identität der Megarangers und den Arschloch Zivilisten, die ihnen dann irgendwelche Vorwürfe machen, statt sich dankbar zu zeigen, zieht das Ganze für mich halt immer noch sehr stark nach unten. Dass die Schulleitung in der ersten Folge überreagiert hat, konnte man vielleicht noch irgendwo zu nem gewissen Grad nachvollziehen, aber gerade diese ganzen random Zivilisten in Folge 2 & 3 machen mich einfach so sauer. Ich hab das ja schon beim ersten Mal erklärt, aber solche Leute find ich einfach nur verachtenswert. Allein dieser Typ in der letzten Folge, der erst den Megarangers großspurig vorgeworfen hat, sie in ihren Kampf „hineinzuziehen“ und dann die Dreistigkeit hatte, sie um Hilfe anzubetteln, als Hinelar angegriffen hat. Alter, ich wäre am liebsten in den Fernseher gesprungen und hätte dem Typen den Drillsaber höchstpersönlich in die Weichteile gerammt. Dass am Ende dann doch noch ein paar ihrer Mitschüler auf ihrer Seite waren, macht es auch nicht großartig besser. Es gibt manchmal Situationen, wo ein gutes Pay Off vielleicht die ein oder andere nervige Stelle wert ist, aber das hier war definitiv keine davon. Ein schöner Schlag in die Fresse von ein paar der Zivilisten, DAS wäre ein solides Pay Off gewesen, aber so hatte ich irgendwie nicht das Gefühl, dass es wirklich irgendwelche Konsequenten hatte, wie sich die Leute hier verhalten haben.
In gewisser Weise konnte ich da am Ende sogar fast Hinelar verstehen, auch wenn er sicherlich nicht gerade unschuldig an seiner Situation war, aber das was er über die Menschheit sagt, ist halt nicht wirklich falsch. Außerdem muss ich sagen, dass dem Endgame vielleicht auch eine Folge mehr ganz gut getan hätte. 3 Folgen ist für „moderne“ Verhältnisse schon relativ wenig und gerade der erste Kampf gegen Hinelar war auch irgendwie sehr überhastet, eben so wie die Tatsache, dass Shiborena mehr oder weniger bei Yugandes Kampf gestorben ist. Da hätte man die letzten beiden Folgen vielleicht auf drei strecken können. Was ich aber ganz cool fand ist die Tatsache, dass Hinelar tatsächlich im Glauben, die Megarangers besiegt zu haben, gestorben ist. Irgendwie ein passender Abschluss für ihn.


Die Rangers gehören für mich definitiv nach wie vor zu den besten ihrer Zeit. Ich schätze das High School Thema hilft hier etwas dabei, die Charaktere nahbarer zu machen, aber auch der starke Fokus auf ihnen in der ersten Hälfte hat einiges dazu beigetragen, dass die Rangers hier sehr sympathisch rüber gekommen sind. Kenta war ganz am Anfang sogar etwas anstrengend, vor allem in Folge 8, aber das Problem hat man dann ja gelöst und danach ist er auch nicht mehr großartig negativ aufgefallen. Mein absoluter Favorit ist natürlich nach wie vor Yuusaku, ich liebe einfach seine gechillte, aber etwas verpeilte Art. Wenn ich ein schwächstes Glied nennen müsste, wäre es definitiv Kouichiro, aber auch er ist immer noch absolut in Ordnung.
Auch die Nebencharaktere fand ich hier ziemlich gut. Kubota gehört definitiv auch zu den stärksten Mentoren in Sentai und dieser Lehrer war ebenfalls extrem sympathisch.

Die Schurken gehen für mich eine ähnliche Richtung wie die von Bioman, gerade Doctor Man und Dr. Hinelar sind sich inhaltlich ziemlich ähnlich und auch ganz klar das stärkste Glied ihrer Gruppe. Ich finde zwar immer noch, dass man vielleicht schon etwas früher darauf hätte eingehen können, warum Hinelar so gegen die Menschheit ist und nicht erst im Finale, aber wie gesagt, konnte ich ihn am Ende sogar irgendwo verstehen.
Yugande und Shiborena sind jetzt sicherlich keine Ecliptor und Astronema, aber für das was sie waren, haben sie recht gut funktioniert. Was ich an der Dynamik der Charaktere hier halt nach wie vor cool finde ist, dass sie sich tatsächlich gegenseitig was bedeuten und wie eine Art Familie sind (mehr als die Schurkengruppen, die tatsächlich eine Familie sind). Ich kann mich nicht an ein einziges Mal erinnert, wo sie sich großartig gestritten oder gegeneinander gearbeitet hätten. Sowas sieht man auch nicht allzu häufig. Könnte man ruhig öfter mal versuchen.
Javius war halt in gewisser Weise sowas wie der indirekte Vorgänger von Messiah, als Plot-Device Oberschurke, der nur dazu da ist, um seinem Untergebenen die Chance zu glänzen zu geben und in der Rolle hat er denk ich auch ganz gut funktioniert. Mit seiner Existenz bin ich so halb zufrieden würde ich sagen. Dass er quasi nur ein Energiefeld ist, das so groß ist, dass es praktisch die Dimension selbst ist, find ich an sich als Erklärung ok, es hat zumindest erklärt, warum man nie sowas wie eine Bevölkerung gesehen hat. Die einzige Frage die das ganze so ein bisschen aufgeworfen hat ist, was genau dann eigentlich Guirel für eine Lebensform war und was es mit diesem angeblichen „Headquarter“ auf sich hat, aus dem er angeblich kommt, wenn es in der Dimension doch anscheinend gar keine Zivilisation gibt. Hat er ihn einfach aus sich selbst erschaffen oder wo sonst kommt der dann her?
Guirel selbst halte halt ich immer noch für einen ziemlich langweiligen und verschwendeten Charakter. Er hatte nen ganz guten Einstand und wurde dann eigentlich erst wieder in seinen letzten 3 Folgen relevant, für das ganze Zeug dazwischen hat er eigentlich kaum eine Rolle gespielt (bzw. das was er gemacht hat, hätte auch genauso gut von irgendwem anders erledigt werden können). Es hat jetzt prinzipiell nicht gestört, dass er da ist, aber wenn man ihn einfach rausgelassen hätte, wäre er mir sicherlich nicht abgegangen.


Wirklich verändert hat sich meine Meinung zu Megaranger eigentlich nicht, was ich wie gesagt auch nicht anders erwartet hatte, aber da ich die Staffel mag, hat es sich trotzdem gelohnt, sie nochmal anzuschauen. Das Endgame und evtl. noch die Storydichte der ersten Hälfte wären vielleicht die einzigen größeren Kritikpunkte die ich hab, aber ansonsten macht die Staffel, für das was sie ist, nicht so viel falsch.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 13. Feb 2024, 05:12

Da ich nach ein paar Monaten schon wieder auf Entzug war, hab ich mir jetzt direkt den nächsten Soda Rewatch vorgenommen, nämlich Liveman. Die war sowieso auch schon lange fällig, da sie in meiner Toku Historie quasi die „älteste“ nicht gerewatchte Serie war. Auf jeden Fall nach wie vor eine sehr gute Staffel meiner Meinung nach und ganz klar einer der besten Showa Tokus überhaupt.


