Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

The American Way of Toku.

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Ranger L
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Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 4. Jan 2021, 05:08

Ich hab jetzt mal so einen Thread aufgemacht, Power Rangers war ja praktisch das einzige große Franchise, das noch keinen hatte (zumindest hab ich keinen gesehen) und vielleicht kann ich ihn ja auch im Laufe des Jahres mal für den ein oder anderen Rewatch brauchen. Daher dachte ich, kann nicht schaden.
Wie bei Rider hab ich mir hier wieder nacheinander sämtliche Startfolgen (bzw. Startmehrteiler) angeschaut, meine Gedanken dazu aufgeschrieben und zeitgleich ein neues Ranking erstellt.


MMPR Staffel 1:
Ich bin nach wie vor kein großer Fan dieser Startfolge. Die ersten paar Minuten waren ganz ok, man hat es eigentlich recht schön hinbekommen, einem die Charaktere vorzustellen, auch wenn die zugegebenermaßen alle relativ selbst erklärend sind, aber ab dem Zeitpunkt, an dem Zordon die fünf in die Kommando Zentrale teleportiert hat, hat es angefangen nachzulassen. Danach gab’s erst mal nen großen Exposition Dump, bei dem Zordon seinen Rangers grob die Ausgangssituation erklärt hat und ihnen dann alles vor die Füße geworfen hat, was sie so brauchen. Zachy war in der Situation in gewisser Weise der nachvollziehbarste Charakter, dafür dass er das alles erst mal in Frage gestellt hat und auch vorgeschlagen hat zu gehen. Dass die Rangers sich durch den Kampf mit der Monster Patrouille dann doch dafür entschieden haben, ihr Schicksal anzunehmen, find ich an sich in Ordnung (gab schon Sentai Staffeln, bei denen das schlechter umgesetzt wurde), aber der anschließende Kampf war halt schon recht random. Zordon teleportiert die Rangers einfach in der Gegend rum, alle können ihre Waffen, Anzüge und Zords benutzen, als hätten sie nie was anderes gemacht und dass Goldar einfach so aufgibt und verschwindet, war auch ein ziemlich unbefriedigendes Ende, für den ersten Kampf. Generell hätte man sich die Einführung der Zords in der ersten Folge sparen können. Ist jetzt nicht so schlecht, wie die schlechtesten Rider Startfolgen, aber für Power Rangers Verhältnisse schon relativ schwach finde ich.

MMPR Staffel 2:
Das war gleich mal deutlich besser. Allein dass das hier ein Dreiteiler war, hilft enorm, ebenso wie die Tatsache, dass man jetzt schon ein etabliertes Team von Rangers hat, auf dem man aufbauen kann. Der erste Auftritt von Zedd ist nach wie vor ziemlich cool, eingeschlossen der Szene, in der Zordon den Rangers erklärt, mit wem sie es zu tun bekommen werden und dass Goldar Rita einfach so verrät ist zwar etwas random, aber ehrlich gesagt schon irgendwie ziemlich witzig. Zedds Plan, die Zords auszuschalten bzw. sie gegen die Rangers zu verwenden ist tatsächlich ziemlich clever und ich mag auch die Z-Putties, mit ihren Energie Zentren auf der Brust irgendwie. Was ich außerdem ganz nett finde, auch wenn’s nur ne Kleinigkeit ist, das ist, dass man in den ersten beiden Folgen zu Beginn noch das Intro der ersten Staffel gespielt hat, ich wünschte man hätte das bis In Space durchgezogen. Irgendwie hilft das, die Illusion aufrecht zu erhalten, dass das alles eine durchgehende Story ist und man noch nicht weiß, in welche Richtung sie sich entwickeln wird. Das einzige was ich etwas nervig fand ist, dass Zordon wie immer schon vorher über alles Bescheid weiß bzw. mit allem rechnet und immer schon irgendwas vorbereitet hat, um dagegen vorzugehen. Das macht die Problemlösung halt deutlich unkreativer (auch wenn man hier immerhin noch das mit der Steuerung eingebaut hat) und außerdem frag ich mich immer, warum er mit sowas nicht mal vorher rausrückt und sondern immer erst, wenn’s brenzlig wird.

MMPR Staffel 3:
Zunächst mal, ich weiß dass wohl offiziell A Friend in Need als Start von Mighty Morphin 3 gilt, aber ich hab mich dazu entschieden, das einfach mal gekonnt zu ignorieren, weil das nicht den geringsten Sinn ergibt. Was Ninja Quest betrifft, das ist nach wie vor ein sehr starker Vierteiler. Man könnte wohl argumentieren, dass es nicht unbedingt 4 Folgen hätten sein müssen, aber ich fand jetzt nicht, dass sich das Pacing in irgendeiner Form gestreckt angefühlt hat. Vom erscheinen Ritos über die Zerstörung der Zords und die Wüste der Verzweiflung bis hin zum Ninja Tempel hat sich alles schön fließend angefühlt und war von Anfang bis Ende unterhaltsam. Sogar der Bulk und Skull B-Plot war hier ziemlich gut, generell war das der Bereich in dem sie für mich immer mehr angefangen haben, gut zu werden. Das hat sich definitiv nach dem Power Rangers angefühlt, dass ich gut finde.

Zeo:
War in Ordnung aber definitiv schwächer als die letzten beiden. Was mich vor allem etwas irritiert hat war, wie einfach man den Cliffhanger von Mighty Morphin 3 hier einfach abgefertigt hat. Rito und Goldar haben den Zeo Kristall verloren, die Rangers finden ihn, die Kommando Zentrale entsteht neu und schon ist innerhalb von 10 Minuten im Grunde alles beim alten. Das find ich doch etwas schwach nach so einem guten Staffel Finale. Außerdem wird mir das Roboter Imperium hier ein wenig zu hart aufgebauscht, dafür dass die eigentlich ein ziemlich Witz sind. Vor allem find ich’s auch seltsam, dass hier gesagt wird, ihnen würde alles gehören, wenn doch etabliert wurde, dass auch Zedd und der Meister des Schreckens bereits Herrscher einer Galaxie sind. Hätte man es nicht wenigstens auf die Hälfte des Universums beschränken können. Was ich allerdings gut finde ist, dass man hier tatsächlich die komplette erste Folge lang keine Kämpfe oder verwandelte Szenen hatte.

Turbo:
Das fällt als Staffelstart so ein bisschen aus dem Rahmen. Diese Folgen mussten eigentlich nicht mehr wirklich viel einführen oder etablieren, weil das meiste davon vom Turbo Film ja bereits abgedeckt wurde. Das hatte auch zur Folge, dass sich ein Großteil dieses Dreiteilers, vor allem die ersten 1 ½ Folgen so ein bisschen wie ein Füller Plot angefühlt haben. Was ich ganz gut fand war, dass man am Anfang Rocky nochmal eine kleine Abschiedsszene gegeben hat und auch nochmal geklärt hat, dass er als Ranger nicht zurück kommen würde und dann gab es ab Mitte der zweiten Folge natürlich noch den Plot um Zordons Heimreise, die zwar irgendwie etwas aus dem Nichts kam, aber vom Prinzip her fand ich das war das auch in Ordnung. Dimitria als Ersatz find ich an sich ok (auch wenn ich nicht verstehe, warum man auch Alpha austauschen musste), allerdings finde ich es nach wie vor schade, dass man nie mehr auf ihre Herkunft eingegangen ist, obwohl man ja sogar später mal angeteasert hat, dass sie Divatox‘ Schwester sein könnte. Ach ja und Bulk und Skull in Affen zu verwandeln ist nach wie vor ziemlich schwachsinnig. Im Grunde war das für das was es sein sollte kein schlechter Dreiteiler, man hätte ihn allerdings ohne weiteres auf 2 Folgen zusammen kürzen können, ohne dass ein größerer Mehrwert verloren gegangen wäre.  

In Space:
Hier hat man den Cliffhanger der Vorstaffel auf jeden Fall deutlich besser aufgelöst, als in Zeo. Man hat es ganz gut hinbekommen, die Story so fortzuführen, dass die Rangers ihren Kopf aus der Schlinge ziehen konnten, ohne dabei stumpf die Ereignisse der Vorstaffel zu annullieren. Generell ist In Space für mich ja der Start der besten Ära von Power Rangers womit sie sich vom Stil her schon sehr nach dem angefühlt hat, womit ich auch aufgewachsen bin. Was ich so ein bisschen random fand war die Tatsache, dass das Nasada Shuttle einfach mal eben mit dem Astro Mega Raumschiff kompatibel ist und auch direkt davon angezogen wurde, daran ändern auch irgendwelche Codes von Zordon nichts. Und hier kommt es im ersten Moment auch noch etwas seltsam rüber, dass Andros einfach Verwandler für alle parat hat, aber ich denke das macht durchaus Sinn, mit dem Background, den er später noch bekommt.

Lost Galaxy:
Das ist ja die erste Startfolge im klassischen Sinne, die auch wirklich den Beginn einer neuen Story darstellt, seit Mighty Morphin 1 und ich würde auf jeden Fall, recht viel besser hätte man das nicht machen können. Mal abgesehen von diesem Wurmloch, das sich rein zufällig direkt vor Maya öffnet war das als Set-Up wirklich extrem stark. Sehr schönes Pacing, man hat sich viel Zeit gelassen alles zu etablieren, Damon ist sogar erst in der zweiten Folge aufgetaucht und die Rangers haben sich auch erst am Ende der zweiten Folge zum ersten Mal verwandelt. Das Setting ist nach wie vor sehr kreativ und wenn man mal ignoriert, zu welchen Problemen es später führen wird, auch einfach extrem cool, außerdem hat man es sogar geschafft, mit Mike noch einen kleinen dramaturgischen Effekt zu erzeugen. Auch wenn ich sagen muss, dass ich nach wie vor, jedes Mal abbreche, wenn Damon melodramatisch seinen Namen schreit, obwohl er den vermutlich gar nicht kennen sollte, weil er ihm erst 2 Minuten zuvor das erste Mal begegnet ist. Aber ansonsten wie gesagt eine sehr gute Art und Weise eine neue Ära einzuleiten.

Lightspeed Rescue:
Ich sag nach wie vor, diese Folge ist im Wesentlichen Day of the Dumpster done right. Vom Aufbau her ist es im Prinzip dieselbe Story, aber durch den Militärischen Kontext der Staffel funktioniert das Setting halt nicht nur wesentlich besser als Mighty Morphin sondern auch besser als GoGoV. Hier wurden die Rangers tatsächlich aufgrund ihrer Qualifikationen ausgewählt und nicht einfach nur fünf random Teenager genommen oder auch die eigenen Kinder (welche man zuvor aufgrund einer Theorie verlassen hat). Man hatte hier außerdem keinen Mechakampf, wodurch für einen Einteiligen Start auch das Pacing ziemlich anständig war und auch die Befreiung der Dämonen durch diese Beduinen gefällt mir ehrlich gesagt etwas besser als die Astronauten die zufälligerweise auf Rita’s Mülltonne stoßen. Aus einer Einzelfolge kann man wahrscheinlich kaum mehr rausholen.

Time Force:
Das ist nach wie vor eine der besten Startfolgen irgendeines Tokus. Vom Verlauf und dem Pacing her ging das in dieselbe Richtung wie Lost Galaxy mit einem Team, das erst in der zweiten Folge vollständig versammelt ist und einem originalen roten Ranger der „stirbt“, bevor sein Nachfolger übernehmen kann, nur dass das alles hier irgendwie noch deutlich effektiver war. Der „Tod“ von Alex war hier ja schon in der ersten Folge und ich fand den ehrlich gesagt noch deutlich besser gelungen als das Fallen in die Erdspalte von Mike. Generell war die erste Folge recht atmosphärisch für Power Rangers Verhältnisse. Ich find’s auch gut, dass man hier anders als in Timeranger die gesamte erste Folge in der Zukunft verbracht hat und sich dann in der zweiten Folge mit der Suche nach einem neuen roten Ranger beschäftigt hat. Es ist halt einfach so viel angenehmer zu schauen, wenn man nicht alles in die erste Folge quetscht. Und ich muss auch sagen, obwohl ich es nach wie vor ziemlich arschig von Jen finde, Wes den Verwandler wieder wegzunehmen, hat man so auch noch gleich einen Teil der Handlung für die dritte Folge offen gelassen. Sehr gutes Storytelling an der Stelle.

Wild Force:
Das ist eine Startfolge, die ich früher nie so wirklich mochte und auch wenn ich sie wahrscheinlich immer noch schwächer finde, als die letzten paar, ist es rückwirkend betrachtet jetzt auch kein schlechter Start. Man muss halt einfach sagen, dass das eine relativ direkt adaptierte Folge war, weshalb sie sich dementsprechend auch mehr nach einer Sentai Startfolge angefühlt hat, aber für Sentai Verhältnisse war es immer noch über dem Durchschnitt. Man hat es zumindest ganz gut geschafft, einem die Ausgangssituation zu erklären, den Charakteren ein paar Momente zu geben und trotzdem noch etwas Luft zum atmen zu lassen. Dass vier von fünf Rangers hier bereits vor Beginn der Serie aktiv waren, hat mich als Kind immer ein wenig irritiert, aber wenn ich es jetzt sehe, dann finde ich es eigentlich besser so, weil das eben ermöglicht hat, trotzdem noch ein ganz gutes Pacing zu haben, obwohl es nur eine Einzelfolge war.

Ninja Storm:
Auch wenn ich von der Staffel selbst kein großer Fan bin, find ich immer noch, dass die Startfolge gar nicht so schlecht ist. Mir gefällt vor allem das Setting mit der Ninja Schule und dem Konzept, dass die drei schlechtesten Schüler augenscheinlich als Notlösung zu Rangers werden müssen (auch wenn sich mir rückwirkend so ein bisschen die Frage stellt, wie genau die eigentlich an diese Schule gekommen sind bzw. von ihr erfahren haben). Lothor und seine Truppe kommen hier eigentlich noch relativ ernstzunehmend rüber, vor allem bei ihrem Sturm auf die Akademie und generell fand ich den Humor hier noch einigermaßen erträglich im Vergleich zum Rest der Staffel. Vielleicht bin ich auch mittlerweile nicht mehr so empfindlich darauf. Ninja Storm ist generell eine Staffel, der ich in absehbarer Zeit mal eine neue Chance geben will. Was mir nach wie vor missfällt ist, dass man hier versucht hat, die Power Rangers quasi zu einer TV Serie bzw. Comic Reihe zu retconnen, aber naja, ich weiß dass es nicht lange gehalten hat, also egal.

Dino Thunder:
Das war mal wieder ein absolut starker Startzweiteiler. Ähnlicher Stil wie Time Force oder Lost Galaxy, auch wenn hier niemand stirbt, aber auch hier hat es wieder bis Ende der zweiten Folge gedauert, bis sich die Rangers das erste mal verwandeln. Durch die Tommy Szene am Anfang hatte man sogar trotzdem noch nen right into action Start und danach konnte man erst mal relativ ruhig weiter machen und langsam die Charaktere etablieren. Die erste Folge hatte sogar so ein leichtes Mystery Feeling durch diese ganzen Szenen im Wald und in Tommys Höhle. Außerdem liebe ich den Humor von Dino Thunder. Der fühlt sich irgendwie an, wie eine subtilere Form des Ninja Storm Humors mit etwas besserem Timing. „Ich verriegle die Türen, als würde das was bringen.“ Lol. Und was ich auch nach wie vor super finde ist, dass sich die Rangers nicht direkt auf Anhieb verstehen und die ganze Zeit so ein bisschen scherzhaft beleidigen. Nicht arschig, so wie Jen, sondern einfach auf ne humorvolle Art zeigen, dass man nicht immer auf einer Wellenlänge sein muss. Sowas fehlt mir irgendwie in modernen Staffeln ein wenig.

S.P.D.:
Auch hier wieder ein sehr guter Start. Vom Setting her so ein bisschen wie Time Force nur ohne die Reise in die Vergangenheit. Was mir nach wie vor extrem gut gefällt ist das Konzept, dass die Protagonisten der Serie eigentlich nur die zweite Wahl sind und in-Universe eigentlich gar nicht im Vordergrund stehen sollten, auch nochmal sehr gut dadurch untermauert, dass die A-Einheit in der zweiten Folge den Megazord Kampf übernommen hat. Auch das Jack und Z erste nachträglich ins Team geholt werden ist ganz cool, vor allem wenn man weiß, warum sie so sind, wie die anderen drei. Was hier besonders im Vergleich zu Dekarangers hervorsticht, abgesehen davon, dass das hier ein Zweiteiler war natürlich, das ist die Tatsache, dass Grumm die ersten beiden Folgen erst mal dazu nutzen musste, um überhaupt zur Erde zu gelangen, die er folglich erst in der dritten Folge so wirklich erreichen wird. Das hilft auf jeden Fall dabei, dass sich die Folge auch wirklich wie ein Set-Up für eine übergeordnete Handlung anfühlt.

Mystic Force:
Ein weiterer guter Startzweiteiler. Vom Ablauf her hat es sich angefühlt wie eine Mischung aus Mighty Morphin und Time Force, mit 5 „Auswählten“ die die Stelle zunächst ablehnen und einem aktiven Ranger, der im Kampf verliert, bevor das neue Team übernimmt, nur dass Udonna hier nicht stirbt, was meiner Meinung nach ja immer noch eine der besten Entscheidungen ist, die Mystic Force im Vergleich zu Magiranger getroffen hat. Ich find’s auch gut, dass man hier mit Nick gezeigt hat, das ein paar Phrasen wie „Ich glaube an Magie“ allein noch nicht ausreichen, um ein Ranger zu sein, wenn man es nicht wirklich fühlt. Nebenbei bemerkt find ich nach wie vor, dass an Magie zu Glauben eine wesentlich bessere und logischere Erklärung dafür ist, wieso jemand Magie einsetzen kann, als Courage. Weniger generisch, hat mehr mit dem Thema zu tun und wird nicht wie ein Allheilmittel benutzt. Ähnlich zu Dino Thunder hatte man auch wieder ein gewisses Mystery Feeling (was man wohl auch haben sollte, bei einer Staffel, die sie sich Mystic Force nennt) und generell sind die ganzen Wald Szenen hier recht atmosphärisch. Und was ich auch noch cool finde ist, dass man hier schon direkt am Anfang ein wenig was von der Dynamik unter den Schurken sehen konnte und die Rivalität zwischen Koragg und Morticon angeteasert hat. Sehr schönes Set-Up für den Rest der Staffel.

Operation Overdrive:
Das war vom Stil her ein bisschen anders als die letzten paar Staffeln, die sich alle sehr an diesem Lost Galaxy/Time Force aufbau orientiert haben, aber trotzdem auf ihre eigene Art und Weise ziemlich gut. Die Rekrutierung der Rangers ging auch so ein bisschen in Richtung Mighty Morphin bzw. auch Lightspeed Rescue, mit den Szenen in denen Hartford jedem einzeln seine Botschaft zukommen hat lassen. Die Entstehung der Rangers ging dieses Mal ein bisschen schneller von Statten, das Erscheinen des Goldenen Ritters war zugegebenermaßen auch ein etwas generisches Mittel, um die Rangers von ihrem Schicksal zu überzeugen, aber im Vergleich zu vielen Sentai Staffeln ging das vom Pacing her immer noch voll in Ordnung und außerdem hatte man so in der zweiten Folge direkt noch Zeit ein paar gute Charakter Momente (erst zwischen Mack und Spencer, dann zwischen Mack und Hartford) einzubauen. Und natürlich muss man, wenn man über Overdrive redet auch erwähnen, dass das Set-Up der Serie mit den Juwelen der Corona (lol) und den verschiedenen Fraktionen, die danach Suchen einfach sehr stark ist und eine perfekte Ausgangslage für ein gutes Storytelling liefert, auf dem die Staffel auch aufbaut.

Jungle Fury:
Ich muss sagen, dass ich das tatsächlich ein bisschen schwächer fand, als die letzten paar Startfolgen. Immer noch in Ordnung, aber für Power Rangers fand ich das Pacing vor allem in der ersten Folge eher mittelmäßig, besonders das Ende der ersten Folge, wo Casey Probleme hatte sich zu verwandeln, während Lilly und Theo schon kämpfen und er es dann doch schafft, um Fran zu retten, irgendwie ist das so rüber gekommen, wie das was man in Mystic Force mit Nick gemacht hat, aber auf 2 Minuten zusammengepresst. Hätte man auf jeden Fall eleganter lösen können. Auch diese ganze Sache mit dem Ausbruch von Dai Shi war ein wenig arg konstruiert für meinen Geschmack, dass Jarrod Meister Mao da exakt im richtigen Moment angreift, damit die Truhe runter fällt und das auch noch zufälligerweise an genau dem Tag, an dem die neuen Wächter ausgewählt werden, das hat sich schon ein wenig erzwungen angefühlt. Was nach wie vor ziemlich cool ist, das ist der „Twist“ dass RJ der neue Meister der Rangers ist und er gehört ja auch generell zu meinen absoluten Lieblingscharakteren. Und die ganzen Trainingsszenen in der zweiten Folge mit Theo und Casey waren auch ziemlich gut.

RPM:
Das ist wieder so eine Folge, die ich als Kind irgendwie nicht so sehr zu schätzen wusste, aber wenn ich sie jetzt so sehe, dann ist das eigentlich ein ziemlich starker Start. Allein dieser Prolog der dann mit dem „Power Rangers: RPM“ Titelscreen endet ist sehr geil und auch die anschließenden Szenen mit Dillon außerhalb der Kuppel. Die erste Begegnung von Ziggy und Dillon ist nach wie vor extrem witzig. Dass die Rangers sich hier alle in Situationen befinden, die ohne Kontext erst mal etwas seltsam wirken, wird deutlich besser mit dem Vorwissen, dass später jeder eine Folge bekommt, in der man seinen Weg bis zu diesem Punkt zurück verfolgt. Vermutlich war das auch ein Punkt, der mich früher gestört hat, ich würde das der Folge aber nicht unbedingt ankreiden, da ich eigentlich ja keine Startfolgen schaue, mit der Intension danach aufzuhören und als Gesamtwerk, finde ich dieses Konzept nach wie vor genial. Der erste verwandelte Auftritt der Rangers kam dann erst gegen Ende der ersten Folge, wodurch man auch hier wieder ein recht gutes Pacing hatte, dafür dass es (mehr oder weniger) nur eine Einzelne Folge war. Im Grunde könnte man allerdings sowieso die ersten 3 Folgen als Opening Arc bezeichnen, also von dem her kann man der Staffel eh keinen Vorwurf machen.

Samurai:
Genau wie Wild Force war das wieder eine ziemlich direkt von der Vorlage übernommene Startfolge, was auch wieder zur Folge hatte, dass sie sich deutlich mehr nach einem Sentai Start angefühlt hat. Witziger Weise war das Set-Up dabei sogar nahezu das glatte Gegenteil von Wild Force, mit einem roten Ranger, der schon vor Beginn der Staffel aktiv war und den anderen vier, die im Lauf der Folge hinzugestoßen sind. Vom Pacing her muss ich aber sagen, dass es doch etwas schwächer war, weil man im Prinzip nur die erste Hälfte der Folge Zeit hatte, das Etablieren des Teams über die Bühne zu bringen, während die zweite Hälfte fast ausschließlich aus Kampfszenen bestanden hat (typisch Sentai eben) und dass das hier der Beginn der „Kampfgequatsche-Ära“ ist, hilft dabei auch nicht unbedingt. Dass man einen Mecha Kampf eingebaut hat (auch wenn man immerhin noch den formierten Megazord weggelassen hat), kann ich noch irgendwie verstehen, weil man das halt mit dem Konzept wie die Nighlocks funktionieren kaum vermeiden konnte, außer man hätte es über’s Folgeneck gelegt. Für sich genommen hat die Folge schon funktioniert, aber für Power Rangers war das definitiv ein unterdurchschnittlicher Start.

Megaforce:
Diese Startfolge ist halt sehr offensichtlich als Homage an Day of the Dumpster konzipiert, was mir vermutlich was bedeuten würde, wenn ich Day of the Dumpster gut finden würde, was ich aber nicht tue, weshalb diese Folge für mich im Wesentlichen wie ein Abklatsch eines ohnehin schon nicht guten Produktes angefühlt hat. Ob ich sie jetzt besser oder schlechter finden soll, als das Original weiß ich selbst nicht so recht, auf der einen Seite hatte sie zumindest keinen Megazord Kampf oder auch eine Bulk & Skull Szene, die nichts zu irgendwas beiträgt, auf der anderen Seite hingegen haben die Rangers ihr Schicksal halt noch schneller angenommen, als in Mighty Morphin, der erste Kampf hat sich trotzdem stark gezogen (vielleicht hat es sich auf Grund des Kampfgequatsches aber auch nur so angefühlt) und was halt noch dazu kommt ist was, das mich am Setting von Megaforce schon immer aufgeregt hat, nämlich die Tatsache, dass es keinerlei Verbindung zwischen den Schurken und den Helden zu geben scheint. Es gibt halt gar keinen Grund dafür, warum genau diese Rangers gegen diese Schurken kämpfen. Dass nie geklärt wird, wer oder was Gosei eigentlich ist, hilft auch nicht dabei. Ansonsten liegen die Probleme der Folge größtenteils an denselben Stellen wie bei Day of Dumpster. 

Dino Charge:
Definitiv besser, als die letzten beiden Folgen, allein vom Pacing her war das wieder wesentlich angenehmer. Der lange Prolog war hier wieder ziemlich cool und ich find’s auch sehr gut, dass sich die erste Folge eigentlich nur auf Tyler und Shelby fokussiert hat, während die anderen nur angeteasert wurden bzw. Riley sogar erst in der zweiten Folge seinen ersten Auftritt hat. Charakterlich muss man auch einfach sagen, selbst nach zwei Folgen sind die Dino Charge Rangers wohl die am besten charakterisierten Rangers der letzten 10 Jahre. Was mich auf jeden Fall irritiert ist, dass der Verwandler der Rangers hier einfach so aus dem nichts auftaucht, sobald sich jemand mit dem Energem verbindet, dafür scheint es keinen so wirklichen Grund zu geben und dass Sledge einfach mal eben 65 Millionen Jahre gebraucht hat, um wieder zurück zur Erde zu finden, finde ich ehrlich gesagt auch eher so semi-plausibel, aber naja. Im Großen und Ganzen auf jeden Fall ein recht ordentlicher Staffelstart.

Ninja Steel:
Hm, vom Aufbau her ging das in eine ähnliche Richtung wie der Start von Dino Charge, auch hier hat man nur die Hälfte des Teams schon in der ersten Folge zu Rangers gemacht, mit den anderen beiden in der Zweiten Folge. Das Pacing war gut und ich mochte auch das Konzept, dass Calvin und Hayley auf Mick stoßen während Sarah und Preston mit Brody rumhängen wodurch die zweite Folge recht unterhaltsam war, mit ihren beiden parallelen Handlungssträngen. Auch der Twist mit dem Gold Star am Ende war ziemlich cool um einen fortlaufenden roten Faden zu etablieren (der Erste und Letzte den die Serie je haben wird lol). Das einzige Problem, dass dieser Startzweiteiler hatte war, dass er leider unter etwas gelitten hat, das auch einige Rider Startfolgen nach unten gezogen hat, nämlich das Wissen, dass fast alles was hier im Laufe der Folge noch offen gelassen wurde, niemals so wirklich erklärt werden wird. Was zum Teufel ist das Ninja Nexus Prism, wo kam es da am Anfang im Prolog eigentlich her und warum kann es eigenständig denken und handeln? Woher wusste Galvanax von seiner Existenz und wo kommt der eigentlich her? Was genau ist dieses Ninja Steel, dass sich da außen rum gebildet hat. Und was genau hat es mit der „Legende“ der Zords auf sich und wieso basieren die auf etwas, das mit den Rangers zu tun hat? Alles Dinge, die hier ziemlich random in den Raum hineingeworfen werden und die man beim ersten Mal anschauen halt hinnimmt, weil man davon ausgeht, dass das später schon noch beantwortet wird, aber wenn man das Ganze dann zum zweiten Mal sieht, mit dem Wissen, dass zu keinem davon jemals irgendwas kommen wird, da die Serie zu beschäftigt mit ABSOLUT GAR NICHTS war, dann ist das halt schon so ein bisschen frustrierend und zieht den Gesamteindruck auf jeden Fall nach unten. Nicht unbedingt ein schlechter Start, aber rückwirkend wäre es vielleicht besser gewesen, wenn man von Anfang an etwas mehr darauf geachtet hätte, ein paar Fragen zu beantworten.

Beast Morphers:
Das halte ich nach wie vor für eine ziemlich gute Startfolge, gerade auch für einen Einteiler hat man hier schon einen sehr guten Job gemacht. Das Pacing war wieder recht gut, anders als in den letzten Paar Startfolgen ist hier halt direkt von Anfang an vieles recht selbsterklärend, vor allem die Kraftquelle ist hier auf Anhieb sehr viel logischer und das Wissen, dass Evox später noch erklärt wird erzeugt hier natürlich den Gegenteiligen Effekt von Ninja Steel. Das Konzept mit den Avataren ist auch ein sehr guter Ausgangspunkt für die Serie, um wieder einen roten Faden zu haben. Die Charaktere machen hier in gewisser Weise sogar fast einen besseren Eindruck, als im restlichen Verlauf der Serie. In der Summe wahrscheinlich sogar mein Lieblings Post-Disney Staffelstart.


Tja und das bringt dann auch den Power Rangers Staffelstart Marathon zu einem Ende. War ebenfalls wieder recht cool und ich hab jetzt auch hier ein paar Ideen, bei welchen Staffeln mich ein Rewatch am meisten Reizen würde. Mein Ranking muss ich auf jeden Fall sagen, hat sich dieses Mal definitiv nicht ganz so stark verändert, wie bei Rider, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mit Ausnahme der letzten paar eigentlich schon jede Staffel mehrmals gesehen habe und daher vermutlich, als ich mein erstes Ranking vor ein paar Jahren erstellt hab, die meisten Folgen noch deutlich besser in Erinnerung hatte, als die von Rider, die ich zuvor ja alle nur einmal gesehen hatte. Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass die ersten beiden Plätze und die letzten beiden Plätze exakt gleich geblieben sind. Was mich tatsächlich überrascht hat war, dass ich den Start von Jungle Fury gar nicht mal so gut fand, die Folgen hatte ich definitiv besser in Erinnerung. Auch Ninja Steel ist etwas gefallen, dadurch dass ich eben schon wusste, wie sich die Staffel entwickeln wird (und das war nebenbei auch die einzige Startfolge, die ich zuvor nur ein einziges Mal gesehen hatte). Die einzigen beiden Staffeln, die sich signifikant steigern konnten, sind Mighty Morphin 3 und Operation Overdrive, ansonsten beschränken sich die Veränderungen größtenteils auf ein paar Plätze hoch oder runter, was nicht unbedingt viel aussagt, da eigentlich der gesamte Bereich zwischen Platz 3 und Platz 15 so eng ist, dass lediglich Nuancen entschieden haben, was ich wo hin packe.

1. Time Force
2. Dino Thunder
3. S.P.D.
4. Mystic Force
5. RPM
6. Lost Galaxy
7. MMPR 3
8. Operation Overdrive
9. Beast Morphers
10. Lightspeed Rescue
11. Ninja Storm
12. MMPR 2
13. Dino Charge
14. In Space
15. Wild Force
16. Jungle Fury
17. Ninja Steel
18. Turbo
19. Zeo
20. Samurai
21. MMPR 1
22. Megaforce

Letztes Mal hab ich ja die Behauptung aufgestellt, dass Power Rangers Startfolgen im Schnitt einfach besser sind, als die aller anderen Toku Franchises und ich würde schon sagen, dass ich mich darin bestätigt sehe. Es gab hier auf jeden Fall auch welche, die ich nicht so mochte, aber allein die oberen 2/3 halten den Schnitt so weit oben, dass ich sie ganz klar über den Durchschnitt von Rider stellen würde und selbst die schwächsten hier wie Mighty Morphin 1 oder Megaforce würde wahrscheinlich noch über die schlechtesten paar Rider Startfolgen stellen, weil ich bei denen zumindest sagen kann, dass sie es hinbekommen haben, das Setting der Serie vernünftig zu etablieren und noch halbwegs Luft zum atmen zu lassen. In gewisser Weise hat mir das mal wieder eine Frage aufgeworfen, die ich mir schon 1-2 mal gestellt hatte: Ist Megaforce wirklich schlechter als die Decade? Mittlerweile bin ich mir da nämlich nicht mehr so sicher.
:go-bustersenter:

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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Fr 26. Feb 2021, 05:22

Ich hab ja letztes Jahr mal gesagt, dass ich gern irgendwann mal nen Zordon Ära Rewatch machen würde und generell wollte ich Power Rangers wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenken, deshalb hab ich mich relativ spontan dazu entschieden, mir Mighty Morphin 1 anzuschauen. Die Serie ist eh eine von denen, die dringend mal meiner Bewertungslinie angepasst werden müssen und da ich durch Dairanger auch irgendwie Lust auf Mighty Morphin 2 hatte (die ich mir so oder so nie ohne die anderen beiden angeschaut hätte), dachte ich wieso nicht. Einen First Impression Post hab ich mir hier geschenkt, was ich wahrscheinlich auch bei den anderen Staffeln machen werde, da ich alles Pre-RPM ja sowieso schon 100 mal gesehen hab, das wäre also eh kein authentischer erster Eindruck gewesen. Mit der ersten Staffel bin jetzt fertig und ich würde sagen die Serie ist… nicht wirklich gut, aber jetzt auch nicht so katastrophal schlecht, dass sie es verdient hätte, in meinem Ranking hinter Serien wie Den-O oder Zi-O zu stehen. Der größte Fan werd ich von dieser Staffel definitiv nie, so viel ist sicher, dafür hat sie zu wenig Inhalt und zu viele Schwachsinnsaktionen, aber sie hatte zumindest gelegentlich ihre Momente.


Qualitativ würde ich sagen, dass vor allem die ersten 10-15 Folgen ziemlich schlecht waren, während man später durchaus eine Steigerung erkennen konnte. Gerade in der frühen Phase hat man halt schon gemerkt, dass man bei der Produktion einfach noch nicht so wirklich wusste, was genau man da eigentlich tut, insbesondere was so Sachen wie Verwendung des Sentai Materials betrifft. Die Übergänge zwischen Sentai und eigenem Material waren anfangs teilweise so random und unkoordiniert. Oft wurde einfach nur wild hin und her geschnitten bzw. die Rangers wurden zwischen irgendwelchen Kämpfen hin und her transportiert, besten Falls noch mit irgendeinem billigen Vorwand verbunden, was auch einfach die Abläufe oft mega seltsam gemacht hat. Beispielsweise in der dritten Folge kämpfen die Rangers im Megazord gegen ein Minotaurus Monster, das zu stark zu sein scheint, weshalb Zordon die Rangers in die Kommando Zentrale zurück beordert, wo er ihnen dann die Power Waffen gibt und sie anschließend zurück schickt, woraufhin die Rangers das Monster im kleinen Zustand mit ihren Waffen besiegen. Ich meine WTF, warum ist das Monster auf einmal wieder klein und wie kommt Zordon überhaupt darauf, ihnen zur Unterstützung gegen ein Riesenmonster Bodenwaffen zur Verfügung zu stellen. Man hat es halt überhaupt nicht hinbekommen, mit dem Sentai Material vernünftig zu arbeiten, sondern hat es einfach nur irgendwie aneinander gelegt und gehofft, dass es niemandem auffällt. Das Ganze hat sich auch teilweise darin gezeigt, dass man es nicht sehr gut geschafft hat, den B-Plot der Folge mit dem Kampfmaterial zu verknüpfen, wie beispielsweise bei der Folge, in der Billy und Kimberly Körper getauscht haben. Dieser gesamte Plot wurde für den Kampf gegen das Monster quasi komplett unterbrochen und es hat keine Rolle gespielt bis der Kampf aus war und dann erst hat man diesen Teil der Folge zu Ende geführt.
Und eine Sache die mich irgendwie auch irrational stark getriggert hat, das ist die Tatsache, dass man Grundsätzlich aus den Roll Calls der Zyuranger irgendwelche Sequenzen gemacht hat, in denen die Rangers zwar lustig posieren, dabei aber nur irgendeinen unnötigen Müll von sich geben. Ich meine, wenn man die Roll Calls nicht drin haben will, weil ihnen das zu „japanisch“ ist oder so, dann ist das ja ok, aber warum zum Teufel schneiden sie die Szenen dann nicht einfach raus? Wenn Roll Calls in deren Augen schon lächerlich sind, dann ist es dieses sinnlose Rumgepose erstrecht. Ebenso mit diesen Sequenzen wenn die Rangers die Zord betreten, wo sie auch immer den Drang haben, irgendwas Sinnfreies zu sagen bzw. mit ihren Zords zu reden, anstatt einfach sowas zu sagen „Bereit!“ und es dabei zu belassen.
Mit der Zeit sind die Folgen dann aber definitiv besser geworden, man hat auf jeden Fall gemerkt, dass die Writer und Produzenten durch etwas Erfahrung im Umgang mit Sentai die Folgenhandlungen logischer aufbauen konnten, auch wenn ich sagen muss, dass es immer noch teilweise holprig war, wenn man Versucht hat, Zyuranger Plot Folgen, auf Mighty Morphin One-Shots umzumünzen, wie bei so Sachen wie der Einführung von Titano und der Super Monsterpatroullie, was in Zyuranger eine mehrteilige Story Arc war, hier aber sehr stark runter gespielt wurde und sich teilweise extrem random angefühlt hat. Man hat aber auch ein paar ganz coole Sachen mit dem Sentai Material gemacht, wie beispielsweise Ziviles Zyuranger Material wie diese Szene in der Barza die Golem Soldiers bekämpft, als Flashback Szenen zu irgendwelchen früheren Kämpfen zwischen Rita und Zordon zu verwenden. Auch wenn man meiner Meinung nach auf deren Gemeinsamen Background noch deutlich mehr hätte eingehen sollen. Generell etwas mehr Kontext und World Building hätte der Serie meiner Meinung nach echt gut getan, da sau-häufig irgendwelche Sachen angeschnitten wurden, die in der Theorie echt interessant hätten sein können (Magische Eier, Power Kristalle, etc.), wenn man mehr aus ihnen gemacht hätte.
In den letzten 20 Folgen hatte man dann ja außerdem Zyu2 Material zur Verfügung, was teilweise deutlich besser auf Power Rangers abgestimmt war und daher auch besser mit den Charakteren und mit den Gegebenheiten der Serie funktioniert hat, was es den Writern ebenfalls deutlich leichter gemacht hat, ihre eigenen Folgenplots drum herum zu bauen. Nur die Rita Szenen sind dadurch teilweise noch schlechter geworden, da man so gut wie nur noch auf bereits zuvor verwendetes Material zurück greifen konnte. Finster hat praktisch jede Folge an denselben 3 Monstern gearbeitet.

Was die Story angeht, hab ich dieses Mal explizit versucht darauf zu achten, in welchen Episoden irgendwas vorkommt, das man als relevant bezeichnen könnte und bei großzügiger Auslegung (wenn man so Sachen wie die Einführung von Titano, dem Radarkäfer oder Zachis Freundin Angela zählt) komm ich auf um die 20 relevante Folgen, was gar nicht mal so wenig ist, verglichen mit dem was ich im Kopf hatte, das Problem ist hier eher die Verteilung. Viele wichtigere Folgen waren halt vor allem am Anfang und im Mittelteil durch die grüne Ranger Story, während besonders im letzten Drittel fast gar nichts mehr gekommen ist, wodurch man halt immer wieder recht lange Durststrecken hat. Was deren Umsetzung angeht, werd ich mal der Reihe nach vorgehen.
Den Start der Grünen Ranger Arc fand ich auf jeden Fall besser als in Zyuranger, auch wenn sich so ein bisschen die Frage stellt, wo genau Rita die Grüne Power Münze eigentlich her hat und warum sie sie erst jetzt einsetzt, aber die Tatsache, dass sie die Münze halt einfach hat, ist immer noch besser als Startpunkt, als diese seltsame Kombination aus Misskommunikation und Dummheit, die in Zyuranger zur Wiedererweckung von Burai geführt hat. Mal abgesehen davon, dass auch bei ihm nie so wirklich geklärt wurde, wo genau er seine Kräfte her hatte.
Vom restlichen Verlauf her fand ich Zyuranger aber doch größtenteils stärker. Gerade die Einführung von Scorpina war hier doch sehr random, ebenso wie die des Dragonzords. Generell hat mir das so ein bisschen die Frage aufgeworfen, woher eigentlich die Zords stammen. Kommen die von Zordon wie man aus ihrem Namen schließen könnte oder hat die auch Ninjor erschaffen? Was ich aber mochte waren diese Szenen in Ritas Kerker in denen Jason erst gegen Goldar und dann gegen den Grünen Ranger kämpfen musste. Das Ende würde ich tatsächlich auch einen Tick über das Ende von Burai’s Einführungs Arc stellen, auch wenn’s etwas seltsam war, dass Ritas Zauber anscheinend komplett über das Schwert der Finsternis läuft, obwohl Tommy das ja erst bekommen hat, nachdem er zum Grünen Ranger wurde, aber naja, besser als diese 20 Sekunden Redemption von Burai, bei der er nach 6 Folgen urplötzlich realisiert, dass sein Bruder ihm doch nichts böses will. Dass die Zords so plötzlich wieder da waren, darauf hätte ich allerdings verzichten können, ebenso wie diese nicht-Roll Call Szene da am Ende, bei der schon mal die neue Megazord Kombination vorgestellt wurde, ohne sinnvollen Grund.

Die Weitere Verwendung des Grünen Rangers würde ich auch wieder als deutlich schwächer bezeichnen, als die von Burai, schon allein weil der einen ziemlich guten Grund dafür hatte, sich die meiste Zeit zurück zu halten und immer nur im Notfall aufzutauchen, während man sich für Tommy halt jede Folge immer irgendeinen seltsamen Vorwand dafür suchen musste, warum er erst später zu den anderen stoßt, was mit der Zeit halt einfach immer lächerlicher geworden ist. Generell ist mir aufgefallen, was für ein irrelevanter Charakter Tommy in dieser Zeit einfach war. Kaum zu glauben, dass er damals schon so dermaßen beliebt war, dass er immer wieder zurück gebracht wurde.
Die Story um die grüne Kerze fand ich dann aber doch wieder ziemlich gut, man hat es ganz gut geschafft zu erklären, wie genau die Kerze funktioniert und was sie mit Tommy zu tun hat, um ihn relativ gut aus der Handlung rauszunehmen. Gehört definitiv zu den besten Folgen der Staffel.
Im Kontrast fand ich ein paar Folgen später dann den Zweiteiler zu Goldars Zord relativ schwach, insbesondere wenn man bedenkt, dass das ursprünglich mal das Finale der Serie hätte werden sollen. Rückwirkend war das Ganze sogar nicht mal ein wirklich relevanter Zweiteiler. Klar, es wurde natürlich umgeschrieben, um eine Fortsetzung zu ermöglichen, aber trotzdem wäre das irgendwie ein ziemlich lasches Ende gewesen.
Der Kampf um die Powermünzen als Wiedereinführung des grünen Rangers war wieder deutlich besser. In gewisser Weise war der Basic Plot dieses Zweiteilers sogar recht ähnlich zu dem von Der Unbesiegbare, nur dass man aus der Entführung der Angehörigen dieses Mal auch tatsächlich was gemacht hat. Die Rangers zu zwingen, ihre Power Münzen aufzugeben, ist eigentlich ein ziemlich cleverer Plan und war eine sehr gute Überleitung um dann Tommy zurück zu holen.
Abgesehen davon hatte die Schlussphase allerdings nicht mehr allzu viel zu bieten, auch wenn die einzelnen Folgenhandlungen jetzt größtenteils gar nicht unbedingt schlecht waren, gerade die Verwendung von Tommy in den letzten 10 Folgen war deutlich besser als vor seinem ersten Ausstieg, aber 2 relevante Folgen auf die gesamten letzten 20-25 Folgen ist halt trotzdem etwas lasch. Das Problem war hier halt einfach dass sie durch das Zyu2 Material keinen Zyuranger Plot mehr hatten, der sie dazu zwingt, ihn in irgendeiner Art von Story zu verarbeiten, weshalb 90% praktisch nur noch Füller waren. Was ich mich halt nur nach wie vor frage ist, warum genau es unbedingt 20 Folgen sein mussten. Hätten es nicht 10 auch getan? 4 vor und 4 nach Tommys Wiedereinführung, um das ganze etwas zu verpacken und man wäre trotzdem auf die Länge eines durchschnittlichen japanischen Tokus gekommen. Das wäre doch vollkommen ausreichend gewesen. Auch ein richtiges Finale hatte die erste Staffel ja eigentlich nicht, auch wenn man denke ich mit der Story um Angela zumindest noch irgendwie versucht hat, so eine Art Highlight daraus zu machen, allerdings macht die Tatsache, dass diese Folge auch gleichzeitig ihr letzter Auftritt in der Serie ist, das Ganze rückwirkend irgendwie ziemlich sinnlos.


