Was schaut ihr gerade? (Ultraman Edition)

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Was schaut ihr gerade? (Ultraman Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 17. Jan 2019, 05:04

Ich hab jetzt mal so einen Thread aufgemacht, da ich mir gedacht hab, jetzt wo Ultraman Teil meiner Rotation ist und ich deshalb vermutlich in nächster Zeit deutlich mehr darüber posten werde als zuvor, würde es sich vielleicht lohnen, das Franchise von den anderen Tokus zu trennen.
Als erste Staffel hab ich mir auch direkt mal Tiga vorgenommen, die eigentlich schon sehr lange relativ weit oben auf meiner Liste steht. Ich bin jetzt bei 10 Folgen und bisher ist die Serie in Ordnung, aber auch nicht wirklich mehr als das.


Die erste Folge war ganz ok, auch wenn ich die Erklärung, wie genau Daigo zu Tiga geworden ist, eher semi-plausibel finde, gerade den Teil, wo er sich einfach mal eben in Licht verwandelt hat, aber naja. Außerdem fand ich’s etwas enttäuschend, dass es drei Ultraman Statuen gab, aber nur eine von ihnen wieder erweckt wurde, ich hoffe mal, dass man später nochmal ein bisschen auf die anderen eingeht. Folge 2 (und Folge 3, unter der Voraussetzung, dass man diese Alien-Wesen nochmal aufgreift), könnte man auch noch als relevant bezeichnen, seitdem ist erstmal nicht mehr viel passiert. Die Folgenhandlungen sind jetzt nicht schlecht, geben mir bisher aber auch nicht allzu viel wenn ich ehrlich bin. Manche sind besser als andere, aber wirklich was Besonderes sind die meisten jetzt nicht.
Hauptfeind scheint es auch keinen zu geben, bislang werden die Monster eigentlich alle einfach nur eines nach dem anderen abgearbeitet, was ich doch relativ langweilig finde, vor allem weil, anders als im originalen Ultraman beispielsweise, nicht impliziert wurde, dass es die schon immer gab, sondern die wohl alle jetzt erst auftauchen. Irgendeinen konkreten Auslöser wie bei Neos scheint es aber auch nicht zu geben, außer vielleicht diese seltsame Warnung in der ersten Folge, die man aber erstmal etwas genauer erklären müsste, damit sie halbwegs aussagekräftig ist. Ich hoffe echt, dass man da später noch mal ansetzt.

Bei den Charakteren geht es mir wie bei vielen Ultraman Staffeln in der Anfangsphase. Gerade die ersten paar Fokusfolgen fand ich ehrlich gesagt relativ oberflächlich, was nicht gerade dazu beiträgt, dass ich mir die Charaktere gut merken kann, aber langsam wird es besser. Wirklich im Kopf hab ich die meisten zwar immer noch nicht, aber bisher kam zumindest niemand großartig unsympathisch rüber.
Die Organisation hinter den Protagonisten geht am ehesten in Richtung Neos, zu groß für dieses eher familiäre Feeling der ersten Staffel, aber auch nicht so beeindruckend groß wie bei Gaia.


Momentan hab ich also eher noch gemischte Gefühle zu Tiga. Was wirklich Schlechtes hat die Serie bisher zwar noch nicht gemacht, aber was wirklich Gutes halt auch nicht. Das ist natürlich erstmal nur der erste Eindruck, aber so langsam könnte doch mal irgendwas halbwegs Interessantes passieren.
:go-bustersenter:

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Re: Was schaut ihr gerade? (Ultraman Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 29. Jan 2019, 05:24

Ich bin jetzt endlich mit Tiga fertig und naja, also wirklich gut fand ich die Serie nicht. In gewisser Weise war sie Gaia, ohne alles was Gaia interessant gemacht hat. Ein paar der Ansätze waren ganz interessant, aber die meiste Zeit hat mich die Staffel einfach nur gelangweilt.