Allein der Start ist natürlich immer noch einer meiner absoluten Top Favoriten. Der Teil mit dem Tod von Takuji und Mari und dann der Angriff auf den Campus zwei Jahre später, sind einfach so eine heftige Art und Weise die Serie zu eröffnen. Ich find’s auch nach wie vor cool, dass die Liveman ihren ersten Boden Kampf direkt verlieren. Setzt den Spannungsbogen gleich mal von Anfang relativ hoch an und etabliert die Schurken als ernstzunehmende Gegner. Selbst in Folge 3 hatte Obler ja mehr oder weniger Erfolg mit seinem Plan. Dass die Rangers das Monster besiegen konnten, war lediglich Kollateralschaden.
Man hat die ersten paar Folgen auch gleich recht gut genutzt, um etwas Background zu den Charakteren zu liefern. Generell hatte man hier sehr viel Fokus auf den Protagonisten, was natürlich sowohl den Charakteren als auch den Folgenhandlungen hilft. Selbst mit solchen One Shot Kinder Plots wie Folge 5 kann ich ganz gut leben. Das Kind war sympathisch, hatte nen Bezug zu den Protagonisten und war letzten Endes sogar hilfreich. So kann man das machen.
Der Dino Zweiteiler, muss ich sagen, war etwas seltsam. Dass irgendeinen random Dino in unsere Zeit zu holen, jetzt das beste ist, was ihnen mit einer Zeitmaschine einfällt, lass ich mal so stehen. Und dass der Dino am Ende stirbt, geht meiner Meinung nach komplett auf die Kappe dieses Kindes, das um jeden Preis verhindert wollte, dass die Rangers ihn einfach wieder in seine Zeit zurück bringen, wo er sicher gewesen wäre.

Das Debut von Ashura war gut. Ich mag das Konzept, einen weiteren Schurken General reinzuwerfen um den anderen ein bisschen Druck zu machen. Ich find‘s auch cool, wie man merkt, dass Bias am Anfang noch sehr offen gegenüber allen Plänen gewesen ist, bevor er um Folge 10 rum immer genervter geworden ist und auch mal seine Enttäuschung ausgesprochen hat. Daher sehr gut gewählter Zeitpunkt, für den ersten kleineren Game Changer.
Danach gab’s eine etwas dünnere Phase, in der nur ein paar Halbrelevante Folgen, die Fahne hochgehalten haben, was aber durchaus in Ordnung geht. Im Großen und Ganzen fand ich die Storyverteilung hier eigentlich sogar recht gut. Insgesamt hatte die Staffel so zwischen 26 und 33 Relevante Folgen, was ungefähr derselbe Bereich wie Maskman ist, bei zwei Folgen weniger vielleicht sogar nen Tick besser. Wie bei ihrem Vorgänger hatte ich auch hier nicht so sehr das Gefühl, dass die Staffel diesem klassischen Staffelaufbau mit zwei größeren Story Arcs und zwei größeren Füller Phasen folgt, auf den viele Soda Staffeln zurückgreifen, sondern man immer wieder mal kleinere Plot relevante Folgen und Mehrteiler hatte, die die Ereignisse relevant gehalten haben. Es gab zwar schon zwei Phasen, die etwas dünner waren, einmal hier und einmal in den frühen 30ern, aber wie gesagt hatte ich selbst da das Gefühl, dass trotzdem was vorwärts geht.

Der Dreiteiler zur Redemption von Obler war auch wieder recht gut. Die Entscheidung, einen der Generäle vorzeitig rauszunehmen, fand ich hier durchaus sinnvoll, um zu zeigen, dass Bias nicht unbegrenzt Geduld hat und auch um die Dynamik nochmal etwas durcheinander zu wirbeln. Das Ganze hat man ja auch direkt mit dem Debut von Guildos verbunden, was als Anstoß sehr gut funktioniert hat.
Mitte der 20er würde ich dann wahrscheinlich sogar als die schwächste Phase der Staffel bezeichnen, obwohl es eigentlich nicht mal eine der dünneren war, aber da hab ich die Folgen einfach qualitativ am schwächsten empfunden. Unter anderem gab es innerhalb von 5 Folgen 4 One Shot Kinder Plots, was definitiv nicht geholfen hat. Insgesamt gab es so 10-14 Folgen, in denen es um irgendwelche Kinder ging, womit die Staffel ziemlich genau gleich auf mit ihrem Vorgänger Maskman liegt. (Mich würde btw. echt mal interessieren, ob die damals sowas wie ne festgelegte Quote zu erfüllen hatten. Dass ich bei zwei direkt aufeinanderfolgenden Staffeln auf exakt dieselben Zahlen komme, ist schon irgendwie auffällig) Knapp 2/3 von denen waren zwischen Folge 19 und 33, was von der Verteilung natürlich nicht optimal ist, da hätte es vielleicht nicht geschadet, ein paar davon in die 10er und späten 30er zu ziehen, um diese Phase etwas zu entzerren. So hat es definitiv einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen, dass ich die 20er im Schnitt schwächer empfunden habe, als den Rest der Staffel.
Das Debut von Junichi und Tetsuya war dann aber wieder ganz gut. Vor allem Tetsuya war im ersten Moment zwar etwas anstrengen, das hat sich dann aber recht schnell gefangen und die Story drum rum, wie man das Ganze auf Takuji und Mari zurückgeführt hat, fand ich eigentlich ziemlich gut. Was ich mich allerdings frage ist, wo genau die neuen Changer plötzlich herkommen. Alles andere hat man eigentlich recht gut erklärt, aber die waren irgendwie auf einmal da.

Die 30er waren zwar wie gesagt nochmal etwas dünner, qualitativ meiner Meinung nach aber deutlich besser als die 20er. Unter anderem fand ich’s ganz cool, dass man schon etwas auf Kemps Power Up hingearbeitet hat und auch das Konzept mit diesen Punkten wurde ja in der Phase etabliert, wodurch man in gewisser Weise auch schon das Endgame vorbereitet hat.
Das Endgame selbst gehört für mich nach wie vor zu den besten des gesamten Franchises. Schon der Start war direkt ziemlich gut, ich find’s gut, dass man hier Go nochmal aufgegriffen hat, schon allein weil der Charakter sich dadurch noch weniger verschwendet anfühlt (was er eigentlich davor schon nicht wirklich getan hat) und damit auch gleich das Mysterium um Bias‘ Geheimnis etwas in Schwung gebracht hat. Die Folge zu Guildos war definitiv der schwächste Teil, vor allem weil ich den Plot mit diesem Kind etwas dämlich fand, den Twist seiner Existenz und den anschließenden stückweisen Fall der Generäle find ich aber nach wie vor richtig stark. Vor allem der Ashura Zweiteiler war super und auch die Story um das 1000 Punkte Gehirn und wie Mazenda und Kemp auf unterschiedliche Weise damit umgehen, fand ich ziemlich gut. Das Finale an sich war solide würde ich sagen, dass der eigentliche Finalkampf nur gegen ein mehr oder weniger normales Monster ist, find ich halt schon nach wie vor ein bisschen antiklimaktisch, auf der anderen Seite mag ich aber auch irgendwie den Tod von Bias mit Gush an seiner Seite. Irgendwie war es ein passendes Ende für ihn. Sicherlich kein Go-Busters Finale, aber für 80er Verhältnisse war das schon ok.