Ich muss sagen, mit den Charakteren konnte ich mich dieses Mal tatsächlich einigermaßen anfreunden, wofür vor allem auch meine Erfahrungen mit verschiedenen japanischen Tokus verantwortlich sind, die mir des Öfteren Mal vor Augen geführt haben, dass Charaktere die simpel und zuweilen an der Grenze zu langweilig, dafür aber immerhin sympathisch sind, immer noch besser sind, als welche, die ich einfach nur nervig und unsympathisch finde und das waren die Mighty Morphin Rangers auf jeden Fall nicht. Und wenn man sich zum Vergleich auch mal die Zyuranger Charaktere anschaut, dann muss man wohl auch zugeben, dass die auch nicht gerade interessanter waren. Ich denke das schwächste Glied ist für mich nach wie vor Jason, weil mich einfach generell dieser „starker und selbstbewusster Anführer“ Typ von Charakter nicht sonderlich anspricht, aber gerade Zachi weiß ich nach diesem Rewatch definitiv deutlich mehr zu schätzen als davor. In gewisser Weise gehen die Mighty Morphin Rangers für mich halt so ein bisschen in Richtung Uehara Charaktere, nicht unbedingt super spannend oder komplex, aber markant genug, dass sich jeder von ihnen wie ein eigenes Individuum anfühlt und sympathisch genug, um halbwegs mit ihnen mit fiebern zu können.
Die Nebencharaktere waren größtenteils in Ordnung, vor allem Alpha liebe ich nach wie vor, obwohl mir tatsächlich aufgefallen ist, dass er in den ersten paar Folgen ab und zu etwas anstrengend war, aber mit der Zeit ist er doch recht schnell zu dem liebenswert Chaoten geworden, den ich kenne. Auch einer der besseren Charaktere ist wohl Ernie, in gewisser Weise ist er so ein bisschen die Seele des Teams ohne überhaupt Teil des Teams zu sein. Zordon ist halt immer noch so naja. Ich find’s halt einfach langweilig, dass er letztlich einfach immer auf alles eine Antwort hat, immer irgendwie über alles Bescheid weiß, er kennt jedes Monster, er durchschaut jeden Plan von Rita und reagiert in 90% der Fälle mit „Das hatte ich schon erwartet/befürchtet“. Sowas entschärft einfach jede Sitaution viel zu schnell und lässt wenig Raum für einen vernünftigen Spannungsbogen. Das ist wohl auch mit der Grund warum die Einführung und dann später die Wiedereinführung des Grünen Rangers, mit die besten Phasen der Staffel waren, allein weil Zordon da mal für kurze Zeit außer Gefecht war bzw. den Rangers nicht helfen konnte.
Bulk & Skull, naja, sie sind jetzt nicht unbedingt toll, aber sie hatten ihre Momente. Vor allem die Situationen in denen sie tatsächlich mal versucht haben zu helfen, wie beispielsweise in der letzten Folge mit Zachi waren eigentlich immer ihre stärksten Szenen. Ein paar der Dialog Witze waren auch oft ganz lustig, vor allem so gegenseitige Sticheleien wie „Ihr beiden werdet hier solange nachsitzen bis ihr 50 seid!“ „Also bei dir wären’s nur 2 Jahre!“ find ich schon teilweise unterhaltsam, nur halt dieser physische Humor, wenn sie irgendwas ins Gesicht kriegen, irgendwo reinfallen, irgendwo runter Stürzen, etc. und die Szenen in denen sie einfach unnötigerweise versuchen, den Rangers oder sonst irgendwem ernsthaft zu schaden, sind einfach nicht witzig. Ihre Entwicklung zu sehen, ist aber definitiv einer der Aspekte, auf die ich mich in den kommenden Staffeln mit am allermeisten freue.

Mit den Schurken kann ich ehrlich gesagt immer noch nicht sonderlich viel anfangen. Rita kommt für mich nicht ansatzweise an Bandora ran, auch wenn man immer so ein wenig versucht hat, ihren Stil zu kopieren, aber ihr fehlt einfach der Hintergrund und auch der Charme von Bandora. Auch ihre Dynamik mit den anderen hat sich nicht so natürlich angefühlt, gerade diese ständigen, wilden Beschimpfungen gegenüber irgendwem, der nicht mal irgendwas mit dem Plan zu tun hatte, hab ich hier ehrlich gesagt als eher nervtötend empfunden. Und warum zum Teufel hat sie ständig ihre Monster wachsen lassen, wenn sie gerade kurz davor waren, zu gewinnen? Das ist mir in Zyuranger oder auch in irgendeiner anderen Power Rangers Staffel nie so schlimm vorgekommen.
Am besten find ich noch Finster und zu nem gewissen Grad Goldar, weil der zumindest irgendwas gemacht hat. Scorpina ist praktisch kein Charakter, ihr fehlt halt auch einfach die komplette Story von Lamy und deren Dynamik mit Grifforzer und in den letzten Folgen ist sie praktisch gar nicht mehr aufgetaucht. Squatt und Baboo hatten genau eine einzige gute Folge mit Shellshock, darüber hinaus waren sie weder produktiv noch großartig lustig.


Yo ich denke, damit wäre dann das meiste abgedeckt. Wie gesagt, gut ist die Serie nicht, aber sie ist jetzt auch kein Decade oder Megaforce. Ich denke vielleicht der beste Vergleichswert und damit auch Orientierungspunkt in meinem Ranking ist wahrscheinlich Sun Vulcan, da die beiden Serien vom Verlauf her einige Ähnlichkeiten haben. Bei der Menge des Inhalts dürfte Mighty Morphin 1 da sogar noch die Nase vorn haben, aber von der Umsetzung und als Gesamtwerk rangiert die Serie da irgendwo im selben qualitativen Bereich.
Mein Power Rangers Ranking werd ich wahrscheinlich erst Updaten, wenn ich mit der Zordon Ära durch bin, wann auch immer das sein wird. Ich bin auch nicht 100% sicher ob ich alles am Stück anschaue oder ob ich immer wieder kleine Pausen dazwischen lege. Mal schauen. Auf jeden Fall wird das wohl erst mal meine größere Mission für die nächste Zeit sein.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 9. Mär 2021, 05:05

Mit Mighty Morphin 2 bin ich jetzt auch durch und ich würde tatsächlich sagen, im Großen und Ganzen mochte ich die Serie ganz gern. Auf jeden Fall noch nicht auf dem Niveau der späteren Staffeln, aber schon eine klare Steigerung gegenüber der ersten Staffel und wenn ich ehrlich bin, hat sie mich wahrscheinlich auch besser unterhalten, als Dairanger. Zumindest war sie weniger nervig.


Ich würde sagen die Gesamtzahl der relevanten Folgen war ein kleines bisschen höher als in Staffel 1, wenn auch immer noch unter 50%, nur die Verteilung hätte auch hier wesentlich besser sein können, vor allem in der zweiten Hälfte haben die relevanten Ereignisse wieder deutlich abgenommen. Was man der Serie allerdings auf jeden Fall lassen muss ist, dass sie extrem viele Mehrteiler hatte, insgesamt 27 von 55 Folgen, also knapp die Hälfte, waren Teil eines Zwei- oder Dreiteilers, das hilft auf jeden Fall schon einiges. Und was man auch sagen muss, teilweise haben manche Folgen vor einem größeren Climax schon stark auf eben jenen hingearbeitet, weshalb sich nicht nur immer die Höhepunkte relevant angefühlt haben, sondern auch schon die Folgen davor. Gerade die Folgen vor dem Ende vom Grünen Ranger haben schon sehr stark thematisiert, dass Zedd explizit auf Tommy geht und dass dessen Kräfte immer schwächer und schwächer werden. Das war auf jeden Fall was, das ich gar nicht mehr so sehr auf dem Schirm hatte. Hat mich positiv überrascht.
Ich muss sagen, der Zweiteiler Tommys Albtraum selbst, war tatsächlich ziemlich seltsam, den hatte ich irgendwie besser in Erinnerung. Die Sache mit diesem Kristall und den dunklen Rangers war irgendwie etwas random, ich hab nicht so ganz verstanden, warum genau dadurch auch die anderen Rangers ihre Kräfte verloren haben oder was man sich aus Storytelling Sicht von diesen dunklen Rangers versprochen hat. Und was sollte dieses „Vielleicht brauchen sie nur Freunde“ am Ende, die waren doch zu fünft, also offensichtlich hatten sie ja Freunde. Und was ich auch nicht verstanden hab ist, was genau es mit Goldars Zeitmachine auf sich hatte. Was sollte dieses Ding machen und wieso hatte er das plötzlich einfach so? Mal abgesehen davon, dass die Szenen in denen Zukunfts-Tommy die Zeitmaschine benutzt und die in der er im ersten Teil dem Vergangenheits-Tommy erscheint überhaupt nicht zueinander passen. Ich meine, mit welchem Tommy hat er in der Zweiten Folge da geredet, der ihm seinen Kommunikator gegeben hat? Was hatte das alles zu bedeuten? Da muss ich tatsächlich sagen, dass ich Tommys ersten Ausstieg in der ersten Staffel deutlich besser fand als das hier.
Was ich aber ganz gut fand, das war die Folge danach, in der Jason sich Selbstvorwürfe gemacht hat, weil er es damals nicht geschafft hat, die grüne Kerze zu holen. Ungewohnte Tiefe für den Charakter. Und die Einführung des weißen Rangers ein paar Folgen später war dann auch wieder ziemlich gut. Was zwar etwas seltsam war, das war dieses Gerede von Zedd, sich Tommy zum Untertan machen zu wollen, das man vermutlich nur eingebaut hat damit man Tommys verschwinden zeigen konnte, ohne dass sofort klar war, worauf es hinausläuft, aber naja, ansonsten war der Zweiteiler ziemlich gut aufgebaut. Auch hier wieder, Zordon für einen Großteil der ersten Folge rauszunehmen, macht die Ranger Aktivitäten um einiges interessanter und ich fand auch den Bulk & Skull Sub-Plot mit Ritas Tonne ganz witzig. Man könnte wohl argumentieren, dass man mehr auf den Erschaffungsprozess des weißen Rangers hätte eingehen können, aber allein die Tatsache, dass Zordon und Alpha auch Zords erschaffen können, macht es für mich schon deutlich plausibler als die Sache mit Byakko Shinken in Dairanger.

Danach ging dann ja auch schon mehr oder weniger die Story um die Friedenskonferenz los, mir war gar nicht mehr so recht bewusst, dass man das schon vorm ersten Auftritt von Rocky, Adam und Aisha zum ersten Mal erwähnt hat. Auf jeden Fall cool, dass man auch hier, wie beim Ausstieg vom grünen Ranger schon einige Zeit davor darauf hingearbeitet hat, anstatt es einfach so aus dem Nichts kommen zu lassen. Der Dreiteiler zur Einführung von Rocky, Adam und Aisha hätte auf jeden Fall ohne weiteres 2 Folgen sein können, der gesamte zweite Teil hat eigentlich nicht viel zur Story beigetragen, außer die Rettung der drei Ninjas möglichst lange hinauszuzögern und ich fand’s auch irgendwie seltsam dafür ein Staffel 1 Monster wiederzuverwenden, ansonsten waren die Folgen aber ganz in Ordnung würde ich sagen. Als Set-Up für die kommenden Folgen hat es gut funktioniert, ich mag die Idee, sie erst mal als wiederkehrende Nebenrollen vorzustellen, die auch die Identität der Rangers kennen, statt sie direkt zu Rangers zu machen und was ich auch sagen muss, die Geschichte mit dem Baby des Trainers war mit Abstand der beste Bulk & Skull Sub-Plot den die Serie bis zu dem Zeitpunkt hatte. In den zwei Folgen dazwischen wurde dann noch der Transport Zord Tor eingeführt, was mal wieder random wie eh und je war, da hat selbst der erste Auftritt von Titano noch mehr Sinn gemacht und dann kam auch schon der Zweiteiler zum Ausstieg von Jason, Zachi und Trini. Dass man für diesen Power Transfer nun ein „Schwert des Lichts“ braucht, das zufällig auf irgend so einem Planeten rumliegt, lass ich mal so stehen, aber die Story drum rum war ganz gut. Serpentera als Zord von Lord Zedd ist hundertmal besser als was auch immer Dairanger mit dieser Daijinryu Storyline bezwecken wollte, auch wenn ihm immer wieder die Energie ausgeht, aber wenn man bedenkt, wie riesig dieses Ding ist, dann ist das denk ich sogar durchaus plausibel. Wer die drei Rangers werden würden, war denk ich mal auch ohne jegliche Form von Vorwissen offensichtlich, schon allein durch ihren Sub-Plot in diesem Zweiteiler, aber das find ich nicht unbedingt schlimm, da sie nun mal schlicht und ergreifend die logischste Wahl gewesen sind. Außerdem macht es durch ihren Ninja Background auch durchaus Sinn, dass sie sich zu wehren wissen. Alles in allem würde ich also schon sagen, dass man in Anbetracht der Umstände, dass man 3 Schauspieler für insgesamt 8 Folgen bis zu ihrem Ausstieg nicht mehr zur Verfügung hatte, sehr viel aus der Situation rausgeholt hat. Es war nicht perfekt, aber das kann man hier find ich auch nicht unbedingt erwarten und wenn man sich mal anschaut, wie schlecht solche Rangerwechsel sowohl bei Power Rangers als auch bei Sentai teilweise schon umgesetzt wurden, obwohl man alle Darsteller zur Verfügung hatte, dann ist das find ich schon eine ziemlich beeindruckende Leistung.
Die anschließende Phase zwischen dem Rangerwechsel und der Rückkehr von Rita würde ich dann aber ganz klar als die schwächste der Staffel bezeichnen. Das einzig relevante in diesen 12 Folgen war die Einführung der Power Kanone, abgesehen davon gab’s eventuell noch diese Folge mit Scorpina, die aber ziemlich random war und da sie danach genauso erfolgreich ignoriert wurde, wie davor, würde ich die auch nicht als relevant bezeichnen. Vor allem muss ich aber auch sagen, dass in dieser Phase schlicht und ergreifend, die Folgenhandlungen extrem schwach waren. Es gab hier einige One-Shot Kinder und viele Folgen mit einem starken Fokus auf der Moral der Woche, deutlich mehr, als die erste Staffel im Schnitt hatte. Das einzige was ich ganz cool fand, man hat am Anfang tatsächlich darauf geachtet, dass die Rangers erst mal noch so ein bisschen in ihren ursprünglichen Gruppen Tommy/Billy/Kimberly und Rocky/Adam/Aisha geblieben sind, während sie sich erst mit der Zeit immer mehr vermischt haben und nicht mehr drauf geachtet haben. Ich bin nicht zu 100% sicher, ob das beabsichtigt war, aber es hat sich auf jeden Fall sehr natürlich angefühlt. Und witziger Weise ist mir auch aufgefallen, dass die beiden Folgen, die von Judd Lynn geschrieben wurden, die mit Abstand besten ist dieser Phase waren.
Mit der Rückkehr von Rita ging es dann aber wieder ganz klar bergauf. Generell ist dieser Dreiteiler nach wie vor einer meiner Favoriten, allein der umprogrammierte Alpha ist einfach genial und durch die Wiedereinführung von Rita ist auch endlich mal ein wenig Schwung in die Dynamik der Schurken gekommen. Warum genau die Rangers in diesem Theater ihre Kräfte nicht einsetzen können, sei mal dahin gestellt, aber generell mochte ich den Plot, dass sie immer wieder versuchen mussten, daraus zu entkommen um dem Plot um Rita und Zedd die nötige Zeit zum atmen zu lassen. Wesentlich bessere Art und Weise, die Handlung zu strecken, als der zweite Teil von Der Kampf der Ninjas.
Die restliche Schlussphase war dann ja generell sehr von Mehrteilern geprägt, was das Ganze für mich schon mal wesentlich angenehmer macht, auch wenn die meisten von denen jetzt nicht großartig relevant gewesen sind. Den direkt nächsten Dreiteiler mit dem Tommy Klon fand ich ehrlich gesagt wieder etwas schwächer. Ich mochte den Handlungsstrang um die anderen fünf, die in die Vergangenheit geschickt wurden, sofern man davon absieht, dass die Begründung dafür, warum sie ihre Power nicht einsetzen konnten, nicht wirklich Sinn ergibt, aber die Sache mit dem Tommy Klon fand ich schon etwas seltsam. Wo genau kommen diese grünen Ranger Kräfte denn jetzt plötzlich her? Und warum ist es vollkommen ok, wenn dieser Klon am Ende überlebt, wenn der echte Tommy doch offensichtlich durch seine Existenz schwächer wird. Auch dass man den da am Ende einfach in der anderen Zeit gelassen hat, find ich irgendwie nicht so prickelnd, auch wenn ich schon Leute gesehen hab, die gesagt haben, dass man damit versucht hat zu implizieren, dass Tommy sich praktisch durch ein Bootstrap Paradoxon selbst erschaffen hat, aber dass die Writer da an sowas gedacht haben, halte ich doch für sehr weit hergeholt. Ach ja und was hat es mit diesem bösen Geist und dem betrügerischen Zauberer auf sich. Das ist halt mal wieder sowas, wo die Serie auf einen Potentiellen Background teasert, der eventuell interessant sein könnte, man danach aber nie wirklich drauf eingeht. Den Zweiteiler mit Grumble dem Zaubertroll fand ich dann wieder ganz gut. War nichts besonderes, aber das Konzept die Rangers in ein Buch einzusperren war sehr unterhaltsam. Das einzig seltsame hier war die Aussage von Rita, dass Mondo der Zauberer, ein Charakter aus dem Buch, ein alter Freund von ihr wäre. Wie zum Teufel ist sie mit einem fiktiven, zweidimensionalen Charakter „befreundet“? Die Wild West Folge war eigentlich auch ganz cool, abgesehen von der Tatsache, dass ich es ziemlich seltsam finde, dass Angel Grove vom 18. zum 19. Jahrhundert auf einmal den Standort gewechselt zu haben scheint, aber darüber hinaus recht unterhaltsam. Dieses Mal konnte sich Kimberly auch in der Vergangenheit verwandeln, was zwar leider zu Kontinuitätsproblemen mit dem anderen Dreiteiler führt, aber die waren ja, wie gesagt, durch den Standort eh schon vorhanden und so ergibt es meiner Meinung nach deutlich mehr Sinn. Am Ende gab es dann noch den Edenoi Dreiteiler, den ich weiterhin als Teil von Mighty Morphin 2 betrachten werde, scheiß egal, was Saban versucht uns zu erzählen. Einfach alles an diesen 3 Folgen schreit Mighty Morphin 2. Sogar der Bulk und Skull Plot hat sich angefühlt wie ein Abschluss für ihre Suche nach der wahren Identität der Rangers, weshalb ich diesen Dreiteiler sogar als recht passendes Ende für die Staffel bezeichnen würde. Mal unabhängig davon, was aus diesem Backdoor Pilot heraus dann entstanden ist, würde ich auch sagen, dass die Story um Prinz Dex hier sehr gut war.


Bei den Charakteren hat sich trotz des Rangerwechsels jetzt nicht so viel getan. Rocky, Adam und Aisha würde ich weder als besser noch als schlechter als Jason, Zachi und Trini bezeichnen. In beiden Fällen ist für mich weiterhin Rot das schwächste Glied. Nur bei Tommy kann man find ich eine ganz klare Steigerung erkennen, man hat ihn viel besser eingesetzt, auch als er noch Grüner Ranger war und als weißer Ranger hat er dann auch mal angefangen, den ein oder anderen witzigen Spruch zu bringen. In gewisser Weise ist er wie eine unterhaltsamere Version von Jason. Und Kimberly ist vielleicht auch etwas besser geworden.
Zedd finde ich insgesamt nur sehr bedingt besser als Rita, er wirkt zwar sehr bedrohlich und ich würde auch sagen, dass er in Sachen effektivem Vorgehen, teilweise leichte Vorteile hat, aber zum Beispiel dieses sinnlose Beschimpfen von Goldar, obwohl der am Plan nicht mal beteiligt war, hat er auch. Und irgendeine Art von Dynamik war nach seinem Erscheinen halt praktisch gar nicht mehr da. Außer Goldar war niemand von den anderen mehr minimal relevant, Scorpina und Finster sind gar nicht mehr vorgekommen und Squatt & Baboo auch nur immer im Hintergrund. Erst als Rita dann wieder zurück gekommen ist, hat sich die Dynamik wieder deutlich verbessert, vor allem eben durch das hin und Her zwischen ihr und Zedd. Generell find ich die beiden gemeinsam einfach deutlich unterhaltsamer als beide von ihnen allein, auch wenn sie wohl nie so Bedrohlich oder kompetent wie die Schurken zu Post-Zordon und Disney Zeiten sein werden.
Das Highlight in Sachen Charakter Entwicklung waren hier ganz klar Bulk & Skull, mir war tatsächlich gar nicht mehr bewusst, dass sie schon in Staffel 2 angefangen haben, so deutlich besser zu werden, als in der ersten Staffel. Ich dachte immer, dass das erst mit Mighty Morphin 3 so richtig eingesetzt hat, aber auch hier hat sich schon einiges getan. Sie waren generell viel weniger Antagonistisch gegen über den (zivilen) Rangers, auch wenn man immer noch gemerkt hat, dass sie sie nicht wirklich leiden können, aber sie haben kaum noch aktiv gegen sie gearbeitet oder so. Durch ihre Storyline, die wahre Identität der Rangers herauszufinden, hatte ich auch das Gefühl, dass sie mehr mit dem Geschehen zu tun haben und nicht nur Zeitverschwenden und vor allem hatten sie auf jeden Fall das ein oder andere Highlight, bei dem sie wirklich nett und hilfreich waren, wie in der Folge in der sie die Rangers mit den Prismen gerettet haben oder als sie sich um das Kind des Ninja Trainers gekümmert haben. Dass sie ständig nur was ins Gesicht bekommen haben, hat mit der Zeit auch angefangen abzunehmen, weshalb sich auch einfach der Humor verbessert hat. Ich glaube es kaum, dass ich das sage, aber die beiden fangen tatsächlich an, meine Lieblingscharaktere der ersten Staffeln zu werden.


Vom Idealwert ist die Serie definitiv immer noch weit entfernt, schon allein aufgrund der vielen kleinen Logikprobleme in einzelnen Folgenhandlungen und der größeren Schwächephase in den 30ern, aber es gab definitiv einige Highlights und die meiste Zeit hab ich mich nicht zu stark gelangweilt gefühlt. Während ich Mighty Morphin 1 ja qualitativ noch mit Sun Vulcan verglichen hab, würde ich sagen, dass die zweite Staffel schon ganz klar Richtung oberes Uehara Niveau geht. Vielleicht nicht gerade Juspion, aber Battle Fever J oder Return of Ultraman sind da schon eine recht gute Orientierung denke ich.
Was man wohl sagen muss, wenn man sich Power Rangers jetzt nur für die Kämpfe anschaut, dann ist Mighty Morphin 2 natürlich nicht mehr so gut wie die erste Staffel, schon allein weil man im ersten Drittel sehr häufig die Mecha Kämpfe zusammenschneiden musste, während man dann ab dem Debut des weißen Rangers praktisch gar kein Boden Kampf Material mehr benutzen konnte und die eigenen Kämpfe können größtenteils nicht mit denen von Zyuranger mithalten. Außerdem sind hier zum ersten Mal so richtig diese extrem schlechten Schnittübergänge zwischen eigenem Material und Sentai Material zum Vorschein gekommen, wo dann zum Teil die Hintergründe überhaupt nicht mehr zu einander gepasst haben, was man in der ersten Staffel noch mehr oder weniger mit dem Hin und Her teleportieren „kaschieren“ konnte. Und die Variation was die Kampf Schauplätze angeht, hat auch sehr stark nachgelassen, fast alle Monster sind immer irgendwo im Park aufgetaucht. Mich persönlich stören all diese Dinge jetzt nicht allzu sehr, auf jeden Fall nicht genug, um die Inhaltlichen Vorteile, die MMPR 2 gegenüber der ersten Staffel hat, auszugleichen, aber wem sowas wichtig ist, für den ist die Serie wahrscheinlich nicht so gut.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Mi 31. Mär 2021, 04:14

Ich bin jetzt mit MMPR 3 fertig, womit ich die Mighty Morphin Trilogie nun abgeschlossen hab und ich denke, dass sich hier an meiner bisherigen Meinung nicht allzu viel geändert hat, da ich die Serie schon immer mochte, hab ich allerdings auch nicht wirklich mit was anderem gerechnet. Auch wenn ich die ersten beiden Staffeln bei diesem Rewatch wohl etwas besser bewertet hab, als davor, ist das gegenüber Mighty Morphin 3 für mich nach wie vor ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Serie macht einfach von vorn bis hinten kaum was falsch, ist wesentlich kompakter und konstanter und hat immer wieder einige starke Highlights, zu strategisch sinnvollen Zeitpunkten.


Das Storytelling würde ich hier erstmals als wirklich gut bezeichnen. Die Serie hat insgesamt 28 Folgen, die ich relevant nennen würde, das ist mehr als sowohl die ersten beiden Staffeln, als auch Kakuranger und das auf 40 Folgen anstatt 53-60, das alleine macht halt schon mal einen großen Unterschied. Auch die Verteilung war nicht schlecht, die Serie hatte eine Phase, in der es mehr als 3 Füller am Stück gab und die war zwischen dem Startvierteiler und dem Debut von Kat, wobei ich da die erste Folge, in der Kimberly zu Aisha zieht noch als relevant bezeichnen würde, da das für die Kat Storyline wichtig ist und zwischen den restlichen Folgen war immerhin noch mittig ein Zweiteiler platziert, was es auch etwas angenehmer gemacht hat. Generell hatte die Serie wie auch schon Mighty Morphin 2 wieder extrem viele Mehrteiler, nur dass dieses Mal auch fast alle von ihnen relevant waren, mit Ausnahme wie gesagt von diesem einen Zweiteiler mit dem Meister des Hasses.
Auch Qualitativ würde ich sagen, dass hier die Folgen im Schnitt deutlich besser waren als in Kakuranger oder in den schlechteren Phasen ihrer beiden Vorgänger, es gab zwar ein paar Einzelne Sachen, die mich gestört haben, wie die Wiedereinführung von Titano die halt komplett random war und nicht wirklich Sinn gemacht hat, aber Folgen die ich wirklich komplett schlecht fand, gab’s hier eigentlich kaum. Alleine im Kontrast zu Kakuranger macht es halt schon einen großen unterschied, dass hier fast nie auf One Shot Kinder zurück gegriffen wurde, es gab zwei Folgen, in die man Kinder eingebaut hat (von den Ranger Kindern am Ende mal abgesehen) und selbst in denen waren sie jetzt nicht unbedingt das Zentrum der Handlung, womit die Staffel insgesamt auch eine deutlich bessere Bilanz als Mighty Morphin 1 und 2 hat. Und in der Anfangsphase hat man außerdem schon ein bisschen auf den Abschied von Kimberly hin gearbeitet, das Hilft auch für ein Gefühl von Kontinuität zu sorgen.

Die gesamte Kimberly/Kat Storyline ist für mich nach wie vor das absolute Highlight von Mighty Morphin und generell eine der besten Story Arcs in ganz Power Rangers. Allein der Plan die Rangers von zwei Seiten zu infiltrieren war sau stark und hat ja auch dazu geführt, dass die Rangers endlich mal für eine Reihe von Folgen immer wieder eins auf den Deckel bekommen haben, was mir in heutigen Staffeln irgendwie so ein bisschen fehlt (zum Teil nicht nur in Power Rangers sondern auch in Sentai). Alles hat sehr durchdacht gewirkt, abgesehen vielleicht von diesem random Monster, dass da im Shogun Zord Dreiteiler mal kurz nach unten geschickt wurde und danach nie wieder aufgetaucht ist, aber allein so Sachen wie das Foreshadowing auf Kats Turmspringer Vergangenheit oder die Tatsache, dass man erst später erklärt hat, wie Rita sie rekrutiert hat, anstatt es direkt an den Anfang zu setzen zeigt einfach, dass man sich was bei der Storyline gedacht hat und nicht einfach nur drauf los geschrieben hat. Was ich auch so clever fand war, wie man die Einführung der Shogun Zords mit dieser Storyline verbunden hat. Dadurch dass Kimberly außer gefacht war, hat es total Sinn gemacht, den weißen Shogun Zord Tommy alleine zu geben, wodurch sowohl die Anzahl der Zords als auch die Farbverteilung genau gepasst hat. Und da Kathrine erst danach zum Team gestoßen ist und ja auch noch Anfängerin war, war es auch irgendwie nachvollziehbar, dass sie den Zord erst mal gemeinsam mit Tommy gesteuert hat, anstatt direkt einen eigenen zu bekommen. Hätten Tommy und Kimberly sich den Zord von Anfang an teilen müssen, wäre das schon deutlich seltsamer gewesen. Die Folge nach dem eigentlichen Wechsel war sogar auch noch relevant, da Kat sich dort zum ersten Mal verwandelt (und das auch thematisiert wird) und weil sich die Episode noch etwas mit Ritas Zauber auseinander gesetzt hat, was ja auch davor schon angeteasert wurde. Und generell find ich’s cool, dass man in den ersten paar Folgen danach noch sehr gut gemerkt hat, dass Kat noch sehr unerfahren ist und sich erst noch eingewöhnen muss. Das hat man eigentlich bei keinem anderen Rangerwechsel so wirklich gemacht. Der langsame Übergang von Kimberly zu Kat, von der Einführung, über den eigentlichen Wechsel, bis hin zu den Nachwehen ist für mich einfach nach wie vor mit Abstand der beste Ranger/Henshin Hero Wechsel überhaupt, weder in Power Rangers noch in Sentai oder irgendeinem anderen Toku gibt es etwas, dass da für mich auch nur ansatzweise ran kommt.
Danach hat es ja auch nicht lange gedauert, bis der Meister des Schreckens aufgetaucht ist, wofür man den starken Dreiteiler aus den 40ern von Kakuranger adaptiert hat. Auch hier hat man den Plot mit Ninjor ziemlich gut umgesetzt (auch wenn die letzte Modifikation des Monsters hier natürlich extrem seltsam wirkt, weil sie ja auf den Kakurangers basiert) und auch interessante Verwendung des Sentai Materials, dass man diese Statuen von den großen 3 hier als versteinerte (bzw. gerostete) Versionen der Zords verwendet hat. Außerdem hat man mit diesem Dreiteiler auch gleichzeitig schon das Set-Up für die spätere Zeo Kristall Storyline gesetzt, was wieder zeigt, dass man in Mighty Morphin 3 nicht immer nur von Folge zu Folge gedacht hat, sondern schon an spätere Ereignisse gedacht und diese vorbereitet hat.
Zwei Folgen später war dann auch schon der Start der letzten Arc, mit der Kugel der Verdammnis, mit der der Meister des Schreckens die Rangers in Kinder verwandelt hat (was ich btw. nie als Zeitreise Plot betrachtet hab, sondern eher, dass man die Erde samt ihrer Bewohner einfach in einen vergangenen Zustand versetzt), allein den Cliffhanger dieser Folge fand ich extrem gut. Die Einführung der Alien Rangers war ok, auch wenn sie etwas random war, weil man sich ja fragen könnte, warum sie um Hilfe zu bitten bisher nie eine Option war, aber naja. Ansonsten war diese gesamte Storyline eigentlich ziemlich konstant, mit größtenteils recht fließenden Übergängen. Es gab eigentlich nur eine Folge, die man halbwegs als Füller bezeichnen könnte, ansonsten hat eigentlich jede Folge irgendwas zum Geschehen beigetragen, insbesondere in den letzten 5 Folgen wo man dann mit der Suche nach den Stücken des Zeo Kristalls begonnen hat. Interessant, dass man hier praktisch die Mid-Season Arc von Kakuranger lose abgekupfert und sie als Endgame verwendet hat. Sehr kreative Idee. Auch hier mussten sich 2 Rangers eine Folge teilen, allerdings hatten sie immerhin zwei separate Plots, wobei ich auch hier wieder anmerken will, dass man mit Tommys Mission direkt schon einen Handlungsstrang aus Zeo vorbereitet hat, wodurch sich erneut zeigt, dass man sich was dabei gedacht hat. Kats Story war wohl die schwächste für meinen Geschmack, weil sie irgendwie seltsam war mit diesen zwei Alternativen Versionen von ihr selbst. Die Idee davon war eigentlich cool, sie hätte aber besser funktioniert, wenn man nicht etabliert hätte, dass die Zeo Kristalle in real existierenden Zeitlinien und nicht irgendwelchen Alternativrealitäten liegen.
Das Finale war ebenfalls sehr stark, den Todfeind der Alien Rangers auf die Erde zu bringen ist ein guter Plot fürs Finale und auch das wurde ja schon in der Folge zuvor vorbereitet. Die Story von Aisha und Tanya war gut umgesetzt, ich frage mich tatsächlich wie lange im Voraus man wusste, dass Karan Ashley aussteigen will, denn wenn die Tatsache, dass sie beim Kat Zweiteiler bei einem Tierarzt gearbeitet hat, schon Vorbereitung hierfür war, dann würde das sogar noch das restliche Foreshadowing der Serie übersteigen. Aber selbst wenn nicht, war es ziemlich clever, ein Detail, das wir bereits über den Charakter wissen, als Set-Up für ihren Ausstieg zu benutzen. Zu guter Letzt dann natürlich noch die Sprengung der Kommando Zentrale, auf die ebenfalls schon einige Folgen lang hingearbeitet wurde, durch das Umherschleichen von Goldar und Rito unter der Kommandozentrale. Es hat für einen spannenden Höhepunkt und einen starken Cliffhanger gesorgt, was diesen Zweiteiler für mich in der Summe auch ganz klar zu einem der besten PR Staffelfinals macht.


Bei den Rangers kann man natürlich nicht mehr allzu viel sagen, da uns die meisten von ihnen nun doch schon seit einiger Zeit erhalten sind. Die einzige Neuerung ist Kat, die ich nach wie vor sehr gerne mag, ich meine über ihre Einführung, die ja auch einen gewissen Teil der Story der Staffel getragen hat, hab ich schon geschwärmt und sympathiemäßig gehört sie definitiv zu den besten Rangers aus der Zordon Ära. Was ich aber als kleine Randnotiz noch kurz erwähnen will ist, dass ich es ziemlich clever fand, ihr in der Synchro eine österreichische Synchronsprecherin zu geben, die so nen kleinen Akzent hat, wodurch es sich für uns deutsche mehr oder weniger so ähnlich anhört, wie für Amis, wenn sie nen australischen Akzent hat. Gut mitgedacht (oder viel Glück gehabt. So oder so, gute Entscheidung.)
Von den Alien Rangers waren eigentlich nur Cestro und Delphine so wirkliche Charaktere, der Rest war mehr oder weniger nur Stand-In. Ich meine klar, sie hatten natürlich auch nur 10 (bzw. 9) Folgen Zeit um was mit ihnen zu machen und davon musste auch noch einiges an Zeit für die Zeo Kristall Arc abgezweigt werden, da war nicht mehr viel übrig. Die Alien Rangers waren im Grunde halt nur Mittel zum Zweck, man musste hier irgendwo strategisch denken, Seikei und Saizou hatten gar keine Entschuldigung dafür, warum sie so blass waren, an Zeit hat es Kakuranger definitiv nicht gemangelt.
Die Schurken sind für mich schon eine deutliche Verbesserung, gegenüber zumindest den ersten 1 ½ Staffeln. Mit der Wiedereinführung von Rita in MMPR 2 hat es ja schon angefangen, besser zu werden und hier ist dann auch noch Rito dazu gekommen, der die Dynamik noch mal zusätzlich verbessert hat. Vor allem ist durch ihn find ich auch Goldar wieder deutlich interessanter geworden und Rito selbst find ich auch einfach sehr unterhaltsam. Vor allem sein Running-Gag, dass er sich Zedds Namen nicht merken kann. Auf jeden Fall ein deutlich besserer Comic Relief Schurke, als Squatt und Baboo. Außerdem hatte Finster hier wieder deutlich mehr zu tun, das hat auch geholfen. Das einzige was seltsam war, das ist die Tatsache, dass Rita und Zedd Anfang der Staffel einfach mal random eine neue Methode hatten, um Monster wachsen zu lassen. Klar, man musste das Kakuranger Material matchen, aber es wäre halt schon cool gewesen, wenn man dafür irgendeine Art von Begründung gefunden hätte. In der zweiten Hälfte ist dann noch der Meister des Schreckens dazu gekommen, der zwar nur ein paar Folgen lang dabei war, in der Zeit aber wahrscheinlich mehr erreicht hat, als Rita und Zedd auf die ersten zwei Staffeln. Eigentlich schade, dass man ihn nicht noch länger behalten hat, er dürfte mit Sicherheit der kompetenteste Schurke gewesen sein, den die Serie bis zu diesem Zeitpunkt hatte.
Die Entwicklung von Bulk & Skull hat hier ebenfalls nochmal große Fortschritte gemacht von „nicht mehr antagonistisch“ auf „aktiv hilfsbereit und freundlich“. Man hatte hier zum ersten Mal das Gefühl, dass sie und die Rangers nun wirklich zu Freunden geworden sind und sich gegenseitig schätzen und respektieren, auch wenn sie nicht immer der gleichen Meinung sind. Ich find nach wie vor, dass sie sehr unterhaltsam sind, solang sie nichts ins Gesicht kriegen und das war hier auch nicht mehr oft der Fall, gerade die Dynamik mit Lt. Stone hat den Humor nochmal zusätzlich verbessert. Wenn ich jetzt mal nach Halbzeit der Zordon Ära eine Bilanz ziehe und sie mit modernen Bulk & Skull Kopien vergleiche, dann sind sie da für mich ehrlich gesagt Haushoch überlegen. Auch bei Jane und J-Borg oder Ben und Betty, die aus Staffeln sind, die sonst sehr viel richtig machen, scheint man einfach nicht so recht zu verstehen, warum der Humor von Bulk und Skull funktioniert.


Wie gesagt, das was Mighty Morphin 3 abliefert ist mit den ersten beiden Staffeln meiner Meinung nach kaum noch zu vergleichen. Die Serie macht das was ich von Power Rangers oder generell irgendeinem Toku sehen will und das find ich auch deutlich besser als ihre Vorlage. Die Story war sowohl von der Qualität als auch von der Quantität besser als bei ihren Vorgängern und auch darüber hinaus hatte die Serie keine so wirklichen dauerhaften Störfaktoren. Auf jeden Fall völlig zu Recht eine meiner Lieblingsstaffeln.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Zen-Aku » Sa 10. Apr 2021, 10:25

Ranger L ,
ich kann dir nur in allen zustimmen. Teile zu jeden Punkt der 3 Staffeln absolut deine Meinung.

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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Red Ranger » Sa 10. Apr 2021, 15:23

Es ist schon ewig her, dass ich MMPR3 gesehen hab, aber auch ich kann da nur zustimmen. Die Staffel ist ein deutlicher Schritt nach vorne im Vergleich mit den ersten beiden Staffeln. Mittlerweile glaube ich auch, dass die Staffel in meinem Ranking viel zu niedrig steht und eigentlich noch über Staffeln wie Zeo oder Dino Charge müsste. Da wäre wohl mal wieder ein Rewatch fällig. Ich verstehe auch bis heute nicht, wieso Kat von so vielen gehasst wurde. Zumindest war das damals der Fall. Gerade Kat empfand ich als Bereicherung für die Staffel, da sie doch auch viel zur Story beigetragen hat. Und ich war auch nie der große Fan von Kimberly, von daher war ich sogar ganz froh, dass sie ersetzt wurde.
Und zu dem Plan von Master Vile, das war für mich auch nie ein Zeitreise-Plot. Ich hab es ebenfalls so verstanden, dass alles in einen früheren Zustand zurückversetzt wurde. Ich hab auch schon öfter mitbekommen, dass viele glauben, die Veränderung hat sich nur auf Angel Grove ausgewirkt, und als Tanya dann später zum Team kam und erwachsen wurde, wurden ihr somit Lebensjahre gestohlen. Hab ich jetzt nie so wahrgenommen. Ich gehe davon aus, dass die Veränderung die ganze Welt betroffen hat und auch Tanya zu ihrem normalen Alter zurückgekehrt ist.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » So 11. Apr 2021, 04:07

Zen-Aku hat geschrieben:
Sa 10. Apr 2021, 10:25
Ranger L ,
ich kann dir nur in allen zustimmen. Teile zu jeden Punkt der 3 Staffeln absolut deine Meinung.
Dankeschön. Freut mich zu hören.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 10. Apr 2021, 15:23
Ich verstehe auch bis heute nicht, wieso Kat von so vielen gehasst wurde. Zumindest war das damals der Fall. Gerade Kat empfand ich als Bereicherung für die Staffel, da sie doch auch viel zur Story beigetragen hat. Und ich war auch nie der große Fan von Kimberly, von daher war ich sogar ganz froh, dass sie ersetzt wurde.
Ich schätze viele hassen sie einfach nur, weil sie Kimberly und damit ihren ersten Kindheits-Crush ersetzt hat. In gewisser Weise kann ich schon verstehen, dass sie da für viele nicht an die emotionale Bindung die sie mit Kimberly hatten heran kommt, aber auf der anderen Seite kann die Rolle halt nichts dafür, insbesondere da Amy Jo Johnson ja von sich aus ausgestiegen ist. (Ich hatte eh immer eher nen Crush auf Kat als auf Kimberly, von daher hatte ich das Problem hier nie. lol Kann aber durchaus sein, dass das dazu beigetragen hat, warum ich auf den Turbo Wechsel so allergisch reagiere. Auch wenn da die neuen Charaktere eigentlich nie mein Problem waren)
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 10. Apr 2021, 15:23
Ich hab auch schon öfter mitbekommen, dass viele glauben, die Veränderung hat sich nur auf Angel Grove ausgewirkt, und als Tanya dann später zum Team kam und erwachsen wurde, wurden ihr somit Lebensjahre gestohlen. Hab ich jetzt nie so wahrgenommen. Ich gehe davon aus, dass die Veränderung die ganze Welt betroffen hat und auch Tanya zu ihrem normalen Alter zurückgekehrt ist.
Das glaub ich auch nicht, denn nach der Logik, hätte ja theoretisch Aisha, die mit Tanya den Platz getauscht hat und nun an ihrer Stelle in Afrika statt in Angel Grove ist, am Ende ein Kind bleiben müssen, aber sie ist ebenfalls wieder normal geworden, von daher kann man denk ich schon davon ausgehen, dass sich das auf den ganzen Planeten ausgewirkt hat.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Red Ranger » So 11. Apr 2021, 15:45

Ranger L hat geschrieben:
So 11. Apr 2021, 04:07
Ich schätze viele hassen sie einfach nur, weil sie Kimberly und damit ihren ersten Kindheits-Crush ersetzt hat. In gewisser Weise kann ich schon verstehen, dass sie da für viele nicht an die emotionale Bindung die sie mit Kimberly hatten heran kommt, aber auf der anderen Seite kann die Rolle halt nichts dafür, insbesondere da Amy Jo Johnson ja von sich aus ausgestiegen ist. (Ich hatte eh immer eher nen Crush auf Kat als auf Kimberly, von daher hatte ich das Problem hier nie. lol Kann aber durchaus sein, dass das dazu beigetragen hat, warum ich auf den Turbo Wechsel so allergisch reagiere. Auch wenn da die neuen Charaktere eigentlich nie mein Problem waren)
Ja, von dem Standpunkt her kann ich es schon nachvollziehen. Es ist wohl immer schwer, wenn ein liebgewonnener Charakter ersetzt wird, seinen Nachfolger zu akzeptieren. Ich hatte nie so eine Bindung zu Kimberly, weil ich bei PR erst so richtig Mitte Zeo eingestiegen bin und vorher nur sporadisch ein paar Folgen gesehen hab. Aber auch als ich dann MMPR nachgeholt hab, wurde ich irgendwie nie so richtig mit Kimberly warm. Mit Jason übrigens auch nicht, obwohl ich ihn in Zeo eigentlich in Ordnung fand. In MMPR kam er mir manchmal zu überheblich vor. Den Rangerwechsel bei Turbo hatte ich, als ich den das erste Mal gesehen hab, auch recht zwiespältig wahr genommen. Einerseits mochte ich den Zweiteiler schon, aber anderseits wollte ich mich auch nicht von den alten Rangers verabschieden. Dennoch war ich auf das neue Team gespannt, aber umso ungewohnter war es dann auch, das neue Team das erste Mal in Aktion zu sehen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 20. Apr 2021, 04:03

Mit Zeo hab ich jetzt die vierte Staffel in meinem Zordon Ära Rewatch abgeschlossen und hier muss ich tatsächlich sagen, dass sich meine Meinung nicht so sehr ins positive verbessert hat, wie ich gehofft hatte. Wie üblich war es notwendig, die Bewertung allgemein etwas anzupassen, aber in den konkreten Einzelfällen, hat sich nur wenig an meiner bisherigen Meinung zur Serie getan, auch wenn ich ein paar Sachen jetzt vielleicht ein wenig besser einordnen kann als früher.