Die Charaktere waren eigentlich alle in Ordnung es gab jetzt keinen, der mich irgendwie genervt hat, aber was großartig Herausragendes waren sie ehrlich gesagt auch nicht. Ich glaub dass ich locker 30 Folgen gebraucht hab, bis ich mir von allen die Namen merken konnte (das ist selbst für Ultraman Verhältnisse echt lang) und das obwohl alle ihre Namen hinten auf der Uniform stehen hatten. Daigo war an sich ein sympathischer Protagonist, aber verglichen mit beispielsweise Gamu, hat er mich auch nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Er war halt mehr oder weniger der typische optimistische Ultraman Protagonist, was nichts Schlechtes ist, aber die Serie tragen kann man damit alleine halt auch nicht.
Bei den anderen hat mich vor allem die Fokusverteilung etwas gestört, gerade Munakata hatte glaub ich in der gesamten ersten Hälfte genau eine Fokusfolge und bei Yazumi hat es locker 20 Folgen gedauert, bis er überhaupt mal irgendwas halbwegs Interessantes zu tun bekommen hat. Bei einer Serie wie Gaia kann ich über sowas noch ganz gut hinwegschauen, da es bei einer derartigen Menge an Charakteren natürlich nicht leicht ist, allen gleich viel Fokus zu geben, aber hier, mit 7 Hauptcharakteren und keiner wirklichen Story, die Zeit von den Charakteren hätte wegnehmen können, sollte man es schon hinbekommen können, den Fokus einigermaßen gleichmäßig zu verteilen.

Inhaltlich hatte die Serie eigentlich die ersten 40 Folgen absolut gar nichts zu bieten. Es gab keine fortlaufenden roten Fäden oder sonst irgendwas, das man als Handlung hätte bezeichnen könnte und so wirkliche Zwischenhöhepunkte hatte die Serie eigentlich auch nicht. Das einzige, was man in dieser Phase als eine Art Climax bezeichnen könnte, wäre der Zweiteiler 19/20, der zwar jetzt auch nichts sonderlich Spektakuläres war, aber immerhin könnte man die beiden Folgen, durch die Einführung dieses neuen Schiffs als halbwegs relevant bezeichnen. Es gab zwar noch andere Folgen, in denen irgendwelche Hilfsmittel eingeführt wurden, allerdings waren die in den entsprechenden Folgen halt meistens einfach nur da und wurden nur das erste mal benutzt, was durch den militärischen Kontext zwar Sinn macht, aber halt auch nicht unbedingt viel zum Storytelling beiträgt. Die einzig andere Folge, die ich vielleicht noch als relevant bezeichnen würde, wäre die, in der diese Sache mit den Critters zu Ende gebracht wurde, die zuvor schon 1-2 mal aufgetaucht sind.
Die Kontinuität zwischen den Folgen war gut, das muss ich der Serie lassen, es wurden immer wieder mal Vorfolgen erwähnt oder Monster aus ihnen sind ein zweites oder drittes Mal vorgekommen und es gab zumindest eine Handvoll wiederkehrende Nebencharaktere (wenn auch deutlich weniger als in Gaia), die gelegentlich mal Vorgekommen sind, wie Shinjohs Schwester oder diese höheren Mitglieder von TPC, was einem zumindest rückwirkend so ein bisschen das gefühlt vermittelt, sich nicht alles komplett umsonst angeschaut zu haben.
Die einzelnen Folgenhandlungen, muss ich sagen, waren hier allerdings wirklich zu großen Teilen unterdurchschnittlich gut und in den meisten Fällen relativ langweilig. Und gerade bei den paar wenigen Plots, die ich wirklich interessant fand, hatte die Serie dann auch noch häufig die Tendenz, sie in den letzten paar Minuten noch irgendwie zu ruinieren, entweder mit irgendeiner unkreativen, unlogischen Problemlösung (à la Tiga packt random irgendeine neue Fähigkeit aus, die er in 30 Folgen noch nie benutzt hat o.ä.) oder durch so ein kitschiges und/oder pseudo-melodramatisches Ende, bei dem ich mal wieder um den Tod eines One-Shot Charakters (oder Kaijuus) heulen soll. Ich glaub dass mir in den gesamten ersten 40 Folgen vielleicht maximal 1/3 der Folgen ganz gut gefallen haben und das ist halt schon ein verdammt schlechter Wert für eine Serie, die außer den Folgenhandlungen so gut wie nichts hat um sie zu tragen.