Die Charaktere gehören definitiv zu den besseren Soda Protagonisten. Es hat hier natürlich geholfen, dass man zu Beginn nur drei davon hatte, wodurch man ihnen in relativ kurzer Zeit schon recht viel Fokus geben konnte, was es deutlich leichter macht, schnell eine Bindung zu ihnen aufzubauen. Und es hat vermutlich auch nicht geschadet, dass die Protagonisten relativ jung angelegt waren und sie sich daher etwas nahbarer angefühlt haben, als beispielsweise die von Bioman.
Junichi und Tetsuya waren sicherlich etwas schwächer als die anderen drei, sie sind meiner Meinung nach jetzt aber auch nicht großartig negativ rausgestochen. Tetsuya hatte halt auch nur zwei wirkliche Fokusfolgen, von denen er in einer kontrolliert wurde, da hat man halt nicht so viele Möglichkeiten, um zu glänzen. Aber das ist schon ok.
Colon war auch sehr sympathisch und als Verbündete auch durchaus nützlich. Ich find’s z.B. ganz cool, dass sie des Öfteren mal den Live Robo steuern durfte. An Commander Sugata kommt sie für mich zwar nicht ganz ran, ich würde sie aber denke ich über Peebo stellen.

Die Schurken sind natürlich wie üblich Sodas Steckenpferd. Vor allem die Dynamik unter ihnen, sowie die internen Entwicklungen stechen hier sehr stark raus. Es gab eigentlich fast nie Stillstand, es ist immer irgendwer dazu gekommen, irgendwer weggegangen oder irgendwer stärker geworden. Zusätzlich fand ich hier auch die einzelnen Charaktere alle relativ markant. Jeder hatte so seine Eigenarten bzw. Herangehensweisen und dadurch dass sich das Line Up nach den ersten drei ja erst Stück für Stück etabliert hat, hatte auch jeder mal die Möglichkeit, alleine im Vordergrund zu stehen. Ich mag auch die Idee, dass rückwirkend wohl alle außer Kemp und Mazenda eigentlich nur Mittel zum Zweck waren, um die beiden anzuspornen, damit sie ein 1000 Punkte Gehirn entwickeln. So hatte ich eigentlich auch bei keinem das Gefühl, dass er komplett verschwendet war, weil eigentlich jeder seinen Zweck erfüllt hat.
Bias selbst ist natürlich erst ab dem Endgame so richtig interessant geworden, was aber prinzipiell schon ok ist. Als Manipulator, der seine Untertanen alle für seine eigenen Ziele missbraucht hat, fand ich ihn trotzdem verdammt stark. Es ist bloß etwas schade, dass man letztlich nicht mehr über seine Hintergründe erfahren hat. Ich meine, wie lange macht der das denn schon? Und ging’s dabei mehr um das Erobern der Welt oder doch bloß um ewige Jugend? Insgesamt gehört Volt aber auf jeden Fall nach wie vor zu den stärksten Schurkengruppen überhaupt.


Meine Meinung zu Liveman hat sich nach diesem Rewatch auf jeden Fall sehr gut gehalten. Eine kleine Schwächephase in den 20ern und halt evtl. ein etwas generischer Folgenaufbau, aufgrund der Standards ihrer Zeit, ansonsten kann ich der Serie eigentlich nicht allzu viel ankreiden. Von den 3 Soda Staffeln, die ich jetzt gerewatched habe, würde ich immer noch sagen, dass es die beste ist, nur bei Changeman bin ich mir mittlerweile etwas unsicher, auf die müsste ich vielleicht auch nochmal nen zweiten Blick werfen, um sicher zu gehen. Im Fernduell mit Goseiger, die ja lange Zeit gemeinsam mit Liveman und Carranger ein relativ festsitzendes Trio in meinem Ranking gebildet hat, geht die Staffel auf jeden Fall schon mal als Sieger hervor.
(Fun Fact: Nach diesem Rewatch hier ist jetzt tatsächlich Abaranger, welche ja der erste Toku überhaupt war, den ich gerewatched hatte, von all meinen gesehenen Tokus der, der am längsten her ist.)
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Fr 8. Mär 2024, 05:08

Um den direkten Vergleich in meinem Ranking zu haben, hab ich mir jetzt auch noch Carranger angeschaut. Carranger und Liveman waren ja immer extrem nah beieinander, weshalb es sich für mich jetzt irgendwie angeboten hat, die beiden mal direkt nacheinander anzuschauen.