Was das allgemeine Storytelling betrifft, muss ich sagen, kann ich der Staffel eigentlich gar nicht mal so viel vorwerfen, in der Summe ist doch relativ viel passiert, wenn man Toy Einführungen usw. mitzählt, kommt Zeo auf etwa 35 Folgen, die man als halbwegs relevant bezeichnen könnte, womit die Serie, mit ihren 10 Folgen mehr, im Verhältnis ganz gut mit ihrem Vorgänger mithalten kann. Auch die Verteilung geht vollkommen in Ordnung, auch wenn es zumindest im ersten Drittel meistens nur Kleinigkeiten waren, die jetzt nicht sonderlich viel verändert haben. Qualitativ muss ich aber sagen, dass ich gerade die Anfangsphase nach Mighty Morphin 3 schon als relativ starken Rückschritt empfunden habe, vor allem die Folgenhandlungen waren hier für mich im Schnitt wieder deutlich näher an Staffel 1 oder den schwächeren Phasen von Staffel 2 dran. Ich hatte unter anderem das Gefühl, das man hier wieder etwas mehr auf die Verwendung von One Shot Charakteren gesetzt hat, was ein wenig Fokus von den Rangers genommen hat und irgendwie glaube ich auch, dass man sich erst wieder an die Verwendung von Sentai Material gewöhnen musste. Selbst die Alien Ranger Arc, in der man ja wieder auf Boden Material aus Kakuranger zurückgreifen konnte, hatte im Schnitt nur so um die 10% Sentai Material. Bei Zeo waren’s in der Anfangsphase dann gleich wieder durchschnittlich zwischen 20 und 40% pro Folge, das hat denke ich seinen Teil dazu beigetragen, dass man nicht mehr so frei im Umgang mit den Folgenplots war und wieder mehr die einzelnen Storys um das Sentai Material drum herum bauen musste.
Der Dreiteiler um Kimberlys Trennung von Tommy Ende des ersten Drittels war ganz gut, mir hat das ganze jetzt ehrlich gesagt nicht so sonderlich weh getan, da ich keine so große Bindung zu Kimberly hab und außerdem hat es den Weg frei gemacht, Tommy und Kat etwas näher zueinander zu bringen. Das einzige was ich seltsam fand, das war in Part 3 diese Sache mit dem Treibhaus Effekt. Ich bin mir relativ sicher, dass das nicht so funktioniert, wie die das da dargestellt haben, insbesondere das Ende nicht, wo es dann ja plötzlich wieder auf einen Schlag kühler wurde, nachdem die Rangers das Monster besiegt hatten. Ich meine, die Bäume die das Monster zerstört hat, tauchen doch jetzt nicht auf magische Weise wieder auf. Aber naja. Die Storyline zu Tommy und seinem Bruder fand ich eigentlich auch ziemlich gut. Die Einführung des roten Kampfzords war zwar ein bisschen random, das war halt mal wieder so ein Fall von „Zordon wusste, dass so etwas passieren würde“, weil natürlich wusste er das, aber an sich fand ich es ganz gut, wie man das alles in diese Story integriert hat, um zu erklären, warum Tommy am Anfang Schwierigkeiten mit der Steuerung hat. Und außerdem find ich‘s cool, dass man hier diesen Storyansatz aus der Zeo Kristall Arc wieder aufgegriffen hat. Wie schon beim letzten mal erwähnt, sehr gute Planung.
Danach hat es ja nicht lange gedauert, bis dann die Gold Ranger Arc los ging und mit der muss ich sagen, hab ich nach wie vor so meine Probleme. Ein paar der Ideen und Ansätze waren ziemlich gut, aber letztlich hat man viel zu viele Fragen offen gelassen und das Teasern zu lange gestreckt, dafür dass das Ergebnis eigentlich relativ unbefriedigend war. Es fängt ja schon damit an, dass in der ersten Folge explizit gesagt wurde, dass sich die Energie-Signatur des Gold Rangers 1:1 mit der des Zeo Kristalls gleicht, was implizieren würde, dass er selbst sowas wie einen Zeo Kristall hat. Das ist an sich schon sehr seltsam, da man ja am Anfang der Staffel noch angemerkt hatte, dass der Zeo Kristall nur 5 Energie Zentren hat, aber es wird halt noch schlimmer dadurch, dass man danach auch nicht weiter darauf eingegangen ist, was die Gold Ranger Kräfte eigentlich sind, warum sie so wie die Zeo Kräfte aussehen und funktionieren, oder wo er sie her hat. Des Weiteren wurde gesagt, dass er seine Kräfte verlieren würde, wenn er den Rangers seine Identität verrät und es wurde impliziert, dass Zordon und Alpha ihn kennen, was sich beides im nach hinein als falsch heraus gestellt hat. Ich vermute mal, dass man das nur gemacht hat um die Identität möglichst lange zu einem Mysterium zu machen, aber das ändert halt nichts daran, dass diese Behaupten schlicht und ergreifend glatte Lügen sind, was mich wiederum zum nächsten Punkt bringt, nämlich die Tatsache, dass ich diese ganze Aktion mit seiner Identität und den Roten Heringen ziemlich schwachsinnig fand. Hätte tatsächlich jemand überraschendes, den wir als Zuschauer kennen, unter der Maske gesteckt, hätte ich noch irgendwo verstanden, warum man das ganze gemacht hat (auch wenn es nicht die falschen Behauptungen entschuldigt hätte), aber dadurch dass es dann am Ende jemand ist, von dem wir eh noch nie gehört haben, war diese ganze Aktion rückwirkend einfach vollkommen sinnlos. Dass Trey seine Kräfte dann letztlich doch verloren hat und sie auf jemand anderen übertragen musste (wenn auch NICHT deshalb, weil die anderen seine Identität erfahren haben), macht es noch zusätzlich unnötiger, weil er nicht mal derjenige ist, mit dem wir nun den Rest der Serie was zu tun haben werden. Der nächste Punkt, der mir sehr sauer aufstößt ist, dass man es für eine gute Idee gehalten hat, seinen Nachfolger ausgerechnet Jason zu machen. Mal abgesehen davon, dass die In-Universe Ausrede dafür, warum es nicht Billy sein konnte, absolut an den Haaren herbei gezogen war und sowohl der Charakter als auch der Schauspieler es ja wohl wirklich mit Abstand am Meisten verdient hätten, versteh ich auch nicht, wie Tommy ausgerechnet auf Jason gekommen ist. Warum nicht zum Beispiel David, der ja auch zuvor einer der roten Heringe war? Ich find’s ja auch lustig, dass das von allen auch so ganz normal hingenommen wurde und jeder ihn behandelt hat, als wäre er nie weg gewesen, obwohl ihn außer Tommy und Billy eigentlich keiner so wirklich kennt. Selbiges gilt auch andersherum, kein Kommentar von Jason, warum die Kommando Zentrale plötzlich anders aussieht oder wer zum Teufel König Mondo ist. Ach ja und die Einführung der Super Zeo Zords war auch random as hell, da war die Einführung des Roten Kampfzords noch wesentlich besser. Ich meine, was genau waren diese Super Zeo Juwelen für Dinger und warum hatte Trey die? Alles in allem eine ziemlich schwache Storyline meiner Meinung nach.
Danach ist man ja direkt zum ersten Machtwechsel übergegangen mit dem „Tod“ von König Mondo, der ganz ok war, auch wenn ich nicht so ganz verstehe wofür genau dieses Teil gut war, dass Jason da besorgen musste, wenn die anderen den Megazord auch so ganz gut verwenden konnten und anschließend dann die Einführung von Louis Kaboom, die ich eigentlich ziemlich gut fand. Die Idee ihn auf Rita und Zedd zurück zu führen ist eigentlich ganz cool, auch wenn man sich so einen Vorwand suchen musste, warum er alleine agieren kann, aber es war auf jeden Fall eine kreative Art und Weise sie wieder mit ins Spiel zu bringen. Sie haben zwar jetzt nicht unbedingt irre viel zum restlichen Verlauf beigetragen, aber hey, weniger erreicht als das Roboter Imperium haben sie auch nicht, nur dass sie dabei deutlich unterhaltsamer sind.
Die Einführung von Prinz Gasket und Archerina war dann wieder etwas random, ich meine, was zum Teufel hatte dieser Golf Ball damit zu tun, aber das Ende von Louis Kaboom war trotzdem ziemlich gut und daraufhin ist ja auch schon die Story um Tommys verschwinden losgegangen, vor allem den Zweiteiler König für einen Tag würde ich nach wie vor zu meinen Lieblingsfolgen in ganz Power Rangers zählen. Auch wenn es so gesehen keine sonderlich relevante Storyline war, allein diese Schlussszenen, als sich alle zurückverwandelt haben, waren so stark. Auch Kompliment dafür, dass man den Bulk und Skull Sub-Plot hier sinnvoll verwendet hat, um zu erklären, warum der Gehirnapparat am Ende schwächer wurde, was den Rangers schließlich erlaubt hat, Tommy zu retten. Und nebenbei bemerkt war diese Arena Musik in den 2 Folgen definitiv das Beste was die Serie bis zu diesem Zeitpunkt an Soundtrack zu bieten hatte.
Kurz danach war dann auch schon die ziemlich plötzliche Rückkehr von Mondo, auf die ich gut und gerne hätte verzichten können, da alles was danach passiert ist, auch genauso gut mit Gasket alleine funktioniert hätte. Der Ausstieg von Billy wurde aber ganz gut über die Bühne gebracht, dafür dass der Schauspieler nicht mehr zur Verfügung stand. Die Idee das mit der Alterungsbeschleunigung aus der Alien Ranger Arc wieder aufzugreifen war tatsächlich ziemlich clever, da es eigentlich sogar sehr viel Sinn ergibt, dass Billy nun älter ist als alle anderen, da er durch seine Maschine und danach den Zeo Kristall zwei mal älter gemacht wurde. Warum dieser Effekt jetzt erst ein Jahr zeitverzögert eintritt sei mal dahin gestellt, aber das generelle Konzept war gut, ich find das sogar deutlich besser als wenn man es gar nicht thematisiert hätte.
Das eigentliche Finale (diese Epilogfolge jetzt mal ausgeklammert) war ganz ok, die Begründung warum Jason seine Kräfte verliert, fand ich ehrlich gesagt etwas schwammig und das mit der Erde/Triforia/Aquitar Konstellation um Trey wieder zu vereinen war auch an den Haaren herbei gezogen, aber naja, man hat zumindest versucht einen halbwegs spannenden Plot ums Ende der Staffel rumzubauen. Was ich ganz cool fand war der Kampf zwischen den Tengus und den Cogs Anfang der Folge und auch das Ende mit Zedd’s Geschenk war ganz cool, auch wenn man ja schon zuvor erfahren hat, dass die Roboter sich eh wieder regenerieren, weshalb es jetzt nicht unbedingt viel gebracht hat. Es wirft natürlich die Frage auf, warum in Turbo nichts davon mehr relevant war, aber naja, das ist nicht die Schuld von Zeo, darauf komm ich vielleicht bei Turbo nochmal zurück.


Die Charaktere sind nach wie vor relativ typische Zordon Ära Charaktere würde ich sagen. Mein Favorit ist immer noch Kat, auch wenn ich zugeben muss, den Kritikpunkt, dass sie zu viele Hobbys hat, kann ich irgendwie nachvollziehen. Ich meine, sie macht Turmspringen, baut Obdachlosenhäuser, trainiert Hunde, surft, macht (und unterrichtet) Ballet und nebenbei auch noch etwas Kampftraining mit den anderen. Das ist schon echt viel. Aber naja, ich hab nen Freund, der bis vor 1-2 Jahren auch jede Woche irgendein neues Hobby hatte, also von dem her, so unrealistisch ist es also nicht. Wer sich hier für meinen Geschmack ganz klar steigern konnte ist Adam, er ist auf jeden Fall deutlich mehr raus gestochen und hatte neben Kat wohl auch im Schnitt die besten Fokusfolgen. Tommy ist halt Tommy, kein Ultra interessanter Charakter, aber er hat mit zwei größeren Storyline immerhin einen Teil der Handlung getragen. Tanya muss ich sagen, fand ich irgendwie noch nie so wirklich sympathisch und um ehrlich zu sein kann ich nicht mal so genau sagen, was mich an ihr stört, sie macht jetzt nichts extrem schlimmes, aber aus irgendeinem Grund gibt sie mir einfach nichts. Das schwächste Glied ist für mich aber auch im dritten Jahr immer noch Rocky, ich weiß nicht, irgendwie ist er einfach langweilig, seine Fokusfolgen waren im Schnitt die schwächsten und wirklich sympathisch ist er auch nicht.
Jason, unabhängig davon, was ich von seiner Wiedereinführung und deren Umständen halte, fand ich hier tatsächlich etwas besser als in den ersten beiden Staffeln, was wohl nicht zuletzt an dieser Geschichte mit Emily liegt. Irgendwie hat ihn das so ein bisschen menschlicher gemacht und er war ja auch vom Staffel 1 Team der einzige der nie zuvor eine Art Love-Interest hatte, vielleicht was das einfach mal nötig, um so ihn ein bisschen von diesem „starker, heroischer Anführer“ Ding wegzubringen. Dass er hier generell nicht mehr der Anführer ist, hilft vielleicht auch ein wenig. Das einzige Problem das er hatte war, dass man hier durch die häufige Abwesenheit von Riki in Ohranger vergleichbar mit Tommy in der ersten Staffel wieder ziemlich oft irgendwelche seltsamen Vorwände finden musste, um ihn beschäftigt zu halten, während die anderen das Monster bekämpfen.

Auric ist praktisch Ninjor auf Wish bestellt, er hatte nur 3 Auftritte und wenn die nicht da gewesen wären, hätte sich im Prinzip auch nicht viel verändert. Außerdem hat mich das daran erinnert, dass die Erklärung dafür, warum Ninjor selbst nicht mehr mit von der Party ist, eigentlich ziemlich schwammig ist. Ich meine, er ist wieder zurück in seinem Tempel… und dann? Warum können ihn die Rangers nicht einfach erneut aufsuchen? Da hätte man sich find ich was besseres ausdenken können, um seine Abwesenheit zu erklären.
Bei der Entwicklung von Bulk und Skull hat sich dieses Mal nicht ganz so viel getan, als in den letzten beiden Staffeln, die Sache mit Rito und Goldar in der ersten Hälfte war ganz nett, hat aber jetzt nicht so viel zu ihrem Character Development beigetragen. Einzig die Bindung zu Lt. Stone ist mit der Zeit immer besser geworden, vor allem dass sie dann gekündigt haben, als Stone vom Polizei Chef gefeuert wurde und dann gemeinsam mit ihm eine Detektei gegründet haben, war ziemlich cool. Ansonsten war jetzt nicht so viel neues, aber das ist schon ok. Ihre Story in der letzten Folge war ziemlich sinnlos, da aus der geplanten Spin Off Serie ja nichts geworden ist und sie im Turbo Film dann wieder zurück sind, als wäre nichts gewesen. Ich finde, wenn man nicht sicher weiß, ob die Serie sicher kommt, hätte man das Ganze ein wenig cleverer angehen müssen, aber naja.

Das Roboter Imperium halte ich in der Summe nach wie vor für einen ziemlichen Witz. Dafür dass sie am Anfang so übermächtig dargestellt wurden, dass sogar Rita und Zedd flüchten mussten, haben sie sich letztlich wie ein ziemlicher Rückschritt angefühlt. Was dabei definitiv nicht geholfen hat, war die Tatsache, dass man sich für die Szenen mit der Führungsriege bis Mitte der Staffel eigentlich ausschließlich auf Sentai Material beschränkt hat, gerade diese Aufnahmen in der Basis in denen Mondo, Robot, die Maschinenkönigin und Klank & Orbus sich unterhalten waren praktisch bis zum Tod von Mondo gefühlt immer wieder dieselben 5 Szenen. Ich bin auch irgendwie kein Riesen Fan davon, dass Mondo wenn er besiegt wird, mit der Zeit immer wieder neu entsteht, ich bin nicht so ganz sicher, warum genau man das gemacht hat, hätte Gasket als Neuer Befehlshaber es nicht auch getan? Oder hatte man Angst, dass Robot seinen Vater weg zu nehmen zu brutal wäre?
Louis Kaboom war zumindest besser als Mondo, weil er sich immerhin am Kampf beteiligt hat. Inhaltlich jetzt kein wahnsinnig interessanter Charakter und nach 5 Folgen war er dann ja auch schon wieder weg, weshalb er auch keinen großartigen Mehrwert für die Serie hatte, aber für die Zeit war er ganz ok.
Gasket würde ich definitiv als besten Schurken der Staffel bezeichnen, schon allein aufgrund seines Plans mit Tommy. Ich frage mich allerdings, ob man ursprünglich geplant hatte, den selben weg wie Ohranger zu gehen und das Kostüm für einen Erwachsenen Robot zu verwenden, da im Verlauf der Staffel mehrmals gesagt wurde, dass Robot ein Einzelkind ist. Auch wenn Gasket von Mondo verstoßen wurde, waren mir die Andeutungen da etwas zu explizit um zu ignorieren, dass es halt schlicht und ergreifend die Unwahrheit ist. Was hat die Staffel denn ständig damit, ihre Zuschauer anzulügen? Archerina ist in so fern etwas random, da sie ja eigentlich nicht Teil der Familie ist, was so ein bisschen die Frage aufwirft, wer zum Teufel ihr Vater, dieser König Aradon, eigentlich ist? Das ist halt mal wieder dieses Typische Ding der frühen Staffeln potentielles Lore in den Raum hinein zu werfen, dann aber nicht weiter darauf einzugehen. Auf der anderen Seite, in Ohranger war sie Buldonts Cousine… ob das jetzt besser ist sei mal dahin gestellt. lol


Im Grunde ist Zeo auch wieder so eine Serie die Phasenweise gut war. Das erste Drittel und die Gold Ranger Arc fand ich nicht sonderlich gut, das Tommy Zeug Ende der ersten Hälfte und das meiste ab der Einführung von Louis Kaboom war aber recht unterhaltsam. In der Summe würde ich sie wohl irgendwo zwischen Kakuranger und Mighty Morphin 2 packen. Keine schlechte Serie, die sich vielleicht auch aufgrund des Vorgängers noch etwas schwächer anfühlt, als sie ist, aber sicherlich nichts, womit man angeben kann.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » So 9. Mai 2021, 04:02

Mit Turbo bin ich nun auch durch, was heißt, dass ich nur noch eine Station vor mir hab, in meinem Zordon Ära Rewatch. Tatsächlich find ich die Staffel gar nicht mal so leicht zu bewerten. Ich würde auf jeden Fall sagen, dass sie in meiner Gesamtwahrnehmung etwas gestiegen ist, eine wirklich gute Serie ist aber sicherlich immer noch nicht.


Ich fange mal mit dem Film an. Den muss ich sagen, hatte ich tatsächlich besser in Erinnerung, ich weiß, dass ich ihn früher immer recht gern mochte und auch wenn er immer noch einige coole Sachen hat (und ich ihn auf jeden Fall über den ersten Film stellen würde, den ich mir im Zuge von Mighty Morphin auch nochmal angeschaut hab) waren letztlich schon viele Dinge dabei, die ziemlich random waren. Vor allem die Einführung von Justin war ziemlich seltsam, er wurde praktisch behandelt als wäre er immer dagewesen und als würde er die Rangers bereits kennen. Außerdem finde ich es durchaus fragwürdig, dass Zordon ausgerechnet ihn als Rockys Nachfolger ausgewählt hat und nicht beispielsweise Jason. Dessen gemeinsamen Auftritt mit Kimberly find ich auch ziemlich seltsam, vor allem frag ich mich, warum er überhaupt wieder weg war, obwohl er doch nach Zeo wieder in Angel Grove gewohnt hat.
Die Einführung von Divatox fand ich eigentlich ganz gut und rückwirkend macht es denk ich auch Sinn, dass Rita und Zedd erst mal nicht mehr eingegriffen haben sondern einfach nur ihre Ruhe wollten. Der Maligore Plot war nicht schlecht und vor allem der letzte Teil des Films der auf der Insel spielt war eigentlich ziemlich unterhaltsam.
Worauf man allerdings noch deutlich besser hätte eingehen können, das ist die Existenz der Turbo Kräfte. Es gibt ja das Gerücht, dass ursprünglich mal geplant war, dass Billy sie während seiner Abwesenheit in der Gold Ranger Arc erschaffen hat, was auf jeden Fall besser gewesen wäre, aber selbst dann wäre noch die Frage offen, warum sie genauso funktionieren wie die Zauberkräfte von Lerigot und warum sie diese Geister Galeone steuern können. Mal abgesehen davon was es mit der eigentlich auf sich hat.

Die Staffel an sich ist ja ein bisschen schwierig zusammen zu fassen, da sich die zweite Hälfte nun mal sehr stark von der ersten unterscheidet, deshalb gehe ich mal der Reihe nach vor. Ein paar Ansätze der ersten Hälfte sind definitiv nicht uninteressant, beispielsweise die Tatsache, dass die Rangers ihre Highschool abgeschlossen haben und jetzt neben ihrem Superhelden Dasein in normalen Jobs arbeiten, hat definitiv was und wenn ich ehrlich bin hab ich Dimitria gerade in der ersten Hälfte auch als deutliche Steigerung gegenüber Zordon empfunden. Trotzdem würde ich sagen, dass die ersten 20 Folgen der Staffel in der Summe nicht besonders gut waren.
Es ist jetzt nicht mal unbedingt so dass jede einzelne Folge scheiße war, aber die die schlecht waren, waren halt echt richtig schlecht, vor allem viele der Justin Fokus Folgen, wie das mit dem Seifenkisten Rennen oder diesen zwei arschigen Schülern die den Feueralarm ausgelöst haben, waren absolut schrecklich. In beiden Fällen nicht zu Letzt wegen den One Shot Charakteren dieser Folgen. Die Einführungsfolge vom Blauen Centurion war ok, wäre aber wesentlich besser gewesen, wenn man nicht 1:1 denselben Plot mit dem Ranger-like Ally, der dazu gebracht wird, die Rangers für Schurken zu halten, schon bei Auric in Zeo benutzt hätte. Das ist gerade mal 25 Folgen her gewesen. Ich muss der Serie zwar in gewisser Weise zugutehalten, dass das Sentai Material von Carranger, für eine Serie, die versucht sich selbst ernst zu nehmen, nicht gerade einfach zu adaptieren war, weshalb man vor allem in der ersten Hälfte auch versucht hat, so wenig davon wie möglich zu verwenden, aber irgendwie scheint man mit den eigenen Ideen hier nicht sonderlich weit gekommen zu sein. Was auch nicht unbedingt hilft, das ist diese Sache mit Divatox‘ Zündern in jeder einzelnen Folge. Die ersten 2-3 Mal ist das ganz ok, aber mit der Zeit wird es einfach langweilig und eintönig. Vor allem sind diese Plots halt auch immer seltsamer geworden, eine Bombe hat z.B. ein Feuerwehrauto in ein Monster verwandelt. Oder dann so Bomben wie den Spielstandzähler beim Fußball oder der Kassettenspieler, der nach einer bestimmt Anzahl an abgespielten Minuten hochgeht. Was ist der Sinn von sowas? Das macht’s doch nur unnötig komplizierter und schwerer zu finden waren die Bomben dadurch jetzt auch nicht.

Der Zweiteiler, in dem die Rangers geschrumpft wurden, war ganz ok, die Szenen in denen die Rangers in Divatox‘ U-Boot rumgelaufen sind, waren ziemlich unterhaltsam, das einzige was mich etwas irritiert hat, warum genau haben die Torpedos von Divatox am Ende den Effekt, dass sich die Rangers in Insekten verwandeln Rückgängig gemacht und warum sind Bulk und Skull dadurch zu unsichtbaren Menschen geworden? Die Dinger sind doch nur zur Vergrößerung da. Aber naja. Direkt danach war dann ja auch schon der Übergang vom ersten zum zweiten Team und mit dem hab ich nach wie vor so meine Probleme. Ich muss sagen, das Set-Up dieses Zweiteilers war grundsätzlich gar nicht unbedingt schlecht, das Erscheinen von Mama D war zwar etwas random, die Einführung von TJ und Cassie hat aber sehr gut funktioniert und wenn man es dabei belassen und den eigentlichen Ranger Wechsel in die nächste Folge verschoben hätte, wären das sogar ziemlich gute Folgen gewesen. Problematisch wird’s dann erst beim eigentlichen Übergang, der halt vor allem aufgrund der Begründung absolut keinen Sinn ergibt. Dimitria (die btw. ab der Folge auch nicht mehr in Fragen spricht), zieht sich auf einmal diese seltsame Sanduhr aus dem Hut und meint, dass jeder Ranger nur für eine „begrenzte Zeit“ im Dienste des guten stehen darf, bevor sie ihn frei geben müssen, was halt einfach kompletter Schwachsinn ist. Selbst wenn dieses Konzept an sich logisch wäre, was es nicht wirklich ist, denn das Böse geht nun mal nicht in Rente, dann ergibt es doch absolut keinen Sinn, dass diese „begrenzte Zeit“ bei Tommy, Adam, Kat und Tanya gleichzeitig abläuft, da alle 4 zu unterschiedlichen Zeitpunkten Rangers geworden sind. Also entweder hätte Tommy diese Zeit schon um Längen überschritten, oder Kat und Tanya haben sie noch nicht mal ansatzweise erreicht. Und die Rangers nehmen das halt auch einfach so hin, als wär‘s das normalste der Welt, niemand fordert mal irgendeine Erklärung oder auch nur etwas Kontext für die Aussage. Das hat alles so improvisiert gewirkt. Ich bin nicht sicher was genau der ursprüngliche Plan für den Ausstieg der alten Rangers gewesen wäre, aber so wie ich das verstehe, hätte es wohl was mit der Nachricht des blauen Centurion zu tun gehabt (welche danach auch nicht mehr thematisiert wurde) und man hat ja auch zumindest für Tommy und Kat schon Ansätze etabliert, die sie theoretisch zum Ausstieg veranlassen könnten, aber aus irgendeinem Grund hat man einfach alles irgendwie über den Haufen geworfen und sich spontan was neues aus dem Ärmel gezogen, das nichts mit irgendwas zu tun hat. Ich frag mich echt, was genau man sich dabei gedacht hat.
Was mich hier außerdem noch stört ist, dass man in der nachfolgenden Episode direkt zu Business as usual übergegangen ist, als wäre nie was gewesen. Jeder kann seine Waffen und Zords steuern, als hätten sie nie was anderes gemacht, Cassie und Ashley sind plötzlich beste Freundinnen, obwohl die beiden sich bis zur Power Übergabe noch nie gesehen hatten und der Blaue Centurion wird behandelt, als würden sie ihn schon ewig kennen, obwohl sie ihn davor noch überhaupt nicht getroffen haben. Gerade Mighty Morphin 3 (und zu nem gewissen Grad noch 2) hatte ich ja dafür gelobt, dass man sich etwas mit dem Wechsel beschäftigt hat und der Übergang sehr natürlich war, aber hier hat man das nicht mal versucht. Alles ging sau schnell und in der nächsten Folge hat man das Gefühl als wäre ein halbes Jahr vergangen. Und was ich in dem Atemzug auch noch anmerken will, was mir erst ein paar Folgen später so richtig aufgefallen ist, tatsächlich gibt es hier eigentlich keinen wirklichen In-Universe Grund dafür, warum die ehemaligen Rangers danach nicht mehr in Erscheinung treten. Bei den vorherigen Fällen gab es immer irgendeine Erklärung dafür, warum die alten Rangers nicht mehr vorkommen, Jason, Zachy und Trini sind in die Schweiz geflogen, Aisha ist in Afrika geblieben, Kimberly war in nem Trainingslager für die Weltfestspiele, Rocky hat ein eigenes Dojo eröffnet, aber hier, nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil, zumindest Kat und Adam hätten sogar sehr gute Gründe dafür gehabt, weiterhin Auftritte zu haben. Kat war Referendarin in der Highschool und hat unteranderem Justins Klasse unterrichtet, während Adam Carlos‘ Fußball Team trainiert hat, welches danach sogar nochmal vorgekommen ist. Es macht absolut keinen Sinn, dass die beiden einfach so aus dem Leben der anderen Verschwinden. Aber naja, da könnt ich mich wohl noch 3 Stunden drüber aufregen.
Nach ein paar Folgen hat das neue Team dann langsam angefangen sich einzupendeln. Das erste größere Hightlight der Staffel war dann wahrscheinlich die Phantom Ranger Arc, vor allem die letzten paar Folgen davon. In gewisser Weise war diese Storyline Zeos Gold Ranger Arc done right, vielleicht noch nicht unbedingt perfekt, aber insgesamt mit deutlich weniger Schwachsinn. Vor allem hat man sich hier halt dieses ganze Zeug mit der Identität und den roten Heringen gespart und die Einführung der neuen Zords war wesentlich organischer. Man hätte zwar find ich noch deutlich mehr darauf eingehen können, was genau der Phantom Ranger eigentlich ist und was es mit seinem Power Rubin auf sich hat und außerdem frag ich mich, ob seine Hauptmission tatsächlich nur war, den Rangers ihre neuen Zords zu geben, aber an sich hat diese Storyline ziemlich gut funktioniert.
Danach ist man bis zum Finale erst mal mehr oder weniger auf One-Shot basiertes Storytelling umgestiegen, wobei man sagen muss, dass es einige Folgen gab, die inhaltlich auf einander aufgebaut haben, wie diesen Zweiteiler mit der Münze oder die Sache mit Divatox‘ Zords gegen Ende, was für den Verlauf der Staffel zwar beides nicht unbedingt die übermäßige Relevanz gehabt hat, aber zumindest für ein wenig Kontinuität gesorgt hat. Wie viele relevante Folgen die Staffel insgesamt hatte, ist tatsächlich gar nicht mal so leicht zu sagen, abhängig davon, was man alles zählt, sind es wohl irgendwas zwischen 21 und 30 Folgen, je nachdem, ob man eben diese erwähnten Mini Arcs oder sowas wie die Folge mit Visceron (dessen Botschaft danach nicht mehr thematisiert wurde) oder die Folge mit einer neuen Megazord Kombination (welche nur dieses eine Mal benutzt wird) als relevant werten will. Nach eigenem Ermessen würde ich persönlich mich spontan auf 26 Folgen festlegen, da ich zumindest die letzte Storyline und den Münzenzweiteiler zählen würde, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Qualitativ würde ich schon sagen, dass die Folgenhandlungen in der in der Phase im Schnitt etwas besser waren, als die in der ersten Hälfte, was vor allem etwas geholfen hat, das war, dass man sich hier teilweise etwas weniger davor gesträubt hat, die humorvolle Natur von Carranger mit einzubeziehen bzw. zumindest nicht mehr so sehr versucht hat, sie zu kaschieren, auch wenn ich in der Summe den Humor von Turbo jetzt nicht unbedingt wahnsinnig überzeugend fand. Schlechte Folgen gab’s aber auch hier immer noch, besonders schwach fand ich z.B. die Folge mit Carlos‘ Fußball Kollegen oder die mit dem Ameisenbiss, der Justin (warum auch immer) übermenschlich stark gemacht hat.
Der finale Zweiteiler war dann natürlich nochmal ein ziemliches Highlight, auf jeden Fall eines der besseren PR Staffelfinals. Man muss zwar schon irgendwo zugeben, dass das Set-Up ziemlich konstruiert ist, mit Goldkelchen, der als MotW einfach mal beide Megazords zerstört, während Dimitria und der Blaue Centurion nach Eltar aufbrechen und Elgar dann zufälligerweise das Power Zentrum findet, aber trotzdem war das hier vom Spannungsfaktor schon sehr weit vorne. Vor allem eben der eigentliche Sturm auf das Power Zentrum der halt nochmal um einiges härter war als die relativ simple Zerstörung am Ende von Mighty Morphin 3 (auch wenn da natürlich das Build-Up besser war). Dass Justin es dann schafft, einen Nasada Commander davon zu überzeugen, den Power Rangers (die er nicht mal treffen darf) ein startbereites Shuttle zur Verfügung zu stellen, ist dann ehrlich gesagt schon etwas hart an der Schmerzgrenze gewesen, aber naja. Auf jeden Fall trotzdem ein sehr guter Cliffhanger.


Vom Original Line-Up ist in der ersten Hälfte nicht mehr so wirklich viel gekommen, den meisten Fokus hatte wohl Justin, Tommy war eigentlich kaum noch Existent und um an meiner allgemeinen Meinung zu den Charakteren, welche ich mag und welche nicht, was zu verändern, war die Zeit auch einfach zu kurz. Das neue Team hat auf jeden Fall etwas frischen Wind rein gebracht, gerade TJ muss ich sagen, ist ein ziemlich guter Charakter. Ich würde auf jeden Fall sagen, dass er wohl der beste Rote Ranger ist, den die Serie zu dem Zeitpunkt hatte, einfach weil er deutlich sympathischer und lockerer dargestellt wurde, als seine Vorgänger. Das schwächste Glied des neuen Teams ist für mich ganz klar Carlos, ihn find ich irgendwie am wenigsten sympathisch und er hatte von allen den wenigsten und schlechtesten Fokus. Ashley und Cassie sind irgendwo dazwischen. Justin find ich ganz in Ordnung, auch wenn er leider relativ viele, eher schwache Fokusfolgen hatte, was ihn etwas nach unten zieht, aber so schlecht wie viele andere, hab ich ihn nie gefunden und das tu ich auch nach wie vor nicht. Wenn er nicht da wäre, würde ich ihn nicht vermutlich vermissen, aber er stört mich auch nicht.
Dimitria muss ich ehrlich sagen fand ich, als sie nur Fragen gestellt hat besser. Das hat sie irgendwie einzigartig gemacht, gerade im Kontrast zu Zordon, bei dem’s mich immer gestört hat, dass er praktisch über alles immer Bescheid wusste, da war jemand, der auf alles mit einer Frage antwortet, eine willkommene Abwechslung. Als man das fallen hat lassen, wurde sie halt relativ austauschbar. Und großartig irgendeine Form von Background hat man auch nie zu ihr erhalten. Es ist halt vor allem schade, dass man die Story mit ihrer Schwester hat fallen lassen.
Alpha 6 find ich tatsächlich gar nicht mal so schlecht. Klar, er kann vielleicht nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, aber er ist trotzdem ein ziemlich sympathischer und unterhaltsamer Charakter. Was ich mag ist, dass er eine etwas direktere Art hat und den Rangers auch mal die Meinung sagt.
Die Entwicklung von Bulk und Skull hat hier ziemlich stagniert, allein aufgrund der ersten Hälfte welche sie komplett als Affen verbracht haben. Die zweite Hälfte war ganz in Ordnung mit ihrer Suche nach Jobs. Das war auf jeden Fall unterhaltsam auch wenn’s mich teilweise etwas gestört hat, dass sie des Öfteren Jobs verloren haben, wegen Zeug, das überhaupt nicht ihre Schuld ist. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Humor, bei dem irgendwer irgendwas ins Gesicht bekommt, wieder etwas zugenommen hat. In der ersten Hälfte hat diese Funktion dann halt häufig Lt. Stone abgedeckt.


Mit Divatox als Oberschurkin kann ich irgendwie immer noch nicht allzu viel anfangen, wenn ich ehrlich bin. Kann sein, dass er daran liegt, dass ich Diva-Attitüde eigentlich immer eher nervig finde, auch wenn’s etwas weniger schlimm ist, wenn man es bei einem bösen Charakter macht, aber irgendwie find ich sie auch einfach langweilig. Im Prinzip unterscheidet sie sich halt vom vorgehen her nicht so sehr von ihren Vorgängern, auch sie macht selbst nichts, schreit ihre Untertanen wegen Zeug an, das nichts mit ihnen zu tun hat und was mir bei ihr vor allem so ein bisschen fehlt, das ist so ein Gefühl von „Ok, deshalb ist sie hier der Boss!“. Selbst Rita hatte das zu einem gewissen Grad. Viele verteidigen sie ja immer damit, dass sie ja immerhin eine der Wenigen ist, die die Rangers tatsächlich besiegt hat, aber sind wir mal ehrlich, wie viel hat sie zu diesem Sieg beigetragen außer „JETZT!“ zu schreien? Goldkelchen hat die Waffen und Zords zerstört, Elgar und Rygog haben das Power Zentrum gefunden und gestürmt wurde es von den Fußsoldaten. Ich weiß nicht, ob man das wirklich zählen kann.
Elgar ist in gewisser Weise ein Rito Rip Off, was ich jetzt an sich nicht mal unbedingt schlimm finde. Er gehört nicht gerade zu meinen Lieblingscharakteren, aber er hat mich auch nicht gestört. Rygog find ich tatsächlich relativ langweilig, er hat eigentlich nie so wirklich viel beigetragen. Porto ist vom Konzept her eher so wie Finster, was ihn wahrscheinlich sogar zu meinem Favoriten hier macht. Ich find’s etwas schade, dass man aus seinen Plänen zu desertieren Anfang der Staffel nichts mehr gemacht hat, aber ansonsten fand ich ihn ganz in Ordnung.
General Havoc muss ich sagen, hat man ziemlich verschwendet. Ich kann mich daran erinnern, dass ich ihn als Kind immer mochte, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, versteh ich ehrlich gesagt nicht so wirklich warum er überhaupt existiert. Ich meine, er ist aufgetaucht, hatte 3 Kämpfe, hat 2 davon verloren und geht dann wieder, um einen neuen Metallosaurus zu bauen, welcher nie auftaucht. Das war’s. Klar er hat Divatox die Raumstation übergeben, das hat schon irgendwo seinen Zweck erfüllt, aber für gerade mal 3 Folgen und dafür dass er am Ende nicht mal vernichtet wird, sondern einfach wieder geht, hat es sich eigentlich nicht so wirklich gelohnt, ihn einzuführen.


In der Summe würde ich sagen, war die Staffel mittelmäßig bis annehmbar, womit sie wohl irgendwo zwischen Mighty Morphin 1 und Zeo liegt. So wirklich schlecht in dem Sinne ist die Serie nicht unbedingt, abgesehen von ein paar Einzelaktionen und Folgenhandlungen, aber wirklich viel besonderes gab’s halt auch nicht. Eine ganz gute Storyline und das Endgame, ansonsten war die Staffel in erster Linie einfach relativ unspektakulär und langweilig. Die zweite Hälfte ist dabei auf jeden Fall besser als die erste, hat ihrerseits aber auch ihre Probleme, unter anderem die Tatsache, dass sie sehr viele Konzepte und Ansätze der ersten Hälfte einfach hat fallen lassen, die womöglich besser gewesen wären, als das was man stattdessen bekommen hat. Trotzdem war es wohl ein notwendiger Schritt in der Entwicklung der Serie, der uns Judd Lynn als Main Writer für die nächsten 4 Staffeln eingebracht hat. Wie viel das wert ist, werd ich dann in der nächsten Staffel sehen sehen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Mi 9. Jun 2021, 04:17

Ok, ich hab jetzt in Space und damit die Zordon Ära offiziell abgeschlossen. Zweifellos eine ziemlich gute Staffel und ein würdiger Abschluss der zusammenhängenden Story von Power Rangers. Ich hab zwar den ein oder anderen Kritikpunkt hier und da, aber generell würde ich schon sagen, dass man mit In Space einen neuen Stil begründet hat, der sich deutlich von den Vorgängern unterscheidet, womit sie für mich auch den Start, der goldenen Ära von Power Rangers darstellt.


Das Storytelling ist definitiv sehr stark. Die Serie dürfte auf 43 Folgen insgesamt wohl so ca. 8-10 Füller gehabt haben, die meisten davon waren im ersten Drittel, wobei ich rückwirkend sagen muss, dass selbst die Anfangsphase schon deutlich besser war, als ich sie in Erinnerung hatte. Der Plot war da zwar noch relativ dünn und es war auch mal die ein oder andere schlechte Folge dabei (wie die mit Ashley’s Großmutter zum Beispiel), aber man hatte da auch schon eine ganz gute Balance aus Plots die auf der Erde spielen und Plots, bei denen die Rangers auf irgendwelchen anderen Planeten unterwegs waren, um nach Zordon zu suchen (wobei ich schon sagen muss, dass letztere im Schnitt deutlich besser waren). Was ich allerdings etwas seltsam fand, das war die Einführung von Ecliptor, da man zunächst ja seine erste Megaranger Form benutzt hatte (welche auch nur in Sentai Material vorgekommen ist) und am Ende der Folge wurde er vernichtet, wie ein MotW, aber zwei Folgen später war er dann plötzlich wieder da. Dafür wurde ebenfalls noch größtenteils die erste Form benutzt und erst als man dann ein paar Folgen später auch vermehrt eigenes Material verwendet hat, ist man vollständig zur zweiten Form übergegangen. Das war etwas seltsam.
Die Einführung von Darkonda hingegen war absolut stark und das war denk ich wohl auch der Startpunkt, für die beste Phase der Staffel. Ab da gab’s eigentlich generell kaum noch Leerlauf, die Story um Karone ist dadurch immer mehr in Schwung gekommen, die Schurken sind deutlich interessanter geworden, durch die Dynamik zwischen Darkonda und Ecliptor und der Mega Voyager wurde eingeführt.
Das Team Up mit Justin war gar nicht schlecht, ich find‘s gut, dass man noch eine Art Epilog zu seinem Charakter bekommen hat, das ist mehr als man von vielen anderen ehemaligen Rangers behaupten kann, nur dass sich halt Sturmvogel einfach so einen funktionierenden Verwandler aus dem Hut zaubert find ich ehrlich gesagt nach wie vor nicht so prickelnd. Die Adam Folge muss ich sagen, fand ich im Vergleich sogar fast das schwächere Team-Up. Es war zwar schön Adam zu sehen, aber das Set-Up war hier doch etwas konstruierter. Carlos ist dabei charakterlich nicht sonderlich gut weggekommen und wie er auf Adam trifft war auch eher random. Dass Sturmvogel zu Justin kommen würde, macht irgendwie Sinn, aber dass Adam da zufällig vorbeigekommen ist, war schon ziemlich seltsam (zumal er ja in der zweiten Hälfte von Turbo komplett verschwunden war). Mal abgesehen davon, dass es natürlich etwas komisch ist, dass Adam versucht, den Mighty Morphin Verwandler zu verwenden, anstatt seine Zeo Kräfte. Schon klar, dass man die Schwarz/Schwarz kombi wollte, aber Kräfte zu nehmen, die nicht zerstört wurden, wäre halt doch deutlich logischer gewesen.
Die Einführung von Zhane fand ich insofern etwas seltsam, da sich diese Kammer ja anscheinend schon die ganze Zeit im Astro Mega Raumschiff befunden hat, auch zu dem Zeitpunkt als die Energie des Schiffs beim Kampf gegen Darkonda komplett auf null gegangen ist und da hat nichts gefehlt. Aber ein paar Folgen später reichen dann ein paar Kratzer um einen Ausfall der Kammer herbei zu führen. Ich finde, dass man am Ende der Darkonda Folge wenigstens mal eine Szene einbauen hätte können, in denen Andros sich um Zhane sorgt. Das wäre find ich ein besserer Zeitpunkt gewesen, um mit dem Teasern anzufangen, als random eine Folge zuvor. Ansonsten war es aber ok. Durch Zhanes Verwandlungsprobleme hat man auch die nächsten paar Folgen noch relevant gehalten und was mir vorher noch nie so wirklich bewusst war, die Folge mit Zhane und Astronema hat in gewisser Weise schon Astronema’s Redemption Arc vorbereitet, da sie gezeigt hat, dass Astronema im Grunde vielleicht doch nicht so böse ist.
Den Hauptteil der Redemtption Arc von Astronema würde ich nach wie vor als den absoluten Höhepunkt der Serie bezeichnen. Man hat den Konflikt unter den Schurken auf die Spitze getrieben, das Duell zwischen Darkonda und Ecliptor ist immer noch einer der besten Power Rangers Kämpfe, schon allein, weil es wahrscheinlich eines der frühesten Beispiele für einen richtigen aktiven Kampf zwischen zwei „nicht-Rangers“ ist. Und ich fand es auch sehr nachvollziehbar, dass Astronema ziemlich zerrissen ist, schließlich war so gesehen ihr gesamtes Leben eine Lüge. Für Power Rangers verhältnisse auf jeden Fall ziemlich gut umgesetzt. Wenn’s eins gibt, was ich zu kritisieren hätte, dann, dass es relativ undurchsichtig war, ob Astronema von Dark Specters Falle für die Rangers wusste oder nicht. So wie es dargestellt wurde, hat es eher so gewirkt, als wollte man zeigen, dass sie den Rangers von Anfang an helfen wollte. Und ihre Reaktion hat auch tatsächlich überrascht ausgesehen. Aber auf der anderen Seite würde ich argumentieren, dass das Set-Up der Folge wesentlich mehr Sinn ergeben würde, wenn sie es wusste. Wieso sollte sie denn sonst weglaufen. Da hätte man etwas klarer sein können.
Die Psycho Ranger Arc ist auf jeden Fall auch nicht schlecht, definitiv nicht so gut wie die Story von Astronema und ich bin auch immer noch der Ansicht, dass das Ganze im Kontext von Megaranger etwas besser funktioniert hat, zum einen weil sich die Nejiranger irgendwie mehr wie ausgearbeitete Charaktere angefühlt haben und zum anderen weil es da mehr Sinn gemacht hat, dass sie ständig versucht haben, die Rangers an so Dingen wie der Stimme oder dem Verwandlergeräusch zu finden. Die Megarangers haben ihre Identität halt nicht nur vor Zivilisten sondern auch vor den Schurken geheim gehalten haben, während hier Astronema und Ecliptor eigentlich wissen sollten, wer die Rangers sind. Gänzlich unplausibel find ich es aber hier auch nicht unbedingt, gerade nach der Folge in der alle Rangers in blau gekämpft haben, kann ich schon verstehen, dass die Psycho Rangers noch nach einem anderem Weg gesucht haben, die Rangers zu identifizieren, außer ihrer Optik. Was ich aber schade finde ist, dass es Astronema im Gegensatz zu Hinelar nicht gelungen ist, Dark Specter mit Hilfe der Psychos auszuschalten. Man kann vielleicht argumentieren, dass es ihn trotzdem geschwächt hat, aber wie viel Einfluss das letzten Endes darauf hatte, dass Darkonda ihn am Ende vernichten konnte bleibt wohl Spekulation.
Dass die Psycho Rangers danach zu Geistern werden find ich nach wie vor etwas random, vor allem da ja auch sonst nie ein Monster plötzlich wieder als Geist auftaucht, also wieso die Psycho Rangers? In Megaranger hat das aber auch nicht wirklich Sinn gemacht und hier gebe ich ihnen zumindest, dass die Karten, der wiederentstandenen Psycho Rangers irgendwann nochmal relevant werden (wenn auch nicht mehr in derselben Staffel), wodurch die ganze Aktion rückwirkend immerhin nicht umsonst war. Der Rest dieser Geisterstadt Story war ganz ok, für meinen Geschmack aber auch schwächer als in Megaranger, schon allein, weil es da eine Folge länger war. Ich bin nicht so sicher, was ich davon halten soll, dass Andros seinen Battlizer theoretisch die ganze Zeit über hätte einsetzen können, wenn er die Eier gehabt hätte, auf den dritten Knopf zu drücken. Ich meine, er hat das Ding ja erst, seit dem Debut des Delta Megazords und davor wusste er doch bei 1 und 2 auch nicht, was passieren würde und trotzdem hat er sich ja offensichtlich irgendwann mal getraut draufzudrücken, also welchen Grund hatte er denn bitte, davon auszugehen, dass Nummer 3 signifikant gefährlicher wäre als die anderen beiden?
Die Großinvasion von Dark Specter im Finale kam schon so ein bisschen aus dem Nichts, da finde ich, wäre vielleicht eine zusätzliche Folge in der die Vorbereitung darauf thematisiert wird, nicht schlecht gewesen. Allgemein hätte die Penultimate Folge etwas mehr auf das Finale hinarbeiten können. Aber der Angriff insbesondere auf die Erde war letztlich trotzdem ziemlich stark. Den Fall von Dark Specter hätte man auch etwas mehr aufbauen können, aber ich mag die Idee, dass er und Darkonda sich gegenseitig rausnehmen, um die letzte Folge dann auf Astronema aufzubauen. Die Szenen mit Andros in der dunklen Festung waren ebenfalls sehr stark, insbesondere seine Zweifel Zordon’s Energie Gefäß zu zerstören, was am Ende ein sehr effektiver Moment war. Dass Astronema am Ende zu Sinnen kommt, weil ihr Andros auf die Backe heult, lass ich mal unkommentiert, ich denke, meine Meinung zu sowas dürfe bekannt sein. Das beste Finale überhaupt, zu dem es von vielen gemacht hat, war es für mich zwar nicht unbedingt, vor allem find ich halt, dass eine Folge mehr dem ganzen sehr gut getan hätte, aber in der Summe war es trotzdem ein ziemlich gutes Finale.