Und was für mich hier halt, vor allem im direkten Vergleich zum originalen Ultraman, noch dazu kommt, das ist das Monster-Konzept, das hier einfach nicht richtig erklärt wurde. Man hat nachwievor eigentlich keine Ahnung, wo genau die Monster auf einmal alle herkommen. Zwar hat man die Frage zwischendurch selbst 1-2-mal kurz angeschnitten, sie dann aber letztlich nie wirklich beantwortet. Bei einzelnen Monstern schon, da gab’s durchaus einige, die einen guten Background hatten, aber es gibt halt keine übergeordnete Erklärung dafür, warum die alle genau jetzt auftauchen oder sonst irgendwas, das sie verbindet. Es gab echt einige Monster, die irgendwann vor 20 Jahren mal entstanden sind, aber die ganze Zeit über einfach gar nichts gemacht haben und erst jetzt auftauchen, wo es einen Ultraman als ebenbürtigen Gegner gibt, als ob sie ernsthaft gewartet hätten, damit es einen fairen Kampf gibt. In der originalen Serie war das ok, weil es da In-Universe immer schon Monster gab, aber Tiga gibt dieses Konzept einfach nicht her, weil es hier so dargestellt wurde, als wären die Leute von GUTS zu Beginn der Staffel das erste Mal auf Monster getroffen. Wenn man sowas macht, dann sollte man schon dafür sorgen, einen konkreten Auslöser einzubauen, was man hier aber nicht gemacht hat.
Vor allem wäre es ja nicht mal so, als hätte man keine gute Grundlage dafür gehabt. Dieser ganze Background, mit der antiken Zivilisation für die Tiga gekämpft hat, hätte eigentlich sehr viel Potential gehabt, man hätte ähnlich wie Kuuga, das Ergründen und wieder entdecken dieser Zivilisation zur treibenden Kraft der Serie machen können und auch einen Zusammenhang mit der Monsterflut hätte man da miteinbauen können, aber stattdessen hat man das Ganze zu Beginn der Staffel einfach in den Raum hineingeworfen und danach bis auf 2-3 kleinere Erwähnungen bis kurz vor Schluss komplett ignoriert.

Das erste Mal das Gefühl, dass es wirklich mal sowas wie Story gab, hatte ich dann Mitte der 40er, wo es zumindest mal 3 Folgen gab, wo man zunächst diesen Zweiteiler mit Evil Tiga hatte, aus dem man meiner Meinung nach auch noch deutlich mehr hätte machen können und danach noch eine einzelne Folge in der man auf das Schicksal dieser antiken Zivilisation eingegangen ist, die am Anfang als Teil von Tigas Background erwähnt (und seitdem nicht mehr aufgegriffen) wurde. Beides war jetzt nicht wirklich was Besonderes, aber es hat mich zumindest mal aus dem Tiefschaf aufgeweckt. Danach gab es nochmal eine Handvoll Füller, die ich teilweise ziemlich random fand. Unter anderen hat man sich zunächst eine Freundin für Horii aus dem Ärmel gezogen, von der man noch nie zuvor was gehört hatte und direkt danach hatte TPC auch plötzlich eine Mondbasis, die davor auch noch nie ansatzweise erwähnt wurde. Auch die Tsuburaya Folge kam etwas random so kurz vorm Finale, aber zumindest fand ich die Folge für sich genommen ganz nett.
Der finale Dreiteiler hat mich jetzt ehrlich gesagt auch nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Die Atmosphäre war zwar ganz cool und solche Basis Evakuierungen find ich immer schön, aber bei diesem Darkness Monster hat man natürlich auch nicht so wirklich erklärt, wo genau es herkommt, außer dass es vielleicht irgendwas mit diesen Killelu Aliens zu tun haben könnte. Mal abgesehen davon, dass ich absolut keinen Plan habe, woher Rena plötzlich wusste, dass Daigo Tiga ist. Bzw. später wussten es dann sogar alle und es wurde mehr oder weniger so dargestellt, als hätten sie es schon lange gewusst, was an sich nicht abwegig wäre, ich meine, es war hier genauso offensichtlich wie sonst auch immer, aber die Reaktion von Rena ist doch nicht die einer Person, die diese Information schon seit Monaten hat. Sie hat eher so gewirkt als hätte sie es gerade erst erfahren. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ich die Vorstellung, dass alle es die ganze Zeit gewusst, aber nicht darüber geredet haben, wirklich besser finden soll, als die Vorstellung, dass sie zu inkompetent waren, es heraus zu finden. Ach ja und natürlich musste man dann im Finale auf „das Licht in den Herzen der Menschen“ zurückgreifen um Tiga wiederzuerwecken, obwohl man eigentlich schon einen sehr guten wissenschaftlichen Ansatz hatte, es zu erklären, der dann aber selbstverständlich nicht funktioniert hat. Den einzigen Plus Punkt den ich dem Finale gebe ist, dass man ein paar Vorausgehende One-Shot Charaktere eingebaut hat.


In der Summe fand ich Tiga ziemlich schwach. Im Grunde ist sie einfach die Personifikation aller Formeln, die Ultraman typischerweise benutzt, aber ohne ihnen dabei irgendwas wirklich Besonderes mitzugeben, das die Serie positiv herausstechen lässt. Ein paar ganz gute Einzelmomente hier und da, aber recht viel mehr konnte ich der Serie nicht wirklich abgewinnen.
(Fun Fact: Nicht dass es wichtig wäre, aber ich hab mit Tiga jetzt insgesamt die 5000 Toku Folgen überschritten)
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