Das Storytelling war tatsächlich ziemlich gut. Dafür dass Carranger ja eigentlich eine reine Comedy Staffel ist, hatte sie gar nicht mal so wenig Inhalt. Ich bin auf etwa 32-37 relevante Folgen gekommen, was bei insgesamt 48 Folgen auf jeden Fall ein sehr ordentlicher Wert ist. Gerade für die Zeit dürfte das definitiv über dem Durchschnitt liegen.
Mir ist auch aufgefallen, dass sich die Serie, nach modernen Standards bemessen, gar nicht mal mehr so sehr nach einer Parodie anfühlt. Gerade wenn man Staffeln wie Ninninger, Go-Onger oder Zenkaiger gesehen hat, würde ich jetzt nicht sagen, dass Carranger da jetzt großartig mehr Parodie war. Von der Effektivität des Humors her würde ich nach wie vor sagen, dass die Staffel im oberen Bereich ist, auch wenn sie für meinen Geschmack wahrscheinlich immer noch hinter Ninninger zurück bleibt, die trifft meinen Humor einfach zu perfekt. Vor allem das Konzept, dass die Bösen erst durch zufälliges Ausprobieren verschiedener Erdennahrung rausgefunden haben, dass Imo-Yokan (aber auch nur das von Imo-King) sie wachsen lässt, find ich immer noch absolut brillant. Das funktioniert nicht nur als Witz, sondern ist halt auch inhaltlich echt clever, weil’s was erklärt, worauf die wenigsten Serien eingehen und gleichzeitig auch noch für zwei relevante Folgen sorgt. Auch so Spielereien wie, dass es für alles ne Anleitung gibt oder dass Youko nen schlechten Orientierungssinn hat und dann eine Navi-Waffe bekommt, find ich einfach cool, weil das einfach Sinn ergibt und trotzdem witzig ist. Außerdem gehört Carranger zu den sehr wenigen Tokus, wo ich die Verwendung und Umsetzung einer Geheimidentität tatsächlich gut finde. Es wurde als witziger Running Gag präsentiert, wodurch es nen gewissen Mehrwert hatte, gleichzeitig hat es sie aber nie wirklich in ihrem Job als Helden behindert. Nur vom Konzept der Carmagic bin ich immer noch nicht unbedingt der Riesen Fan, weil es zum Teil halt doch etwas random und deus ex machina ist, aber naja.
Die Einführung von Ritchihiker war ok. Hätte spektakulärer sein können, hat als Konzept aber schon irgendwie funktioniert. Ich muss aber sagen, der Charakter kam tatsächlich deutlich früher, als ich in Erinnerung hatte bzw. andersrum formuliert, nach seinem Erscheinen hat es doch noch ne ganze Weile gedauert, bis zum VRV Master Climax. Allgemein hat Ritchihiker halt auch so ein bisschen dasselbe Problem wie z.B. Guirel, dass er Ende der 10er irgendwann mal reingeworfen wird, dann 10 Folgen lang nicht wirklich was erreicht und dann wieder in nem größeren Climax rausgeworfen wird. Der Höhepunkt an sich war nicht schlecht, ich muss aber nach wie vor sagen, dass ich die Einführung von VRV Master und den VRV Machines ziemlich random finde. Generell hat man zu VRV Master halt wirklich verdammt wenig Informationen bekommen. Man weiß weder wie er von Hazard entkommen ist, noch wo er seine Kräfte oder die VRV Machines hernimmt. Außerdem frag ich mich, wenn er doch Hazardian ist, warum muss er dann eigentlich keinen Winterschlaf halten, wie Dappu? Nur diesen Witz mit diesen Frucht Drops find ich nach wie vor genial.
Danach war bis zum Schluss eigentlich immer irgendwas los, die zweite Hälfte hatte fast gar keinen Leerlauf mehr. Mir ist in dem Zuge btw. auch aufgefallen, dass der allgemeine Storyverlauf von Carranger dem von Megaranger gar nicht mal so unähnlich ist. Gute Anfangsphase, ansonsten etwas dünnere erste Hälfte mit einigen Highlights, Mid-Season Arc mit nem neuen Schurken, der am Ende wieder vernichtet wird und anschließend ne deutlich dichtere zweite Hälfte.
Die Rückkehr von Signalman fand ich ziemlich gut, der Plot mit dem Gas war ein interessanter Weg um Signalman kurzzeitig böse zu machen. Die Einführung von Exhaus hätte vielleicht etwas smoother sein können, aber liebe nach wie vor das Konzept hinter dem Charakter bzw. den Plan Bowzock per Horoskop in einer Zeitschrift dazu zu manipulieren, irgendwelche Planeten zu zerstören, damit er eine gigantische Weltraum Autobahn bauen kann.
Anfang der 40er hatte man nochmal nen ganz guten Climax, in dem zumindest noch ein bisschen VRV Master Background geliefert wurde. Ich find’s cool dass man hier das mit den Fruchtdrops nochmal aufgegriffen hat und dem ganzen noch etwas mehr Kontext verliehen hat. Ich bin zwar nicht sicher, was ich davon halten soll, dass Carmagic über die Verbindung zwischen den Rangers und Dapp läuft, aber für den Plot hier hat es halbwegs funktioniert.
Das eigentliche Endgame waren hier zwar nur die letzten drei Folgen, dafür fand ich es aber trotzdem ziemlich gut. Das Konzept, dass eine andere Konstellation die Konstellationen der Carrangers besoffen macht ist so bescheuert, dass es schon wieder genial ist, auch wenn ich sagen muss, dass es so ein bisschen die Frage aufwirft, wie da das mit der Verbindung zwischen den Carrangers und Dappu mitreinspielt. Ich meine, hieß es nicht ein paar Folgen zuvor noch, die Kräfte würden primär darüber laufen? Aber naja. Ich find’s auch schön, dass im Zuge dessen Ichitaro die Identität der Rangers rausfinden durfte. Das Bündnis zwischen den Carrangers und Bowzock hat hier ziemlich gut funktioniert. Allein durch die Art und Weise wie man sie schon die ganze Staffel über dargestellt hat, war der Schritt jetzt nicht allzu groß und im Grunde wurden sie ja auch nicht wirklich bekehrt, sondern sie haben sich nur auf eine Art Waffenstillstand geeinigt, um gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen. Die Idee Exhaus mit dem abgelaufenen Imo-Yokan klein zu machen, find ich auch nach wie vor genial. Hat perfekt zur Staffel gepasst und außerdem noch dafür gesorgt, dass der finale Kampf ein Bodenkampf ist, was ich sowieso immer bevorzuge.

Die Charaktere gehören definitiv auch zu den besseren ihrer Zeit, vielleicht einen Tick unter den Megarangers, aber gerade wenn man sie mal mit den durchschnittlichen Sugimura Rangers vergleicht, ist das schon eine deutliche Steigerung. Generell hilft es für mich eigentlich meistens, wenn die Protagonisten etwas humorvoller angelegt sind, weil sie das einfach irgendwie lockerer und einfacher zugänglich macht. Mein Favorit ist wahrscheinlich Kyousuke, er war irgendwie am sympathischsten, unterhaltsamsten und er hatte auch mit Abstand den meisten Fokus. Wenn ich ein schwächstes Glied nennen müsste, wäre es wohl Naoki, der auch absolut ok war, hat definitiv nicht gestört, aber da war irgendwie am wenigsten, was für mich irgendwie positiv herausgestochen ist. Die anderen drei sind irgendwo dazwischen.
Auch den Nebencast fand ich ziemlich gut, wenn auch sicherlich nicht gerade auf King-Ohger Level. Vor allem Signalman war sehr unterhaltsam und hat sich hier definitiv wie der spirituelle sechste Ranger angefühlt (mal ernsthaft, wenn Gosei Knight zählt, kann man ihn auch zählen), auch wenn er nach seiner Rückkehr in den 30ern irgendwie nicht mehr so viel gemacht hat. Zumindest bei den wichtigen Sachen war er dabei, das ist schon mal mehr als man von Riki behaupten kann. Dappu ist als Mentorfigur mal eine coole Abwechslung und natürlich ebenfalls sehr sympathisch. Er hat mich ein bisschen an Peebo erinnert, aber besser umgesetzt. Auch Ichitaro mag ich sehr, schon allein deshalb, weil er halt wirklich mal ein wiederkehrendes Kind ist, das das Konzept der One Shot Kinder tatsächlich effektiv ersetzt, statt nur noch ein zusätzliches zu sein. Er selbst dürfte in so knapp der Hälfte aller Folgen vorgekommen sein, was aber ok ist, weil er erstens eine vernünftige Verbindung zu den Protagonisten hat und zweitens man als Zuschauer die Zeit hat, eine Art von Bindung zu ihm aufzubauen und einen Grund hat, sich für ihn zu interessieren. Darüber hinaus gab es hier tatsächlich so gut wie gar keine Kinder Plots. Es gab eine Folge, in der ein Mädchen im Vordergrund stand, welches danach sogar noch einmal aufgegriffen wurde, weshalb ich sie nur als halben One Shot betrachten würde und vielleicht noch 2-3 Folgen, in denen zwar irgendwelche anderen Kinder mit dabei waren, der Fokus aber primär auf Ichitaro lag. Das war’s. Warum konnte man das damals nicht einfach immer so handhaben? VRV Master war als Charakter auch ganz cool, nur halt wie gesagt sein Background wurde mir persönlich viel zu wenig beleuchtet, da hätte definitiv mehr kommen müssen.