Die Rangers find ich charakterlich zwar nach wie vor nicht unbedingt die stärksten, mit Andros hatte man hier aber zum ersten mal einen Ranger, die so wirklich die Handlung trägt und das macht ihn natürlich allein inhaltlich schon mal um einiges spannender als die meisten seiner Vorgänger. Von den anderen gefällt mir nach wie vor TJ sehr gut und Zhane war auch eine gute Ergänzung zum Team, auch weil er nicht so häufig präsent war. Carlos ist für mich immer noch das schwächste Glied, irgendwie hat er aber auch einfach das Pech, keine guten Fokus Episoden zu bekommen. Und eine Sache die mich hier etwas irritiert hat, wann haben die Rangers bitte ihren Abschluss gemacht? In der Anfangsphase waren sie noch in der Schule, aber später wurde impliziert, dass sie schon aus der Schule raus sind. Also was ist passiert?
Bulk und Skull konnten hier nicht mehr so wirklich glänzen (außer mit diesem starken Moment im Finale), weil sie eigentlich kaum noch Auftritte hatten. Ich wusste, dass sie in In Space etwas weniger Präsenz haben, als in den Vorstaffeln, aber ich hatte nicht mehr auf dem Schirm wie wenig sie tatsächlich vorkommen. Ab dem zweiten Drittel sind sie fast völlig verschwunden, ich glaub dass sie nach dem Erscheinen von Darkonda nur noch so 4-5 Auftritte hatten. Irgendwie ist ihre Mission zu beweisen, dass es Aliens gibt auch etwas seltsam im Kontext des PR Universums, aber es war auf jeden Fall immer noch deutlich unterhaltsamer als alles was sie in Turbo fabriziert haben und Prof. Phänomenus ist auch eine witzige Ergänzung zum Finale. Auf der anderen Seite find ich es ehrlich gesagt nicht so geil, dass man Lt. Stone komplett hat fallen lassen und man auch nicht thematisiert hat, was aus ihm geworden ist. Adelle als indirekter Ersatz ist zwar ganz ok, aber für die paar Folgen hat es sich eigentlich nicht wirklich gelohnt, die Rolle einzuführen, da hätte man auch Stone behalten können.

Die Schurken würde ich hier wohl das erste Mal wirklich als gut bezeichnen, schon allein weil ich hier dauerhaft das Gefühl hatte, dass man die meisten Charaktere ernst nehmen kann und es auch eine gewisse Dynamik zwischen ihnen gab. Vor allem der Konflikt zwischen Ecliptor und Darkonda hat hier einiges getragen. Darkonda ist allgemein ein absolut geiler Schurke, vielleicht sogar einer der besten der gesamten Serie. Er ist skrupellos, unberechenbar und spielt alle gegeneinander aus. Ich mag solche Charaktere. Die Sache mit seinen vielen Leben ist ganz ok, ich hätte es aber ganz cool gefunden, wenn man noch etwas genauer darauf eingegangen wäre, wie genau das mit seinen Leben funktioniert. Vor allem taucht er nach seinem ersten Tod auch einfach wieder auf und niemand scheint das großartig in Frage zu stellen, da find ich schon, dass man das wenigstens mal kurz thematisieren hätte können. Außerdem verliert er zwischen der Astronema Arc und seinem Auftrit kurz vorm Finale anscheinend Off Screen zwei Leben, das fand ich ein wenig seltsam.
Ecliptor und Astronema sind ebenfalls ziemlich gute Charaktere, vor allem weil sie zum ersten Mal sowas wie tiefe zeigen und mehr als nur stumpf böse sind. Astronema hab ich zwar nie unbedingt zu meinen Lieblingsschurken gezählt, aber auch wenn mal ihre Story mal ignoriert, würde ich nach diesem Rewatch trotzdem sagen, dass ich sie wohl über so ziemlich all ihre Vorgänger stellen würde. Sie ist zum einen wesentlich ernstzunehmender als Divatox, Rita und Co. und zum anderen ist sie auch des öfteren mal selbst auf außeneinsaätze gegangen, das haben die meisten Oberschurken vor ihr auch nie getan. Nach ihrer Umprogrammierung hat sowohl sie als auch Ecliptorfür meinen Geschmack zwar etwas abgenommen, weil einfach so ein bisschen dieser „persönliche“ Aspekt verloren gegangen ist, aber effektiv war sie da immer noch.
Elgar fand ich hier sogar etwas besser als in Turbo, weil er hier eher diese Position des „Comic Reliefs“ bei den Schurken erfüllen konnte, welche in Turbo schlicht und ergreifend nicht nötig war, weil man die Schurken da eh nicht wirklich ernst nehmen konnte.


In der Summe ist in Space auf jeden Fall eine der besten Staffeln ihrer Zeit, ich bin nach wie vor nicht ganz sicher, ob ich sie besser finden soll, als Mighty Morphin 3 oder nicht, die anderen Zordon Ära Staffeln schlägt sie aber um Längen. Wie gut sie im Vergleich zu späteren Staffeln ist, wird sich dann zeigen, ich bin tatsächlich am Überlegen, ob ich nicht einfach weiter schauen und einen kompletten Franchise Rewatch machen soll, wo ich schon grade dabei bin. (Ich denke Lost Galaxy werd ich auf jeden Fall noch anschauen, weil sie ja so eine Art Epilog zur Zordon Ära ist).
Die Zordon Ära im Allgemeinen, auch wenn sie von vielen vor allem für ihre Kontinuität gefeiert wird, ist meiner Meinung nach jetzt nicht unbedingt ein Meisterwerk. Wirklich gut find ich von den 6 Staffeln wie gesagt nur Mighty Morphin 3 und In Space, wobei ich sagen muss, dass sich zumindest zu Mighty Morphin 2 meine Meinung stark gebessert hat, die Staffel steht jetzt in meinem Ranking sogar über Zeo, davor war sie dahinter. Ansonsten hab ich die Staffeln schlicht und ergreifend meiner Bewertungslinie angepasst, vor allem bei Mighty Morphin 1 und Turbo bin ich jetzt sicherlich etwas „milder“ als davor, aber ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass sich meine Grundansichten stark geändert haben. Trotzdem find ich definitiv, dass sich der Rewatch gelohnt hat, schon allein, weil es nach den vielen japanischen Tokus einfach mal gut getan hat, Power Rangers zu schauen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Sa 10. Jul 2021, 04:23

Ich hab mir nun auch Lost Galaxy vorgenommen und die Staffel jetzt abgeschlossen, womit ich nun mit den 90ern von Power Rangers vollständig durch bin. Schwierige Serie. Lost Galaxy geht halt für mich in eine sehr ähnliche Richtung wie Dairanger, sehr ambitioniert und kreativ, teilweise aber ein bisschen zu kreativ als ihr gut tut und nicht wahnsinnig gut darin, das ganze auch vernünftig umzusetzen. Wobei ich sagen würde, dass hier die Highlights definitiv weit über den besten Momenten von Dairanger liegen, wenn die Staffel gut war, dann war sie WIRKLICH gut, aber wenn sie schlecht war, war sie halt leider auch wirklich schlecht. Das macht die Serie nicht gerade einfach zu bewerten, da letztlich eben doch relativ viel von beidem vorhanden war.


Zunächst mal, das Storytelling der Serie ist tatsächlich sehr gut, vor allem in der ersten Hälfte bis zur Macht Übernahme von Trakeena, gab’s eigentlich nahezu gar keinen Leerlauf, erst in der Mitte war dann mal eine Phase mit ein paar Füllern mehr. Insgesamt dürfte die Serie dabei aber immer noch bei in etwa 8-10 Stück liegen, was der gleiche Wert ist wie zuvor auch In Space. Bei 2 Folgen mehr dürfte das im Verhältnis gerechnet wohl der knapp beste Wert bisher sein. Von der Verteilung her würde ich sagen, dass in Space vielleicht noch einen Tick besser war, wie gesagt hatte man hier im Mittelteil ein paar Füller auf einmal, aber ansonsten kann man der Serie dahingehend nicht sonderlich viel vorwerfen. Probleme hab ich hier eher mit einzelnen Aspekten und Storylines, wobei auch da definitiv viele gute Sachen dabei waren, nur halt leider nicht so wirklich konstant. Vergleichbar mit Sharivan ist Lost Galaxy für mich auch so eine Serie, die ich als phasenweise gut bezeichnen würde. Ich gehe hier einfach mal der Reihe nach vor.
Den Start find ich nach wie vor ziemlich gut. Wenn man mal von ein paar Background Sachen absieht, wie der Existenz der Quasarschwerter, auf die man im Laufe der Serie mal hätte eingehen können, hat hier alles extrem gut funktioniert. Vor allem das Ganze Raumschiff Terra Zeug ist als Setting halt schon ziemlich cool. Die Einführung der galaktischen Tiere fand ich auch nicht schlecht, aber auch hier wäre durchaus etwas mehr Background nicht schlecht gewesen, z.B. wie sind sie überhaupt erst in Gefangenschaft geraten und wo kommen sie ursprünglich her. Das gleiche gilt auch für die fliegenden Dolche, die dann eine Folge später aufgetaucht sind. Was sind das für Dinger, was haben sie mit den galaktischen Tieren zu tun und wo hatte dieses Monster sie her? Das sind aber alles Dinge, die durchaus noch im späteren Verlauf hätten geklärt werden können, weshalb ich das in der Anfangsphase noch durchaus tolerierbar fand.
Wirklich problematisch wird es für mich dann vor allem mit dem Beginn der Licht des Orion Arc, wo dann langsam alles so ein bisschen ins total randome eskaliert ist. Ich denke, der erste und vielleicht auch symptomatischste Punkt, der eigentlich alle Probleme dieser gesamten Storyline schon sehr schön zusammenfasst, das ist diese Höhle, in der Furio als erstes nach dem Licht des Orion gesucht hat. Was zum Teufel hatte es mit der auf sich? Ich meine, als aller erstes mal, wie zur Hölle kommt dieses Ding überhaupt auf Raumschiff Terra? Selbst wenn man mal davon ausgeht, dass die Erbauer dieses Raumschiffs es so genau wie möglich genommen haben und deshalb auch sowas wie Höhlen auf dem Schiff wollten, die Idee dass eine versiegelte Höhle, in der sich vermeintlich das Licht des Orion befindet, eine antike Kraftquelle, die im gesamten Universum schon seit Jahrtausenden bekannt ist, ausgerechnet auf Raumschiff Terra landet, find ich schon mehr als grenzwertig. Das ist aber erst der Anfang. Die zweite Frage die sich mir stellt ist, warum können nur Auserwählte der Quasarschwerter diese Höhle betreten? Die Dinger stammen doch von Mirinoi, was hat bitte eine Höhle von der Erde damit zu tun? Und wirklich witzig wird’s dann erst, wenn man sich mal den Inhalt dieser Höhle anschaut. Darin befindet sich nämlich (innerhalb von ein paar so Gefängnisgittern) ein silberner Koffer, der aussieht, als wäre er kaum älter als 2 Jahre, was ich schon mal sehr geil finde für eine Höhle, die angeblich seit Jahrtausenden versiegelt ist. Und in diesem Koffer befindet sich… Nichts. Cool. Soweit so gut könnte man meinen, denn ein paar Folgen später findet Furio darin noch einen geheimnisvollen Stein, welcher darauf schließen lassen könnte, dass der Koffer nur ein Fake war, um Eindringlinge zu verwirren und das Licht des Orion sich eigentlich in dem Stein befindet. Als nach einer ganzen Folge voller Bemühungen beider Seiten den Stein zu zerstören, es der große Kämpfer am Ende schafft, ihn zu öffnen, stellt sich allerdings heraus, dass auch dieser Stein vollkommen leer ist und danach geht die Suche in eine neue Richtung, ohne das auf die Höhle und ihren Inhalt nochmal zurück geschaut wird, was mir letztlich einfach die Frage aufgeworfen hat: WAS UM ALLES IN DER WELT IST DER SINN DIESER HÖHLE??? Ich meine, der Produktionsstandpunkt ist das eine, man wollte einen Startpunkt für die Suche, die zwar so oder so keinen Sinn ergibt, aber In-Universe? Was sollte diese Höhle machen? Was befindet sich darin? Warum war sie so stark versiegelt und hatte sogar eine falsche Fährte darin? Das alles nur dafür, dass sich darin einfach überhaupt nichts befindet? WTF? Und ja ich weiß, ich hab gerade einen kompletten Absatz an so eine scheiß Höhle verschwendet, aber allein diese Höhle bringt halt eigentlich schon fast alle meine Probleme, die ich mit dieser ganzen Storyline hab, ziemlich perfekt auf den Punkt. Das ist einfach alles von vorne bis hinten so dermaßen undurchdacht und schwachsinnig. Man wollte einfach nur irgendwas machen, um die Suche zu beginnen bzw. zu strecken aber Rückwirkend hatte nichts davon irgendeinen Sinn. Das fällt für mich so ein bisschen in dieselbe Kategorie wie die ganzen roten Heringe in Zeos Gold Ranger Arc, nur dass es da wenigstens nur impliziert war. Aber das hier? Ich weiß echt nicht, was ich dazu noch groß sagen soll.
Ein weiteres Problem, das die Storyline hatte, ist das selbe, das auch schon Gingaman hatte, nämlich die Tatsache, dass das Vorgehen der Bösen, bei der Suche nach dem Licht des Orion die meiste Zeit relativ random und nicht sonderlich koordiniert war. Gerade sowas wie Kameras oder Sonnenblumen, ich meine, ernsthaft? Warum zum Teufel sollte sich eine antike Kraftquelle in einer von Menschenhand gemachten Kamera befinden? (Auf der anderen Seite, wenn man bedenkt, wie wenig Sinn diese Storyline im Allgemeinen ergibt, war es hier vielleicht gar nicht mal so abwegig auch extrem irrationale Lösungsansätze in Betracht zu ziehen. Lol) Dass das Licht des Orion dann von irgend so einem Monster einfach aus dem Boden gezogen wurde (und ich erinnere nochmals daran, es handelt sich hier um den Boden Raumstation), macht das Ganze dann natürlich auch nicht besser. Das Licht wählt dann schließlich die Rangers als ihre Nutzer, was man denk ich mal so stehen lassen kann. Da man keine näheren Informationen dazu hat, was genau dieses Ding eigentlich ist, kann man wohl auch nicht ausschließen, dass es sich dabei um ein eigenständig denkendes Lebewesen handelt. Trotzdem wäre auch hier wieder etwas mehr Background durch aus nicht schlecht gewesen.
Ich denke das beste was man aus der Storyline rausziehen kann, ist wohl mit ziemlicher Sicherheit der große Kämpfer. Seine Story ergibt denke ich mal soweit sinn. Ich frage mich zwar, wie er aufs Raumschiff gekommen ist, da der Spalt im Boden ja auf Mirinoi aufgegangen ist, aber naja. Nach dem die Suche nach dem Licht abgeschlossen war, hat es dann auch allgemein wieder angefangen besser zu werden. Das Ende von Treacheron hat mir z.B. ziemlich gut gefallen und auch die Redemption von Großen Kämpfer war nicht schlecht, wenn man mal davon absieht, dass sich auf Raumschiff Terra einfach mal eben ein fucking Vulkan befindet (Ich meine, selbst wenn man vom organisatorischen Aspekt mal absieht, ist doch die erste Frage, die man sich hier stellen sollte: WARUM?), aber an sich war die Folge sehr schön umgesetzt, wesentlich besser als der Tod einer gewissen anderen Person, auf die ich gleich noch zu sprechen komme. Und auch die nachfolgende Episode in der Mike dann sein Erbe angetreten und gleichzeitig auch thematisiert wurde, dass ja eigentlich er und nicht Leo der rechtmäßige besitzer des roten Quasarschwerts ist, fand ich sehr stark. Allgemein würde ich sagen, dass diese Phase von Treacherons Tod bis zur Machtübernahme von Trakeena ganz klar eine der besseren ist. Man hat sich hier zum Großteil mehr auf die eigenen Storyaspekte fokussiert und nicht so viel aus Gingaman übernommen, wodurch das alles schon mal deutlich besser funktioniert hat. Unter anderem gab’s hier diese Folge mit dem Rettungsmission auf diesem anderen Raumschiff, die ziemlich cool war (auch wenn hier mal wieder etwas Background zum galaktischen Buch ganz cool gewesen wäre) und die Folge in der Trakeena auf Villamax trifft war ebenfalls sehr gut. Beide haben glaub ich nahezu gar kein Sentai Material benutzt. Die Einführung von Deviot und den neuen Zords war auch nicht schlecht, nur den Seitenwechsel von Stratos und Zentaurus fand ich ehrlich gesagt nicht so toll umgesetzt, aber ansonsten war das auch ein sehr ordentlicher Zweiteiler.
Nach dem Tod von Scorpius gab’s dann ja diese etwas größere Füllerphase, eigentlich das einzige relevantere Ereignis in dieser Phase war wohl die Einführung von Leos Feuerball Maschine und die fand ich eigentlich eher random. Ich meine, die Folge hat darauf aufgebaut, dass Leo lernen musste, mit den galaktischen Tieren zu reden, nur dafür dass die ihm dann gesagt haben, dass seine Maschine mehr Power hat, woraufhin er sie dann einfach ohne irgendeine Erklärung in diesen Feuerball Modus verwandeln konnte. Muss ich das verstehen? Der Rest der One-Shots war auch eher Hit & Miss, die Folge in der Damon den Skorpionkreuzer reparieren musste bespielsweise, fand ich sehr gut oder auch die mit dem Monster dass die Fähigkeiten der Rangers kopiert hat. Die mit diesem Mädchen und ihrem Bruder fand ich zum Beispiel furchtbar.
Danach hat es erst wieder mit dem Team-Up angefangen interessant zu werden, wovon ich zumindest den ersten Teil eigentlich auch ziemlich gut fand. Ich mag die Idee, die Psycho Rangers zurück zu bringen, da sie ja in der letztlich Staffel nicht endgültig vernichtet wurden und was würde sich dafür besser anbieten, als das Team-Up mit In Space. Nur mit dem zweiten Teil und Kendrix‘ Tod hab ich immer noch so meine Probleme. Angefangen schon damit, dass dieses Schwert der Angst ziemlich aus dem nichts kommt (generell ist mir da aufgefallen, was für eine deus-ex-machina Allzweckwaffe das galaktische Buch eigentlich ist) und dann natürlich noch den Tod von Kendrix selbst, den ich ich halt in erster Linie nach wie vor schrecklich inszeniert finde. Du siehst halt im wesentlichen nur, dass sie mit ihrem Schwert auf das Schwert der Angst schlägt, dann gibt’s ne Explosion, bei der es kaum so aussieht, als würde sie überhaupt großartig davon erfasst werden, dann schwenkt die Kamera kurz um zu denen anderen Rangers und im nächsten Moment steht Kendrix halt als Geist da. Kein dramatisches Umfallen, keine Funkellichter, die sich auflösen, innerhalb von 2 Sekunden wechselt sie einfach von Mensch auf Geist und das war’s. Ich weiß nicht, ich finde, das nimmt einfach den kompletten Effekt aus der Szene. Vor allem ist es ja nicht so, als könnte Power Rangers keine Sterbeszenen inszenieren, Lost Galaxy selbst hatte mindestens zwei wesentlich bessere. Es stört mich nicht mal, dass Kendrix danach ein Geist war, das fand ich beim Großen Kämpfer auch nicht schlimm (generell scheint es im PR Universum wohl irgendwie ein Ding zu sein, dass Leute mit Ranger Kräften nach dem Tod zu Geistern werden), aber hätte man nicht warten können, bis zu dem Moment als sie Maya in der nächsten Folge als Geist erscheint um das Momentum nicht zu ruinieren? Da kann man jetzt sagen was man will, aber mir gefällt die Szene einfach nicht.
Die nachfolgende Einführung von Karone war ganz gut. Ich find’s zwar nach wie vor etwas schade, dass man nichts davon erwähnt hat, dass Andros sie über die Situation informiert hat oder sowas in der Richtung. Ich meine, es wirkt so halt schon wie ein extrem großer zufall, dass sie eine Folge zuvor noch gemeinsam mit Andros kämpfen und eine Folge später dann seiner Schwester über den Weg laufen. Das hätte den Übergang einfach ein wenig smoother gemacht. Aber ansonsten war die Folge nicht schlecht. Die Einführung des Battlizers danach war wieder etwas seltsam, auch wenn man es noch so sehr versucht, wird man mich nie davon überzeugen, dass Leute mit Tränen zum Leben zu erwecken gutes Storytelling ist (und außerdem, wofür sind diese „Dreiecke“ eigentlich ursprünglich gedacht gewesen), aber sei’s drum, die Battlizer fangen für mich generell erst mit der Disney Ära an, gut zu werden.
Dann gab’s noch einen Füller bevor es auch schon auf den Start der Lost Galaxy Arc zu ging. Die Sache mit dem Wächter des Buches und dem Keonta Zauberspruch ist natürlich ebenfalls mal wieder was, das man ruhig noch etwas mehr hätte vertiefen können, aber an sich fand ich die Folge ziemlich gut und ich mag die Idee, dass das Portal in die verlorene Galaxie so gesehen nur eine Art Nebenwirkung dessen war, was Deviot eigentlich erreichen wollte. Den Eintritt in die verlorene Galaxie und den ersten Auftritt von Captain Mutiny fand ich ziemlich effektiv und generell die Idee hinter dieser Storyline gefällt mir nach wie vor sehr, auch wenn man sie zum Teil nur als Footage Burner benutzt hat. Aber wenn man sowas schon macht, dann am besten auf diese Art und Weise. Hexuba hat man find ich schon ziemlich verschwendet, sie war ja wirklich nur für 2 Folgen da, ich denke es wäre da etwas besser gewesen, wenn man sie von Anfang an als Teil von Mutinys Crew präsentiert, anstatt sie erst im Nachhinein mit einzubauen. Die letzten beiden Folgen waren dann nochmal ziemlich gut, vor allem die Flucht aus der verlorenen Galaxie und die Story um Mike, der sich in Mutinys Sklaven Lager eingeschlichen hat. Das einzige seltsame in dieser Folge war, dass sein Megazord am Ende, als er das Portal offen gehalten hat, anscheinend 100 mal größer gewesen ist, als er eigentlich sein dürfte. Dass Mutiny dann samt seinem Schloss von Trakeena rausgenommen wurde, war schon irgendwie ein etwas antiklimaktisches Ende für den Charakter, aber ich kann verstehen, dass man sich in den letzten paar Folgen nochmal auf die Hauptschurken fokussieren wollte. Hätte man aber etwas eleganter lösen können.
Das Finale war zum allergrößten Teil richtig stark, der Start des Großangriffs hat sich hier deutlich natürlicher angefühlt als in der letzten Staffel, zum einen weil Terra Venture an einem sehr verwundbaren Punkt war und zum anderen, weil sich Trakeena durch die Fusion mit Deviot verändert hat und es daher nur logisch ist, dass sie nun radikaler vorgeht. Die Kampfdronen als Lebende Bomben zu benutzen ist schon echt heftig, heute würde man mit sowas in einer Kinderserie wahrscheinlich nicht mehr durchkommen. Auch die ganzen Evakuierungsszenen und die Zerstörung des Raumschiffs waren sehr gut umgesetzt und den Finalkampf damit enden zu lassen, dass Leo seinen Battlizer in die Luft jagt ist auch sowas, dass man jetzt vermutlich kaum noch bringen könnte. Der Twist, dass der von Raumschiff Terra angesteuerte Planet tatsächlich Mirinoi ist, ist grundsätzlich ziemlich cool. Schöne Idee die Story praktisch wieder zu ihrem Ursprung zurück zu führen und ich find’s auch ok, dass die Rangers die Dorfbewohner wieder zum Leben erwecken können, in dem sie quasi ihre Kräfte zurückgeben. Nur dass man da dann auch Kendrix wieder zurück gebracht hat, find ich halt nicht so prickelnd. Ich weiß nicht, ob das eine Auflage war, damit sie sie überhaupt sterben lassen durften, aber das fällt für mich halt in die gleiche Kategorie wie das mit Andros‘ Träne am Ende von in Space. Beides ruiniert das finale nicht, hinterlässt aber einen unnötig herben Beigeschmack.

Grundsätzlich würde ich sagen, dass die Story von Lost Galaxy nicht unbedingt schlecht war, in sehr vielen Punkten aber einfach an mangelndem Background und Erklärungen scheitert. Vor allem diese „große Schlacht“ die immer wieder angeteasert wird, an der wohl unter anderem die Galaktischen Tiere, sowie der große Kämpfer, Scorpius und Treacheron beteiligt waren, wurde nie weiter vertieft. Was genau ist damals eigentlich passiert, worum ging es dabei, wer genau hat gegen wen gekämpft und wie ist das Ganze eigentlich ausgegangen? Auch das galaktische Buch lässt so viele Fragen offen. Wo kommt es her, wofür existiert es, was hat es mit den galaktischen Tieren zu tun, war es auch in die Schlacht involviert? Auch bei den Quasarschwertern frag ich mich, ob sie mit der Sache von damals was zu tun hatten oder ob die einfach nur separat existieren. Vom Licht des Orion will ich gar nicht wieder anfangen. Da fehlt einfach so viel, wenn man ehrlich ist, hat selbst Mighty Morphin den Konflikt zwischen Zordon und Rita noch besser thematisiert, als Lost Galaxy und das ist nicht gerade ein vorteilhafter Vergleich, um es mal vorsichtig auszudrücken.


Die Charaktere waren ganz in Ordnung soweit. Das Lost Galaxy Team würde ich im Großen und Ganzen wohl auf ein ähnliches Level setzten wie das von In Space. Noch nicht unbedingt eines meiner Top-Favoriten, aber an sich waren eigentlich alle mehr oder weniger sympathisch. Kai war anfangs ein wenig nervig, hat sich dann aber ganz gut entwickelt, bei Maya ist mir tatsächlich aufgefallen, dass sie viele eher schwache Fokus Episoden hatte und in einigen davon charakterlich nicht gerade gut weg gekommen ist, weswegen sie für mich vielleicht sogar das schwächste Glied ist. Meine Favoriten sind wohl Leo und Damon, weil sie wohl den größten unterhaltungswert geboten haben. Früher hätte ich wohl auch gesagt Karone, aber rückwirkend war da glaub ich so ein bisschen der Wunsch Vater des Gedanken, denn wirklich viel ist nach ihrer Einführung und dem Debut des Battlizers eigentlich nicht mehr von ihr gekommen. Den Charakter mag ich nach wie vor, aber wenn ich ehrlich bin, mehr wegen dem, was sie in In Space getan hat.
Die Nebencharaktere hatten hier eigentlich alle recht wenig Fokus. Bulk und Prof. Phänomenus sind insgesamt nur in 4 Folgen vorgekommen (darunter die erste und die letzten beiden), Alpha hatte auch nur ein paar vereinzelte Auftritte, der einzige wirklich relevante Nebencharakter war hier eigentlich Commander Stanton und den fand ich eigentlich auch ziemlich gut.

Die Schurken würde ich hier definitiv zu den stärkeren Aspekten zählen, auch wenn sie von den Einzelcharakteren vielleicht nicht unbedingt mit Darkonda oder Ecliptor mithalten können, aber als Kollektiv und von der Entwicklung her war hier schon ziemlich viel los. Erst durch die verschiedenen Generäle, dann durch den Machtwechsel und in der zweiten Hälfte dann auch ein wenig durch die Dynamik zwischen Trakeena, Deviot und Villamax. Letztere beiden sind für mich hier auch ganz klar die beiden, die als Einzelcharaktere am Meisten raus stechen, auch wenn man wohl argumentieren könnte, dass sie in gewisser Weise sehr stark von Darkonda und Ecliptor inspiriert sind, insbesondere Deviot, aber das find ich nicht unbedingt schlimm, ich mag diesen Charakter Typ so oder so recht gerne und er hat der Serie auf jeden Fall gut getan. Bei Villamax wäre auf jeden Fall die Redemption am Ende hervorzuheben, die auf Grund dessen wie der Charakter allgemein geschrieben war, auch sehr natürlich angefühlt hat. So richtig „böse“ war er eigentlich nie, er wollte immer nur Trakeena helfen, ihren Vater zu rächen und am Ende war ihm ihr Vorgehen einfach zu hart und er hat sich gegen sie gestellt.
Scorpius und Trakeena gehören sicherlich auch zu den besten Oberschurken, die die Serie zum damaligen Zeitpunkt hatte, gerade Trakeena aufgrund ihrer Entwicklung von der rebellischen Teenie-Tochter zur Herrscherin, das war schon ziemlich gut umgesetzt. Und generell mag ich es ja eigentlich immer, wenn es bei den Bösen sowas wie Machtwechsel gibt, auch wenn hier nicht der alte Anführer vom neuen gestürzt wurde.
Captain Mutiny und seine Crew waren zwar nur für einen recht kurzen Zeitraum dabei, aber auch sie haben ihren Zweck ziemlich gut erfüllt würde ich sagen. Hexuba wurde wie gesagt verschwendet, aber Barbarax war jetzt auch nicht großartig schwächer als die Generäle von Scorpius und Mutiny selbst hat als skrupelloser Sklaventreiber auch ziemlich gut funktioniert. Und btw. hier absolutes Kompliment an die Synchro, dafür dass sie Wolfgang Völz engagiert haben, die Rolle wurde praktisch für ihn geschrieben. Eine bessere Wahl hätte man nicht treffen können.


Wie gesagt ist Lost Galaxy nicht leicht in einem Satz zusammen zu fassen. Die Serie hatte viel Gutes und viel Schlechtes, das sich teilweise gegenseitig neutralisiert, was die Staffel oft relativ frustrierend macht. In der Summe ist die Serie für mich wohl eine mehr oder weniger durchschnittliche, wenn auch alles andere als uninteressante Staffel. In meinem Ranking wird sie wohl in einem ähnlichen Bereich wie Kiva oder Kabuto landen, da sie mit diesen Serien einige Gemeinsamkeiten hat, aber immerhin über Dairanger würde ich sie definitiv setzen. Ich kann verstehen, warum Lost Galaxy beliebt ist, aber eine meiner Lieblingsstaffeln wird sie wohl nie werden, dafür hat sie einfach zu viel Schwachsinn, den man ignorieren müsste.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Gorath » So 11. Jul 2021, 10:31

Schöne Review, ich habe in diesem Jahr auch Gingaman endlich mal schauen können und habe somit den Vergleich. Ich finde im Nachhinein das sich das Footage aus der Sentai-Version und das Sci-Fi-Setting von Lost Galaxy nicht so wirklich organisch verbunden haben. Der größte Faktor oder Stein des Anstoßes war für mich irgendwie schon die Terra Venture. Ich habe mich ehrlich gesagt auch allein aus technischer Sicht immer mal gefragt über die Jahre, wie diese Raumstation eigentlich existieren kann, ich meine wir sprechen hier von einem gigantischem Bauwerk das eine ganze Stadt, Grünanlagen, Seen, vielleicht auch Flüśse und einen Feuerberg (Ich glaube das hatte in der besagte Episode irgendwas mit der Energiezufuhr der Raumstation zu tun...) und keine Ahnung was noch beinhaltet. Also ohne Alien-Technologie kann ich mir das ganze innerhalb von Lost Galaxy nicht vorstellen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Red Ranger » So 11. Jul 2021, 13:20

Ich hatte vor ein paar Jahren auch zum ersten Mal Gingaman gesehen. Lost Galaxy gehört zwar nach wie vor noch zu meinen Lieblingsstaffeln, aber ich finde, die einzelnen Folgenhandlungen machen im Gingaman Kontext einfach mehr Sinn. Ich glaube, wenn man schon aus einer Sentai Staffel mit Natur-Thematik eine Sci-Fi Staffel macht, hätte man wohl die einzelnen Folgenhandlungen nicht so exakt adaptieren dürfen. Ich war schon erstaunt, wie nah manche Folgen eigentlich adaptiert wurden. Klar, mache Sachen waren auch in Gingaman seltsam, wie z.B. dass auch da schon von den Bösen mehr oder weniger vermutet wurde, wo sie nach den Lights of Ginga zu suchen haben. Bei Lost Galaxy war das ja völlig zufällig. Bei Gingaman kann man zumindest noch damit argumentieren, dass sie den Hinweisen von Budous Schriftrolle nachgegangen sind.
Die Existenz von Terra Venture ist wohl so ein typisches PR Phänomen. Da fragt man sich öfter mal, wie die ein oder andere Errungenschaft so aus dem Boden gestampft werden konnte. Ich hab da mal eine Theorie gelesen, dass Terra Venture wohl aus der Dunklen Festung von Astronema entstanden ist. Gut möglich, dass man die Technologie daher hat. Die Dunkle Festung wirkte aber wesentlich kleiner als Terra Venture.
Was ich auch komisch fand, war die Szene als Deviot Terra Venture in die verlorene Galaxie teleportiert hat. Er liest den Zauber aus dem Buch laut vor und die Rangers stehen nur schockiert daneben, anstatt ihn anzugreifen und somit zu verhindern, dass er den Zauber ausspricht.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 12. Jul 2021, 04:04

Gorath hat geschrieben:
So 11. Jul 2021, 10:31
Schöne Review
Danke. Immer schön zu hören. :)
Gorath hat geschrieben:
So 11. Jul 2021, 10:31
Der größte Faktor oder Stein des Anstoßes war für mich irgendwie schon die Terra Venture. Ich habe mich ehrlich gesagt auch allein aus technischer Sicht immer mal gefragt über die Jahre, wie diese Raumstation eigentlich existieren kann, ich meine wir sprechen hier von einem gigantischem Bauwerk das eine ganze Stadt, Grünanlagen, Seen, vielleicht auch Flüśse und einen Feuerberg (Ich glaube das hatte in der besagte Episode irgendwas mit der Energiezufuhr der Raumstation zu tun...) und keine Ahnung was noch beinhaltet. Also ohne Alien-Technologie kann ich mir das ganze innerhalb von Lost Galaxy nicht vorstellen.
Ich glaube, das hat auch was damit zu tun, dass zumindest am Anfang der Serie impliziert wurde, dass Lost Galaxy eigentlich in der Zukunft, viele Jahre nach In Space spielen sollte (was zum Beispiel auch erklären würde, warum das Astro Mega Raumschiff schon lange außer Betrieb und kaum noch Flugfähig ist), das dann aber später geretconned wurde, wodurch dieser riesen große Technologische Sprung von in Space auf Lost Galaxy nicht mehr wirklich Sinn ergibt.
Unabhängig davon, dass die Idee eines derartigen Raumschiffs natürlich trotzdem utopisch ist, aber naja, es ist Science-Fiction, ein paar Abstriche muss man da immer machen, selbst als Logikbesessener Typ wie ich. Lol
Red Ranger hat geschrieben:
So 11. Jul 2021, 13:20
Was ich auch komisch fand, war die Szene als Deviot Terra Venture in die verlorene Galaxie teleportiert hat. Er liest den Zauber aus dem Buch laut vor und die Rangers stehen nur schockiert daneben, anstatt ihn anzugreifen und somit zu verhindern, dass er den Zauber ausspricht.
Wobei das wohl zugegebenermaßen ein generelles Toku Problem ist, diese Frage könnte man sich ja auch bei Verwandlungen, Roll-Calls oder heroischen Ansprachen stellen. Und in den Fällen sind es sogar meistens die Schurken die warten, von denen man eher erwarten würde, dass sie keine Rücksicht auf die Helden nehmen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » So 22. Aug 2021, 04:12

Bei meinem Rewatch des Franchises bin ich nun bei Lightspeed Rescue angekommen. Das war definitiv eine der Staffeln, auf die ich mich am Meisten gefreut hab, einfach weil ich aufgrund meiner zum Teil eher negativen Meinung zu GoGoV nochmal den Vergleich wollte und ich denke definitiv, dass sich mein bisheriger Eindruck mit diesem Rewatch ziemlich bestätigt hat. Lightspeed Rescue macht für mich sehr viele Dinge richtig, die GoGoV falsch gemacht hat und auch innerhalb von Power Rangers finde ich mittlerweile, dass die Staffel, diesen Ruf als eher „unscheinbare“ Serie zwischen den Fan Favorites Lost Galaxy und Time Force nicht verdient hat. Es ist zwar nicht alles perfekt, aber von den ersten 8 Staffeln, die ich jetzt gesehen hab, ist sie auf jeden Fall eine der besseren.


Den Start find ich nach wie vor gut und auch die 2. Folge mit dem ganzen Mecha Zeug funktioniert wesentlich besser wenn die Basics schon geklärt sind, während diese Folge in GoGoV ja bereits die erste war. Im Allgemeinen war die Anfangsphase hier auf alle Fälle gemächlicher als bei Lost Galaxy, wo es ja schon recht früh richtig los ging, was ich aber auch nicht unbedingt schlimm finde. Man hat die Zeit genutzt, um einige Dinge zu etablieren und den Rangers etwas Fokus zu geben (vor Beginn der ersten größeren Storyline hatte schon jeder mindestens eine Folge) und dafür ist die Anfangsphase find ich ja auch da. Gerade auch so Folgen, wie die mit den Cyber Rangers, die zwar an sich als Füller präsentiert werden, können durchaus dabei helfen, die Gegebenheiten besser zu verstehen, da man hier z.B. diesen Militär-General eingebaut hat, um so ein bisschen zu zeigen, wie die Struktur der Aqua Basis funktioniert und wie die das auf die Beine stellen konnten. Gerade GoGoV hätte sowas verdammt gut getan. Ich bin ja nach wie vor der Ansicht, dass dieses ganze Rettungsthema mit einem Militärischen Kontext sehr viel besser funktioniert, als von einer einzigen Familie ausgehend.
Insgesamt hatte die Staffel definitiv weniger Plot als ihre beiden Vorgänger, vor allem hatte sie weniger längere Storylines, die sich wirklich über mehrere Folgen gezogen haben, dafür muss man aber sagen, dass die Toy Einführungen (ebenfalls wieder durch den Kontext der Serie) hier ziemlich gut waren, weswegen ich von denen keine als Füller werten würde und auch die Verteilung der Vorhandenen Story fand ich sehr stimmig. In gewisser Weise hat mich das Storytelling ein wenig an Kiramager erinnert, die auch gar nicht mal so viel Handlung hatte, aber durch vernünftiges Timing sehr gut damit ausgekommen ist. Alles in allem dürfte man hier wohl bei ca. 28-32 relevanten Folgen liegen (je nach dem ob man so Sachen wie Tjens Marina Arc oder das erste Aufeinandertreffen der Rangers und Diabolico zählt), damit liegt auch Lightspeed Rescue bei dem Wert von um die 10 reinen Füllern, was mit insgesamt 40 Folgen, etwas schwächer ist, als bei Lost Galaxy und In Space, aber immer noch gut verglichen mit MMPR1-Turbo. (Wenn ich mit allen Staffeln durch bin, müsste ich da eigentlich echt mal ein Ranking erstellen)

Die Einführung des Titan Rangers war ziemlich gut, vor allem die erste Folge, mit den ersten beiden Kämpfen gegen die Rangers. Ich finde zwar, dass Ryan vielleicht etwas früher hätte erwähnt werden können (z.b. in der Dana Fokus Folge am Anfang), um das Ganze noch effektiver zu machen, an sich war es aber schon ein interessanter Twist. Mit dem Rest seiner Story hab ich allerdings doch das ein oder andere Problem. Vor allem der ganze Background, wie Ryan überhaupt erst zu den Dämonen gekommen ist, erscheint mir ehrlich gesagt nicht gerade plausibel. Insbesondere dass Diabolico ihn rettet ergibt für mich nicht wirklich Sinn. Es würde zwar in gewisser Weise beantworten, wieso Mitchell von Diabolico und den Dämonen wusste, aber auf der anderen Seite versteh ich nicht so ganz, wie Diabolico da überhaupt erscheinen konnte, wenn er zu dem Zeitpunkt ja eigentlich in dem Sarkophag sein sollte. Und selbst wenn man jetzt sagt, dass es nur irgendwie eine Projektion seines Geistes oder so war, wie kriegen die Dämonen dann Ryan zu sich. Durch die Wand des Sarkophags durch oder wie? Und was haben die überhaupt die letzten 15 Jahre mit ihm gemacht? Schließlich war er bei der Einführung der Dämonen am Anfang noch nicht dabei, also wo war er bisher. Da hätte man find ich ein wenig vorausschauender planen müssen.
Und auch Ryans Redemption find ich ehrlich gesagt immer noch nicht wirklich gut umgesetzt. Zum einen weil die Situation, bei der Ryan mit Captain Mitchell da in den Abgrund stürzt, damit der ihm beweisen kann, dass er ihn retten wollte, extrem konstruiert war. Und zum anderen, weil es mir einfach sehr schwer fällt, zu glauben, dass allein die Erkenntnis, dass sein Vater ihn liebt, einfach 15 Jahre böse Erziehung in einem Moment zu Nichte macht. Ich meine, Ryan hat eine Folge zuvor noch wahllos auf Zivilisten geschossen und jetzt ist er auf einmal ein „herzensguter Mensch“? Ich weiß nicht so recht. Ich finde, da hätte man einfach noch ein paar mehr Folgen gebraucht, um das ganze ein wenig glaubhafter zu gestallten. Ich denke, dass es vielleicht geholfen hätte, wenn Ryan, bevor er sich dem Team anschließt, einige Folgen lang nicht vorgekommen wäre, um zu reflektieren. Das hätte auch zur Folge gehabt, dass die spätere Phase, in der er nicht vorkommt, etwas kürzer gewesen wäre.
Die nachfolgende Storyline um den Fluch der Kobra und die Troika Dämonen war dann aber doch wieder ziemlich gut. Wann war das letzte Mal, dass die Rangers mehrere Folgen lang mit einem Monster (bzw. einer Gruppe von Monstern) beschäftigt waren? (Jungle Fury?) Auch dass man die Einführung des Super Solar Zords hier mit dem Titan Ranger verbunden hat, war ziemlich schlau, hat sich ja auch sehr stark angeboten und das Konzept, dass ein Ranger sich einige Zeit nicht verwandeln kann, weil er sonst stirbt, dürfte bei Power Rangers auch ziemlich einzig-artig sein (auch wenn die Sache mit der Cobra wohl von Dairanger abgeleitet wurde). Dass Ryan letztlich nur so einen Cobra Dämonen in einem Tempel besiegen musste, um den Fluch zu lösen, war für meinen Geschmack ein wenig einfach, ich find’s jetzt aber auch nicht unbedingt komplett unplausibel. Ansonsten war das Ende von Diabolico ziemlich gut, ebenso wie die Einführung von Olympius, die man hier im Gegensatz zu GoGoV direkt hinten dran gehängt hat, BEVOR man sich um die Rückkehr von Königin Bansheera gekümmert hat, was ich nach wie vor für die sinnvollere Entscheidung halte. Unter anderem deshalb weil die Bansheera Folge hier sehr gut als Set-Up für die Rivalität zwischen Olympius und Vypra und Loki gedient hat.
Nach der Rückkehr von Bansheera gab es erst mal ein Handvoll One-Shots, die man unter anderem genutzt hat, um den Omega Megazord und Carters Fluggefährt einzuführen, bevor man dann mit dem Verrat von Olympius und der darauffolgenden Wiedererweckung von Diabolico den nächsten größeren Höhepunkt hatte. Beide Folgen fand ich hier sehr gut und generell halte ich, Diabolico hier schon Mitte der Staffel wieder zurück zu bringen, anstatt random 3 Folgen vor Schluss, nach wie vor für mit die beste Veränderung gegenüber GoGoV. So hat es sich viel mehr wie eine natürliche Entwicklung angefühlt, als ein Afterthought, um am Ende nochmal kurz auf die Tränendrüse drücken zu können. Danach gab’s nochmal ein paar One-Shot Folgen, darunter die Einführung der Power Abwehr (bei der ich es zugegebenermaßen etwas schade fand, dass man als Build-Up dazu nicht diese Infinity Chain Card Arc aus GoGoV adaptiert hat, um zu rechtfertigen, warum das Monster in der Folge so stark ist) und das Team-Up mit Lost Galaxy, das tatsächlich eher mittelmäßig war. Nicht das schlechteste Team-Up, aber das generelle Set-Up der Folge ist halt schon ziemlich seltsam. Wie kommt Trakeena überhaupt zur Erde anstatt Mirinoi anzugreifen, warum steht auf Mirinoi inzwischen ne Stadt und warum genau sollte Kelsey wissen wer Leo ist? Die Galaxy Rangers waren doch auf der Erde nicht mal aktiv, geschweige denn sollte jemand da ihre Identität kennen. Dieses Mädchen in der Folge, über das sich viele immer beschweren, fand ich btw. gar nicht mal so schlimm, wie es häufig gemacht wird, verglichen mit dem durchschnittlichen japanischen One-Shot Kind aus Showa oder Sugimura Tokus war die verhältnismäßig harmlos.
Den Zweiteiler zum Schattenreich der Dämonen und dem daraus resultierenden Showdown mit Olympius fand ich allerdings wieder ziemlich stark, auf jeden Fall deutlich besser, als deren GoGoV Äquivalente. Was man vielleicht noch etwas besser behandeln hätte können ist, wer genau dieser Weise der Wüste eigentlich ist (ein interessanter Ansatz wäre z.B. gewesen, dass er ein Nachfahre, des Zauberers sein könnte, der die Dämonen ursprünglich weggesperrt hat), aber dieses Licht, das die Rangers aus der Schattenwelt führt, auf ihn und Ryan zurück zu führen, ergibt immer noch hundert mal mehr Sinn, als die Stimme der „toten“ Mutter, die nicht mal wirklich tot ist. Außerdem hat man mit dem Etablieren dieses Schlüssels bereits in gewisser Weise das Endgame vorbereitet. Auch in der nächsten Folge fand ich es wesentlich besser, die Energie die Schrecker Olympius zuführt, mit Hilfe dieser Hypnose Story von Captain Mitchell und die Energieversorgung der Aqua Basis zu erklären (was sogar noch einen durchaus spannenden B-Plot mit sich gebracht hat), anstatt dieses seltsamen Weihnachtsbaum Plots, mit diesem Kind und seiner Mutter, der einfach komplett random war und nichts mit irgendwas zu tun hatte. Außerdem finde ich, dass es die richtige Entscheidung war, Olympius den Kampf überleben zu lassen. Auch wenn ich normalerweise kein so riesen Fan davon bin, wenn Schurken ihre eigene Explosion überleben, hat es hier einfach Sinn gemacht, weil man sich so die seltsame Wiedererweckung sparen konnte. Und es war auch von der Umsetzung her, dass er verletzt unter den Trümmern von Schrecker gefunden wurde und der ihn dann gesund gepflegt hat, ziemlich plausibel.
Vor Beginn des Endgames waren dann nochmal 3 One-Shot Folgen, wovon eine den Battlizer eingeführt hat (was ich von der Umsetzung her recht gut fand, auf jeden Fall besser als in Lost Galaxy) und die letzte Folge davor hat mit dem Teasern auf Bansheeras Verwandlung ja auch schon ein bisschen auf das Endgame hin gearbeitet. Die letzten vier Folgen waren eigentlich durch die Bank weg einfach nur stark, wirklich viel hab ich an der Schlussphase von Lightspeed Rescue nicht auszusetzen. Ich hab schon öfter den Kritikpunkt gehört, dass es ja für die Szenen zwischen Diabolico und Loki in der ersten Folge kein so wirkliches Fundament gibt, aber wenn ich ehrlich bin, fand ich das Fundament hier wesentlich besser, als in GoGoV. Auch wenn sie da Geschwister waren, ist diese ganze Geschichte noch viel mehr aus dem nichts gekommen. Allein die Tatsache, dass Loki und Vypra Diabolico gemeinsam wieder erweckt haben und seither gemeinsam mit ihm gegen Olympius kämpfen ist meiner Meinung nach ein wesentlich besseres Fundament als alles was GoGoV gemacht hat. Und auch, dass Diabolico sich dadurch an Bansheera rächen wollte und vorgenommen hat, persönlich gegen sie vorzugehen, fand ich ziemlich gut, in GoGoV ging es für ihn danach ja auch nicht mehr wirklich weiter. Der Kampf gegen einen Manipulierten Diabolico in der nächsten Folge, vor allem das Mecha Material gemeinsam mit Olympius, ergibt hier auch deutlich mehr Sinn, weil man die beiden dafür nicht extra random zurück bringen musste, sondern sich das Ganze schlicht und ergreifend aus der Story ergeben hat. Und natürlich ging es im Kontext von LR auch nur darum die beiden zu vernichten, ohne dass der „Geist von Bansheera“ damit irgendwas zu tun hatte. Außerdem ergibt die Existenz des neuen Megazords hier deutlich mehr Sinn, allein wieder durch den militärischen Kontext und das Team hinter den Lightspeed Rangers, als in GoGoV wo Professor Tatsumi einfach mal eben eine Beta des Max Victory Robo einsatzbereit hatte. Die Invasion der Kampflinge in den letzten beiden Folgen fand ich ebenfalls sehr stark, ich mag Basis Zerstörungen ja sowieso immer, aber das hier ist definitiv eine der besten im gesamten Toku Bereich. Schon allein deshalb, weil es hier nicht nur um die Rangers, sondern um die gesamte Besatzung der Aqua Basis ging. Und gerade auch das langsam eindringende Wasser hat hier noch zusätzlich für einen gewissen Spannungseffekt gesorgt. Der Schlusskampf gegen Bansheera hätte für meinen Geschmack etwas spektakulärer sein können, man hat es aber trotzdem halbwegs spannend umgesetzt. Dass letztlich der Geist von Diabolico aus der Schattenwelt hinzukommt und Bansheera hinabstößt war irgendwie ein ziemlich passendes Ende für sie und außerdem wurde hier niemand random mit einer Träne wiederbelebt oder hat sich als die ganze Zeit über am Leben heraus gestellt obwohl er zuvor schon als „Geisterstimme“ in Erscheinung getreten ist. Das macht das eigentlich Ende schon mal deutlich befriedigender als das von In Space, Lost Galaxy und GoGoV. Insgesamt tatsächlich ein sehr starkes Endgame.


Das Ranger Team find ich sehr sympathisch, ich würde sie vielleicht sogar über die letzten paar Staffeln setzen. Auch die Lightspeed Rangers sind zwar jetzt vielleicht noch kein Disney Team, aber es gibt hier auf jeden Fall keinen Ranger, der mich zu irgendeinem Zeitpunkt genervt hat oder den ich eindeutig als schwächstes Glied betrachten würde. Fokus Verteilung fand ich für eine Serie, die nicht komplett episodisch ist, sehr gut. Jeder Ranger hatte mindestens 3-4 klare Fokus Folgen und noch 1-2 halbe, in denen er zumindest etwas Fokus abbekommen hat und anders als bei den letzten paar Staffeln hatte ich hier das Gefühl, dass auch bei den schlechteren davon, der Ranger im Fokus am Ende immer gut dabei weg gekommen ist (außer vielleicht Dana, bei ihrer letzten Folge kurz vor Schluss). Es gab sogar teilweise kleinere Charakter „Arcs“ bzw. wiederkehrende Themen, wie Carters gemeinsamer Background mit Captain Mitchell, die Geschichte zwischen Tjien und seiner Meerjungfrau oder natürlich Joels Crush auf Miss Fairweather, die in mehreren Folgen aufgegriffen wurden.
Joel find ich sowieso nach wie vor sau-stark, schon alleine, weil er wohl der erste, eindeutig definierbare Comedy Ranger der Serie ist. Gerade in den eher ernsteren Post-Zordon Staffeln tut so ein Charakter find ich ziemlich gut. Carter ist für mich in gewisser Weise Jason done right, er ist ein starker Anführer, ist dabei aber nicht ganz so überperfekt und für meinen Geschmack wesentlich sympathischer. Außerdem ist er ein ausgebildeter Feuerwehrmann und nicht irgendein random Highschool Schüler, es macht also durchaus Sinn, dass er gut ist, in dem was er macht. Die beiden sind wohl meine Favoriten, aber alle anderen hatten auch ihre Momente um zu glänzen. Auch die vermeintlich „blasseren“ Charaktere wie Kelsey und Tjien (warum auch immer man seinen Namen in der Synchro verändert hat) sind, find ich, jetzt nicht unbedingt zu kurz gekommen.

Die Schurken waren vom Set-Up her wieder etwas mehr basic als die von Lost Galaxy, ich würde aber sagen, dass sie von der Dynamik her ihren beiden Vorgängern in nichts nachstehen. Es hat zwar etwas gedauert, bis das Ganze in Schwung gekommen ist, aber spätestens ab der Rückkehr von Diabolico, waren die Dämonen doch ziemlich spannend. Man kann zwar schon argumentieren, dass durch die frühe Rückkehr von Diabolico etwas Fokus von Vypra und Loki wegging, dafür war hier aber Diabolico um so besser, den ich definitiv zu den besten Schurken, die Power Rangers bis dahin hatte, zählen würde. Vypra hat es find ich auch gar nicht so sehr geschadet, sie hat immer noch recht viel gemacht, nur Loki hätte vielleicht etwas stärker charakterisiert sein können. Außerdem find ich es hier cool, dass man die Rivalität anders als in den beiden Vorstaffeln nicht nur auf Einzelcharakteren aufgebaut hat, sondern auf Gruppen. So sind sich hier Diabolico, Vypra und Loki auf der einen Seite und Olympius und Schrecker auf der anderen Seite gegenüber gestanden. Gerade bei letzterem find ich’s auch cool wie viel er mit der Zeit noch zu tun bekommen hat, solche „Monster-Macher“ Schurken bleiben oft eigentlich eher blass. Bansheera selbst gehört für mich ebenfalls zu den besten Oberschurken in Power Rangers, einfach aufgrund ihres brutalen und kaltherzigen Vorgehens. Gerade gegen Ende kommt es immer mehr durch, wie grausam sie eigentlich ist. Dass sie ihren eigenen Sohn lieber in der Schattenwelt schmoren sieht, da ihr die Wiederherstellung ihres Palastes wichtiger ist, sagt schon einiges aus. Ebenso wie die Sache mit Loki am Ende. Und ich muss auch sagen, gerade in ihrer Final Form ist sie echt ziemlich creepy.
Ich mag auch das generelle Konzept der Schurken hier sehr gerne. Sie alle auf eine bestimmte Art von Lebensform, nämlich Dämonen zurück zu führen ergibt für mich schon mal deutlich mehr Sinn, als irgend so eine interdimensionale Familie von Monstern, die wer weiß wo herkommt. Dass die Dämonen am Anfang alle ausversehen von Nomaden aus ihrem Gefängnis befreit wurden, ist auch eine vernünftige Erklärung dafür, warum sie genau jetzt angreifen, die mir in GoGoV immer gefehlt hat. Außerdem mag ich so kleine Details wie dass sie kein Wasser vertragen (könnte evtl. davon abgeleitet sein, dass man Dämonen mit Weihwasser bekämpft) oder dass es ihnen vorrangig um die Wiederherstellung von Bansheeras Palast geht, anstatt ausschließlich um die Weltherrschafft (wie all diese anderen Idioten).


Wirklich extrem viel hab ich an der Staffel eigentlich gar nicht auszusetzen, bis auf ein paar Sachen in der Titan Ranger Arc und einer Handvoll Folgenhandlung macht Lightspeed Rescue relativ wenig falsch. Ich selbst hab denk ich auch einfach lange Zeit den Fehler gemacht, die Staffel als „nicht schlecht, aber nichts Besonderes“ abzustempeln, aber gerade wenn man aus heutiger Sicht nochmal auf die Serie schaut, wird ihr das nicht wirklich gerecht. Als erste komplett von den Vorgängern unabhängige Staffel ist sie nicht nur eine wichtige Station in der Entwicklung des Franchises, sondern auch für sich genommen, eine sehr unterhaltsame Serie, die alles in allem eigentlich sehr viel richtig macht.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Mi 22. Sep 2021, 04:11

Als nächste Station hab ich mir nun Time Force angeschaut, eine Serie, die ich ja immer so ein bisschen als Überbewertet betrachtet hab, weshalb es auch eine der Serien ist, bei der ich sehr gespannt war, wie ich sie dieses Mal empfinde. Ich würde auf jeden Fall immer noch sagen, dass sie für mich nicht ganz an den Hype heran kommt, der ihr teilweise gegeben wird, was aber nicht unbedingt heißt, dass ich die Serie nicht trotzdem gut finde. Ich schätze wie hoch man sie bewertet, hängt halt so ein bisschen davon ab, wie man zu „Konstanz vs. Highlights“ steht. Time Force ist für meinen Geschmack halt einfach nicht die Konstanteste Staffel, wofür ich ihr in meiner Bewertung den ein oder anderen Punkt abziehen muss, aber wenn sie gut ist, dann richtig, was die Serie letztlich doch ganz gut tragen kann.


Vom Ablauf her ist die Staffel gar nicht so unähnlich zu Lightspeed Rescue. Nach dem Start erst etwas Charakter Fokus, um Folge 10 rum das Debut des Zweiten Megazords, gefolgt von einer Storyline zur Einführung des sechsten Rangers, ein etwas langsamerer Mittelteil mit ein zwei größeren Höhepunkten und schließlich ein vierteiliges Endgame. Insgesamt dürfte die Serie wohl so zwischen 24-30 relevante Folgen gehabt haben, mindestens 10 klare Füller, plus so ca. 4-6 Folgen, die sich mit Charakter Entwicklungen beschäftigt oder auf zukünftige Ereignisse geteasert haben, bei denen man jetzt diskutieren könnte, wie wichtig die sind. Damit würde ich die Staffel in etwa auf dieselbe Stufe wie Mighty Morphin 3 stellen, leicht schwächer als Lightspeed Rescue, aber definitiv über MMPR 1, 2 und Turbo.
Die Verteilung war ganz ok, hätte für meinen Geschmack aber auch noch deutlich besser sein können. Vor allem im ersten Drittel der Staffel war eigentlich schon ziemlich viel los, man hat die ersten Folgen sehr gut genutzt um die Gegebenheiten zu etablieren, die Charaktere zu erklären und ein paar Sachen einzuführen, darunter die Bikes, der Time Shadow und der Electro Booster. Die Einführungs Arc von Eric, den Quantum Kräfte und dem Q-Rex fand ich ziemlich stark, vielleicht sogar einen Tick besser als in Timeranger, weil mir die Ereignisreihenfolge, vor allem die Tatsache, dass der Quantum Ranger hier vor dem Quantum Rex eingeführt wurde, etwas mehr zu gesagt hat. Die einzige Frage die sich mir stellt ist, woher zum Teufel Eric diesen „Time Force Adler“ hat, aber was soll‘s.
Den Mittelteil fand ich dann aber doch relativ dünn wenn ich ehrlich bin, zwischen der Einführung des Quantum Rangers und dem Beginn dieser Alex Storyline ist nicht mehr so wirklich viel vorwärts gegangen. Am Anfang gab’s immerhin noch ein paar so semi-relevante Folgen wie den ersten Auftritt von Dr. Saskin oder diese Mega Battle Folge in der Eric auch erfahren hat, dass die anderen Time Force Rangers aus der Zukunft stammen, aber vor allem die erste Hälfte der 20er fand ich schon ziemlich schwach. Rückwirkend hab ich mich da auch gefragt, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, das Debut des Quantum Rangers etwas nach hinten zu verschieben, zumal Eric in dieser Phase auch in vielen Folgen gar nicht vorgekommen ist, die man ohne weiteres in die Anfangsphase hätte packen können. In Timeranger ist Time Fire ja auch erst in den späten 20ern, also nach etwas mehr als der Hälfte, erschienen, hier aber schon Ende des ersten Drittels, weswegen einfach nicht genügend Material mit ihm verfügbar war. Es waren zwar jetzt nicht unbedingt alle Folgen in der Phase schlecht, aber die eine oder andere war schon dabei, die mir nicht so gefallen hat. Unter anderem diese Folge mit dem Geist von Walter Brown oder auch Leinwand Helden, bei der ich mich nach wie vor frage, warum zum Teufel das ein Zweiteiler sein musste. (Teil 1 war sogar ganz ok, wobei ich mich wundere, dass man all diese Sets für verschiedene Zeit Epochen bereit gestellt hat, nur um sie dann für einen „Film“ Plot zu benutzen. Ich meine, nicht dass ich auf Zeitreise Plots jetzt besonders scharf gewesen wäre, aber wenn man bedenkt, dass das ja eigentlich eines der Themen von Time Force ist, wäre es schon irgendwie naheliegend gewesen.)
Die gesamte Storyline ab dem Erscheinen von Venomark ist dann aber wieder absolut stark, alleine die Story mit dem Gift, würde man wohl in heutigen Staffeln nicht mehr sehen und rückwirkend hat man hier mit den Anfällen von Ransik auch schon von Anfang an sehr clever auf diese Story geteasert. Den Twist von Frax find nach wie vor sehr gut, auch wenn man sich wohl die Frage stellen kann, warum Ransik nie bemerkt oder in Frage gestellt hat, dass Frax dieselben Roboter benutzt wie Dr. Ferrix, aber naja. Allein die Ansage, die Frax Ransik da am Ende der Folge macht ist sau-stark. Dass man dann den Bogen zu Bio-Lab gespannt hat und damit direkt den Auftritt von Alex vorbereitet hat, da die Existenz des Serums, das erst viel später erfunden werden sollte, natürlich die Zukunft gefährdet, fand ich ebenfalls sehr clever. Was ich etwas schade finde ist, dass man nie genau erklärt hat, wie genau Alex überlebt hat, ob es nun was mit der Veränderung der Zeitlinie zu tun hatte oder ob er einfach so überlebt hat, was ich jetzt auch nicht unbedingt unplausibel finde würde (auch Leute, die keinen Puls mehr haben, kann man schließlich noch retten). Auf der anderen Seite wiederum bin ich eigentlich auch ganz froh darüber, dass man wie bei Timeranger nie so wirklich konkret darauf eingegangen ist, wie sich die Zukunft bereits verändert hat, da das unter Umständen bloß zu Logikfehlern geführt hätte, also ist es so vielleicht sogar am besten.
In den nächsten beiden Folgen danach wurden noch dieses Strata-Cycle und der Battlizer eingeführt, wobei ich letztere Folge nach wie vor für eine der randomsten Folgen in ganz Power Rangers halte. Dieses gesamte Setting mit dem schwarzen und dem weißen Ritter, ist so seltsam und hat nichts mit irgendwas zu tun. Ich meine, wer oder was sind die eigentlich und wo kommen die jetzt plötzlich her? Der schwarze Ritter hatte sogar nen Drachen der einfach mal gemütlich in einer Höhle außerhalb von Silver Hills gechillt hat. WTF? Und was genau hat es mit diesem „Feuer der Schlacht“ auf sich? Alles an dieser Folge ist so extrem random. Und dabei wäre es gar nicht mal so schwer gewesen, zumindest einen Teil davon zu lösen, indem man (und ja, ich kann selbst kaum glauben, dass ausgerechnet ich das sage) das ganze einfach mit einem Zeitreise Plot verbunden hätte. Meinetwegen holt Ransik den Schwarzen Ritter in die Gegenwart oder ein Zeitloch schluckt die Rangers und verfrachtet sie ins Mittelalter. Das wäre auf jeden Fall immer noch logischer Gewesen als was auch immer da in der Folge passiert ist. Dann gab’s nochmal ne Handvoll Füller, (unter anderem das Team-Up, das auch eher mittelmäßig ist), bevor man dann langsam Angefangen hat, das Endgame vorzubereiten.
Die letzten vier Folgen waren nochmal durchgehend sehr spannend und für Power Rangers Verhältnisse ungewöhnlich emotional. Ich mag die Szenen, in denen Wes die Rangers in die Zukunft zurück schickt, auch wenn es mich etwas irritiert, dass Alex einfach vollkommen fein damit zu sein scheint, dass Wes bei dem Angriff stirbt. Selbst wenn man nicht davon ausgeht, dass er sein Vorfahre ist (was zumindest nie explizit gesagt wurde, auch wenn es schon ein sehr naheliegender Gedanke ist) hat Alex doch ein paar Folgen zuvor noch gesagt, dass es sein Schicksal ist, die Firma seines Vaters zu übernehmen, also müsste sein Tod ja trotzdem die Zukunft verändern. Trotzdem hat das natürlich für einen enormen Spannungsfaktor gesorgt. Auch die Szenen zwischen Wes und Eric waren ziemlich stark und Gespräche zwischen Nadira und Frax. Das Set-Up für Nadiras Redemption hat sich zwar ein wenig erzwungen angefühlt, weil warum schickt Trip ausgerechnet sie da zu dieser schwangeren Frau in die Kabine, da waren doch noch 10 andere Frauen im Raum. Aber naja. Das Finale war ganz gut, ich find’s tatsächlich halbwegs plausibel, dass die Zwischenzeitliche Abreise der Rangers die Geschichte dahingehend verändert hat, dass Eric Wes seinen Verwandler gibt, was es den Rangers ermöglicht, den Q-Rex umzuprogrammieren, was ansonsten wahrscheinlich nicht passiert wäre. Der Finalkampf gegen Ransik war auch nicht schlecht, auf jeden Fall besser, als der von Lightspeed Rescue, nur dass er sich dann am Ende ergibt, naja, ich hätte darauf verzichten können, ich hab aber auch schon schlimmeres gesehen. Irgendwie hat es zu seinem Verhalten gegenüber Nadira (auf das ich gleich nochmal eingehe) gepasst. Ich bin nicht sicher, ob es unbedingt notwendig war, da dieses Baby nochmal mit einzubauen, ich denke, ich hätte es besser gefunden, wenn man das nur auf Nadira aufgebaut hätte, denn im Bezug auf die Menschen hat sich für Ransik ja eigentlich nichts geändert. Als ob er noch nie ein Baby gesehen hat. Aber naja, In Space und Lost Galaxy hatten am Ende ja auch eine Sache, die das Ganze für mich etwas nach unten gezogen haben und im direkten Vergleich mit den Beiden, war das hier von noch das geringste Übel. Außerdem muss ich sagen, Kompliment, dass man die anderen Rangers am Ende tatsächlich wieder abreisen hat lassen, um für den gleichen Effekt zu sorgen wie bei Timeranger und potentielle Logikfehler zu vermeiden. Gerade bei Power Ranger würde ich das nicht unbedingt als Selbstverständlich betrachten.


Mit den Rangers muss ich sagen, hab ich zum Teil nach wie vor so meine Probleme, auch wenn ich sagen würde, dass objektiv alle gut geschrieben sind, aber für mich sind sie einfach nicht ansatzweise so sympathisch wie die Timerangers und auch von den Lightspeed Rangers sind sie für meinen Geschmack definitiv ein Rückschritt. Die Fokusverteilung war zwar auch hier in Ordnung, es hatte eigentlich jeder mindestens 3 klare Folgen und noch etwas Nebenfokus in anderen Folgen, was ich hier aber im Gegensatz zu Lightspeed Rescue sagen muss ist, dass einige der Rangers hier teilweise in ihren eigenen Fokus Folgen nicht gut weg gekommen sind. Diese erste größere Jen Fokus Folge z.b. find ich absolut furchtbar, sie wollte diesen Mutanten einfach umbringen, wegen gar nichts eigentlich. In Timeranger hat die Folge funktioniert, weil dieser Verbrecher Yuris gesamte Familie ermordet hat, da war die Reaktion durchaus nachvollziehbar, hier hat das Jen einfach wie eine komplette Psychopatin rüber kommen lassen. Oder auch diese Katie Folge, wo sie nicht mehr kämpfen wollte, weil sie Angst um ihre Zukunft hatte, was halt absolut keinen Sinn ergibt, denn wenn sie nicht kämpft, ist die Zukunft erst recht verloren.
Jen muss man auf jeden Fall zugutehalten, dass sie eine gute Entwicklung hatte und gerade in den letzten Folgen hat sie mir dann doch ganz gut gefallen, aber am Anfang war sie schon ziemlich anstrengend. Auch Lucas kommt durch seine Art oft wie ein ziemlicher Arsch rüber. Was mir da z.B. einfällt, wäre diese Folge in der Trip sich uncool fühlt und Lucas sein Herz ausschütten will und der ihn dann mitten unterm Gespräch einfach stehen lässt, um irgendso ein Mädchen aufzureißen und dann mit dem zu verschwinden. Sowas muss doch nicht sein. Trip und Katie waren letztlich eigentlich doch sehr sympathisch, von allen Charakteren hatten die beiden definitiv am wenigsten Fokus, was ich aber nicht allzu schlimm finde, im Zweifel ist mir die Persönlichkeit wichtiger. Mein Favorit ist hier wohl mit ziemlicher Sicherheit Wes. Er hat eigentlich von Anfang an einen sympathischen Eindruck gemacht, hatte dann aber trotzdem noch eine ziemlich starke Charakter Arc, gerade die schwierige Beziehung zu seinem Vater wurde echt gut umgesetzt und ich muss auch sagen, die Lovestory zwischen ihm und Jen ist definitiv eine der besten in Power Rangers.
Eric ist halt im Wesentlichen wie Naoto, als Charakter kann ich ihn nicht wirklich leiden, aber ich verstehe warum er da ist und das was er seine sollte, wurde gut umgesetzt. Er ist halt ein notwendiges Übel, damit die Story funktioniert. Trotzdem gibt’s ein paar Punkte, über die ich mich etwas auskotzen will. Vor allem versteh halt teilweise nicht so ganz, was genau sein Problem mit Wes ist. Auf der einen Seite wirft er ihm vor, dass er ja immer nur an sich denken würde (was Eric selbst natürlich überhaupt nicht tut), aber auf der anderen Seite, wenn Wes dann z.B. eine Einladung zu irgend so einer Schnösel Party ablehnt, weil Eric nicht mit darf, was eigentlich ziemlich selbstlos und einfach nur nett gemeint war, dann wirft er ihm vor, nicht genügend aus seinen Chancen zu machen. Also was will er denn eigentlich von ihm? Wes hat sich doch auch nicht ausgesucht, als Millionärssohn geboren zu werden. Was soll er denn machen, damit Eric zufrieden ist? Ich hab einfach das Gefühl, dass er so die Art von Mensch ist, die eigentlich mit sich selbst nicht klar kommt, sich das aber nicht eingestehen will und deshalb ihren Hass auf andere projiziert. Das hat sich z.B. auch in der Folge mit diesem harmlosen Mutanten gezeigt. Ich kann da auch nicht so ganz verstehen, warum genau Trip Eric am Ende noch verteidigt hat, ich meine er war kurz davor ein unschuldiges Wesen aus im Grunde ziemlich rassistischen Motiven zu töten, nur weil er dann in letzter Sekunde doch davon abgesehen hat, heißt das noch lange nicht, dass er „im Grunde gar kein so schlechter Kerl“ ist. Mit der Zeit hatte er dann zwar schon ein paar Momente, wie beispielsweise als er sich mit diesem Mädchen angefreundet hat oder als er den Rangers von den Trizirium Kristallen erzählt hat, aber in der Summe ist er einfach kein besonders sympathischer Mensch.


Die Schurken sind nicht schlecht, als Gruppe würde ich sie aber ehrlich gesagt unter ihre letzten paar Vorgänger stellen. Vor allem hat es hier halt doch relativ lang gedauert, bis sich eine wirklich interessante Dynamik entwickelt hat. Man hat zwar schon früh auf einen möglichen Konflikt zwischen Frax und Ransik geteasert, aber wirklich Fahrt aufgenommen hat das Ganze dann erst mit der Venomark Folge Ende der 20er. Und man muss auch dazu sagen, dass Frax sich danach dann ja auch direkt abgespalten und allein agiert hat, weshalb es hier nie so wirklich einen aktiven Konkurrenzkampf oder etwas in der Art gab. Was ich ihnen aber zu gute halte, das ist der ganze Background mit diesem Hass-Dreieck zwischen Menschen, Mutanten und Robotern. Für meinen Geschmack, hätte man das zwar noch deutlich öfter thematisieren können, aber es ist auf jeden Fall ein sehr starkes Konzept und ein durchaus valider Grund, für das Handeln der einzelnen Charaktere, das man bei Power Rangers in der Form eigentlich eher selten sieht.
Ransik ist definitiv einer der besseren Schurken bisher, vor allem seine Story ist natürlich sehr stark. Man hat gerade am Anfang auch gesehen, dass durchaus ein fähiger Kämpfer ist, der in der Lage dazu ist, einen Ranger zu besiegen, auch wenn er sich im späteren Verlauf nur noch selten am Kampf beteiligt hat. Frax ist für meinen Geschmack sogar noch etwas stärker, zum einen weil er im Kampf gegen die Rangers noch etwas pro-aktiver ist und zum anderen find ich seinen Hintergrund eigentlich sogar noch härter, als den von Ransik, weil man bei ihm wirklich weiß, dass er eigentlich ein guter Kerl war und seine Gutmütigkeit so sehr verraten wurde, dass nichts und niemandem mehr traut. Gerade deshalb muss ich der Staffel auch noch zusätzlich ein Kompliment machen, dass er trotzdem anstandslos vernichtet wurde, obwohl er sogar am Ende unter der Kontrolle von Ransik gestanden hat und durchaus eine Chance auf eine Redemption bestanden hätte.
Gluto und Nadira auf der anderen Seite finde ich beide eher nicht so toll. Bei Gluto erschließt sich mir nicht so recht, warum man ihn überhaupt adaptiert hat, da er eigentlich gar nichts zu der Serie beiträgt. Die meiste Zeit tritt er nicht mal in Erscheinung, ich hab jetzt nicht explizit nachgezählt, aber ich glaub, dass es keine 10 Folgen waren, in denen er vorgekommen ist. Nadira hat in den letzten paar Folgen eine ganz gute Story, was sie in gewisser Weise auch positiv von Lila abhebt, die am Ende ja einfach verschwunden ist, aber davor fand ich sie eigentlich eher nervig. Sie ist halt nur das verwöhnte Prinzesschen von Ransik, das jedem hinterher läuft, der Geld hat und das war’s. (Und warum muss sie immer so kreischen?) Und was ich an ihr halt auch etwas problematisch finde ist, dass sie teilweise so ein bisschen nen negativen Einfluss auf Ransik hat. Ich hatte ja damals bei Bycrosser gesagt, als die Nichte des Oberschurken aufgetaucht ist, dass sie ihn durch ihre Beziehung irgendwie so ein bisschen nach unten gezogen hat und dieses Problem hab ich hier mit Nadira auch. Dadurch dass Ransik sie immer so verwöhnt und immer ihr immer alles gibt was sie will, selbst wenn es gegen seinen eigenen Willen geht, lässt ich das teilweise so ein bisschen verweichlicht rüber kommen. Gerade diese Folge gegen Ende, wo Nadira sich in Lucas verliebt, wäre da ein gutes Beispiel. Dieses Verhalten von Ransik passt halt einfach so gar nicht zu seinem sonst so ernsten und kaltherzigen Auftreten passt. Und das ist halt dafür verantwortlich, dass Ransik, trotz all seiner Qualitäten, nie an der Spitze meiner Lieblings Schurken stehen wird, weil er halt immer wieder diese Momente hat, bei denen ich mir denke „Musste das jetzt sein?“.


In der Summe ist Time Force auf jeden Fall eine gute Staffel, aber sie hat definitiv ihre Schwächen. Gerade im Vergleich zu Timeranger zieht sie für mich halt vor allem bei den Charakteren den Kürzeren und der extrem Langgezogene Mittelteil hat auch nicht geholfen. Timeranger hatte zwar auch einige Füller, da fand ich aber, dass der Schwerpunkt vor allem in der Anfangsphase war, während man den Mittelteil, durch das späte Debut des 6ten Rangers, etwas besser ausgleichen konnte. Auch Lightspeed Rescue find ich im Vergleich etwas besser wenn ich ehrlich bin, durch eine bessere Ereignisverteilung und weniger klaren Aussetzern. Von den 9 Staffeln, die ich jetzt gerewatched habe, wäre Time Force aber immer noch auf einem sehr soliden 4ten Platz und auch wenn ich mir die paar Folgen von Dino Fury die ja aktuell bei uns laufen mal zum Vergleich anschaue, dann macht Time Force da schon sehr viel richtig, würde ich sagen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Zilver » Mi 22. Sep 2021, 21:27

So unterschiedlich können die Meinungen über Time Force sein 😅 ich fand Timeranger nicht schlecht, allerdings konnte ich den Darstellern ihre Rolle einfach nie abnehmen und das Finale war ein Witz.

Die Serien sind ja sehr ähnlich - für mich ist Time Force eine Timeranger Serie in gut.

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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Gorath » Do 7. Okt 2021, 16:15

Ich habe mich endlich dazu entschieden gehabt mir die SD on Blu-Ray-Box von Mighty Morphin Power Rangers zu bestellen und bin gerade hinter der Green with Evil - Miniserie angekommen. Die erste Blu-Ray hat jetzt noch 9 Episoden die ich zu sichten habe. Irgendwie ist es für so ein 90er-Kind wie mich echt nostalgisch, Die Charaktere, die Klamotten, das Jugendzentrum... genial.

:zyured: :zyublack: :zyublue: :zyuyellow: :zyupink: :zyugreen: :daikiba:

Die Helden haben immer nebenher noch was Tolles zu laufen wie Karate-Unterricht, Sozialarbeit, sportliche Aktivitäten, das finde ich ehrlich gesagt sehr positiv umgesetzt. Als Mensch der gelegentlich auch mal mit Mobbing konfontiert war, ist es nach wie vor irgendwie erfrischend wenn Bulk und Skull bei ihren am Anfang noch eher böswilligen Aktionen den kürzeren ziehen. Später sind die beiden ja doch etwas weniger boshaft geworden und hatten teils recht witzige Nebenplots die zwar auch wieder mit völliger Blamage endeten, aber manchmal taten einem die Beiden dann doch in ihrem Scheitern leid. :wink:

Die Evil-Space Aliens der Serie sind am Anfang noch sehr eintönig eingesetzt, was denk ich mal auch daran liegt, dass die meisten Kampfszenen nur in Sentai stattfinden. Meist läuft es ja so, Rita hat einen neuen Plan um die Menschheit zu ärgern, Finster bäckt ein paar Puttys und ein Monster, Zordon bemerkt was vor sich geht und ruft unsere Helden in die Basis, die Helden verwandeln sich, retten den Tag und Rita hat Kopfweh.

Am besten gefallen mir die Episoden die als Mehrteiler angelegt sind. Als Kind empfand ich besagte Episoden wie die Green with Evil-Miniserie sehr spannend, ich war damals echt ein wenig geschockt wo Rita die Sonnenfinsternis gezaubert hat und die Zords nach dem Kampf in der Grube versunken sind. :shock: Die Folgen mit der besagten Insel waren auch nicht übel. Demnächst kommen ja dann noch ein paar andere spannende Sachen. :D

Als nächstes kommen jetzt erstmal wieder ein paar Random-Episoden mit Tommy und dem Dragonzord, der Einführung von Titanus und dann gibt es mal wieder einen kleinen Höhepunkt mit dem Zweiteiler auf dieser Insel. Ich glaube dort wurde Lokar das erste mal von Rita gerufen. :?:

Trotz allem glaube ich das die erste Staffel teilweise nicht so gut gealtert ist, es gibt hier und da so kleinere handwerkliche Fehler beim editieren des Sentai-Materials. Gewisse Entscheidungen beim Casting der Helden würde wohl heutzutage auch keiner mehr so durchführen und gerade am Anfang ist mir aufgefallen das sich die deutsche Synchro auch erstmal reingrooven musste.

Ich glaube der wichtige Punkt für mich warum ich die Serie trotz mancher Unzulänglichkeiten mag, ist nach wie vor auch der Folgende: als Kind habe ich auch gern mal Godzilla-Filme und andere Saurier-Filme sowie auch gern die Transformers und auch die Marvel-Cartoonserien geschaut. Sowas in der Art als Nicht-Cartoon mit Monstern, Robotern, Helden in Kostümen usw. gab es vorher in der Form noch nicht und irgendwie war es damals echt was Neues. So wirklich tot zu bekommen ist das Konzept ja nach wie vor nicht, mit Dino Fury wird aktuell die Tradition der auf Dinosaurier basierenden Power Rangers ja weiter fortgeführt.
:ryukimain: :faizmain: :blademain: :hibikimain: :kabutomain: :denomain: :dcdmain: :wmain: :ooomain: :fourzemain: :wizardmain: :gaim01:

Henshin!!!

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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 21. Okt 2021, 04:13

Innerhalb einer guten Woche hab ich jetzt Wild Force angeschaut (die Serie verleitet einen aus verschiedenen Gründen dazu, sie schnell zu schauen), womit ich jetzt mit der Post Zordon Ära durch bin. Ja, ich bleib dabei, absolut starke Serie. Das Ganze nach Dino Fury anzuschauen, hat der Serie sicherlich nicht geschadet, aber auch im Vergleich zu Time Force halte ich sie nach wie vor für die bessere Serie. Vor allem find ich, dass Wild Force einfach eine unglaublich effektive Adaption ist, die es geschafft hat, nahezu alle positiven Aspekte von Gaoranger 1:1 zu behalten, dabei aber viele der schlechtesten entweder zu streichen oder durch was besseres zu ersetzen.


Zunächst mal muss ich sagen, Wild Force hat zweifellos das beste Storytelling der bisherigen 10 Staffeln. So wirklich klare Füller hatte die Serie, außer den Team Ups, eigentlich nahezu gar nicht (wobei man beim ersten Team Up sogar noch argumentieren könnte, dass es zwar nicht für Wild Force aber für Time Force relevant ist), in irgendeiner Form hat so gut wie jede Folge irgendwas zum Geschehen beigetragen. Ähnlich der Marina Geschichte in Lightspeed Rescue gab’s hier mal zwei Folgen, die sich mit Dannys Crush auf seine ehemalige Mitarbeiterin beschäftigt haben, wo man jetzt drüber diskutieren könnte, ob das Füller sind, wenn man beide auslässt und vielleicht noch diese Folge mit der Rückkehr von Zen Aku, die nicht unbedingt nötig gewesen wäre, ansonsten gibt es hier eigentlich nichts, das ich großartig auslassen würde. Auch die Verteilung der Story war hier unfassbar gut, man hatte drei längere Storylines von mehr als 5 Folgen am Stück, die direkt auf einander aufgebaut haben, eine in den 10ern, eine Ende der 20er bis Anfang der 30er und eine zum Finale hin, es gab die Story zwischen Cole und Master Org, die immer mal wieder aufgegriffen wurde und Mitte der Staffel in einen Höhepunkt gelaufen ist und der Rest wurde gleichmäßig mit Background, Team-Ups und der Einführung der Zords aufgefüllt, sodass nie wirklich leerlauf entstanden ist, recht viel besser kann man eine Serie eigentlich nicht aufbauen.
Was hier natürlich wirklich hilft ist die Tatsache, dass man immer größere Stories um die Einführung der Zords rum gebaut hat (zumindest innerhalb der einzelnen Folgen) was schon mal alleine einen großen Teil der Anfangsphase getragen hat. Die Story um die Einführung des Seelenvogels war ja sogar selbst eine indirekte Storyline von drei Folgen (die ich um ehrlich zu sein auch besser fand, als die entsprechende Story in Gaoranger) gerade im Kontrast zu Zyuohger und Dino Fury hat das halt echt gut getan. Es war zwar nicht immer komplett perfekt, zum Beispiel die Einführung des Gorillazords hätte durchaus spektakulärer sein können, aber dadurch, dass die Zords hier ja eigenständige Lebewesen sind, die seit 3000 Jahren auf der Erde umherstreifen, macht es durchaus Sinn, dass sie selbst entscheiden können, wann sie auftauchen und wem sie ihre Kräfte leihen, von daher geht das schon in Ordung. Die Folge mit Retinax, Ende der ersten Phase, hätte für meinen Geschmack nochmal für sich ein Zweiteiler sein können, schon allein damit der Charakter besonderer rüberkommt, um zu rechtfertigen, warum er später mit den anderen Generälen wiedererweckt wird und außerdem weil das einfrieren des Kongazords einen guten Cliffhanger abgegeben hätte. Aber das ist zu verschmerzen, die Folge war auch so gut und außerdem hatte Wild Force ja jetzt auch nicht so viele Folgen, die man einfach mal eben hätte streichen können, um Platz für einen weiteren Zweiteiler zu machen.
Die Zen Aku Storyline gehört für mich nach wie vor zu den absolut besten Story Arcs in ganz Power Rangers. Allein die erste Folge ist von der Stimmung her sau stark, von der ruhigen, atmosphärischen Szene zu Beginn, über das schnelle und fast schon zu einfache Besiegen dieses Monsters, bis zum Erscheinen von Zen Aku, das für mich nach wie vor zu den eindrucksvollsten Schurken Debuts in irgendeinem Toku gehört. Recht viel besser, kann eine Power Rangers Folge kaum sein. Auch darüber hinaus hat man es wirklich geschafft für einen Zeitraum von 6-7 Folgen das Momentum auf einem so hohen Niveau zu halten, dass beispielsweise Dino Fury nicht mal im Finale ansatzweise erreicht hat. Auch Zyuohger hatte sowas vielleicht höchstens mal für nen zweiteiligen Climax aber nie mehrere Folgen lang. Vor allem find ich‘s auch nach wie vor faszinierend, dass man hier mit Zen Aku ja eine Art Mid-season Arc Schurke hatte, der tatsächlich konstant gut war und sich nicht verschwendet angefühlt hat, da bin ich sonst ja immer eher kritisch, aber bei ihm hat man wirklich alles Richtig gemacht. Spektakulärer Einstand, effektives Vorgehen, kein zu langer Aufbau, befriedigendes Ende, das letztlich auch zu was führt und der Storyline eine Existenzberichtigung gibt. Wenn man einen derartigen Charakter einbauen will, dann so. Einzig das Debut vom Nashorn und Gürteltier Zord am Ende war ein bisschen random, aber wie gesagt, es macht halbwegs Sinn, dass die selbst entscheiden, wann sie auftauchen.
Die Entstehung des Mons Wolf Rangers fand ich so ein bisschen grenzwertig, vor allem, dass sich die Wolf, Alligator und Hammerhai Kristalle auf einmal random in einen Verwandler verwandelt haben, find ich irgendwie nicht so prickelnd. Generell hat das so ein bisschen die Frage aufgeworfen, wie genau die Ranger Power hier eigentlich funktioniert. Klar, die Rangers bekommen ihre Kräfte von den Wild Zords aber wie genau ist die Existenz der Verwandler zustande gekommen? Da hätte man mal etwas genauer drauf eingehen können. Allgemein muss ich aber sagen, dass ich die Staffel in Sachen Background ziemlich gut fand, gerade was diese ganze Animaria Geschichte mit der großen Schlacht zwischen den Orgs und den Wild Zords betrifft, hatte ich hier definitiv mehr das Gefühl zu verstehen, was genau damals passiert ist, als in Gaoranger wo man eigentlich immer nur irgendwelche vagen Andeutungen bekommen hat.
Dass man diese Jaaki Storyline, die in Gaoranger nach dem Debut von Gaosilver gekommen ist, nicht adaptiert hat, find ich nach wie vor gut, die hat in Gaoranger mehr für Probleme gesorgt als alles andere. Hier wurde der Mittelteil unter anderem dazu genutzt, um die Story zwischen Master Org und Cole zu Ende zu führen. Das Finale dieser Geschichte gehört ebenfalls zu den absoluten Highlights der Staffel, den Background von Master Org find ich nach wie vor absolut heftig und vielleicht sogar noch heftiger finde ich es, wie sehr er damit vor Cole prahlt. „Ich habe deine Eltern umgebracht. Und ich kann nur sagen, das war der schönste Augenblick meines Lebens. Sie flehten um Gnade, also war ich Gnädig zu ihnen,… denn ich habe ihre wertlose Existenz beendet.“ Das halte nach wie vor für die vielleicht brutalste Zeile in Power Rangers. Ich bin nicht ganz sicher was ich davon halten soll, dass er am Ende seine Kräfte kurz verliert, nur um dann als Org „wiedergeboren“ zu werden, nachdem er von Mandilok die Klippe runter geworfen wurde. Ich meine, wie genau funktioniert das? Aber naja. Die Folge mit dem Battlizer fand ich etwas seltsam mit dieser Zwischenwelt, vor allem weil ich es etwas undurchsichtig finde, welche Rolle Animus dabei gespielt hat. Auf der einen Seite wird es halt so ein bisschen so dargestellt, als wäre das alles eine Art Test von ihm, den er initiiert hat, auf der anderen Seite wurde ja später gesagt, dass die Rangers ihn dadurch überhaupt erst aus der Zwischenwelt befreit haben und ich frage mich halt so ein wenig, wie genau das zu einander passt. Animus konnte ja auch schon davor irgendwelche Dinge manipulieren, aber was genau war er denn dann eigentlich, wenn er doch nicht am Leben war? Besser als diese Ritterfolge von Time Force zum Debut des Battlizers war es aber allemal.
Der Rest der Animus Arc gefällt mir nach wie vor recht gut, auch wenn sie vom Spannungsfaktor sicherlich nicht an die Zen Aku Storyline heran kommt. Trotzdem würde ich sagen, dass auch hier jede Folge irgendwas dazu beigetragen hat und vor allem die letzten beiden Folgen, in denen Ikarus seine wahre Identität offenbart hat, find ich ziemlich gut umgesetzt. Viele scheinen sich wohl daran zu stören, dass Animus es für nötig hält, die Rangers und die Menschen zu „testen“ und ihn das wie ein Arsch rüber kommen lässt, aber ganz ehrlich, das was er sagt, ist ja jetzt nicht unbedingt falsch. Ich finde es durchaus angebracht, in Frage zu stellen, ob es die Menschen wirklich verdient haben, beschützt zu werden. Das find ich wesentlich besser, als diese ganzen Serien, die Menschen behandeln, wie die ultimativen, unantastbaren Wesen. Ich denke, das einzige in dieser Phase, das ich wirklich schlecht fand, war die Einführung dieses Dschungel Strahlers. Die war wirklich extrem random und es wurde überhaupt nicht erklärt, wo zum Teufel diese Waffen jetzt plötzlich herkommen (mal abgesehen davon, was ein einzelner Puck überhaupt für ne Waffe sein soll). Das ist irgendwie so rüber gekommen, als hätte Bandai ihnen das last-minute auferlegt und die Writer hatten keine wirkliche Zeit mehr sich was Vernünftiges für die Einführung zu überlegen.
Alles ab dem Zweiteiler zur Rückkehr Master Orgs war dann im Grunde eigentlich auch schon eine durchgängige Story zum Endgame. Vor allem den Tod von Toxica fand ich sehr effektiv, ebenso wie die Entwicklung von Jindrax, der danach ja erst mal allein klar kommen musste und heraus finden, wie er Toxica zurück bringen kann. Was ich an dem Onikage Zweiteiler nicht so prickelnd fand, war der Teil, bei dem Shayla auf ihre Kette geheult hat, was dann dazu geführt hat, dass irgendeine Art von Energie den Löwenzord wachsen lässt. Soweit ich mich erinnern kann, war das zwar in Gaoranger noch seltsamer, so gesehen hat man es zumindest versucht, aber trotzdem ist es halt immer noch sehr billig und außerdem hat diese ganze Story auch irgendwie die Frage aufgeworfen, was genau es mit Shaylas Kette eigentlich auf sich hat. Ihre Rolle in der Zen Aku Arc fand ich eigentlich in Ordnung, aber da am Ende wurde es ja immer mehr so dargestellt als hätte sie irgendwelche ultra-krassen Kräfte, da hätte man schon etwas darauf eingehen können, wo die her kommen. Trotzdem war das alles als Build Up zum Finale ziemlich spannend, vor allem auch die letzte Folge davor, in der sich Toxica und Jindrax mit den Rangers verbündet haben. Nur das eigentliche Finale (bzw. genauer gesagt die letzten 10 Minuten ca.) find ich nach wie vor nicht sonderlich gut. Angefangen mit dem Roll Call bei dem die Rangers ihre Namen schreien, was in Gaoranger tatsächlich Sinn macht, da die sich davor ja immer nur mit ihren Farben angesprochen haben, hier aber doch eher random wirkt und danach tauchen halt sämtliche zerstörten Wild Zords ohne die Spur einer Erklärung einfach wieder auf und vernichten Master Org. Ich meine, in dem Punkt war die Ausgangslage natürlich ebenfalls wieder nicht gut, auch in Gaoranger ist das ja einfach so passiert, aber ich denke, man hätte da entweder den Plot nicht in der Form adaptieren dürfen oder zumindest versuchen müssen, sich da irgendeine vernünftige Erklärung zu überlegen, wie man die Wild Zords wieder zurück bringt. Auch vom eigentlichen Ende, bin ich irgendwie kein so großer Fan, dass Shayla mit dem Animarium wieder in den Himmel aufsteigt und schläft, find ich etwas unnötig und dass Merrick mit Zen-Aku, der warum auch immer noch lebt, auf Wanderschaft geht, ist irgendwie auch ziemlich random. An sich find ich das Endgame in der Summe trotzdem deutlich besser als das von Gaoranger, allein weil man hier einen bestehenden Charakter hatte, auf dem man es aufbauen konnte, aber verglichen mit den letzten paar Power Rangers Staffeln war es halt vor zumindest das eigentlich Finale doch eher mittelmäßig.