Ich finde immer noch dass die Schurken, dafür dass sie ja doch eher inkompetent und humorvoll angelegt sind, als Gesamtkonzept erstaunlich gut funktionieren. Einen großen Teil davon macht sicherlich auch die Existenz von Exhaus aus, der so ein bisschen als Ausgleich zu den anderen fungiert und etwas Ernsthaftigkeit in die Sache reinbringt. Aber auch alleine hat Bowzock durchaus funktioniert, auch wenn sie als Antagonisten jetzt sicherlich nichts krasses sind. Ich find’s cool, dass Gainamo und Zelmoda tatsächlich ehrliche Freundschaft für einander empfinden und generell eine relativ entspannte Stimmung unter ihnen herrscht, statt einer strengen Hierarchie. Hat man sonst auch nicht allzu häufig. Und auch Zonnette fand ich ziemlich stark. Die Love-Story zwischen ihr und Kyousuke gehört für mich immer noch ganz klar zu den besseren im Tokusatsu Bereich. Nur halt Ritchihiker ist wie die meisten dieser typischen Mid-season Arc Schurken relativ austauschbar. Er hat seinen Zweck schon irgendwo erfüllt, aber mehr auch nicht.


Carranger und Liveman zu vergleichen ist tatsächlich gar nicht so leicht, weil die Serien halt doch sehr unterschiedliche Stile und Prioritäten haben. Liveman hatte definitiv die besseren Höhepunkte und Schurken, sowie den interessanteren Gesamtplot, Carranger hatte dafür weniger Ausschläge nach unten und etwas mehr Inhalt insgesamt. Trotzdem würde ich wahrscheinlich nach wie vor Liveman einen Tick vorne sehen, aber Carranger ist auf jeden Fall immer noch die beste 90er Staffel und auch sonst eine sehr runde und gut umgesetzte Serie, an der ich eigentlich nicht so viel auszusetzen hab.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 25. Apr 2024, 04:17

Ich hab ja nach meinem King-Ohger Update gesagt, dass ToQger einen Rewatch bräuchte, um sich gegen das Überholmanöver zu verteidigen und auch bei Kyoryuger bin ich schon länger am überlegen, ob die Staffel nicht vielleicht höher stehen müsste, daher hab ich mich jetzt mal an den ToQger Rewatch gemacht. Definitiv eine Serie, für die viel auf dem Spiel stand und bei der ich damit gerechnet hab, dass ich sie dieses Mal schwächer empfinden würde, insgesamt würde ich aber schon sagen, dass sie sich eigentlich ziemlich gut gehalten hat. Ein paar Punkte hab ich definitiv zu kritisieren, aber im Großen und ganzen gefällt mir die Staffel immer noch sehr gut.


Das Storytelling der Serie war definitiv gut. So wirklich 100%ige Füller hatte die Serie fast gar keine, maximal so 2-3, klar relevante Folgen dürften es mindestens 30 gewesen sein, mit nem relativen großen Übergangsbereich dazwischen, wo sich der Fortschritt auf Teasing, Build Up und ein paar Kleinigkeiten beschränkt hat. Die Storydichte von King-Ohger war’s jetzt sicherlich nicht, aber man sieht auf jeden Fall, dass man sich sehr viel Mühe gegeben hat, die Ereignisse gleichmäßig auf die Serie zu verteilen, sodass eigentlich nie Leerlauf entstanden ist. Es gab jetzt keine größere Phase, in der ich mal irgendwie das Gefühl hatte, dass es sich zieht oder mal wieder was vorwärts gehen müsste. Generell ist die Story von ToQger meiner Meinung nach sehr gut aufgebaut. Ich liebe diese stückweise Ergründung der Hintergründe der ToQgers und die Suche nach ihrer Heimatstadt und ich mag auch diesen Aspekt, dass die Rangers hier im Zug durchs ganze Land reisen und verschiedene Städte beschützen. Ist mal eine ganz nette Abwechslung zum typischen Tokio Setting.
Was ich sagen muss, die Einführung der Hilfsmecha war teilweise so ein bisschen Hit & Miss. Gut fand ich vor allem die von Tank und Fire, der Rest war eher so Mittel, insbesondere Police fand ich sehr grenzwertig. Der lag einfach so beim Diebesgut dieses Saug-Shadows dabei. Außerdem hat man nie so wirklich erfahren, warum genau die ToQ Ressha eigentlich ursprünglich verschollen sind, es wurde lediglich gesagt, dass der Kontakt abgerissen ist, als die Shadow Invasion sich zugespitzt hat, aber das sagt irgendwie nicht viel aus. Generell würde ich sagen, dass das allgemeine World Buildung vielleicht sogar die größte Schwäche der Staffel ist. Zu den Hintergründen der Rainbow Line beispielsweise hat man fast gar nichts bekommen. Es wurde lediglich im Summer Film mal kurz angeschnitten, dass es die Rainbow Line wohl auch schon zur Zeit der Mondlandung gegeben hat, aber was genau eigentlich deren Aufgabe ist, hab ich irgendwie nie so ganz verstanden. Imagination gibt’s ja auch ohne Rainbow Line und aktiv gegen die Shadow Line vorgegangen sind sie ja anscheinend erst mit Hilfe der ToQgers, also was bitte haben die vorher gemacht?
Bei den Schurken ist die Situation tatsächlich recht ähnlich, auch da hat man nicht wirklich viele Informationen dazu bekommen, was genau die überhaupt für Lebewesen sind und was sie bis vor Beginn der Serie eigentlich so getrieben haben. Gerade bei Zett stellt sich mir diese Frage, es wurde zwar gesagt, dass Mork ihn großgezogen hat, aber das war’s dann auch schon, das Nächste was man weiß ist dann eigentlich erst alles ab der Übernahme von Subarugahama. Man hat z.B. keine Ahnung, wer vor ihm der Anführer war oder wie deren Hierarchie überhaupt funktioniert. Und auch bei den anderen weiß man halt lediglich, dass sie wohl irgendwie Dunkelheit produziert und Shadow Städte erschaffen haben, aber deren persönliche Historie hat gefühlt erst mit dem Beginn der Staffel und den Vorbereitungen für Zetts Ankunft so wirklich angefangen. Das fand ich schon etwas irritierend, gerade bei einer Serie deren restliche Story eigentlich recht gut ausgearbeitet ist.