Die Charaktere sind hier zwar zum Teil etwas simpler geschrieben, als in Time Force, tatsächlich würde ich aber sagen, dass die Wild Force Rangers wahrscheinlich sogar mein Lieblings Team von den bisherigen 10 sein dürften. Wild Force ist find ich ein sehr gutes Beispiel dafür, warum die Fokus-Qualität und Effektivität wesentlich mehr wert ist, als die Quantität. Zwar war die Fokus Verteilung hier definitiv schwächer, als in den letzten paar Staffeln, vor allem Danny hatte so gesehen eigentlich nur 2 Fokusfolgen, von denen er sich eine mit Max geteilt hat, allerdings fand ich hier halt die Umsetzung ausnahmslos gut. Am Ende des Tages ist für mich die Sympathie halt immer der entscheidendste Faktor und anders als in Time Force sind die Rangers hier halt alle sympathisch gewesen und eigentlich immer in ihren Folgen gut weg gekommen. Taylor war im ersten Moment noch etwas eh, hat sich dann aber sehr schnell gefangen. Cole hat sowieso den Großteil der Story getragen und war auch ein guter Anführer ohne dabei zu ernst zu wirken. Dieses Ding, dass er immer versucht, das „Herz“ von Leuten anzusprechen, hab ich als Kind immer ziemlich lächerlich gefunden, aber mittlerweile muss ich sagen, find ich gerade die Aktion in der zweiten Folge eigentlich sogar ziemlich cool, gerade weil Cole damit so hart auf die Nase fliegt und danach einsieht, dass mit den Orgs zu reden, vielleicht doch keine so gute Idee war. Was ich hier auch echt gut finde ist, dass man eigentlich bei jedem Ranger, mal mehr mal weniger detailliert, darauf eingegangen ist, was er vor seiner Zeit als Ranger gemacht hat. Vielleicht nicht unbedingt in der gleichen Intensität, wie bei RPM oder Gokaiger, aber ich find es trotzdem immer sehr lobenswert, wenn man sich mit sowas etwas beschäftigt. Das hilft einem enorm, die Charaktere zu verstehen. Das schwächste Glied ist wahrscheinlich sogar Merrick, auch wenn ich ihn trotzdem noch in Ordnung fand. Seine Begründung warum er sich den anderen nicht anschließen will und immer alles allein machen muss, find ich halt schon ein wenig schwammig, aber grundsätzlich unsympathisch ist er jetzt auch nicht.

Die Orgs würde ich definitiv auch zu den besseren Schurkengruppen zählen, neben dem Konzept mit diesen Geistern, das ich ziemlich cool finde, stechen hier für mich vor allem die jeweiligen Individuen sehr stark raus. Zen Aku hab ich schon ausreichend thematisiert und auch zu Master Org muss ich denk ich gar nicht mehr so viel sagen, seine vollständige Offenbarung hab ich oben schon angesprochen, einfach allein die Tatsache, dass der Typ aus reiner Eifersucht und Hass heraus, seine Menschlichkeit aufgegeben hat, um seine beiden besten Freunde zu ermorden, macht ihn für mich zum wahrscheinlich besten Oberbösewicht in ganz Power Rangers. Keine tragische Vergangenheit oder Redemption, er ist einfach nur abgrundtief böse, aber ohne dabei jemals in dieses comichafte im Stil von Rita und Zedd abzudriften. Einfach ein absolut starker Schurke, wie es ihn vermutlich nicht nochmal bei Power Rangers geben wird.
Auch Jindrax und Toxica sind meiner Meinung nach extrem unterschätzte Schurken, die auf die gesamte Staffel gesehen vielleicht sogar die beste Charakter Arc hatten. Die beiden waren sehr unterhaltsam, ich hatte aber nie unbedingt das Gefühl, dass ich sie als Gegner nicht ernst nehmen könnte und allein aufgrund ihrer sehr guten Redemption am Ende find ich sie auch deutlich besser als Yabaiba und TsueTsue, bei denen ich absolut nicht verstanden hab, warum sie am Ende trotz allem immer noch zu den Orgs gehalten haben. Wahrscheinlich sogar das beste „Comedy Duo“ in ganz Power Rangers,
Mandilok hat seinen Zweck denk ich mal sehr gut erfüllt, er war halt Hauptsächlich als Platzhalter für Master Org da, was auch in Ordnung ist, er war ein durchaus überzeugender Schurke und hat mit seinem Tod nochmal für einen soliden Höhepunkt gesorgt. Lediglich aus Retinax und eventuell Nayzor hätte man vielleicht noch mehr machen können, aber auch die beiden kamen mir jetzt nicht zu verschwendet vor. Die Serie hat sich halt auf die interessantesten Charaktere fokussiert und das find ich soweit auch nicht verwerflich.


Alles in allem ist Wild Force für mich immer noch eine der besten Power Rangers Staffeln, wahrscheinlich sogar die beste von den ersten 10, die ich jetzt gerewatched hab. Ein paar Abstriche gibt’s immer, aber allein das Storytelling hat die Serie wirklich getragen, dann noch die guten Charaktere auf beiden Seiten und viele effektive Höhepunkte, da kann selbst das schlechte Staffelfinale die Serie nicht mehr nachhaltig nach unten ziehen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 9. Nov 2021, 05:20

Mit Ninja Storm hab ich schon während Drive etwas angefangen und bin daher natürlich auch relativ zügig fertig geworden. Das war ja auch eine der Staffeln, der ich unbedingt eine neue Chance geben wollte, weil ich eigentlich nie der größte Fan von ihr war. Von Grund auf geändert hat sich meine Meinung auch hier definitiv nicht, auch wenn die Serie wie Zyuohger in meinem Ranking doch deutlich gestiegen ist, aber ich muss hier wohl auch zugeben, dass ich die Serie zuvor nie so wirklich fair bewertet hatte.


Anfangen werde ich hier denke ich ausnahmsweise mal mit dem offensichtlichen Elefanten im Raum, um den direkt mal aus dem Weg zu haben und zwar dem Humor. Ein riesen Fan davon bin ehrlich gesagt immer noch nicht, aber ich würde schon sagen, dass es für mich jetzt kein so großer Kritikpunkt mehr ist, wie früher. Es ist jetzt nicht prinzipiell alles am Humor der Staffel schlecht, es gab durchaus einige einzelne Folgen die ich ziemlich witzig fand, zum Beispiel die mit Cyber Cam oder auch die Sensei Körpertausch Folge und viel der Situations-basierten Comedy im zivilen Leben der Rangers war auch teilweise unterhaltsam. Es gibt aber vor allem zwei Bereiche die mich nach wie vor stören und das ist zum einen der Humor während den Kämpfen, der für mich des Öfteren mal eine potentiell gute Szene ruiniert hat, weil es einfach irgendwie die Spannung rausnimmt und zum anderen der Humor bei den Schurken, der es mir einfach teilweise sehr schwer macht, die Charaktere so richtig ernst zu nehmen. Das was mich dabei wohl am Meisten stört ist, dass es oft einfach nicht die Ereignisse waren, die witzig sein sollen, sondern dass die Charaktere selbst in-Universe aktiv versuchen witzig zu sein. Vor allem bei Lothor stört mich das halt massiv oder eben wenn einer der Rangers während dem Kampf (wohl gemerkt, wenn sie gerade am verlieren sind) meint, er müsste jetzt irgendeinen lustigen Spruch bringen. Sowas zieht mich einfach immer so ein bisschen aus der Handlung und der Situation raus. Auch wenn Lothor sich einfach mal zur Kamera dreht und den Zuschauer fragt, ob er dachte, die Folge sei schon vorbei, find ich das nicht so geil. Sicherlich ruiniert es die Serie nicht, aber es zieht halt durchaus einzelne Aspekte davon nach unten.

Da das nun schon mal geklärt ist, geht’s nun weiter im Text. Das Storytelling im Allgemeinen würde ich auch hier als ziemlich gut bezeichnen. Vielleicht etwas schwächer als das von Wild Force, aber in etwa auf dem selben Level wie das von Hurricanger (natürlich runter gekürzt von 51 auf 38 Folgen), auch wenn man viele Storyaspekte ausgelassen hat. Klare Füller dürfte es wohl so ca. 5 Stück gegeben haben, mit nochmal so 4-5, über die man diskutieren könnte. Ob man die Einführungen der Power Kugeln hier als relevant bezeichnen kann, weiß ich nicht so recht, vor allem die, die nur ein einziges Mal benutzt werden, zumal die hier inhaltlich keine so große Rolle gespielt haben, wie das Karakuri System in Hurricanger und in der richtigen Reihenfolge sind sie teilweise auch nicht gekommen (siehe z.B. 4 & 3). An sich gab’s aber nicht allzu viel Leerlauf, vor allem die erste Hälfte war eigentlich schon ziemlich dicht, erst im Mittelteil war dann mal so eine kleinere Phase von ca. 6 Folgen, in der die Story etwas dünner wurde, aber auch das war noch durchaus vertretbar. Was ich hier allerdings sagen muss ist, dass die einzelnen Folgenhandlungen wieder deutlich mehr Hit & Miss waren, als im Vorgänger. Vor allem gab es hier gefühlt wieder etwas mehr Moral der Woche Plots als in den letzten paar Staffeln. Sicherlich nicht so schlimm wie in den modernen Serien und auch hauptsächlich nur in One-Shots, aber im Vergleich zu Wild Force ist es schon aufgefallen.

Das eigentliche Debut der Donner Rangers fand ich ziemlich gut, auch wenn ich dieses „auftauchen, Rangers verschonen, abtauchen, wieder auftauchen“ etwas unnötig fand, aber grundsätzlich hat mir die Story um ihre Einführung recht gut gefallen. Vor allem die zweite Folge, in der Blake Tori dazu gebracht hat, ihm den Eingang zur Ninja Höhle zu zeigen, fand ich gut und auch der Großteil der dritten Folge, mit der Suche nach diesem Seelenstein, war nicht schlecht (wenn man mal davon absieht, dass ich mich irgendwie schon immer getriggert hat, dass die Donner Rangers in verwandeltem Zustand sofort ihre verzerrten Stimmen verloren haben, nachdem die anderen ihre Identität erfahren haben), nur wie man das ganze am Ende aufgelöst hat, mit den Eltern von Blake und Hunter, die in dieser Höhle einfach erscheinen und ihnen die Wahrheit erzählen, fand ich ehrlich gesagt doch ziemlich billig. Generell find ich halt nach wie vor, dass der Grund von Hunter und Blake, warum sie überhaupt mit Lothor zusammen gearbeitet haben, nicht wirklich gut ist. Ich meine zum einen hatten die beiden halt absolut überhaupt keinen Grund, Lothor zu glauben, dass der Sensei wirklich ihre Eltern umgebracht hat, wie später erklärt wurde, schienen sie ja zu wissen, dass Lothor hinter dem Angriff auf ihre Schule steckt, was ihn als Person noch umso weniger vertrauenswürdig machen sollte und sogar Lothor selbst hat ja gesagt, dass die Wahrheit wirklich nicht so schwer zu erraten war. Und zum anderen muss ich halt auch sagen, selbst wenn es die Wahrheit wäre, versteh ich nicht so recht, warum genau die beiden dadurch direkt „böse“ werden. Insbesondere in einer Staffel wie Ninja Storm mit relativ Comichaften Schurken, die sich selbst konstant als „Die Bösen“ bezeichnen, ergibt es meiner Meinung nach relativ wenig Sinn, dass Hunter und Blake, die an Ninja Schulen, welche die Erde beschützen sollen, ausgebildet wurden, sich denen einfach so anschließen würden. Bei so Schurken wie Master Org, Mesogog oder Ransik, die selbst davon überzeugt sind, im Recht zu sein, wäre es vielleicht noch eher plausibl gewesen, dass sie jemanden durch Argumente auf ihre Seite ziehen und in Hurricanger fand ich es auch noch halbwegs akzeptabel, da die Gouraigers immerhin ja auch selbst die Erde auf die Ankunft von „That“ vorbereiten wollten, aber hier, mit einem Schurken wie Lother und Motiven wie denen der Donner Rangers erscheint mir dieses gesamte Bündnis ehrlich gesagt relativ schwachsinnig.
Was ich irgendwie auch nicht so ganz verstehe ist, warum man diese ganze Donner Rangers Arc auf zwei Teile aufteilen musste und da noch zwei random One Shots (die in Hurricanger vor dem vollen Debut der Gouraigers angesiedelt waren) dazwischen gepackt hat. Gerade die Folge mit dem Schildkröten Morgenstern hätte davor deutlich mehr Sinn gemacht, zum einen weil dann die Power Kugeln in der richtigen Reihenfolge gewesen wären und zum anderen, weil man den Megazord Kampf gegen dieses Froschmonster im Donner Rangers Dreiteiler nicht so seltsam hätte umschneiden müssen. Außerdem hätte man eben ohne diese beiden Folgen die zwei Story Parts viel fließender ineinander über gehen lassen können, anstatt den ersten Teil ziemlich abrupt zu beenden nur um sich dann einen Vorwand suchen zu müssen, Hunter und Blake wieder zurück zu bringen. Den anschließenden Mind Control Plot hätte man ja trotzdem machen können, aber ich finde einfach, dass der Übergang wesentlich angenehmer gewesen wäre, wenn man sich diesen unnötigen Abschied und die Rückkehr mit Choobos Falle gespart hätte. Der Rest des Vierteilers war dann aber eigentlich doch sehr solide in manchen Punkten sogar etwas besser, als die zugrunde liegende Hurricangers Story. Was vor allem geholfen hat ist, dass man keine unnötigen Kinder in die Story mit eingebaut hat und auch diese ganze „That“ Geschichte mit dem Duell zwischen zwei Kriegern hat man sich hier gespart und den Konflikt zwischen den Donner Rangers halt nur auf Lothors Strahl und diesen giftigen Dämpfen aufgebaut, das ist mir ehrlich gesagt deutlich lieber. Nur Tatsache, dass man einen Zusammenhang zwischen dem Untergehen der Insel und dem Temperatursturz hergestellt hat, find ich halt nach wie vor etwas seltsam aber naja. Auch der Endkampf gegen Choobo war ganz gut, auch wenn ich nicht so ganz verstehe, warum genau er den Kampf überlebt hat. Und damit mein ich sowohl In- als auch out of Universe. Was genau hätte dagegen gesprochen, ihn einfach tot zu lassen? Sentai Material war eh keins mehr zur Verfügung und wirklich viel gemacht hat man mit dem Charakter danach auch nicht mehr.
Danach war dann ja auch schon recht bald die Einführung des grünen Samurai Rangers, die ich ebenfalls ziemlich gut fand, zumindest die ersten beiden Teile (der dritte Teil war jetzt nicht prinzipiell schlecht, hat sich aber ziemlich hinten dran gehangen angefühlt). Gerade die zweite Folge hat ja auch nochmal einiges an Background für den Sensei und Lothor mit sich gebracht, was für einen Zeitreise Plot sogar ziemlich gut funktioniert hat, würde ich sagen. Ich frage mich allerdings, ob man hier implizieren wollte, dass die Geschichte tatsächlich schon immer so verlaufen ist, da das Amulett so gesehen ja auch aus der Vergangenheit verschwunden ist. Ich denke zwar, dass das Ganze auch ohne Bootstrap Paradoxon halbwegs funktionieren würde, da sich letzten Endes ja so oder so nicht viel geändert hat, aber irgendwie passen würde es trotzdem. Was ich aber etwas seltsam finde, das ist der Samurai Stern Megazord. Ich meine, war der bei den Samurai Kräften im Inventar inbegriffen? Denn wenn ja, frage ich mich, wieso er dann mit den anderen Zords Kompatibel ist und auch das gleiche Power Kugel System benutzt? Und wenn nicht, wo kommt er dann her? Hatte Cam den schon vorbereitet und nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet? Aber wozu brauchte er dann die Samurai Kräfte? Also da hätte man auf jeden Fall etwas genauer drauf eingehen können.
Nach den paar One Shots im Mittelteil hat man ja langsam angefangen, die ganzen zusätzlichen Generäle einzuführen, was ich grundsätzlich nicht schlecht fand. Was ich auf jeden Fall ganz cool finde ist, dass die Generäle hier von außerhalb kommen, was erklärt, warum sie bisher nicht dagewesen sind. Wobei ich aber sagen muss, dass ich die Reihenfolge bzw den Zeitpunkt, etwas random fand. Vor allem bei Motodrone und Shimazu hab ich mich gefragt, warum man so lange gewartet hat, bis man sie einführt. Bei Shimazu kann ich noch irgendwie verstehen, dass man seine Einführung mit dieser Wolfblade Geschichte verbinden wollte, aber gerade Motodrone hätte auch ohne weiteres 6 Folgen früher kommen können, vielleicht sogar schon vor der Einführung des grünen Rangers. Außerdem find ich’s bei ihm etwas irritierend, dass man seinen Körper am Ende seiner Einstiegsfolge ja wieder zusammengesetzt hat und es auch so ausgesehen hat, als wäre er wieder aktiviert worden, man dann aber erst noch den Vexacus Zweiteiler dazwischen geschoben hat, bevor Motodrone dann fester Teil von Lothors Team geworden ist. Der Skyla/Vexacus Zweiteiler war tatsächlich ziemlich stark (wenn man mal von dem Marah und Kapri B-Plot absieht), vor allem die Story um die Einführung von Shanes Battlizer war zweifellos die beste Battlizer Einführung bisher (auch wenn dafür die Messlatte zugegebenermaßen nicht wahnsinnig hoch war). Die Einführung Shimazu war ok, wenn auch etwas unspektakulär, dass er einfach so von Motodrones Strahl wiedererweckt wurde, die Sache mit dem Mamutzord war hier allerdings mal wirklich komplett random. Selbst in Hurricanger fand ich diese Sache nicht unbedingt ideal, aber da hat es immerhin noch halbwegs Sinn gemacht, dass das Mecha System mit den Karakuri Balls von außerhalb kommt, dabei aber trotzdem noch Verbindungen zu Shurikenger und den Ranger Kräften hat, aber hier hatte diese gesamte Geschichte mit dieser Schriftrolle und dem „Portal zur anderen Welt“, das dann zum Blitzriffstrahler und einem Pult mit Slots für die Ranger Disks führt, ja absolut nichts mit irgendwas zu tun. Ich meine, was zum Teufel ist der Mamut Zord überhaupt, wo kommt er her und was hat er mit den Rangers zu tun?
Danach hat sich die Serie ja auch schon langsam Richtung Endgame bewegt, was mehr oder weniger mit dem Zweiteiler zum Showdown mit Zurgane angefangen hat. Den fand ich eigentlich auch ziemlich gut, auch wenn man sagen muss, dass die Sache mit Zurganes Zord und der Power Kugel natürlich nicht ansatzweise dieselbe Gewichtung hatte wie in Hurricanger, wo die Story um den Raging Arrow ja ein riesen Faktor in der Schlussphase der Staffel war, aber dennoch würde ich sagen, dass sich die beiden Folgen wie ein Höhepunkt angefühlt haben. Den Rest des Endgames fand ich aber doch teilweise ein wenig holprig, wenn auch nicht prinzipiell komplett scheiße. Dass Vexacus nach und nach die Generäle von Lothor vernichtet, find ich in der Theorie ganz spannend, aber zum einen, bin ich mir nicht so ganz sicher, was genau sich Vexacus davon überhaupt versprochen hat (Zurgane und Motodrone konnte ich noch irgendwo nachvollziehen, aber vor allem bei Shimazu fand ich es doch etwas random, der war doch eh auf Vexacus‘ Seite) und zum anderen hätte Lothor, doch auch alles was Vexacus getan hat, ohne Probleme selbst erledigen können. Generell bin ich mir nach wie vor nicht so sicher, was ich von der Vorstellung halten soll, dass den Abgrund des Bösen mit so vielen Monstern wie möglich zu füllen, von Anfang an Lothors Plan gewesen ist. Das vermittelt mir halt schon irgendwie das Gefühl, dass mich die Serie von Anfang an verarscht hat. Eigentlich alle Reaktionen, auf eine Niederlage gegen die Rangers im Verlauf der Staffel dürften dann ja nur gestellt gewesen sein und sowas find ich halt immer nicht so geil. Dasselbe gilt ebenso für den Twist, dass Marah und Kapri eigentlich von Anfang an total böse waren und sich nur dumm gestellt haben. Vor allem weil die das ja nicht nur vor ihren Kollegen gemacht haben, sondern auch wenn sonst niemand in der Nähe war, sprich es war letztlich halt nur Show für den Zuschauer. Und selbst wenn nicht, warum war das überhaupt notwendig? Das hat mich irgendwie alles so ein bisschen an die Gold Ranger Arc aus Zeo erinnert. Ich mag es einfach nicht gern von einer Serie angelogen zu werden. Oh und btw. diese vielen Seiten Wechsel von Marah und Kapri sind für meinen Geschmack auch ein bisschen zu gewollt rüber gekommen. Ich meine, sie verbünden sich erst mit Shimazu gegen Vexacus und Lothor, was aber nur gespielt war, da sie sich eigentlich schon mit Vexacus gegen Lothor verschworen haben, das war allerdings auch nur Taktik, um Vexacus hinters Licht zu führen, damit der gegen die Rangers kämpft und am Ende werden die beiden dann von Lothor verraten, woraufhin sie sich ohne zu zögern den Rangers anschließen. Das fand ich etwas zu viel des guten. Vor allem fand ich halt auch hier die Sache mit Shimazu random, zumal sie ihn am Ende ja sowieso vernichtet haben, also wozu das ganze? Hätte nicht auch direkt Vexacus die Zords steuern können?
Das eigentliche Finale war an sich ganz ok, definitiv nicht so gut wie die Finals von Turbo-Time Force, aber immerhin besser als das von Wild Force. Den Kampf gegen Vexacus und die Befreiung der Ninjas fand ich ganz gut, was ich so ein bisschen seltsam fand war, dass man gesagt hat, der Abgrund der Bösen würde sich unter dem Power Rangers Hauptquartier befinden, obwohl die Öffnung am Ende dann ja doch in dieser Wiese neben diesem Action Games Gelände war. Aber die Basis Zerstörung war trotzdem gut. Dass die Rangers Lothor dann am Ende ohne ihre Kräfte besiegt haben find ich halt nach wie vor nicht so geil, wenn ich ehrlich bin, insbesondere, da sie ihn zuvor mit ihren Kräften nicht besiegen konnten. Ich weiß da gibt’s jetzt viele Leute, die mir die tiefgründige Message hinter dieser Aktion erklären würden, aber das ist mir ehrlich gesagt egal, mir geht es da um die In-Universe Logik und dass die Rangers nicht in der Lage dazu sind, Lothor mit Kräften zu besiegen, ohne aber schon, erscheint mir einfach schwachsinnig. Außerdem ging mir das in der Szene auch irgendwie zu leicht. Ein kleines „Power der Luft! Power der Erde! Power des Wasser!“ und schon liegt er im Abgrund. Naja, gibt schlimmeres, Lightspeed Rescue hatte ja z.B. auch keinen wahnsinnig spektakulären Endkampf, aber irgendwie hätte man sich da was besseres überlegen können. Die anschließenden Epilog Szenen fand ich hier dann aber doch ganz gut, schön dass man nochmal bei jedem Ranger darauf eingegangen ist, was er in Zukunft so macht, aber ohne so random scheiße wie Zen-Aku zurück zu bringen.


Die Rangers waren im Großen und Ganzen eigentlich doch recht solide würde ich sagen, nicht mein Lieblingsteam, aber ich würde sie auf jeden Fall über die Time Force Rangers packen. Das schwächste Glied ist für mich wahrscheinlich Dustin, den ich in einer weniger humorvollen Serie vermutlich nicht so nervig empfunden hätte, aber hier fand ich ihn doch häufig etwas anstrengend. Der Rest war eigentlich recht sympathisch. Die Donner Rangers waren auf jeden Fall deutlich schneller zugänglich als die Gouraigers (was vielleicht auch mitunter daran liegen mag, dass sie hier halt eigentlich nie einen plausiblen Grund hatten, überhaupt böse zu sein). Cam ist in der Anfangsphase teilweise etwas unsympathisch rüber gekommen, weil man einfach, wie Shane sogar mal selbst angemerkt hat, immer das Gefühl hatte, dass er auf die anderen wütend ist, aber nachdem er dann selbst zum Ranger geworden ist, hat sich das gelegt. Meine Favoriten dürften wohl nach wie vor Blake und Tori sein.
Den Sensei halte ich immer noch für den besten Charakter der Serie und generell auch für einen der besten Mentoren in Power Rangers und wie schon bei meiner Hurricanger Review angemerkt, fällt es mir hier deutlich leichter dem CGI Meerschweinchen einen Ninja Meister in Tiergestallt abzunehmen, als dem echten Hamster in Hurricanger. Das einzige was ich hier halt nach wie vor schade finde ist, dass man nie darauf eingegangen ist, wie die Ninja Schulen eigentlich an ihre Schüler kommt und auch wie die drei Wind Rangers sich kennen gelernt haben, wurde leider nie gezeigt. Aber naja.

Mit den Schurken hab ich hier in gewisser Weise ein ähnliches Problem wie in Zyuohger. Ein paar der Individuen sind durchaus solide, aber die sind letztlich halt die, die nur als Mittel zum Zweck dienen, um dem Schurken, den ich tendenziell am schlechtesten finde, das Endgame zu überlassen, was einfach frustrierend ist, weil es die anderen aus meiner Sicht mehr verdient hätten. Von einzelnen Charakteren fand ich hauptsächlich Vexacus, Motodrone und eventuell noch Shimazu gut. Letzterer war zumindest mal besser als sein Hurricanger Counter Part. Aber gerade die drei sind halt alle erst gegen Ende gekommen und waren wie gesagt genau die, die praktisch nur existiert haben, um den Abgrund des bösen zu füllen. Besonders bei Vexacus ging es mir hier halt im Grunde genau wie mit Cubal in Zyuohger, weil ich eben wirklich gehofft hatte, dass er Lothor stürzen würde, weil er als Schurke einfach viel besser ist. (Auch wenn ich hier zumindest einsehe, dass Lothor aufgrund seiner Verbindung zu den Rangers der naheliegendere Endgegner war). Zurgane und Choobo waren hier halt die meiste Zeit nur der „Butt of the Joke“ (gibt’s da nen deutschen Ausdruck dafür?) und sind als Generäle die meiste Zeit eher inkompetent rüber gekommen.
Mit Lothor hab ich halt wie oben schon mal angesprochen, vor allem das Problem, dass er einfach selbst die ganze Zeit dabei ist, irgendwelche Witze zu reißen, was ich bei einem Oberschurken einfach als störend empfinde. Ähnlich wie bei Divatox fehlt mir bei ihm halt auch so ein bisschen dieses „Ah ok, deshalb hat er hier das Sagen?“ Seine Story an sich find ich grundsätzlich sogar recht interessant, auch wenn sie nur in einer Folge so wirklich thematisiert wurde, aber wenn ich ehrlich bin, ist der Charakter für mich in dieser einen Folge, in der Vergangenheitszeitlinie deutlich bedrohlicher rüber gekommen, als in der Gegenwart. Und ich bin irgendwie auch nicht so sicher, was ich von dieser seltsamen „Die Ranger Power kann nur vernichtet werden, wenn die Rangers sich verwandelt haben“ Logik halten soll. Viele feiern das ja, weil es theoretisch erklären würde, warum er die Rangers nicht einfach überrollt, aber zum einen versteh ich irgendwie nicht so ganz, warum genau Lothor die Power überhaupt zerstören will, wenn er sie doch einfach für sich selbst nutzen (oder gegebenenfalls wegschließen) könnte, nachdem er ihre Träger vernichtet hat und zum anderen würden sich die Rangers doch vermutlich so oder so verwandelt, wenn sie von einem Monster angegriffen werden, vollkommen egal wo der Angriff stattfindet. Also ein Argument, warum er sie jetzt nicht im Storm Chargers überfällt, ist das für mich jetzt nicht. (Zugegebenermaßen passt es irgendwie zu der Tatsache, dass er von vornherein nur den Abgrund des Bösen füllen wollte, aber trotzdem war es dann halt nur ein Vorwand)
Und Marah und Kapri find ich auch nach wie vor absolut nervtötend, insbesondere wenn man sie mal im Kontrast zu Jindrax und Toxica betrachtet, sind sie halt einfach das perfekte Beispiel, wie man Schurken Comedy Duos NICHT schreibt. Zu ihrem „Twist“ hab ich ja schon was gesagt, aber selbst wenn man das einfach mal so hin nimmt, find ich dieses Verhalten einfach anstrengend für Schurken, vor allem auch so Sachen wie, dass sie diese Schildkröte gegen Klamotten tauschen oder einfach mal eben den PAM verkaufen, sind einfach zu viel des Guten. Auch jemand wie Rito hätte sowas nie gemacht. Außerdem versteh ich nicht, warum Marah und Kapri immer ihre eigenenen Folgen B-Plots haben mussten. Teilweise sogar in wichtigeren Folgen wie in der Battlizer Folge, wurde sowas rein gepresst. Diese Art von random B-Plots hat es in Power Rangers eigentlich seit der Anfangsphase von in Space nicht mehr wirklich gegeben, wieso musste man das hier (ausgerechnet für die beiden) zurück bringen? Und ich frage mich btw. auch wer genau eigentlich ihre Eltern sind? Hatten Kanoi und Kiya noch ein Geschwisterchen, das nie erwähnt wurde oder hatte Lothor irgendwann während seiner Verbannung mal eine Frau, deren Geschwister Kinder hatten? Ehrlich gesagt versteh ich nicht mal so recht, was man sich aus Storytelling Sicht überhaupt davon versprochen hat, die beiden zu Lothors Nichten zu machen? Ich schätze das einzige wäre wohl, um zu erklären, warum Lothor ihre Anwesenheit toleriert, aber ehrlich gesagt reicht selbst das für mich nicht wirklich aus.


Im Großen und Ganze fällt Ninja Storm für mich wohl in eine ähnliche Kategorie wie Lost Galaxy, wenn auch zum Teil aus anderen Gründen. Lost Galaxy ist halt innovativ und experimentell, schießt dabei aber oft so heftig übers Ziel hinaus, dass es einfach hinten und vorne nicht mehr funktioniert, während Ninja Storm sich in gewisser Weise einfach so ein bisschen, wie eine Rückkehr zum Stil der Zordon Ära anfühlt, was halt auch nicht mehr so ganz funktioniert. Vor allem Zeo wäre für mich wohl der beste Vergleichswert (gerade diese ganzen Pseudowendungen, die nur möglich waren, weil einen die Serie anlügt, haben mich sehr an Zeo erinnert), was wohl auch nicht unbedingt verwunderlich ist, da beide ja Doug Sloan als Showrunner hatten. Schlecht ist die Serie definitiv nicht, es gibt viele Aspekt die ich mag, zum Beispiel das allgemeine Setting und Feeling, das damit verbunden ist (darunter auch dieses ganze Extrem Sport Thema), die Charaktere sind Größtenteils ganz gut und einige Höhepunkte konnten auch liefern, aber vor allem die Schurken und verschiedene Einzelaktionen ziehen die Serie für mich einfach nach unten. Zusammen gefasst kann man wohl sagen, nicht die schlechteste Staffel, wäre aber deutlich mehr drin gewesen.
Das ist jetzt btw. soweit wie ich dieses Jahr auf jeden Fall noch kommen wollte, weil Ninja Storm für mich in gewisser Weise der Abschluss des „einfachen Teils“ ist. Als nächstes folgt dann ja Dino Thunder und ab da wird’s für mich halt deutlich schwieriger, die Serien „objektiv“ zu beurteilen, weil das halt die Ära ist, mit der ich hauptsächlich aufgewachsen bin. Auf der einen Seite freu ich mich natürlich darauf, aber auf der anderen Seite hab ich auch Angst, wie ich die ganzen Staffeln jetzt wahrnehme.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Sa 4. Dez 2021, 05:05

Dino Thunder hab ich mir jetzt auch noch vorgenommen, hat sich irgendwie angeboten und es macht ja auch keinen Unterschied, ob ich die Staffel jetzt dieses oder nächstes Jahr schaue. Zweifellos immer noch ein gute Serie, aber definitiv auch eine, bei der die Anpassung an meine aktuelle Bewertung nötig war. Dino Thunder ist natürlich eine Serie, die mir emotional sehr viel bedeutet, weshalb es mir nicht unbedingt leicht fällt, sie objektiv zu bewerten, aber mit etwas Abstand und auch einfach vielen anderen sehr guten Serien, die ich in der Zwischenzeit gesehen hab, muss ich schon sagen, dass man auch an Dino Thunder den ein oder anderen Punkt kritisieren kann.


Vom Storytelling dürfte die Serie wohl auf einem ähnlichen Level wie ihr Vorgänger sein, mit so 4-5 Folgen, die man als klare Füller bezeichnen kann (darunter zwei Footageburner Folgen und das Team Up, das definitiv zu den besten seiner Art gehört). Verteilung war insofern nicht ideal, dass das Team Up, diese Folge mit den Träumen und die Comic Folge (die ich als halben Füller werten würde) direkt hintereinander waren, aber großartig negativ aufgefallen ist das jetzt nicht. So Sachen wie die Einführungen von Zords, den Triptoiden oder dem Luftkissen Bike würde ich hier tendenziell schon als relevant bezeichnen, da man es eigentlich immer geschafft hat, den Folgen Plot sehr gut um die jeweiligen Einführungen herum zu bauen bzw. sie zumindest vernünftig zu integrieren. (Cephalazord und Ankylozord hätten etwas besser sein können, aber die waren ja beide in Folgen, die sowieso schon aus anderen Gründen wichtig gewesen sind). Ansonsten gäbe es vielleicht noch so zwei-, drei Folgen, in denen auf etwas geteasert wird oder diese Folge in der nach Zeltrax gesucht wird, nach dessen Rückkehr, wo man jetzt drüber diskutieren kann, ob die wichtig sind. Qualitativ würde ich sagen, dass es hier relativ wenige komplette Aussetzer gab. Diese Nikki Valentina Folge fand ich nicht so geil, ansonsten gab’s vielleicht mal den ein oder anderen B-Plot der mir nicht so zugesagt hat, aber als wirklich schlecht würde ich jetzt eigentlich kaum eine Folge bezeichnen. Den ein oder anderen Moral Plot gab’s hier auch, ich finde aber, dass man die eigentlich immer recht gut eingesetzt hat und es sich nie sonderlich erzwungen angefühlt hat.

Storyweise ist eigentlich in der Anfangsphase direkt schon relativ viel passiert, nach dem Startzweiteiler hatte man hier ja gleich so eine Art kleine Mini-Arc zur Einführung des Schwarzen Rangers vergleichbar mit der Seelenvogel Story in Wild Force. Legacy of Power ist ok, auch wenn halt leider viel übersprungen und/oder nicht richtig dargestellt wurde, allerdings muss man natürlich fairerweise sagen, dass kanonisch etabliert ist, dass Tommys Gedächtnis nicht das beste ist, von daher macht es vielleicht sogar Sinn, dass er das ein oder andere vergessen hat. Außerdem war er bei den späteren Staffeln ja auch nicht dabei, von daher ist das schon ok. Das eigentliche Debut des Schwarzen Rangers fand ich ziemlich gut, die Einführung des Cephalazords hätte wie gesagt besser sein können, auch wenn es jetzt so gesehen nicht unbedingt ein Logikfehler ist, dass er halt offscreen gefunden wurde und jetzt erst in Erscheinung tritt, es wäre aber glaub ich etwas besser gewesen, wenn man für die Folge einfach ein anderes Monster genommen und die Einführung des Cephalazords dann in die nächste oder übernächste Folge geschoben hätte. Danach gab’s ein paar leichtere Folgen, aber eigentlich immer noch mit stetigem inhaltlichem Fortschritt. Die Einführungen vom Dimetrozord und vom Stegozord waren in dieser Phase, vor allem erste war sehr gut und ich find’s auch cool, wie sehr man schon auf das Debut des weißen Rangers hingearbeitet hat, mit dem Teasern auf Mercers Geheimnis und Trents wachsendem Misstrauen, das letztendendes ja auch dazu geführt hat, dass er in Mesogogs Labor gelangt.
Die eigentliche Einführungs Arc des weißen Rangers find ich nach wie vor richtig stark, die hat halt in erster Linie viele der gleichen Qualitäten, die auch die Zen Aku Arc oder zu einem gewissen Grad die Kat Story in MMPR 3 hatten. Man hat einfach über einen längeren Zeitraum mal eine Phase, in der die Rangers schlicht und ergreifend den Kürzeren ziehen, wodurch das Spannungsniveau relativ weit oben gehalten wird. Der böse weiße Ranger ist find ich auch nach wie vor einfach ein ziemlich guter Antagonist, auch wenn er inhaltlich im Grunde nur ein reiner Wille zu kämpfen ist, aber hier ergibt das irgendwie Sinn. Durch die Idee, dass man das Juwel mit „Böser Energie“ bestrahlen musste, damit es sich mit Mesogog verbinden kann, hat hier find auch der Mind Control Plot sehr gut funktioniert, weil es erklärt warum der weiße Ranger böse ist, aber trotzdem eigenständig handelt. In gewisser Weise hat er mich auch etwas an Biohunter Silver erinnert, da er ja wie so eine Art Ranger Killer ist. Und ich find’s auch gut, dass die verzerrte Stimme des weißen Rangers hier erst dauerhaft verschwunden ist, als er und Trent zunehmend mehr miteinander verschmolzen sind und der böse Trent langsam anfängt, die Kräfte zu „kontrollieren“, wodurch der Charakter dann auch etwas weniger eindimensional geworden ist. Oh und gerade im Kontrast mit Abaranger find ich’s hier stark wie Conner bzw. die Rangers generell mit dem weißen Ranger umgehen. Sie hätten sogar deutlich mehr Grund gehabt, Trent retten zu wollen und trotzdem sind sie diejenigen, die sich als erstes damit abfinden, dass sie den weißen Ranger womöglich vernichten müssen, wenn es drauf ankommt.
Die durchgehende Handlung ist ja mehr oder weniger bis zu dieser Insektolit Folge gegangen, die ich rückwirkend vielleicht sogar als die schwächste der Weißen Ranger Storyline bezeichnen würde, weil ich mir nicht ganz sicher, was genau da eigentlich Mesogogs Plan war. Vor allem versteh ich nicht, was dieses Insektolit Monster eigentlich machen sollte? Trent war ja zuvor schon böse, also wozu die Aktion? Erst danach hat die Situation zum ersten Mal angefangen sich etwas zu entspannen, mit etwas leichteren Folgen wie der Sentai Folge oder Kiras Praktikum, während Trent eher im Hintergrund aktiv war, mit seiner Rivalität mit Zeltrax, die im Grunde dann ja auch den Grundstein für seine Redemption gelegt hat. Trents Seitenwechsel war in Ordnung, wenn auch trotz des vorherigen Set-Ups immer noch etwas plötzlich. Was mich in der Folge ein wenig irritiert hat war, wie leicht sich Mesogog da tatsächlich von Zeltrax hinters Licht führen hat lassen (mal ehrlich, wieso zum Teufel sollte Trent seine Waffe zurück lassen, wenn er Mesogogs Labor zerstört?), aber es hätte auch schlimmer sein können. Immerhin hat man einen halbwegs „wissenschaftlichen“ Ansatz gewählt, in dem das Böse im Juwel von einem Energie Strahl neutralisiert wurde, anstatt den Fluch zu brechen, indem man 5 Minuten gut auf ihn einredet oder sowas in der Art. Dieser Aspekt ist mir im Zweifel immer wichtiger, von daher geht das schon in Ordnung. Den Klon find ich als Ersatz ganz ok, wenn auch definitiv nicht so gut, wie den originalen bösen weißen Ranger. Was ich ein bisschen komisch finde ist, dass er derjenige ist, der von da an Trents Zords kontrolliert, was zwar vom Produktionsstandpunkt wohl unvermeidbar war, inhaltlich aber doch etwas seltsam rüberkommt und ich find’s irgendwie nicht so geil, dass der weiße Ranger Klon mal in einer Folge von Conner vernichtet wird, zwei Folgen später dann aber wieder unversehrt auf der Matte steht, ohne dass das groß thematisiert wird. Ich meine, niemand hat sie dazu gezwungen, dieses Material zu verwenden. Aber naja. Der Showdown zwischen Trent und dem bösen Weißen Ranger war dann wieder ziemlich gut. Die Folge hätte zwar ein Zweiteiler sein können, aber das geht schon klar.
Die Abwesenheit von JDF im Mittelteil ist zwar etwas dämlich, vor allem wegen der Folge, in der Zeltrax seine wahre Identität offenbart, die wäre glaub ich etwas besser rüber gekommen, wenn man sie zu einer reinen Tommy Fokus Folge gemacht hätte, statt noch diesen Ethan B-Plot rein zu quetschen, grundsätzlich find ich’s aber trotzdem gut, wie man die Situation gehandelt hat und dass man es geschafft hat, das Ganze vernünftig in die Handlung zu integrieren, erst durch dieses Einsperren im Bernstein, aus dem man ihn dann 2 Folgen später mit Hilfe dieses Kometen befreien konnte, was man sehr gut mit der Folgenhandlung (die ich btw. nach wie vor sehr unterhaltsam finde) kombiniert hat. Und am Ende noch dieser Schleim (den man zugebenermaßen noch etwas näher hätte beleuchten können), der Tommy unsichtbar gemacht hat, was dann schließlich zu Fighting Spirit geführt hat, was definitiv eine der stärksten Folgen der Staffel ist, auch wenn man die Sache mit dem Dino Juwel, dass es beim Prozess zerstört wurde und sich am Ende wieder zusammen setzt, für meinen Geschmack hätte weglassen können. Dieses „Du hast nicht gegen uns gekämpft, sondern um dein Leben.“ ist als Konzept ziemlich geil, um zu verdeutlichen, was sich beim Überlebenskampf in Tommys Kopf abspielt, aber wenn das Ganze dann auch Auswirkungen auf die echt Welt hat, find ich das halt etwas komisch.
Eine Sache die ich definitiv zugeben muss ist, dass die Einführungen der Power Ups hier teilweise allzu gut waren. Beim Super Dino Modus lass ich mir noch eingehen, dass der quasi bei den Kräften mit dabei war und erst „entdeckt“ werden musste. Da die Dino Juwelen ja auch eine eher mystische Kraftquelle sind, die sich mit der DNS der Rangers verbindet, find ich es halbwegs plausibel, dass Conner die Kräfte irgendwie durch seine Wut auf den weißen Ranger freisetzen konnte. Das Schild des Triumphs auf der anderen Seite war halt schon wirklich extrem random und hatte eigentlich nicht viel mit irgendwas zu tun. Tommy hat zwar am Rande erwähnt, dass es vor Jahrhunderten in diesem See versteckt wurde, aber das war dann auch schon alles, was man zu dem Ding erfährt, was ich halt doch ziemlich schade finde. (DAS wäre was, das man in Dino Fury auf die Morphin Masters hätte zurück führen können, statt den Dino Juwelen, die keine weitere Erklärung benötigt hätten) Weder was das ist, noch wer es da versteckt hat, wurde je erwähnt und was bitte hat Trents „Chamäleon Power“ damit zu tun? Da muss ich tatsächlich mal anerkennen, dass Abaranger das wesentlich besser gelöst hat. Dafür hat man hier die Einführung des Mezodon besser hinbekommen, der ist in Abaranger ja einfach aufgetaucht und auch, dass Hayley die Verwandler von Kira und Ethan umprogrammiert hat, um zu erklären, warum sie sich später nicht mehr zurückverwandeln, wenn sie Conner ihre Kräfte geben, find ich hier besser. Die Einführung des Battlizers war dann allerdings wieder nicht so geil, das hatte halt wieder so ein bisschen was von diesem „Ich glaub mal kurz an mich und schon bin ich 500 mal stärker als davor.“ Man könnte hier wohl argumentieren, dass es in gewisser Weise ein Folge Fehler des Triassic Modus ist und wenn man den besser erklärt hätte, vielleicht auch der Battlizer mehr Sinn ergeben würde, aber so war das auf jeden Fall nicht wirklich das Gelbe von Ei. (Warum zum Teufel ist ausgerechnet Ninja Storm die einzige Staffel, die das mit dem Battlizer vernünftig hinbekommen hat?)
Das Endgame war eigentlich nochmal ziemlich stark. Vor allem will ich hier mal die Clipshow Folge hervorheben, die tatsächlich sehr gut in den Plot der Staffel integriert war und perfekt von der Folge davor zum Finale übergeleitet hat, in dem sie sich mit Mercers Identität und Trents Lüge beschäftigt hat. Das ist die Art von Clipshow mit der ich aufgewachsen bin, was auch der Grund dafür ist, warum ich bis zur Neo Saban Ära eigentlich nie ein Problem mit Clipshows hatte (und eigentlich auch heute noch nicht habe, sofern man es gut umsetzt). Nur die Aktion mit dem „Terrorsaurier“ (der eigentlich keiner war) war extrem random, allerdings fand ich diese Szene auch in Abaranger ziemlich seltsam. Das eigentliche Finale war relativ linear und straight forward, es wurden halt alle noch offen stehenden Faktoren der Reihe nach abgearbeitet (Mesogogs Basis, Ranger Basis, Zord Zerstörung, Zeltrax, Mesogog), was ich aber nicht unbedingt schlecht finde, gerade nach den letzten beiden Finals, die mir eher nicht so zugesagt haben, war das auf jeden Fall recht angenehm. Vor allem den Finalkampf fand ich hier sehr gut, vielleicht sogar der beste bisher, mit einem befriedigenden Ende, bei dem niemand random zum Leben erweckt wurde, niemand einfach aufgegeben hat und bei dem die Rangers all ihre Kräfte bündeln mussten, um ihren stärksten Feind zu besiegen. Genau so sollte ein guter Endkampf meiner Meinung nach aussehen. Die Epilog Szenen waren auch recht schön, man hat zumindest einen leichten Einblick erhalten, was die Rangers in Zukunft so machen werden und auch da gab es keinen herben Beigeschmack oder irgendwas. Auf jeden Fall ein gutes Ende.

Die Charaktere gehören für mich nach wie vor zu den besten Ranger Teams, allein aufgrund ihrer Dynamik. Sie verkörpern so gesehen zwar auch alle gewisse Stereotypen und gerade Conner kommt am Anfang jetzt auch nicht unbedingt wie der sympathischste Mensch aller Zeiten rüber, aber ich find‘s einfach gut, dass die Rangers hier aus vollkommen verschiedenen „Bereichen“ kommen und sich vor allem am Anfang eigentlich überhaupt nicht so grün sind. Vor allem weil man das Ganze hier relativ humorvoll aufzieht, anders als beispielsweise in Jetman oder so, wo sich die Rangers einfach nur stumpf streiten. Hier ist es halt eher so ein freundschaftliches Hin und Her, das die Charaktere einfach extrem unterhaltsam macht. Gerade dieses „spaßhafte Beleidigen“ wie beispielsweise in dieser Krista Folge (Trent: „Ich kenne Krista aus dem Mathe Unterricht. Sie hat echt was drauf und du hast…“ Ethan: „Nichts drauf?“ Trent: „Das würd ich nicht sagen.“), ich liebe sowas. Genau so gehen Freunde mit einander um, besonders im Kontrast mit diesem ständigen Honig ums Maul schmieren der letzten Jahre, war das einfach extrem schön mit anzusehen. Generell find ich auch einfach den Humor in Dino Thunder sehr gut, ich hab ja schon mal in meinem Staffelstart Marathon gesagt, dass sich der Humor hier anfühlt wie eine subtilere Version des Ninja Storm Humors mit besserem Timing und das würde ich nach wie vor so unterschreiben. Auch hier gibt es immer noch Szenen, in denen die Charaktere selbst Witze reißen, aber halt nur die Charaktere, bei denen es auch angebracht ist und nur in Szenen, in denen es Sinn macht.
Von den Individuen würde ich sogar fast sagen, dass Ethan der stärkste ist, aber im Grunde nehmen sie sich alle nicht viel. Bei Tommy kann man wohl kritisieren, dass er nicht mehr wirklich derselbe Charakter wie damals ist, aber ich finde nach wie vor, dass Dino Thunder Tommy Peak Tommy ist. Er ist einfach ein starker Mentor (und hat hier außerdem das Konzept des Mentor Rangers eingeführt) und dass er sich jetzt für Paläontologie interessiert, würde ich auch nicht als Logikfehler ansehen, Tommy hatte ja schon immer viele verschiedene Interessen, die gefühlt jährlich gewechselt haben. Trent hatte in der Verwendung halt teilweise dieses Problem, das MMPR 1 Tommy und Zeo Jason teilweise hatten, weil man nach seinem Seitenwechsel ja erstmal kein Sentai Material hatte, bei dem er mit den anderen zusammen kämpft, weshalb man ihn immer irgendwie mit was anderem beschäftigen musste, aber charakterlich find ich ihn trotzdem ziemlich gut und er hat ja auch einen großen Teil der Story getragen. Oh und egal was andere sagen, ich mag die zivilen Kräfte der Rangers. Mich hat das Konzept nie gestört und ich hab auch nie verstanden, warum Leute sagen, dass es die Verwandlung überflüssig machen würde, weil das einfach zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind. Weder können die Ranger mit denen Monster vernichten, noch schützt es sie vor angriffen. Es ist einfach ein zusätzliches Ding um zu verdeutlichen, wie vielschichtig die Kräfte der Dino Juwelen sind.
Cassidy & Devin sind als Comedy Duo recht solide würde ich sagen, nicht so gut wie Jindrax & Toxica oder Peak Bulk & Skull, aber definitiv besser als Marah & Kapri und so ziemlich sämtliche modernen Comic Reliefs. Vor allem muss man den beiden zugutehalten, dass sie sich ziemlich gut entwickelt haben. Ab dem Zeitpunkt, wo sie angefangen haben, die Rangers zu verfolgen sind sie langsam interessanter geworden und auch diese kleinere Storyline in der Cassidy und Ethan ein Paar sind hat natürlich sehr viel zu Cassidys Entwicklung beigetragen. Vor allem das Ende, bei dem sie den Rangers die Aufnahmen von ihrem Kampf gegen Mesogog gegeben hat, hat auch noch mal gezeigt, wie weit sie als Charakter gekommen ist.

Die Bösen haben hier wieder etwas gebraucht, um eine spannende Dynamik aufzubauen, sind in der Summe aber trotzdem noch eine der besseren Gruppen. Vielleicht nicht so gut wie die Orgs oder Dämonen, aber auf jeden Fall immer noch im Oberen Bereich. Was ich hier irgendwie cool finde ist, dass die Schurken tatsächlich eine relativ bunt zusammen gewürfelte Truppe sind, bestehend aus einem Mutanten, einem Cyborg, einem Menschen (später noch einem Ranger Klon) und Dinosaurier-artigen Fußsoldaten, im Kontrast zu den meisten anderen Gruppen, die tendenziell eher nur aus einer Spezies bestehen. Und umso wichtiger war es hier auch, dass man mit der Zeit noch erklärt hat, wie diese Kombination zustande gekommen ist und wo die einzelnen Komponenten herkommen. Wenn man das nicht getan hätte, wäre das Set-Up wohl ziemlich random gewesen, aber so hat es ziemlich gut funktioniert.
Mesogog ist teilweise so ein bisschen wie ein Anti Lothor rüber gekommen, wie eine direkte Reaktion, auf die Kritik am Vorgänger. Ich weiß nicht, ob das die Intention war oder ob sich das nur zufällig so ergeben hat, aber er ist einfach all das was Lother nicht war und umgekehrt. Der aktivste Schurke ist Mesogog zwar nicht gerade, aber ich mag einfach diese creepy Art, wie der Charakter auftritt. Gerade dieses „Darum ist er hier der Chef“ was ich ja des Öfteren mal anspreche, hat man hier einfach sehr gut umgesetzt. Wenn der Typ vor mir stehen würde und mich mit seinem Hirnstrahl malträtiert, würd ich auch machen, was er sagt. Und durch diese Jekyll & Hyde Situation mit Anton Mercer war er auch inhaltlich ein recht interessanter Charakter, mit einer guten Verbindung zu den Rangers. An Master Org kommt er für mich zwar sicherlich nicht ran, aber dennoch würde ich ihn definitiv zu den stärkeren Oberschurken bisher zählen.
Zeltrax ist ein solider General, auf jeden Fall besser als Zurgane und Choobo, es hat allerdings auch bei ihm bis Mitte der Staffel gedauert, bis er als Charakter wirklich interessant geworden ist. Ich mag zwar die Kämpfe zwischen Tommy und ihm und in gewisser Weise könnte man wohl sagen, dass die einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen haben, meinen heutigen Geschmack bei Kämpfen zu formen, aber zu großartig viel geführt haben sie eigentlich nicht und spannend wurde es dann eben erst nachdem man seine wahre Identität erfahren hat. Der Twist war in Ordnung, ich persönlich hab auch nichts dagegen, dass es sich bei seiner wahren Identität nicht um irgendeinen früheren Power Rangers Charakter gehandelt hat, was ich aber sagen muss ist, dass der Twist wahrscheinlich besser gekommen wäre, wenn man Smitty zuvor schon mal erwähnt hätte und nicht erst in der entsprechenden Folge zum ersten Mal von ihm gehört hätte. Das ist halt so ein bisschen dasselbe, das ich auch beim Debut von Ryan oder Zhane kritisiert habe. Nach seinem ersten großen Showdown mit Tommy ist er ja leider nicht mehr allzu oft aufgetaucht, was ich aber cool fand ist, dass man hier diese seltsame DezumoIchHasseDiesenNamen Final Form auf ein Power Up für Zeltrax umgemünzt hat. Und in gewisser Weise hat es wohl auch Sinn gemacht, dass er danach erst mal einige Zeit nicht mehr vorgekommen ist, weil er seinen Zord bauen musste, sowas stellt man ja im normal Fall nicht einfach mal auf nen Nachmittag auf die Beine (es sei denn, man heißt Professor Tatsumi). Und ich muss hier natürlich wieder ein Kompliment machen, dass man ihn trotz seines Menschlichen Hintergrunds komplett anstandslos vernichtet hat. Tommy hat mehrmals versucht mit ihm zu reden, es hat nicht geklappt, damit hat sich die Sache.
Elsa ist von den Schurken wohl das schwächste Glied, ich find sie aber trotzdem noch in Ordnung. Ich find’s gut, dass man zum Ende hin noch halbwegs erklärt hat, was sie ist, auch wenn das durchaus etwas früher hätte kommen können und ich muss sagen, ich mag auch das Konzept, dass sie die Rangers gleichzeitig noch als Rektorin Randall in menschlicher Gestalt ausspioniert und daraus dann auch gegebenenfalls Ideen für ihre eigenen Pläne zieht. Sowas hatte man in den vorherigen Staffeln auch noch nicht (zumindest nicht länger als mal für nie Folgenhandlung). Könnte man ruhig öfter mal machen.


Abschließend kann ich sagen, dass mir Dino Thunder auf jeden Fall immer noch sehr gefällt, gerade im direkten Vergleich zu Ninja Storm macht sie meiner Meinung nach sehr viel richtig, ich bin aber nicht mehr so sicher, ob sie diese klare Spitzenposition in meinem Ranking wirklich verdient. Tatsächlich würde ich im Augenblick dazu tendieren, die Serie in meinem provisorischen Ranking der ersten 12 Staffeln knapp hinter Wild Force und damit „nur“ auf Platz 2 einzusortieren und es kommt ja auch noch die gesamte restliche Disney Ära.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 30. Dez 2021, 05:02

Als würdigen Abschluss des Jahres hab ich mir jetzt noch auf entspannt S.P.D. angeschaut, womit ich auch die „38er Ära“ von Power Rangers noch dieses Jahr abgeschlossen hab. Auf jeden Fall immer noch eine sehr gute Serie, ganz klar eine der besten bisher. Vor allem ist S.P.D. auch so eine extrem effektive Adaption, die viele von Dekarangers besten Aspekten direkt übernommen hat, aber kaum welche der schlechteren.


Zunächst mal muss man natürlich sagen, dass S.P.D. vom Storytelling her nicht ganz mit ihren drei Vorgängern mithalten kann, vor allem was die Story Dichte betrifft, hat man schon gemerkt, dass sich S.P.D. etwas mehr strecken musste, um auf eine vergleichbare Zahl von relevanten Folgen zu kommen und durchgängige Storylines im Stil der Zen-Aku oder Weißen Ranger Arc gab es hier eigentlich auch nicht. So richtig klare Füller hatte die Serie gar nicht mal so viele, ca. 5-6 würde ich sagen, aber dazu kommen halt nochmal ungefähr genauso viele, die so semi-relevant waren, in denen man auf irgendwas geteasert hat oder über irgendwelche Kleinigkeiten geredet wurde. Damit liegt sie insgesamt unter dem Niveau von Wild Force, Ninja Storm und Dino Thunder, aber immer noch in etwa auf einem ähnlichen Level wie In Space, Lost Galaxy und Lightspeed Rescue, was trotzdem ein guter Wert ist.
Großartig negativ aufgefallen ist das jetzt auch nicht unbedingt, weil man sich doch sehr bemüht hat, den Inhalt den man hatte, so gut wie möglich auf die Staffel zu verteilen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass man hier mit Dekaranger eine Vorlage hatte, die praktisch keine wirkliche Story hatte, hat man letztlich eigentlich doch ziemlich viel rausgeholt. Direkt am Anfang, nach dem Start Zweiteiler, gab’s gleich mal für jeden Ranger eine Fokusfolge (und vor allem auch eine, bei man das Gefühl hat, dass sowohl der Zuschauer, als auch der jeweilige Charakters selbst etwas mitnimmt), was für eine Anfangsphase eigentlich ziemlich perfekt ist. Und generell muss ich auch sagen, dass die Folgenhandlungen durch die Bank weg ziemlich gut waren. Es war hier auf jeden Fall eine gute Entscheidung, den Krimi Aspekt von Dekaranger beizubehalten und auch einige der Folgenplots relativ direkt zu übernehmen. Im Gegensatz zu beispielsweise Lost Galaxy hatte man hier den Vorteil, dass man trotz der veränderten Story noch nah genug am Setting der Vorlage dran geblieben ist, damit die meisten One Shot Plots im Kontext der Staffel immer noch gut funktionieren. Was hier auch geholfen hat, war der, ebenfalls zum Teil durch Dekaranger begründete, Folgenaufbau, insbesondere aufgrund des Konzepts der Roboterkämpfe, die hier etwas cleverer in die Folgen integriert werden konnten, als in den meisten anderen Staffeln. Vielleicht nicht auf dem Level von Go-Busters, aber trotzdem hilft es enorm ein Gefühl von Abwechslung zu erzeugen. Selbst die Moralplots (die für frühere Verhältnisse gar nicht mal so wenig waren) waren hier eigentlich immer gut. Ich weiß nicht, was es ist, aber irgendwie funktionieren die in den Disney Staffeln besser, als in modernen Staffeln. Keine Ahnung warum die das heutzutage nicht mehr hinkriegen.
Das was man an Story hatte, war eigentlich auch fast alles sehr gut. Dunkle Schatten immer noch einer der coolsten Zweiteiler in Power Rangers, definitiv eine der besten Einführungen eines sechsten Rangers (scheiß auf das was Super Megaforce sagt) überhaupt. Nebenbei bemerkt fand ich hier auch die Begründung, warum Cruger den anderen in der nachfolgenden Episode nicht helfen wollte, deutlich besser, als die in Dekaranger. Auch den Sophie Zweiteiler zur Einführung des Delta Kommando Megazords fand ich ziemlich gut, auch wenn vor allem Sky dabei ziemlich unsympathisch rüber gekommen ist. Mitte der Staffel gab’s mal eine etwas dünnere Phase, in der nicht so viel wichtiges passiert ist. Ich find’s aber gut, wie man in der Zeit schon auf den Omega Ranger hingearbeitet hat. Die Zeitreise des Omega Rangers auf das gleiche Portal, das den Samurai in unsere Zeit gebracht hat, zurück zu führen, fand ich ziemlich clever und auch die Sache mit Morgana, war von der Planung her ziemlich stark. Man musste ja die Schwester dieser Verbrechergruppe, die in Dekaranger ja nur in diesem Climax auftritt, schon im Kopf gehabt haben, als man Mora am Anfang eingeführt hat.
Das eigentliche Debut des Omega Rangers war an sich recht gut. Ich mag das Konzept des Zweiteilers und Verwüstung gehört definitiv zu den wenigen Monstern of the Week im Toku Bereich, die ich immer sehr markant und memorable fand. Was ich über den Zeitreise Aspekt denken soll, weiß ich selbst nicht zu 100%. Auf der einen Seite würde ich schon sagen, dass es mehr oder weniger funktioniert. Dadurch dass man die Zukunft als solche eigentlich nie zu Gesicht bekommt und Sam ja auch erst mal bei den Rangers in der Gegenwart bleibt, könnte man hier wohl durchaus nach der Theorie gehen, dass sich hier eine neue Zeitlinie abgespalten hat. Die einzigen beiden Aspekte, die mich etwas irritieren, sind die veränderte Nachricht am Ende der Folge und die Sache mit Nova am Ende. Letzteres könnte man sich wohl noch irgendwie damit erklären, dass die Veränderungen erst langsam eintreten und sie noch genug Zeit hatte, ihm hinter her zu reisen oder dass sie tatsächlich die ganze Staffel über in verschiedenen Zeiten nach ihm gesucht hatte, wobei ich letzteres etwas seltsam finden würde, da ja eigentlich relativ offensichtlich war, an welchen Zeitpunkt Omega reisen wollte. Das mit der Nachricht find ich aber doch etwas seltsam, denn die müsste mit der Viel-Universen Theorie eigentlich noch da sein. Ist jetzt aber auch nicht allzu tragisch, für einen Zeitreise Plot war das definitiv gut. Dass Omega eine Lichtkugel ist, ist natürlich schon so ein wenig random, muss ich sagen. Das grundsätzliche Konzept stört mich prinzipiell gar nicht mal so sehr, ich bin allerdings nicht so sicher, was ich von der Begründung halten soll. Laut ihm wurde er durch das Zeitportal in ein Lichtwesen verwandelt, aber er ist ja nicht die einzige Person, die im Laufe der Zeit durch eines dieser Portale geht und keine einzige davon, hat sich in ein Lichtwesen verwandelt. Also wirklich Sinn ergibt das nicht. Außerdem hätte ich darauf verzichten können, dass die Rangers Verwüstungs Attacke am Ende mit Willenskraft überwinden, aber naja.
Relativ kurz danach gab‘s ja direkt nochmal zwei Zweiteiler zur Einführung des Battlizers und des SWAT Modus. Insbesondere ersterer von beiden, mit der Story um Sky und Mirloc ist sehr gut, vor allem die Verhörszenen oder auch das Ende von Teil 2. Definitiv eine der besseren Battlizer Einführungsfolgen. Der S.W.A.T. Zweiteiler war insofern etwas seltsam, dass die Streitereien zwischen den Rangers direkt nach der Mirloc Sache, wo man eigentlich gesehen hat, was für eine enge Bindung sie mittlerweile haben, ein wenig out of place wirken. Ich finde einfach, der Plot hätte besser funktioniert, wenn er vor der Mirloc Folge gekommen wäre. An sich waren die zwei Folgen aber trotzdem nicht schlecht, vor allem die Schurken Dynamik mit Piggy und den beiden Aliens war ziemlich cool. Ich frage mich allerdings, was genau Gruumm und Broodwing letztlich eigentlich mit der SWAT Technologie der Rangers, die sie von Piggy bekommen haben, gemacht haben? Das wurde danach nicht mehr wirklich thematisiert. Danach gab’s nochmal eine etwas One Shot dominiertere Phase, in der unter anderem die Einführung der SWAT Flieger war, die für meinen Geschmack vielleicht etwas bedeutungsvoller hätte sein können, sowie die beiden Dino Thunder Team Ups, die ich definitiv zu den besseren Team Ups zählen würde. Vor allem das erste mochte ich früher nicht so, weil halt nur drei der Dino Rangers anwesend waren, aber rückwirkend war die Folge als Epilog zur Staffel eigentlich doch gar nicht schlecht. Was ich nur etwas seltsam finde ist, dass die zweite Folge wohl anscheinend zu einem falschen Zeitpunkt ausgestrahlt wurde, denn da Mora da wieder ein Kind ist, passt die Folge definitiv nicht an den Punkt, an dem sie auf der DVD drauf ist. Da liegt der Fehler aber, denke ich, nicht bei der Staffel an sich.
Die letzten 5 Folgen bauen dann nochmal relativ direkt auf einander auf und sind eigentlich auch alle ziemlich gut. Auch hier muss ich wieder die Clipshow Folge loben, vor allem hat sie hier auch wirklich einen tieferen Zweck erfüllt, sogar noch deutlich mehr als die in Dino Thunder, weil man eben vielen kleineren, scheinbar unbedeutenden Ereignissen in der Staffel, eine Bedeutung verliehen und sie auf einen gemeinsamen Nenner zurück geführt hat, was schlicht und ergreifend der beste Vorwand für eine Clipshow ist, den man finden kann. Ich verstehe einfach nicht, warum moderne Staffeln es einfach nicht auf die Reihe kriegen ihre Clipshows so aufzubauen. Jacks kleine Lovestory am Ende fand ich eigentlich ganz nett, hat irgendwie gut zum Charakter gepasst und am Ende natürlich den Weg für Sky frei gemacht. Und die Rückkehr der A-Einheit war ebenfalls ziemlich cool. Ein Team von Rangers zu haben, das einfach aus freien Stücken die Seiten wechselt, würde man heutzutage vermutlich auch nicht mehr sehen. Generell finde ich einfach, dass sich hier in der Schlussphase nochmal eindrucksvoll gezeigt hat, was für ein gutes Build Up mit stetigem Teasing S.P.D. über die Staffel hinweg hatte, das sich alles am Ende irgendwie ausgezahlt hat. Viele scheinen ja das eigentliche Finale und das Konzept von Omni nicht so zu mögen, aber ich finde, dass die Serie genug auf ihn hingearbeitet hat, damit alles gut funktioniert und nichts aus dem Nichts kommt. Ich find‘s auch nicht schlimm, dass Cruger am Ende den Finalkampf gegen Gruumm alleine bestritten hat. Die Rangers hatten ja ihren Kampf gegen Broodwing und der Rest war einfach eine persönliche Sache zwischen den beiden. Das war halt so ein bisschen wie bei LuPat wo man die Finalkämpfe auch zwischen den beiden Teams aufgeteilt hat. Allgemein einfach ein sehr starkes Endgame meiner Meinung nach, definitiv eines der besten.

Das S.P.D. Team würde ich im Großen und Ganzen auch zu den besseren Teams bisher zählen, wenn vielleicht auch nicht ganz so gut wie die Dino Thunder Rangers. Vor allem Sky ist halt teilweise schon ein bisschen arschig, auch wenn er zum Ende hin deutlich besser wird, die anderen sind aber eigentlich alle recht gut. Insbesondere Bridge find ich nach wie vor absolut genial und er trägt auch einen Großteil des Humors der Staffel und auch Jack gehört definitiv zu meinen Lieblingsrangers. Ich find’s btw. auch cool, dass man hier zum Teil wieder diese „Gruppen“ (vor allem Jack & Z) eingehalten hat, was ich ja z.B. an MMPR 2 gelobt hatte. Kruger ist auch einer der besseren Power Rangers Mentoren und für mich ganz klar der wahre sechste Ranger der Staffel. Sam ist eigentlich nicht wirklich ein Charakter, im Grunde kommt er hier mehr wie so eine Art Ranger-like Ally im Stil von Ninjor oder dem Blauen Centurion rüber. Zieht die Serie für mich zwar jetzt nicht unbedingt nach unten, hätte man aber definitiv besser umsetzen können.
Ein wirkliches Comedy Duo gibt es hier ja nicht, was ich sehr begrüße, neben Boom (der tatsächlich seltener vorkommt, als ich in Erinnerung hatte) wird der Humor hier halt wie gesagt durch Bridge und zum Teil auch einfach von den allgemeinen Charakter Interaktionen übernommen. Kat ist für mein kein Comedy Charakter, dafür ist sie viel zu kompetent und ernst. Sie erfüllt halt die gleiche Position wie Hayley oder Mrs. Fairweather und die sind auch keine Comedy Charaktere. Sie hatte sogar eine recht gute Fokus Folge, auch wenn ich mich frage, was genau sich die S.P.D. jetzt für einen praktischen Nutzen von der Herstellung eines Ein-Stunden Einweg-Verwandlers verspricht, aber naja, das ist immer noch besser, als den Verwandler die ganze Zeit dabei zu haben und ihn nie zu verwenden wie Swan in Dekaranger.

Die Schurken würde ich sagen, bewegen sich wohl in etwa auf den gleichen Level wie die ihres Vorgängers, nicht so gut wie die von Wild Force oder Lightspeed Rescue, aber auf jeden Fall besser Ninja Storm und der Großteil der Zordon Ära. Gruumm ist auf jeden Fall ein guter Anführer, auch er hat halt dieses „gewisse Etwas“, das dafür sorgt, dass man ihn ernst nehmen kann und versteht, warum er das Sagen hat. Storyweise ist er jetzt nicht unbedingt so interessant wie manche seiner Vorgänger. Man hatte zwar das Ding zwischen ihm und Cruger, hat ansonsten hat man nicht so viel Background zu ihm bekommen. Bei einem Alien ist das natürlich auch nicht so wichtig, wie bei einem Erdbasierten Schurken, hätte aber trotzdem mehr sein dürfen. Was vor allem interessant zu wissen gewesen wäre ist, was genau es mit diesen Troobianern auf sich hat. Ich meine, es klingt wie ne Alienrasse, aber wenn dann dürfte ja eigentlich nur Gruumm zu denen gehören, denn weder seine Genärale, noch seine Truppen, waren die gleiche Spezies wie er. Höchstens vielleicht noch Omni, aber da hätte man auch noch genauer drauf eingehen können, was genau die beiden ursprünglich miteinander zu tun haben.
Broodwing wusste ich früher eigentlich nie so sehr zu schätzen, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, gefällt mir der Charakter eigentlich voll gut. Ich find’s vor allem irgendwie cool, dass er im Grunde 1:1 der gleiche Charakter ist, wie Abrera, man hat die Rolle praktisch überhaupt nicht verändern, sondern lediglich in einen etwas anderen Kontext gesetzt, ihm einen „Vorgesetzten“ bzw. besser gesagt Dauerauftraggeber gegeben und ihn so 100 mal besser gemacht. Ich hab im Grunde nichts gegen Abrera als Charakter, aber als einziger Schurke der Staffel kann er die Serie halt nicht wirklich tragen und diese „Last“ hat man ihm hier von den Schultern genommen, was im Grunde alles war, was notwendig war, damit er viel cooler rüberkommt. Und das fällt für mich halt auch darunter, dass S.P.D. so eine effektive Adaption ist.
Ebenfalls abgeleitet von Dekaranger waren die recht abwechslungsreichen Monster, die hier aus verschiedenen Richtungen gekommen sind, mal war es eins von Moras Monstern, mal waren es gewöhnliche Verbrecher, mal waren es Roboter wie Broodwings Blau u. Orange Schädel und gelegentlich gab es auch mal spezielle Monster wie z.B. Gorodon. Auch haben einige davon nicht für Gruumm gearbeitet, sondern für sich alleine oder für Broodwing, was eben einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen hat, warum die Folgenhandlungen nie langweilig geworden sind. Kommt vielleicht noch nicht unbedingt an die World Ninjas ran (dafür hätten noch manche überleben und öfters vorkommen müssen), aber es geht dennoch in eine ähnliche Richtung. Wie gesagt geht davon geht natürlich vieles auf Dekaranger zurück, aber da ist es halt für meine Empfindung nie so effektiv rüber gekommen, weil mir eben das drum herum nicht so sehr zusagt, schon allein weil man da eben nur Abrera hatte und nicht noch die Dynamik mit Gruumm, das hat es deutlich weniger spannend gemacht.


Alles in allem war S.P.D. auf jeden Fall ein sehr guter Jahresabschluss und zu Recht nach wie vor eine meiner Lieblingsstaffeln, vielleicht ist es sogar die beste von den 13 die ich jetzt geschaut hab. Sie hat vielleicht nicht ganz die Highlights von Wild Force, dafür aber, bis auf ein paar Kleinigkeiten, nahezu gar keine Defizite, die die Serie irgendwie nach unten ziehen. Die Staffel liefert einfach eine konstant gute Leistung ab, von der ersten bis zur letzten Folge, das kann man nur honorieren. Ich finde auch, dass man hier ganz klar den leicht veränderten Stil im Vergleich zu dem von Doug Sloan merkt. Der Humor ist etwas anders, die Charaktere sind etwas anders, der Story Aufbau ist etwas anders, es ist zwar nicht ganz so leicht zu beschreiben, aber wenn man die Staffeln so kurz nach einander sieht, merkt man schon, dass das in gewisser Weise der Beginn der nächsten Ära ist.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Zen-Aku » Do 30. Dez 2021, 11:00

Ranger L hat geschrieben:
Do 30. Dez 2021, 05:02
Was ich nur etwas seltsam finde ist, dass die zweite Folge wohl anscheinend zu einem falschen Zeitpunkt ausgestrahlt wurde, denn da Mora da wieder ein Kind ist, passt die Folge definitiv nicht an den Punkt, an dem sie auf der DVD drauf ist. Da liegt der Fehler aber, denke ich, nicht bei der Staffel an sich.
Das Problem an dieser Folge ist, das sie einfach nirgendswo ohne Fehler hinpasst. Da die S.P.D.-Rangers die Dino Thunder-Rangers kennen, passt es nur hinter dem ersten Team-UP. Auch wegen den Waffen, die sie vorher ja noch nicht hatten. Mora kommt jedoch erst später "zurück" in die Staffel, da da wird so auf das Finale hingearbeitet, das es komisch wäre "zurück" zu gehen. Es gibt keinen richtigen Platz für diese Folge.

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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Fr 31. Dez 2021, 05:03

Stimmt schon, so wirklich perfekt passt die Folge eigentlich nirgends. Theoretisch der einzige sinnvolle Platz wäre in diesem kleinen Zeitfenster nachdem Morgana wieder zu Mora wird, aber bevor sie Omni begegnet. Aber das wäre halt WÄHREND einer Folge, also schon etwas seltsam.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Sa 15. Jan 2022, 04:30

Weiter geht’s im Plan mit Mystic Force, als erstem Toku Rewatch des Jahres und auch diese Serie bestätigt meine durchweg hohe Meinung von der Disney Ära wieder einwandfrei. Mystic Force ist zwar auch eine von den Staffeln, bei denen ich meine vorherige Bewertung etwas korrigieren musste, aber dennoch hat sie sich meiner Meinung nach sehr gut gehalten und ist immer noch eine ziemlich gute Serie.


Vom Storytelling her ist das jetzt definitiv der endgültige Sprung, den ich von den Disney bzw. speziell den Kalish Staffeln erwartet hab. Mystic Force war für mich eigentlich immer der Start der Plot-lastigsten Ära von Power Rangers und dieser Eindruck wurde mir ziemlich bestätigt. Wirklich klare Füller Episoden hatte die Staffel eigentlich keine einzige, eigentlich jede Folge hat auf die eine oder andere Art und Weise irgendwas zum Geschehen beigetragen, womit sie natürlich auch ganz klar den bisherigen Spitzenreiter Wild Force im Ranking für das dichteste Storytelling ablöst. Das Näheste was die Staffel an einem „Füller“ hatte, dürfte wohl diese Seelengeist Folge sein. Das einzig Relevante da war das neue Schwert und die Rückkehr von Koragg, aber diese 2-3 Szenen hätte man auch in eine andere Folge schneiden können. Diese Andeutung, dass Daggeron Chip zum Ritter ausbilden will, wurde danach ja nicht mehr thematisiert und vom Pacing her war die Folge auch nicht so geil, weil sie ja von einem Zweiteiler in Magieranger adaptiert wurde. Darüber hinaus hatte die Staffel für meinen Geschmack aber auch wenige klare Aussetzer bei den Folgenhandlungen. Es gab noch zwei, drei andere Situationen, wo das Pacing hätte besser sein können, neben der angesprochenen Folge z.B. auch bei der direkt nach dem Start wo man das Debut der Titanen und das der Drachenformation kombiniert hat, aber naja, irgendwo musste man halt Zeit sparen und dafür, dass Magiranger nun mal sehr viel Material hergegeben hat, das man irgendwie unterbringen (oder ersetzen) musste, hat man das eigentlich ziemlich gut hinbekommen.
Auch über die Dichte hinaus muss ich sagen, dass das Storytelling von Mystic Force sehr gut war. Man hatte hier ja wieder diesen Arc basierten Aufbau, den ich eigentlich generell sehr gerne mag und wie auch bei S.P.D. muss ich der Staffel definitiv ein Kompliment machen, dass es sehr viel effektives und durchdachtes Teasing gab, man viele logische Verbindungen geknüpft hat und sehr clever auf diverse Ereignisse hingearbeitet wurde. Ein gutes Beispiel wäre hier die Tatsache, dass Phineas beim Kampf zwischen Daggeron und Calindor Bowen gefunden und in die Menschenwelt gebracht hat oder auch die Suche von Udonna nach Leanbow in der 10 Schrecken Arc, die darin gegipfelt ist, dass sie von Hekatoid entführt wird, was den Plot dieses Zweiteilers ermöglicht hat, der mich in Magiranger ja extrem aufgeregt hatte. Hier hat das deutlich besser funktioniert (unter anderem natürlich auch deshalb, weil man hier Udonna von Anfang an am Leben gelassen hat).

Das Finale der Morticon Arc find ich nach wie vor hier deutlich besser, weil man sich einfach diesen ganzen Lunagel Schwachsinn geschenkt hat, in dem man einfach Clare zum Engel der Torgewalt gemacht hat (und diese Gelegenheit auch gleich genutzt hat um noch etwas Background und Teasing einzustreuen). Außerdem hat es hier deutlich mehr Sinn gemacht, dass Koragg Clare am Ende in diesen schwarzen Raum geschleppt hat, um ihr die Kräfte zu entziehen, da es hier nicht gereicht hätte, sie einfach zu töten. Und dass die Geschichte mit dem Tor danach nicht mehr thematisiert wurde, hat mich hier auch nicht gestört, da das eigentlich generell nur wegen Morticon relevant war. Lediglich die Sache mit diesem Orakel am Anfang war ein wenig random, ich denke, man hätte auch einen besseren Weg finden können, um die Schurken auf die Idee zu bringen, das Tor zu öffnen.
Die Einführungen von Imperius, Jenji und Daggeron haben alle gut funktioniert. Das meiste davon war hier ja sehr ähnlich zu Magiranger, daher musste man nicht viel experimentieren. Dark Wish find ich vom Konzept her immer noch sau cool, rückwirkend hat der Dreiteiler aber durchaus auch seine Schwachpunkte. Der offensichtlichste Punkt ist natürlich der, dass Imperius gar nicht hätte wiedererweckt werden dürfen, wenn die Mystic Force nie existiert hat, genau genommen gilt das gleiche auch für Jenji, der ja in der gleichen Höhle war, was im Grunde den gesamten Wunsch annullieren sollte. Ich bin auch nicht sicher, was ich davon halten soll, dass Koragg nun angeblich Feuerherz gefunden und großgezogen hat, obwohl es sich für ihn doch so anfühlt, als wäre er nicht mehr in seiner Welt. Ich denke einfach, dass der Plot dieser Folgen besser funktioniert hätte, wenn man die Rangers lediglich in einen Zustand bzw. in eine Welt versetzt hätte, in der die Mystic Force nie existiert hat, die „eigentliche“ Timeline aber weiterhin in Takt bleibt und die Rangers nur einen Weg zurück finden müssen. Den ganzen Rest find ich eigentlich immer noch recht gut. Dass die Kämpfe gegen die ersten beiden Bestien so schnell abgearbeitet wurde, hat mich eigentlich gar nicht so sehr gestört, man wollte halt dieses Gefühl rüberbringen, dass die Rangers wirklich unter Dauerbeschuss stehen und keine Zeit zum atmen haben, da war dieses schnelle Pacing einfach nötig. Und auch den Kampf zwischen den anderen beiden Bestien und Koragg fand ich ziemlich cool, vor allem wieder sehr clevere Planung, Koragg in der Folge zuvor noch seine Magie weg zu nehmen. Die Szenen zu Beginn der zweiten Folge, wo sich die Rangers in einer dunklen, magielosen Welt wieder finden, find ich nach wie vor extrem stark, gerade auch die Stelle, in der sie das zerstörte Rootcore und Udonna finden. Die Suche nach dem Magie Tribunal war ebenfalls recht cool, auch wenn etwas mehr Background zu denen vielleicht ganz gut getan hätte. Bei der letzen Folge find ich auch nach wie, dass es die richtige Entscheidung war, diesen komischen „Die Rangers werden zu Heavenly Saints“ Plot weggelassen hat, der war sowieso nicht besonders logisch und die „Lösung“ des ganzen war damals mit der Punkt, der mich endgültig davon überzeugt hat, dass Courage die dümmste Kraftquelle in Sentai ist.
Die letzten drei Folge der Imperius Arc waren nochmal richtig stark. Auch hier wieder, richtig gute Clipshow. Sehr kreative Entscheidung das ganze hier mal aus der Sicht der Schurken zu machen und zwar so, dass es auch noch wirklich gut zur Story passt. Man hier auch direkt die nächste Folge vorbereitet, mit dem Virus den Koragg absorbiert, welcher dann dafür sorgt, dass seine Gehirnwäsche zu bröckeln beginnt, was auch ein ziemlich cleverer Weg ist. Ich find’s auch gut, dass man diesen Climax um den Twist zu Koragg und Nick direkt nochmal genutzt hat, um die gesammelten Background Stücke zusammen zu fassen und als Gesamtbild zu zeigen, was denn nun damals eigentlich vorgefallen ist. Das ist auch was, das mir in Magiranger immer so ein bisschen gefehlt hat. Nur die Einführung von Heller Stern kam halt ziemlich aus dem nichts, aber das war zugegebenermaßen auch echt schwierig, da man hier ja den Film nicht zu Verfügung hatte. Ich fand’s jetzt auch nicht unbedingt total unlogisch, dass Daggeron halt ein Einhorn kennt, nur der Vorwand es genau jetzt zu holen, war halt nahezu nicht vorhanden. Ansonsten aber ein echt guter Zweiteiler, passendes Ende für Imperius, vernünftig umgesetzte Twists und gutes Set-Up für die nächste Arc.
Die 10 Schrecken Arc ist sowie im Wesentlichen eine durchgehende Story, das Konzept der Generäle, die gleichzeitig als Monster of the Week fungieren, hab ich ja schon bei Magiranger oder auch Kamen Rider Stronger gelobt und auch sonst hatte man viele kleinere Storylines, die sich durch die gesamte Schlussphase gezogen und die Folgen relevant und die Übergänge fließend gehalten haben, wie Udonnas Suche nach Leanbow oder Sculpins Nachforschungen, was den Meister daran hindert wiedererweckt zu werden. Gegenüber Magiranger musste man hier ja wieder einige Zweiteiler auf eine Folge kürzen, was mich in den meisten Fällen aber gar nicht so sehr gestört hat. Es waren halt einige Folgen sehr kampflastig dadurch, aber es hatte den Vorteil, dass man recht wenig Folgen B-Plots hatte. Ich denke am meisten es tendenziell noch der Megahorn Folge geschadet, aber das Debut des Roten Drachen Feuer Ranger beispielsweise find ich immer noch wesentlich besser als die entsprechende Magiranger Folge. Ich versteh zwar nicht ganz, warum Nick dadurch jetzt auf einmal einen neuen Verwandler hat, das hätte man meiner Meinung nach weglassen können, aber insbesondere mit dem ganzen vorherigen Build Up über die ganze Staffel hinweg vom Plan zum Feuerherz, über das Ei, bis hin zum ausgewachsenen Drachen, war das definitiv die aufwendigste und durchdachteste Story zur Einführung eines Battlizers. Nur wer genau das Feuerherz eigentlich versteckt hat, wäre noch interessant zu wissen gewesen. Der Hekatoid Zweiteiler war, wie bereits erwähnt, ebenfalls deutlich besser als in Magiranger, insbesondere weil diese gesamte Geschichte um Udonna hundertmal mehr Sinn ergibt und außerdem hatten hier nochmal ein paar der Nebencharaktere die Chance zu glänzen. Auch die Folge danach, bei der ich bei meiner Magiranger Review gesagt hab, dass ihr die Kürzung geschadet hätte, fand ich eigentlich recht gut. Der Sinneswandel von Matumbo hätte vielleicht etwas geschmeidiger sein können, aber geht schon klar. Rückwirkend macht es auch irgendwie Sinn, dass sich der Meister ausgerechnet Matumbo als seinen Körper aussucht, nachdem dieser ihn verraten hat. Ich meine, wieso sollte man einen seiner Untertanen opfern, wenn man einfach den nehmen kann, der sowieso nicht mehr auf seiner Seite steht. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Das Finale muss ich sagen, hätte vor allem vom Pacing her doch ein wenig besser sein können, ein paar Sachen gingen mir da einfach zu schnell, vor allem in der Zweiten Folge. Diese Sache mit Nick als Koragg hätte man ehrlich gesagt auch weglassen können, auch wenn der Kampf zwischen den beiden Wolfs Rittern durchaus cool war, aber zur Gesamtstory des Finals hat das halt nicht so viel beigetragen und die Zeit hätte man vielleicht eher auf die Redemption von Necrolai, die ziemlich aus dem Nichts gekommen ist, verwenden können oder darauf zu erklären, was genau es mit der Mystischen Mutter auf sich hat. Grundsätzlich find ich das Konzept der Rolle nicht mal unbedingt schlecht, aber mehr Kontext wäre trotzdem schön gewesen und es hätte halt auch geholfen, wenn das nicht erst eine Folge vor Schluss zum ersten Mal thematisiert worden wäre. Die Redemption von Itassis war eigentlich nicht schlecht, durch das Set Up in der vorherigen Folge hat das halbwegs funktioniert, aber dass Necrolai sie dann einfach Off Screen wiederbelebt, fand ich ein wenig random. Generell würde mich interessieren, seit wann Necrolai auf einmal Leute wiedererwecken kann, wenn sie früher dafür doch immer Koragg gebraucht hat und auch, warum genau sie dadurch dann am Ende zum Menschen wird, versteh ich nicht so ganz. Allgemein diese gesamte Passage vor dem Schlusskampf, nachdem die Rangers aus der Illusion des Meisters entkommen sind, war irgendwie seltsam und zu überhastet, mit dem Erscheinen von Itassis und Udonna, der Wiedererweckung von Leanbow und Daggeron und der Rückkehr der Mystischen Mutter, die einfach mal Clare zur Zauberin gemacht hat. Da ist mir doch ein wenig zu viel auf einmal passiert. Nur der eigentliche Finalkampf und das drum herum mit den Waldbewohnern und den Stadt Leuten, die jetzt durch Toby und Phineas alle an Magie glauben und dadurch den Rangers unbegrenzte Kräfte verleihen, fand ich dann doch wieder ganz cool. Insgesamt war das Finale schon ok, auf jeden Fall besser als das von Wild Force und Ninja Storm, aber halt definitiv schwächer als beispielsweise das von S.P.D. oder auch denen aus der Post Zordon Ära.