Die eigentliche Laufhandlung war wie gesagt durch die Bank weg sehr gut umgesetzt, ohne allzu großen Ungereimtheiten. Den Start find ich zwar immer noch so ein bisschen all over the place, aber danach hat man sehr schön weiter gemacht. Wie die ToQgers da hingekommen sind, wo sie am Anfang waren und wie sie zu dem geworden sind, was sie sind, hat man im Laufe der Zeit noch sehr gut aufgearbeitet und wie gesagt, mag ich den fortlaufenden Handlungsstrang zur Suche nach ihrer Vergangenheit.
Die Einführung von Zett hat sehr gut funktioniert. Ich find’s ganz cool, dass man etwas gewartet hat, um den Oberschurken zu präsentieren, es gleichzeitig aber auch nicht zu unnötig lange hinauszögert, Anfang der 10er ist meiner Meinung nach ein sehr guter Zeitpunkt, um die Dynamik etwas aufzurütteln und ein wenig mehr Struktur reinzubringen. Auch das Debut von Akira war ziemlich gut. Ich mag die Idee, dass die ToQers ihn nur als sechsten Ranger haben wollten, weil er gerade zufällig im richtigen Moment vorbeigekommen ist. Und der Charakter ist halt auch einfach eine absolute Bereicherung für die Serie. Das Einzige, was ich mich bei ihm halt nach wie vor frage ist, warum es für ihn kein Problem zu sein scheint im Licht zu leben, für alle anderen Shadows aber schon.
Den dreiteiligen Mid-Season Climax, zur Hochzeit von Zett und Gritta find ich nach wie vor absolut genial. Vom langsamen Aufbau dahin bis zum Ende, als Zett aus Gritta herausgeplatzt ist, vielleicht einer der besten Mid-season Climaxes überhaupt. Auch direkt die nächste Folge danach fand ich ziemlich stark. Ich mag das Konzept dieser Shadow Städte und die Art und Weise wie sie funktionieren bzw. wie die ToQgers dieses Problem umgehen müssen, um darin Feinde bekämpfen zu können. Mit der Mit der Hyper Form hat man dann zwar relativ schnell eine recht einfach Alternative gefunden, man hat die Ursprungsidee mit den Transfer Changes aber nie komplett fallen gelassen.
Der Hyper Terminal Climax war ebenfalls wieder sehr stark. Erst der Sturm auf das Terminal mit der großen Konfrontation zwischen allen „Kriegsparteien“ und dann der Höhepunkt des Mysteriums um die ToQgers. Ich finde den Twist, dass die ToQgers eigentlich Kinder sind, nach wie vor ziemlich gut, vor allem weil er mehr Fragen beantwortet als er aufwirft. Es passt einfach perfekt zusammen, mit allem, was man zuvor erfahren hat.
Ende der 30er/Anfang der 40er hatte man dann nochmal einen sehr guten Climax zur Befreiung von Gritta. Vor allem das Akira Zeug fand ich ziemlich stark, das ist definitiv die Art von Story, die Emotionen aus mir rausbekommt und auch das Ende von Schwarz fand ich ziemlich effektiv. Ich bin allerdings nicht ganz sicher, ob ich so wirklich verstanden hab, warum genau das Castle Terminal jetzt ausgerechnet in Subarugahama ist.
Das restliche Endgame war im Großen und Ganzen auch gut. Man hat im Zuge dessen sogar noch erklärt, warum Right auf der Shadow Line gelandet ist und warum Zett sich so zu ihm hingezogen fühlt. Der Part, als Right die anderen zurücklassen wollte, um sich Zett allein zu stellen, hat irgendwie sehr an Timeranger erinnert, da hat sich Kobayashi einfach mal kurzer Hand von sich selbst inspirieren lassen, aber das geht schon klar. War trotzdem effektiv. Der Großteil des Finales war an sich auch nicht schlecht. Eigentlich alles bis einschließlich zum Endkampf fand ich ziemlich gut (das mit den Lichtern in der Dunkelheit war etwas grenzwertig aber geht schon noch klar), nur mit dem Ende an sich bin ich immer noch nicht so ganz glücklich. Vor allem, dass Zett überlebt und mit Gritta (von der ich mir auch nicht sicher bin, warum sie noch lebt) in die Dunkelheit verschwindet, find ich irgendwie nicht so prickelnd. Hätte man das irgendwann in einem der Epilog Projekte nochmal aufgegriffen und darauf aufgebaut, wäre es ok gewesen, aber so ist mir das als Ende einfach zu offen, da wäre es meiner Meinung nach deutlich besser gewesen, man hätte Zett einfach sterben lassen. Und auch dass die ToQgers sich letzten Endes doch ohne größere Probleme wieder in ihre Kinder-Form zurück verwandeln konnten, will mir irgendwie nicht so ganz schmecken, schon allein, weil es irgendwie das ganze Drama um diesen Plot Punkt herum so ein bisschen kaputt macht. Hätte man es nicht einfach dabei belassen sollen, dass die Eltern der ToQgers sie auch so wiedererkennen? Das hätte für mich als Happy End absolut ausgereicht.
Den Epilogfilm find ich btw. nach wie vor ziemlich schlecht. Zum einen bin ich kein Fan von der Vorstellung, dass die ToQgers im Erwachsenenalter ihre Imagination komplett verlieren, vor allem da man es ja letzten Endes nicht mal wirklich auf nen konkreten Auslöser zurückgeführt hat. Und zum anderen viel zu viel Zeitreise Schwachsinn. Man hat zwar zum Ende hin so ein bisschen versucht es als Bootsstrap Paradoxon hinzustellen, was meiner Meinung nach aber nicht wirklich hingeht, da die Ereignisse für die ToQgers der Zukunft offensichtlich nicht genauso verlaufen sind, wie für die der Vergangenheit. Außerdem macht das für mich die Idee, dass die ToQgers ihre Imagination TROTZ des Zusammentreffens mit ihren zukünftigen Ichs, bei dem sie gesehen haben, dass sie sie selbst als Erwachsene zurückerlangen können, verlieren, irgendwie noch bescheuerter.


Die Charaktere gehören für mich nach wie vor zu den besten Toku Protagonisten überhaupt. Sie mögen jetzt vielleicht nicht so stark ausgearbeitete individuelle Storys wie jetzt beispielsweise die King-Ohgers haben, aber sie sind einfach so unfassbar sympathisch und unterhaltsam wie kaum ein anderes Team. Das Wichtigste an Protagonisten ist für mich fast immer, dass sie mir einen Grund geben, mit ihnen mitzufiebern und das ist hier auf jeden Fall gegeben. Und sie funktionieren meiner Meinung nach vor allem auch als Einheit extrem gut, ich will hier eigentlich gar keinen besonders hervorheben. Die Dynamik unter ihnen war sehr stark und es gab auch keinen der mich je irgendwie genervt hat oder so, das allein ist für mich halt schon sehr viel wert.
Das Konzept der Imagination fand ich tatsächlich verhältnismäßig gut, ich hatte definitiv damit gerechnet, dass mich das dieses Mal mehr stören würde als beim ersten Mal, da ich von diesen Kraftquellen, die eher „mentaler“ Natur sind, ja meistens eher kein großer Fan bin, ich finde aber nach wie vor, dass die Umsetzung hier deutlich besser funktioniert, als viele vergleichbare Konzepte in anderen Staffeln. Vor allem ergibt hier für mich die Verbindung zwischen den Kräften der Rangers und welche Eigenschaften sie dafür erfüllen müssen Sinn (anders als beispielsweise bei Courage in Magiranger) und man hat es größtenteils auch nicht als komplettes Wunder-Allheilmittel benutzt. Ich fand hier btw. auch diese Folge, mit dem Kind, das seine Imagination verloren hat, recht hilfreich, um nochmal zu verdeutlichen, dass es sich bei Imagination nicht nur um eine Art „Gebet“ handelt, sondern darum, seine eigenen Träume zu verwirklichen und dass man dafür auch selbst sorgen muss, statt es sich nur herbeizusehnen. Die einzigen Aktionen die ich etwas grenzwertig fand waren, als Right den Diesel Ressha aktiviert hat und dann halt das Finale. Außerdem passt das Konzept der Imagination auch sehr gut dazu, wie die Finisher hier funktionieren. Dass die immer in Form von irgendwelchen random Gegenständen oder ähnlichem Auftreten macht hier, anders als in Goranger, durchaus Sinn, genauso wie die Tatsache dass alle alles von Anfang benutzen können, weil die Kräfte nun mal sehr intuitiv funktionieren.

Bei den Schurken hab ich den mangelnden Background ja schon angesprochen. Ich hab in den letzten paar Jahren ja immer wiedermal bei einigen Schurkengruppen gesagt, dass sie mehr für’s Konzept gut sind, als für die Individuen, bei ToQger ist das definitiv andersrum. Da ist das eigentliche Konzept dahinter halt leider sehr schwammig, mit wenig konkreten Infos, aber von den einzelnen Charakteren, deren individuellen Storys und der Dynamik unter ihnen gehört die Shadow Line zweifellos zu den absolut besten Schurkengruppen im gesamten Tokusatsu Bereich. Alle hatten immer was zu tun, jeder hatte so seine eigene Geschichte und Agenda, es gab eigentlich keinen der irgendwie langweilig oder nicht markant war.
Besonders rausstechen hier vor allem Zett, Schwarz und Gritta. Zetts Funkel-Besessenheit war auf der einen Seite zwar seine größte Schwäche, gleichzeitig hat ihn das aber auch irgendwo unberechenbar gemacht. Man hatte zwischenzeitlich sogar teilweise das Gefühl, dass er mehr auf der Seite seiner Gegner als auf der seiner Verbündeten steht, was ihn gerade als Oberschurken halt schon irgendwie zu einem spannenden Charakter gemacht hat. Mal abgesehen davon, dass er auch einfach verdammt stark war und schon allein aufgrund dessen eine ernstzunehmende Bedrohung. Die beste persönliche Entwicklung hatte mit Sicherheit Schwarz, vom kaltherzigen General, der alles für seine Ziele tun würde, bis an den Punkt, an dem er seinen eigenen Funkel bekommen hat, nach dem Zett immer gesucht hat. Gritta war eigentlich von Anfang an nie wirklich böse, aber sie hat die Storys in den Reihen der Schurken so ein bisschen zusammengehalten. Zett, Schwarz und Noir hätten ohne sie nicht funktioniert. Und darüber hinaus war sie einfach so ein bisschen die „menschliche“ Seite der Shadow Line. Was mich nur echt brennend interessiert hätte ist, wer oder was eigentlich ihr Vater war, vor allem da sie komplett anders aussieht als ihre Mutter (oder generell irgendwelche Shadow Line Mitglieder), aber da wären wir halt wieder beim World Building. Auch die anderen drei hatten alle so ihre eigenen Ambitionen und waren immer irgendwie beschäftigt. Und außerdem will ich in dem Atemzug auch noch kurz am Rande erwähnen, dass die Shadow Line einfach durch die Bank weg die besten Schurken Designs in ganz Super Sentai hat. Selbst die MotW waren alle irgendwie cool.


Wirklich viele Probleme hat die Staffel eigentlich nicht, wie gesagt halt das World Building und das Ende, aber davon abgesehen ist ToQger immer noch eine absolut starke Serie, die zurecht zu meinen Lieblingsstaffeln gehört. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob sie wirklich über Kyoryuger stehen sollte, weshalb ich die Staffel jetzt wahrscheinlich auch noch hinterher schieben werde, um den direkten Vergleich zu haben.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 27. Mai 2024, 04:08

Wie angekündigt, hab ich mir jetzt nach ToQger direkt noch Kyoryuger angeschaut, um den direkten Vergleich zu haben. Da mein erster Watch von Kyoryuger jetzt doch immerhin schon 2018 war, hab ich hier jetzt mal wieder den Versuch unternommen, mich für meine Verhältnisse etwas kürzer zu fassen und primär auf neue Erkenntnisse und die Unterschiede zu ToQger einzugehen, damit sich nicht alles doppelt (Wie gut das funktioniert hat, sei mal dahingestellt). Auf jeden Fall auch nach wie vor eine sehr gute Staffel, die eigentlich auf allen ebenen sehr viel richtig macht.


Der Start ist immer noch ein bisschen seltsam, vor allem auf Grund der Einführung der Schurken, auf die ich gleich nochmal eingehen werde. Der Rest war aber eigentlich nicht schlecht. Ich würde sogar sagen, es ist eine der wenigen Sentai Startfolgen, bei denen ich die zweite Hälfte besser finde als die erste.
Generell bin ich immer noch ein großer Fan davon, wie man hier zu Beginn der Staffel das Team zusammengeführt hat. Es wurden zwar direkt alle am Anfang etabliert, dann aber eben erst in den nächsten paar Folgen so wirklich vorgestellt und zu einem Team gemacht. So konnte man halt das Maximum an individuellem Fokus rausholen, gleichzeitig aber auch Team Building betreiben und die Folgen relevant halten, wodurch auch der fließende Übergang zum recht frühen Debut von Ucchi gut funktioniert hat.
Das allgemeine Storytelling ging in etwa in die gleiche Richtung wie das von ToQger, vielleicht sogar noch nen Tick stärker. Ich würde auch hier sagen, dass es maximal so 2-3 eindeutige Füller gab (und das auch nur, wenn man Mecha-Formationen mal ignoriert), die klar relevanten Folgen dürften hier aber schon eher an die 40 sein, womit sich der Übergangsbereich hier nur auf 5-6 Folgen beschränkt. Im Rahmen von Sentai ist das definitiv im absoluten Spitzenbereich. Wenn es eine schwächste Phase gab, dann waren es definitiv die 10er, hier waren sowohl sämtliche Folgen, die ich als klare Füller werten würde, als auch mit Folge 14 & 19 die beiden für mich schlechtesten Folgen der Staffel.
Den Mid-season Climax hab ich dieses Mal sogar besser empfunden, als beim letzten Mal. Nicht so gut, wie der von ToQger (gut, der ist auch schwer zu überbieten), aber beim letzten Mal hatte ich noch gesagt, dass ich den von Dino Charge besser finde, da bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher. Gefühlt würde ich sogar sagen, dass die Serie da erst so richtig angefangen hat, konstant gut zu werden, ein bisschen vergleichbar mit King-Ohger, die ja auch zum Ende hin immer besser geworden ist. Gerade die restlichen 20er fand ich ziemlich stark, erst mit dem Debut von Endolf und Carnival und dann dem anschließenden Torin Climax.
Die 30er waren zwar wieder ein bisschen dünner, hatten aber immer noch stetigen Fortschritt, mit der Suche nach diesen Fossilien und dem Build Up zum Debut vom Bragigas. Die Einführung des Victory Zyudenchi muss ich sagen, fand ich etwas holprig, vor allem dass es zunächst nicht funktioniert hat, die Rangers dann ihre Team Aufstellung umgestellt haben und dann gings plötzlich, fand ich ziemlich random.
Der Bragigas/Kyoryu Silver Climax war größtenteils ziemlich gut. Ich muss sagen, das mit den Stimmen der Leute und dass die Zyudenryu dadurch stärker werden, find ich schon etwas grenzwertig, ein großer Fan von sowas bin ich ja eigentlich nie, aber ich denke dennoch, dass es zumindest besser funktioniert, als in den meisten anderen Staffeln, weil man hier halt eine direkte Verbindung zwischen den Kräften der Rangers und der „Melodie der Erde“ bzw. Klängen im allgemeinen hergestellt hat. Worauf man meiner Meinung nach aber definitiv besser hätte eingehen können ist, was genau die Zyudenryu eigentlich sind, das wurde hier eigentlich relativ offen gelassen. Es wurde lediglich im Go-Busters Crossover mal gezeigt, dass es wohl ursprünglich nur einfache Dinosaurier waren, aber wie sie zu dem geworden sind, was sie heute sind, hat man nie erklärt. Das Debut von Kyoryu Silver war an sich aber ziemlich stark. Generell eigentlich alles was irgendwie mit Torin zu tun hatte, war immer gut. Und ich find’s auch cool, dass nach dem Climax noch einige Geister aus der Deboth Hölle rumgeistert (pun fully intended) sind, die man vernichten musste. Ich mag es einfach, wenn Ereignisse Konsequenzen haben, selbst wenn’s nur so Kleinigkeiten sind.
Den Weihnachtszweiteiler fand ich auch ziemlich gut. Die Rückkehr von Endolf war sehr effektiv und ich mag das Konzept mit dem Licht der Erde, es hat so ein bisschen was von der Earth Energy aus Changeman und erklärt auf jeden Fall, warum Dantetsu und Daigo so gut in allem sind.
Das Endgame find ich immer noch verdammt stark, vor allem mit dem runderen Ende, wahrscheinlich in der Summe sogar besser als das von ToQger. Den Plan von Torin und Dantetsu, Torin zu töten um die Deboth Hölle von innen heraus zu zerstören fand ich ziemlich clever. Dass am Ende Luckyuro so ne Laterne in seiner Bauchtasche hatte, durch die man in die Deboth Hölle kommt, war zwar etwas random, irgendwie aber auch wieder so dumm dass es schon wieder gut ist. Man hat im Laufe des Endgames sogar noch die Sache mit der Dunkelheit in Aigaron erklärt, wo ich mir zwischenzeitlich nicht mehr sicher war, ob dazu noch was kommt. Ich find’s auch irgendwie nicht schlimm, dass Daigo den Endkampf mehr oder weniger alleine bestritten hat, nur mit der „spirituellen“ Unterstützung seiner Freunde. In gewisser Weise war das ja bei ToQger eigentlich auch nicht anders. Den kurzen Zeitsprung danach, hatte ich ehrlich gesagt länger in Erinnerung. Ist zwar immer noch etwas unnötig, nicht direkt zu zeigen, dass Daigo überlebt hat, aber da es nur ein paar Tage waren, ist es jetzt auch nicht so schlimm.
Abschließend noch ein paar Worte zu den Filmen. Den Sommerfilm find ich immer noch eher mittel. Gibt schlimmere, aber das Pacing war mir persönlich einfach etwas zu schnell und ich bin auch nicht sicher, ob ich mit der Existenz von Deathryuger so wirklich glücklich bin. Die beiden Team Ups haben mir eigentlich recht gut gefallen, gerade das mit ToQger. Ich find’s immer cool, wenn man den Plot dieser Filme schon in der Serie aufbaut, damit sie sich wirklich wie ein natürlicher Teil der Gesamtstory anfühlen. Und der Epilog Film war eigentlich auch ganz gut. Ich hätte zwar auf den Zeitreise Aspekt verzichten können, aber grundsätzlich hat die Story ganz gut funktioniert.


Die Charaktere gefallen mir auch nach wie vor sehr gut, es gab auf jeden Fall keinen den ich gar nicht mochte. Ian und Souji vielleicht in ihrer ersten Folge, aber danach waren die beiden ebenfalls sehr sympathische Charaktere. An die ToQgers kommen sie für nicht zwar nicht ran, aber das ist schon ok. Daigo ist definitiv ein Mary Sue Charakter, das lässt sich nicht leugnen, aber er ist halt auch einfach verdammt sympathisch und unterhaltsam und das ist mir im Zweifel das Wichtigste. Es gab ja sogar mal eine Folge, in der man gezeigt hat, dass Daigos Überperfektheit auch eine Schwäche sein kann. Und auch alle anderen hatten immer noch genügend Chancen um zu glänzen. Und wie schon beim ersten Mal gesagt, Torin find ich absolut stark. Definitiv einer der besten Mentoren überhaupt.

Bei den Schurken geht’s mir tatsächlich ein bisschen ähnlich wie bei denen von ToQger. Das Gesamtkonzept und was die Schurken eigentlich sind, fand ich hier zwar deutlich logischer, eine größere Ungereimtheit ist mir hier allerdings auch aufgefallen und zwar diese seltsame Diskrepanz zwischen dieser Szene zu Beginn der ersten Folge, in der Chaos seine ganzen Generäle erst aufgetaut hat und dem Background den man dann im Laufe der Staffel noch so zu ihnen erfährt. Explizit gezeigt wurde es eigentlich nur bei Dogold, bei den anderen ist es etwas unklar, ob sie auch eingefroren waren oder schon da waren und einfach nur die letzten 100 Millionen Jahre gechillt haben. Generell stellt sich aber schon die Frage, was eigentlich alles zwischen dem ersten Kampf vor 100 Millionen Jahren und heute passiert ist. Zumindest mal Chaos und zum Teil Dogold, scheinen in der Zwischenzeit ja aktiv gewesen zu sein, (wobei letzterer eben trotzdem zu Beginn der Staffel aus irgendwelchen Gründen auf Eis gelegen hat), also worauf genau haben sie gewartet? Und auch bei Aigaron wurde anfangs mal gesagt, dass die Ereignisse mit Ian ein Jahr her sind, ich bin nicht sicher, wie das hingehen soll. Zumindest das mit dem Wiedererwecken der Monster hat sich im Laufe der Staffel dann noch geklärt, durch die Existenz dieser Deboth Hölle.
Von den Individuen fand ich wie bei ToQger eigentlich alle gut. Dogold hatte seine eigene Story, Aigaron hatte seine eigene Story, Candelira und Luckyuro hatten gegen Ende ihre Redemption und Chaos und Endolf waren einfach effektiv. Deboth war inhaltlich wahrscheinlich sogar der schwächste, hat aber auch seinen Zweck erfüllt. Er ist halt das, worauf die Schurken hinarbeiten konnten, um ihnen was zu tun zu geben.


Nun stellt sich jetzt natürlich die Frage, was find ich besser, Kyoryuger oder ToQger? Und das ist tatsächlich auch diesem Rewatch hier immer noch sehr schwer zu sagen. Ich würde sagen ToQger hatte definitiv die höheren Hochs und zumindest in Sachen Sympathie und Unterhaltungswert auch die besseren Charaktere. Kyoryuger hatte dafür das bessere World Building und den Punkt beim Storytelling würd ich ihr auch geben. Die Schurken nehmen sich nicht so viel, beim Background fand ich beide nicht ideal, wobei man hier wohl noch etwas mehr bekommen hat, bei den Individuen hat ToQger die Nase leicht vorn. Und das Endgame war bei beiden gut, nur dass Kyoryuger halt das Ende besser hinbekommen hat. Ich weiß jetzt auf jeden Fall wieder, warum ich die beiden immer so nah beieinanderhatte.
:go-bustersenter:

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