Die Charaktere können zwar vielleicht nicht ganz mit meinen Top Teams mit halten, insgesamt liegen sie für mich aber immer noch im oberen Bereich, würde ich sagen. Ein großer Kritikpunkt an Mystic Force ist ja immer, dass Nick die anderen so ein bisschen „overshadowed“ und ich kann schon irgendwo verstehen, wo der Punkt herkommt, tatsächlich find ich aber nicht, dass die anderen hier wirklich zu kurz kommen. So wenig Fokus wie man meint, haben die Rangers eigentlich gar nicht, wenn man geteilten Fokus zählt, hatte jeder von ihnen mindestens 3-4 Folgen, was ich für eine ziemlich Plot-lastige Serie, mit lediglich 32 Folgen als absolut solide, wenn nicht sogar überdurchschnittlich bezeichnen würde. Sogar Madison hab ich dieses Mal bei weitem nicht so unscheinbar gefunden, wie ich sie sogar selbst teilweise in Erinnerung hatte. Im Gegensatz zu Nick oder Xander hat sie halt nie so diese krassen badass Momente bekommen, aber das musste sie auch nicht, sie war eher die Seele des Teams und konnte mit „emotionaleren“ Momenten glänzen, was mir ehrlich gesagt im Zweifel wichtiger ist. Wenn dann ist ehesten sogar noch Daggeron der, der zu kurz gekommen ist, aber er hat immerhin noch die Entschuldigung, dass er erst ab Mitte dabei war und insgesamt war er immer noch ein ziemlich guter sechster Ranger, finde ich, auch wenn er vielleicht nicht unbedingt mit Trent oder Kruger mithalten kann. Der Starke Fokus auf Nick, würde ich sagen, hat eigentlich auch erst im letzten Drittel so richtig angefangen, wo er tatsächlich bei fast jeder Folge mindestens die Hälfte abbekommen hat, davor war er auch nicht großartig präsenter als die anderen vier. Und außerdem muss man natürlich sagen, hat Nick hier vor allem deshalb so viel Fokus bekommen, weil er halt seinen Fokus größtenteils aus dem Main Plot der Serie bezieht und naja… Mystic Force hat nun mal relativ viel Plot. Klar hätte man versuchen können, die anderen da mehr einzubeziehen, aber zum einen hätte das das Material vermutlich kaum hergegeben, zum anderen hätte sich das vermutlich negativ aufs Pacing ausgewirkt und außerdem, sind wir mal ehrlich, wie viele Staffeln gibt es, in denen alle (oder überhaupt nur mehrere) Rangers derartig stark in den Main Plot involviert sind? Ich würde sagen, nicht viele. Großartig unsympathisch find ich Nick auch nicht, auch wenn er vom Sympathielevel her sicherlich nicht mit meinen Lieblings Roten Rangers mithalten kann. Was man ihm eventuell vorhalten könnte, wäre die Ansage an Leelee, gegen Ende, aus seiner Sicht fand ich das aber durchaus nachvollziehbar. Er hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich keinen wirklichen Grund, ihr zu vertrauen. Bei der Sache in Folge 5 z.B. find ich nicht, dass er derjenige ist, dem man irgendwas vorwerfen könnte und auch bei diesem Streit um das Plattenspielerpult mit Vida seh ich Nick ganz klar im Recht. Da ist find ich eher Vida nicht so gut weggekommen und generell würd ich sie hier wohl auch als das schwächste Glied betrachten, wenn ich ehrlich bin. Chip hat sich dieses Mal vielleicht sogar zu meinem Lieblings Ranger entwickelt.
Und was man bei Mystic Force, wenn man über die Charaktere redet, natürlich auch nicht vergessen darf ist, dass die Staffel definitiv einen der besten Nebencasts im gesamten Franchise hat. Von Udonna als starker Mentorin (hab ich erwähnt, dass sie am Leben zu lassen, die beste Entscheidung aller Zeiten war), über mehrere gute Comedy Charaktere (insbesondere Toby ist hier hervorzuheben), bis hin zu Leelees Redemption Arc. Ich würde zwar nicht sagen, dass die Nebencharaktere hier prinzipiell mehr Fokus als die Rangers hatten, aber sie hatten definitiv mehr, als die Nebencharaktere in den meisten anderen Staffeln, daher kann ich durchaus verstehen, warum das manchmal so wirkt.
Außerdem will ich in dem Atemzug noch erwähnen, dass ich den Umgang mit dem Magie Thema hier nach wie vor deutlich besser finde, als in Magiranger. Dass der Glaube an Magie einem ermöglicht, Magie einzusetzen, ist einfach ein hundertmal logischerer Weg, um die Kräfte der Rangers zu erklären, als dass sie ihre Kraft aus Courage beziehen. Es hat mehr mit dem Thema zu tun, es ist deutlich weniger preachy, wird nicht als Allheilmittel benutzt und generell ist es einfach logisch, dass an Magie zu glauben, die Grundvoraussetzung ist, sie auch anwenden zu können. Generell hatte ich das Gefühl, dass Magie als solche hier einfach eine viel größere Rolle gespielt hat und auch wirklich behandelt wurde, wie die Kraftquelle selbst und nicht nur wie der unwichtige Mittelsmann zwischen den Rangers und Courage. Die Sache mit den Codes find ich hier zwar noch nicht unbedingt perfekt, aber auch das war deutlich besser als in Magiranger, hauptsächlich deshalb, weil man es hier ausschließlich auf Dinge, die auch wirklich mit der Ranger Power zu tun hatten, beschränkt hat. Die Codes haben den Rangers nur Dinge wie Waffen, Zords und Power Ups verliehen, nicht aber einzelne Zauber, zur Lösung von Problemen, geschweige denn sowas wie die Kraft ihre tote Mutter wiederzuerwecken oder sich nicht in Heavenly Saints zu verwandeln. Alles was nicht unmittelbar mit den Ranger Kräften zu tun hatte, mussten die Rangers durch Bücher und Übung erlernen und hat sich dadurch gegebenenfalls auch deutlich verdienter angefühlt, wenn die Rangers diese Zauber dann mal anwenden mussten.

Die Schurken gehören natürlich zweifellos zu den besten Aspekten der Staffel und gerade als Gruppe sind sie auch ganz klar unter den stärksten Schurken des Franchises. Anders als in den letzten paar Staffeln hatte man hier schon von Anfang an eine richtig gute Dynamik unter den Charakteren und vor allem tragen die Schurken hier durch ihre ständigen Entwicklungen natürlich auch einen nicht unerheblichen Teil zum Storytelling bei. Von den Individuen sticht hier vor allem Koragg raus, der durch seine „ehrenvolle“ Art logischerweise bei den meisten seiner Mitstreiter aneckt und dadurch eigentlich automatisch immer die Dynamik aufmischt. Außerdem hatte er noch seine Rivalität mit Nick, deren Einleitung zugegebenermaßen noch etwas besser hätte sein können, aber es hat trotzdem funktioniert und wie auch „Tommy vs. Zeltrax“ sind die beiden wohl auch mit dafür verantwortlich, wie sich mein Geschmack, was Toku Kämpfe betrifft, entwickelt hat. Morticon war inhaltlich jetzt kein sonderlich anspruchsvoller Charakter, er fällt halt unter die gleiche Kategorie wie beispielsweise Phoenix aus Wizard oder Graphite aus Ex-Aid, als dieser machtvolle, aber hitzköpfige General, der eigentlich mehr Mittel zum Zweck ist, weshalb ich es auch ganz gut finde, das man ihn für den ersten Zwischenclimax benutzt hat. Imperius war da schon deutlich interessanter, durch seine gemeinsame Vorgeschichte mit den Guten und am Ende natürlich auch aufgrund seines Plans, den Meister zu verraten, was ihm nochmal umso mehr den Konflikt mit Koragg eingebracht hat. Und auch diesen Fesselkampf gegen Daggeron zum Ende seiner Arc fand ich ziemlich cool. Was ich mich bei ihm allerdings frage, kannte er Leanbow und Co. eigentlich schon vorher oder hat er sich wirklich erst zu Beginn der Großen Schlacht den anderen angeschlossen, wie es in Der Kronprinz dargestellt wurde? Das würde nämlich schon so ein bisschen in Frage stellen, warum Udonna ihm so sehr vertraut, ich meine, wer sagt denn, dass er nicht von Anfang an böse war und die anderen nur infiltrieren wollte? Necrolai ist insgesamt wahrscheinlich das schwächste Glied, als Schurkin hatte sie eigentlich ihren einzigen guten Moment in diesem Vampir Zweiteiler (den ich dieses Mal sogar deutlich besser gefunden hab, als ich ihn in Erinnerung hatte), ansonsten war sie jetzt kein so irrsinnig spannender Charakter, aber sie hat durchaus auch ihren Zweck erfüllt.
Zu den 10 Schrecken hab ich eigentlich schon das Meiste gesagt, ich liebe einfach das Konzept und was es bewirkt. Die Sache mit ihren Regeln ist halt immer noch so ein bisschen seltsam, aber ich kann es akzeptieren. Auch sie hatten eine recht gute Dynamik, mit verschiedenen „Ideologien“, wie man die Vernichtung der Menschheit am besten angehen sollte. Von den Individuen waren hier natürlich manche stärker, manche schwächer, vor allem die ersten paar hatten halt nicht die Zeit interessant zu werden, die wichtigen Charaktere waren aber eigentlich alle ausreichend charakterisiert. Vor allem Itassis und Sculpin fand ich ziemlich gut, aber auch Gekkor, Schwarze Lanze und Hekatoid hatten ihre Momente. Die Sache mit ihren Regeln ist halt immer noch so ein bisschen seltsam, aber ich kann es akzeptieren. Der Meister war natürlich inhaltlich auch kein irrsinnig komplexer Charakter, aber für seine Funktion in der Serie musste er das auch nicht sein. Er hat den anderen Schurken etwas gegeben, worauf sie hin arbeiten können und seine stumpfe Power war letztendlich halt das Pay-Off. Quasi genau das was Ryusoulger die ersten 40 Folgen lang gefehlt hat. Man könnte ihn glaub ich ganz gut mit Omni aus der Vorstaffel vergleichen.


In der Summe kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich Mystic Force immer noch für eine ziemlich gute Staffel halte, vor allem für eine Fantasy lastige Serie hatte die Staffel sehr wenige Probleme. Ich würde sie denke ich in einen ähnlichen Bereich wie Wizard setzen, wenn auch größtenteils aufgrund von unterschiedlichen Qualitäten, ob sie an S.P.D. vorbei kommt, weiß ich aber noch nicht so genau.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » So 13. Feb 2022, 05:12

Nach Mystic Force ist die Zeit nun Reif für Overdrive. Die Staffel ist ja schon immer so ein bisschen der Sandsack des amerikanischen Fandoms und ich hab noch nie so recht verstanden warum. Auch jetzt bin ich nach wie vor der Ansicht, dass Overdrive eine gute Staffel ist. Es gibt schon hier und da ein paar Punkte, die man kritisieren kann, aber definitiv nichts, was groß genug wäre, dass es die Staffel ruiniert oder auch nur stark genug nach unten zieht, um sie mit irgendeiner Neo Saban Staffel zu vergleichen.

Ich denke beim Storytelling muss ich hier eigentlich gar nicht erst sagen, dass es wohl ganz klar das Beste bisher war. Wie man die Folgen miteinander verbunden hat, praktisch jede Folge mit einem Cliffhanger hat enden lassen und so eine durchgehende Story von der ersten bis zur letzten Folge erzeugt hat. Recht viel besser kann das Storytelling einer Serie eigentlich gar nicht sein. Vergleichbar mit S.P.D. hat man hier ebenfalls einfach Dinge aus der Sentai Vorlage genommen, sie in einen anderen Kontext gesetzt, Verbindungen geknüpft und ihnen so eine tiefere Bedeutung verliehen. Die einzelnen Folgenhandlungen fand ich qualitativ vielleicht nicht ganz so konstant, wie bei den letzten beiden Staffeln, hier war doch auch mal die ein oder andere schwächere dabei. Beispielsweise diese Folge in der Tyzonn Will nachgemacht hat, fand ich echt nicht gut oder auch die, in der Dax für diesen Film vorgesprochen hat. Aber im Großen und Ganzen haben mir die meisten Folgen eigentlich doch recht gut gefallen. Und ich muss ich sagen, dass sich dafür hier die Pacing Probleme, die Mystic Force ab und an hatte, stark in Grenzen gehalten haben. Die drittletzte Folge, mit dem Showdown gegen Kamdor und Miratrix wäre vielleicht die einzige, die mir jetzt einfallen würde, die sich etwas gepresst angefühlt hat.

Von den einzelnen Juwelen Arcs muss man definitiv sagen, dass manche besser waren als andere. Vor allem wie gut diese ganzen Verbindungen, die man zwischen den einzelnen Schritten und Relikten geknüpft hat, funktioniert haben, hat halt schon teilweise etwas geschwankt. Was meiner Meinung nach sehr gut funktioniert hat, das war das erste Juwel, mit den drei Schriftrollen, welche sich in das Schwert Nepuns verwandelt haben, das die Rangers dann nach St. Lucia geführt hat. Ich mag auch den Twist, dass das eigentliche Juwel nicht das Seeaugen Juwel sondern Braunbarts Perle ist. Man kann sich zwar irgendwo fragen, wo genau er die her hat, aber naja, er ist Pirat, wahrscheinlich hat er sie einfach irgendwo mitgehen lassen. Nebenbei muss ich der Anfangsphase außerdem noch ein Kompliment machen, dass man hier, ähnlich zu S.P.D., nach dem Startzweiteiler direkt erst mal jedem Ranger eine Fokus Episode gegeben hat (3: Will, 4: Dax, 5: Mack, 6: Rose, 7: Ronny) und ich bei jeder davon auch das Gefühl hatte, dass sie den jeweiligen Rangers auf lange Sich geholfen hat, weil sie eine negative Eigenschaft der Rangers (Wills Selbstüberschätzung, Rose‘ mangelnde Lockerheit, Ronnys übermäßiger Ehrgeiz, etc.) adressiert haben und das Problem entsprechend gelöst wurde, ohne dass es danach nochmal aufgetaucht ist. Genau das ist der richtige Weg, Charaktere eine Message lernen zu lassen und nicht sich Mitte der Staffel ein Problem aus dem Ärmel ziehen, das noch nie da war und/oder jede Moral 5 mal durchkauen, wie es moderne Staffeln gerne tun.
Die zweite Arc war auch nicht schlecht, auch wenn sich mir so ein wenig die Frage stellt, was genau der HouOu mit diesem Pergament zu tun hatte. Aber den Kampf um das Pergament und das langsame Entschlüsseln fand ich ziemlich gut. Vor allem die erste Folge, mit Wills Undercover Einsatz gehört für mich nach wie vor zu den besten Folgen der Staffel und das Ende hat man ja sehr schön mit der Einführung von Tyzonn verbunden. Generell find ich’s hier cool, wie man diesen größtenteils alleinstehenden Zweiteiler von Boukenger um diese komische Unterwasser Zivilisation mit der Story von Tyzonn kombiniert hat, wodurch man nicht nur einen schön flüssigen Übergang von der zweiten auf die dritte Juwelen Arc hatte, sondern auch eine vierteilige Einführungs Arc für den Quecksilber Ranger. Und vor allem auch eine, die im Debut des Rangers gipfelt und nicht damit beginnt. Den Background von Tyzonn find ich eigentlich sogar relativ heftig für Power Rangers Verhältnisse und als Grund dafür, warum er anfangs nicht zum Team gehören will, auch ziemlich plausibel. Es hilft natürlich, dass dieser Background direkt da ist, wenn man ihn braucht und nicht erst im Endgame aufgegriffen wird (*looking at you Bamba*). Auch die Einführung der Furchtkatzen hat man damit sehr gut über die Bühne gebracht, wenn man mal davon absieht, dass diese seltsamen Kreisel, mit denen Flurious sie wiedererweckt hat, ziemlich aus dem Nichts gekommen sind, aber insgesamt fand ich beide Tyzonn Zweiteiler ziemlich gut und stimmig.
Beim Rest der dritten Juwelen Arc muss ich allerdings sagen, dass es insgesamt vielleicht sogar die Schwächste von den 5 war. Die Verbindung zwischen Thors Hammer, dieser Kanone und diesem Kompass erscheint mir doch sehr an der Haaren herbei gezogen. Und auch das mit dieser Yanomamis Statue mit ihrem Mars Gesicht, das auf den Standort dieses Kompasses starrt. Ich weiß nicht so recht, das wirkt schon sehr konstruiert für mich. Man muss natürlich trotzdem sagen, dass sich die Writer auch hier noch größte Mühe gegeben haben, verschiedene Sentai Plots, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten, zu verbinden. Man musste ja irgendwie mit dem Material arbeiten, um es zu ignorieren, dürfte das Budget der Serie etwas zu gering gewesen sein. Aber hier glaube ich, dass man einfach ein wenig zu viel wollte und zu viele verschiedene Relikte in eine Story stecken wollte. Was aber doch noch ganz gut war, das war das Finale dieser Story, in der Will das Juwel dann an Miratrix und Kamdor verloren hat. Nicht nur weil es für den generellen Spannungsbogen der Staffel gut war, dass nicht alle 5 Juwelen direkt bei den Rangers liegen, sondern auch der Rest der Folge, wie Will sich dann zurück kämpft, war ziemlich gut, mit einem wirklich guten Mecha Kampf als Höhepunkt. Ich finde nach wie vor, dass diese Folge im Kontext des verlorenen Juwels besser funktioniert als in Boukenger, wo Masumi einfach nur seinen Verwandler kaputt gemacht hat.
Danach gab’s ja das Team Up, zu dem ich definitiv auch noch ein paar Worte verlieren will. Und mit „ein paar Worte“ meine ich im Wesentlichen einen Rant über die Kritik des (primär amerikanischen) Fandoms an diesem Team-Up, die mich ein ums andere Mal wieder daran zweifeln lässt, ob wir uns tatsächlich dieselben Folgen angeschaut haben. Eigentlich der einzige größere Kritikpunkt den ich habe ist, dass mir die Zeitlichen Abläufe von Thrax‘ Existenz nicht besonders plausibel erscheinen. Es könnte zwar schon einen Sohn von Rita und Zedd geben, aber der müsste ja irgendwann in der Zeit um Turbo/In Space entstanden sein, heißt er könnte höchstens 10 Jahre alt sein. Selbst wenn man jetzt mal außer Acht lässt, wie Aliens altern, find ich es doch etwas fraglich, wie das ganze präsentiert wird, da Thrax es ja so rüber bringt, als wäre er Jahrhunderte in dieser Mülltonne gesessen, wenn es maximal ein paar Jahre gewesen sein können. Aber im Großen und Ganzen find ich das zu verschmerzen, denn der Rest des Team-Ups gefällt mir immer noch sehr gut. Ich bleibe nach wie vor dabei, das was die Overdrive Rangers am Ende des ersten Teils gemacht haben, war von ihrem Standpunkt aus zu 100% nachvollziehbar. Ich sehe immer wieder Leute, die sagen, die Rangers hätten einfach „aufgegeben“, aber das halte ich für kompletten Schwachsinn. Es ist ja nicht so, als hätten sie die Welt einfach ihrem Schicksal überlassen und gesagt, „Was soll’s!“, sie haben versucht, ohne ihre Kräfte weiter zu kämpfen, aber konnten absolut nichts ausrichten, wurden daraufhin ersetzt, von Leuten die im Gegensatz zu ihnen, ihre Aufgabe erfüllen konnten und waren fortan dazu verdammt anderen dabei zu zusehen, wie sie ihren Job erledigen. Was hätten sie denn bitte tun sollen? Weiter dumm rumsitzen? Deshalb sind sie einfach dazu übergegangen, ihr Leben weiter zu leben (während die Erde in guten Händen war), weil’s sonst auch nichts anderes zu tun gab und als Mack wieder aktiv geworden ist, sind sie sofort alle anstandslos zurück gekommen, als sie gebraucht wurden. Meiner Meinung nach haben sie da absolut nichts falsch gemacht. Und auch dieses Argument, dass die Retro Rangers angeblich zu wenig Fokus hatten, kann ich irgendwie gar nicht verstehen. Ich denke sogar, es war eines der ausgeglichensten Team-Ups. Die Overdrive Rangers hatten den Kampf am Anfang, den unverwandelten gegen Mig und Kamdor und diese Excelsior Geschichte, während die Retro Rangers ihren Auftritt bei der Rettung der Overdrive Rangers hatten, den Kampf gegen Flurious, Ende der ersten Folge, die Suche nach Alpha, mit dem Kampf im Warenhaus und noch einen kleinen Megazord Kampf (plus natürlich den gemeinsamen Kampf am Ende). Außerdem hatte jeder so ein bisschen die Chance, mit seinen Eigenarten herauszustechen, wie Xander mit seinem Versuch, mit den Chillers zu reden oder Bridge mit seinem gebutterten Toast und es gab auch ein paar nette Interaktionen zwischen den Rangers, wie z.B. die zwischen Kira und Adam „So eine tolle Kommandozentrale, Dr. O. wär begeistert!“ „Weißt du, ich fass es noch nicht, dass er ein Doktor ist!“. Was mehr hätten die Leute denn sehen wollen? Ich würde sogar sagen, das ist mehr, als die meisten Team Ups hatten. Außerdem hatte diese kleine Side Story für die Overdrive Rangers, den positiven Nebeneffekt, dass man diese Folge dadurch in die Entwicklung der Staffel mit einbinden konnte, weil der Goldene Ritter dadurch seine physische Gestallt wieder erhalten hat. Irgendwie musste man diese Form ja auch einführen (das Sentai Material wäre kaum zu vermeiden gewesen) und ansonsten hätte man halt irgendwas anderes kürzen müssen. So konnte man das ganze gut in einen bestehenden Plot integrieren und gleichzeitig dem Team-Up einen tieferen Zweck für die Staffel verleihen? Ich seh darin nur Positives.
Die vierte Juwelen Arc war dann ja relativ kurz, mit lediglich vier Folgen. Das einzige was ich hierbei etwas seltsam fand war die Verbindung zwischen dem Skarabäus und der Fackel? Ich meine, was genau hatte der darin zu suchen? Aber der Rest war ziemlich gut. Der Zweiteiler zu Ronnys Entführung war sehr spannend aufgebaut, auch wenn er inhaltlich vielleicht nicht die gleiche Gewichtung hatte, wie in Boukenger. Was ich mich hier auch gefragt hab ist, warum genau der Goldene Ritter durch die Berührung mit diesem Energie Absauggerät böse wurde. Aber naja. Das Highlight war hier aber definitiv auch die letzte Folge, die man mit dem Geheimnis von Mack verbunden hat, das ich nach wie vor für einen der stärksten Twists in ganz Power Rangers halte. Gar nicht unbedingt, weil er jetzt großartig überraschend gewesen wäre, sondern mehr wegen dem was diese Offenbarung auslöst und wie die Charaktere damit umgehen. Gerade wie Mack darauf reagiert ist sau stark, es ist nur allzu nachvollziehbar, dass es dich an dir und deiner Identität zweifeln lässt, zu erfahren, dass dein ganzes Leben eine Lüge war und auch das anschließende Gespräch zwischen ihm und Spencer fand ich extrem effektiv. Gleichzeitig find ich’s aber gut, dass danach nicht einfach alles vergeben und vergessen ist, sondern sich die Nachwirkungen des Twists noch bis zum Finale hin ziehen. Wenn man das beispielsweise mal mit dem Twist in Dino Fury vergleicht, dass Zayto indirekt für die Invasion der Sporix verantwortlich war, das wurde nach der entsprechenden Folge eigentlich kaum noch erwähnt. Und ich find‘s auch immer noch super, wie man da das Debut des Battlizers gleich mit eingebaut hat. Als Einzelfolge war wahrscheinlich sogar noch ein besseres Debut als das von Mystic Force. Die Entdeckung des Juwels war hier natürlich nur ein kleines Anhängsel, was aber ok ist, auch das hat man halbwegs solide über die Bühne gebracht, auch wenn es relativ simpel war.
Die letzte Juwelen Arc ist dann im Prinzip schon Teil des Endgames bzw. geht fließend in das Endgame über, mit der Story um den Kelch und dem Ende der Furchtkatzen. Vor allem der Kampf gegen Agrios war sehr stark (auch wenn ich mich frage, wieso die anderen drei Relikte eine Juwelen Signatur hatten), ich mag das Konzept, dass die Furchtkatzen sich hier über die anderen Gruppen erheben und sich nach dem Kampf gegen die Rangers selbst zum Sieger erklären. Auch hier hat man Macks Identitäts Krise sehr gut mit eingebaut, in Form seiner Selbstmord Mission in Tyzonns Zords. Die Tyzonn Story fand ich halt insofern etwas seltsam, dass man keinerlei Erklärung dafür erhalten hat, warum Crazar überhaupt noch lebt, nach der letzten Folge und außerdem könnte man sich hier fragen, warum die Furchtkatzen diese ganze Illusion überhaupt für nötig gehalten haben, anstatt Tyzonn einfach zu töten, nach dessen Kampf gegen Kamdor. Ansonsten aber ein guter Zweiteiler.
Die Anschließende Clipshow gehört natürlich ebenfalls wieder zu den besten ihrer Art und war aus gutem Grund immer eines meiner Lieblingsbeispiele dafür, wie man eine Clipshow umsetzen sollte. Was mir hier besonders gefällt, ist das Konzept, dass es eben nicht auf die Fundorte der Juwelen ankommt, sondern darauf, wo die Spur angefangen hat, damit man zurück verfolgen kann, in welchem Umkreis die Juwelen auf Pangäa gelandet sind. Das ist total logisch und ich könnte mir gut vorstellen, dass viele andere Staffeln das vielleicht ignoriert hätten. Die drittletzte Folge war, wie oben schon mal angesprochen, etwas gepresst und war mir vom Ablauf her ein bisschen zu random. Vor allem frag ich mich warum genau sich der Kelch in diese Schale verwandelt hat, anstatt den Weg zu ihr zu deuten oder sowas in der Art und ich bin mir auch nach wie vor nicht so ganz sicher, was sich Kamdor davon versprochen hat, Miratrix in diesen Kristall zu sperren? Und sitzt sie da jetzt auf immer und ewig fest? (Wenn moderne Staffeln so scharf darauf sind, irgendwelche ehemaligen Schurken zurück bringen, dann wäre sie meiner Meinung nach eine deutlich logischere Wahl als Zedd oder zum 10ten mal Sledge). Der Kampf zwischen Will und Kamdor war dann aber doch ganz gut, ich find’s generell ganz cool, dass man es hier gut hinbekommen hat, eine vernünftige Rivalität zwischen den beiden aufzubauen, ohne dieses ganze Darkness Zeug. In der vorletzten Folge hat man wieder sehr schön mit Macks Identitäts Krise gearbeitet und ich muss sagen, ich find auch immer noch die Idee, dass das fünfte Juwel die ganze Zeit über in Hartfords Anwesen war, ziemlich cool. Der „Endkampf“ gegen Moltor war verhältnismäßig unspektakulär, aber ich find’s in Ordnung, dass man den Moment, ihn zu töten, Flurious geben wollte. Das einzige was ich mich halt frage ist, wieso zur Hölle Vella bei Moltor ist. Ich meine, mal im Ernst, das wurde einfach so in den Raum hinein gestellt und so behandelt, als wäre es das normalste der Welt, dass er sie hat. Wenn dann hätte sie doch wohl eher bei den Furchtkatzen bzw. Crazar sein müssen. Mit Moltor hatte sie ja überhaupt nichts am Hut. Das war schon ziemlich seltsam.
Das Finale war dann aber eigentlich wieder ziemlich gut, insbesondere für eine (mehr oder weniger) Einzelfolge. Vielleicht nicht auf dem Niveau von S.P.D. oder Dino Thunder, aber auf jeden Fall besser als das von Mystic Force, Ninja Storm und Wild Force. Vor allem diese Szenen zwischen Mack und Andrew Hartford, als die Rangers Flurious die Juwelen geben mussten, waren extrem stark. Der eigentliche Schlusskampf war relativ straight forward, man musste ja nur noch Flurious besiegen und sonst nichts mehr. Diesen 30 sekündigen Mecha Kampf, den man da in die Mitte geschoben hat, hätte man sich schenken können, keine Ahnung warum man das Gefühl hatte, das Verwenden zu müssen, aber ansonsten ein guter Kampf, mit einem befriedigenden Ergebnis. Dass Mack sich geopfert hat, um Flurious zu besiegen fand ich vollkommen in Ordnung und hier hat es mich auch gar nicht gestört, dass er anschließend wieder erweckt wurde, weil man es nicht durch eine Träne oder irgendwas dergleichen gemacht hat, sondern mit der Kraft der Corona Aurora. Ich meine, wenn es irgendwas im Universum gibt, bei dem es Sinn ergibt, dass es die Macht hat, Menschen (oder Roboter) zum Leben zu erwecken, dann ist es die Krone der Götter. Auf jeden Fall ein recht guter und runder Abschluss.

Das Overdrive Team gehört nach wie vor zu meinen Lieblings Teams. Ich könnte spontan gar nicht so recht sagen, wer genau jetzt mein Favorit ist. Spätestens nach ihrer jeweiligen ersten Fokus Episode fand ich jeden einzelnen von ihnen sympathisch und auch wirklich langweilig fand ich eigentlich keinen. Das einzige was wohl hätte besser sein können, das war die Fokus Verteilung, vor allem Dax hat insgesamt nur 2 Stück bekommen und die waren beide im ersten Drittel. Neben Mack hatte den meisten Fokus mit Sicherheit Will und irgendwie fand ich seine Fokus Folgen auch im Schnitt immer am besten. Wenn ich ein schwächstes Glied nennen müsste, wäre es wahrscheinlich sogar Tyzonn, weil er halt doch so seine seltsamen Momente hatte. Aber auch er ist immer noch absolut solide. Ich muss sagen, dass mit den zivilen Kräften ist hier von allen Staffeln tendenziell noch am unnötigsten rüber gekommen. Sie haben mich zwar nicht gestört, aber inhaltliche Relevanz hatten sie eigentlich nicht (außer der von Tyzonn vielleicht) und beispielsweise die von Dax oder Rose wurden auch fast nie benutzt.
Von den Nebencharakteren sticht natürlich in erster Linie Spencer raus, der vielleicht die beste Mentor Figur überhaupt in irgendeinem Toku sein könnte. Ich find’s einfach cool, dass er auf der einen Seite so herzensgut und Buttler typisch sehr vornehm ist und gleichzeitig aber so direkt und trocken, wenn er jemandem was vermitteln will. Auch Andrew Hartford find ich als Anführer ziemlich gut, anders als Spencer hab ich ihn eigentlich nie so recht als Mentor betrachtet, sondern mehr als eine Art Commander im Stil von Captain Mitchell und in der Position funktioniert er meiner Meinung nach sehr gut.

Die Schurken sind halt mehr wegen dem Konzept als wegen den Individuen interessant, dieses System, vier verschiedene Fraktionen zu haben, die nicht nur gegen die Rangers, sondern auch gegeneinander antreten müssen, ist einfach nach wie vor sau geil, noch umso mehr um Kontext von Overdrive, wo es tatsächlich um ein übergeordnetes Ziel geht und nicht nur um das jeweilige Precious der Woche. Ich schätze man hätte die Fraktionen noch ein bisschen öfter direkt gegeneinander kämpfen lassen können, aber das was man bekommen hat, hat durchaus gereicht, um das Konzept rüberzubringen. Und was ich cool finde ist, dass jede Gruppe so ihre Eigenarten hatte, wie die Furchtkatzen mit ihren Robotern oder Kamdor, der sich aus irgendwelchen Gegenständen Monster erschaffen kann. Wie bei S.P.D. hat man sich hier wieder sehr gut die Gegebenheiten der Sentai Staffel zu Nutze gemacht, um die Folgenhandlungen abwechslungsreich zu gestalten.
Von den Individuen würde ich sagen, dass für mich nach wie vor die Furchtkatzen am meisten raus stechen. Allein von ihrer Story her, mit dem gemeinsamen Background mit Tyzonn, waren sie am interessantesten und auch von ihrer Kraft und ihren Vorgehensweisen her, haben sie auf mich immer wie die bedrohlichsten und ernstzunehmendsten Gegner gewirkt. Ich finds auch cool, dass Mig und Benglo hier tatsächlich gleichberechtigte Partner sind, ohne eine Form von Hierarchie, sowas gibt’s tendenziell eher selten. Miratrix und Kamdor fand ich auch noch recht solide, sie hatten zumindest die Dynamik untereinander und die Rivalität mit Will, was hat sie halbwegs unterhaltsam gemacht. Moltor und Flurious dürften wahrscheinlich sogar die schwächsten Glieder gewesen sein, gerade Flurious war hier wohl auch der inaktivste der Schurken, auch sie waren aber immer noch ok. Auf jeden Fall noch über den meisten Zordon Ära Schurken. Ich find’s jetzt auch nicht unbedingt schlimm, dass man Flurious zum Endgegner gemacht hat, zumal es sich durch den Ablauf in Boukenger einfach so am besten angeboten hat. Die Staffel hat ja auch mit ihm und Moltor angefangen, da ist es nur logisch, dass man sie auch mit einem von ihnen beendet.

In der Summe ist Operation Overdrive auf jeden Fall immer noch eine ziemlich gute Serie. Allein das Storytelling trägt hier für mich halt schon einen großen Teil der Staffel und da ich (anscheinend im Gegensatz zu vielen anderen) auch die Charaktere super finde, sticht von den negativen Punkt jetzt nicht allzu viel raus. An S.P.D. & Mystic Force kommt sie für mich zwar wahrscheinlich nicht ran, aber ich würde sie dennoch in einem ähnlichen Bereich wie Wild Force oder Dino Thunder verordnen, sprich durchschnittliche Disney Qualität und das allein ist eigentlich schon besser als das meiste, das davor oder danach kommt.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 17. Mär 2022, 05:13

Nach ca. nem Monat Pause geht’s jetzt weiter in meinem Power Rangers Rewatch und zwar mit Jungle Fury. Die letzte Staffel, die ich persönlich noch als eine meiner „Kindheitsstaffeln“ bezeichnen würde und damit definitiv auch eine, bei der es nötig war, sie meiner Bewertungslinie anzupassen. Wenig überraschend gefällt mir auch Jungle Fury immer noch sehr gut, wie bei Dino Thunder, hab ich dieses Mal aber schon ein paar Sachen gefunden, mit denen ich jetzt nicht mehr zu 100% zufrieden bin.


Wie auch schon Mystic Force und Overdrive hat Jungle Fury definitiv das Storytelling, das man von der Disney Ära erwartet. Ich würde sagen, die Staffel hat genau einen klaren Füller und zwar diese Clipshow Folge, in der die Rangers in dieser Game Show gefangen waren. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich die, gerade im Vergleich zu den starken Clipshows der letzten paar Staffeln auch nicht sonderlich gut fand, aber ansonsten ist eigentlich konstant irgendwas passiert. 2-3 Folgen, wo’s nur Kleinigkeiten waren, die die Folgen relevant gehalten haben, der Rest war eigentlich durchgehend Plot. Die Konstanz der einzelnen Folgen dürfte wohl in etwa auf dem selben Level wie bei Overdrive gewesen sein, gerade in der Anfangsphase gab es ein paar so Folgen, wo ich die B-Plots nicht besonders gut fand, vor allem die zweite und dritte Folge der 5 Finger des Gifts Arc oder auch Folge 9 mit diesem Kind, das sich diesen Drachen kaufen will. Die waren für meinen Geschmack etwas zu sehr nach diesem Dino Fury Prinzip aufgebaut, dass irgendein Charakter sich wie ein Arsch verhält und dann eingetrichtert bekommt, warum das scheiße ist. Würde mich vermutlich nicht so sehr stören, wenn ich nicht aktuell durch Dino Fury etwas sensibilisierter gegenüber diesen Plots wäre, zumal es ja auch nur gelegentlich mal vorgekommen ist, aber momentan sticht sowas für mich halt negativ raus. Auf der anderen Seite hatte man aber auch mal sau coole Messages, wie dieses spezielle Training von RJ in Folge 3, sowas könnte man ruhig öfter mal machen. In der Summe war das also schon ok.

Der Hauptteil der Story war wie bei Mystic Force (und Gekiranger natürlich) wieder in drei größere Arcs aufgeteilt, auch wenn die erste davon rückwirkend betrachtet eigentlich nur so eine Art Prolog zum Rest der Staffel war, mit den Toy Einführungen und dem Kampf um die Lebenskrallen als einzigem größeren Mehrwert. Trotzdem find ich das das Konzept der 5 Finger des Gifts ziemlich cool, die folgen ja mehr oder weniger dem selben Prinzip wie 10 Schrecken, mit einer Gruppe von „General-ähnlichen“ Monstern, die gemeinsam eingeführt und dann der Reihe nach abgearbeitet werden. Charakterlich war von denen zwar nur Naja wirklich interessant, aber ich würde trotzdem sagen, dass sie ihren Zweck gut erfüllt haben, vor allem die erste und letzte Folge dieser Storyline waren auch ziemlich stark, bei den anderen beiden war halt wie gesagt der B-Plot eher Mittel.
Danach hatte man die stückweise Einführung der Meister und Obersten Herren, die größtenteils eigentlich recht gut waren. Vor allem das Debut von Jellica fand ich ziemlich stark und was ich auch ganz cool finde ist, dass man Meister Finn mit RJ verbunden hat, um da direkt etwas Background einzustreuen. Auch sowas wie, dass man die Tatsache, dass RJ blind kämpfen kann auf Meister Swoop zurück geführt hat, ist ein nettes Detail, das etwas zur Kontinuität zwischen den Folgen beiträgt. Der erste größere Climax der Arc war dann die Einführung des Jungle Master Modus, zu der ich so ein bisschen gemischte Gefühle habe. Bei meiner Gekiranger Review hab ich ja gesagt, dass ich sie in Jungle Fury besser fand, aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Was ich zwar hier besser finde ist, dass RJ sich opfert, damit Dai Shi die Rangers laufen lässt (was man auch noch recht clever als Set Up für die Story des Wolf Rangers benutzt hat) und ich mag auch das Konzept mit der Welt der Geister, aber auf der anderen Seite muss ich sagen, dass dieses ganze KaGeki Ding in Gekiranger ein viel größeres Thema war, das auch besser erklärt wurde, während hier die Rangers einfach nur so eine Mutprobe absolvieren mussten und schon waren sie in der Lage dazu, den Jungle Master Modus zu aktivieren, inklusive Klauen Booster, welche in Gekiranger von SCRTC entwickelt wurden, während sie hier einfach dabei waren. An sich waren die Folgen aber trotzdem sehr solide.
Das Build Up zum Debut des Wolf Rangers war dafür aber ziemlich gut. Da man dieses Konzept mit den Tierformen in Gekiranger hier in der Form nicht hatte, musste man sich etwas Eigenes ausdenken, um RJs Werwolf Form zu erklären, was man find ich sehr gut hinbekommen hat. Es hat mich hier auch gar nicht so sehr gestört, dass Fran ihn zurück holen kann, in dem sie auf ihn einredet, weil man von Anfang an etabliert hat, dass es mehr eine Kopf Sache ist. Nur dass er seinen Verwandler einfach so rum liegen hat, find ich nicht so prickelnd. Da kommt halt das Problem durch, dass man nie so recht erfährt, woher genau RJ seine Technologie eigentlich bezieht. Es wird am Anfang zwar erwähnt, dass er wohl irgendwie jemanden kennt, der Zugriff auf das Morphin Grid hat, aber das ist halt einfach sehr schwammig und selbst dann muss man immer noch sagen, dass es schon ein großer Zufall war, dass der Verwandler ausgerecht zu diesem Zeitpunkt gerade einsatzbereit war. Ähnliche Situation übrigens auch bei Dominic. Er sagt halt, er wäre gern ein Ranger und RJ drückt ihm nen Verwandler in die Hand. Generell war dessen Debut etwas seltsam, auch wenn die Folge an sich durchaus gut war, aber sie war irgendwie so… in sich geschlossen, ohne großartiges Build up oder irgendwas drum rum. Bei Sentai wäre das gar nicht so ungewöhnlich, aber vor allem für Disney Ära Power Rangers ist das etwas ungewohnt, dass ein Ranger einfach so auftaucht. Die Story um den Rhino Nexus und der Kampf um den Kontroll Dolch, war dann aber wieder ziemlich gut. Darauf wurde ja schon vor dem Debut des Rhino Rangers hingearbeitet. Man kann sich zwar fragen, warum genau die Power des mächtigsten Nexus nun ausgerechnet ein Rhino Zord ist und auch warum Dominic seinen Geist nicht einfach wie die anderen entfesseln kann, aber ich find’s trotzdem gut, wie man das ganze aufgebaut hat, auch mit dem langsamen Build Up zu den Phantom Biestern, das man damit noch verbunden hat. Mit dem starken Folgen um den Background der Kenma kann das ganze zwar nicht ganz mithalten, ansonsten war Climax der Obersten Herren Story aber ziemlich gut.
Das Debut der Phantom Biester und die davon ausgehende Geist Ranger Arc war einfach nur stark und wahrscheinlich der einzige Teil der Staffel, den ich wirklich klar besser fand, als die entsprechenden Gekiranger Folgen. Generell find ich das Set Up der Phantom Biester hier etwas interessanter, als die individuellen Einführungen von Long, Sanyo & Suugu in Gekiranger und das Konzept der Geist Rangers bringt nochmal einen völlig neuen Spin in das Prinzip von Bösen Rangers, den wir bis dato noch nie hatten. Ich denke, dass ich auch Whigers Redemption vielleicht sogar besser fand als in Gekiranger, weil er hier halt nicht nur eine willenlose Puppe ist, weshalb sich das Ganze für meinen Geschmack etwas natürlicher anfühlt. Und ich mag auch das Konzept der 8 Phantom Biester Krieger, weil sie halt mehr oder weniger demselben Prinzip wie die 5 Finger des Gifts folgen und ebenfalls für etwas Kontinuität sorgen. Im Großen und Ganzen ist die Phantom Beast Arc wahrscheinlich sogar die beste der Staffel.
Das Endgame war größtenteils solide. Vor allem die Redemption von Jarrod und Camille war ziemlich stark, man hatte hier definitiv auch wieder sehr viel Build Up und ich denke es funktioniert auch sehr gut mit dem wie man die Dynamik zwischen den beiden und die zwischen Jarrod und Dai Shi etabliert hat. Auch dass Jarrod sich danach noch Vorwürfe macht, da er ja bereits zuvor nicht gerade der Sympathieträger der Nation war, find ich ziemlich gut. Nur das Finale selbst, find ich nach wie vor so ein bisschen mittel, wenn ich ehrlich bin. Nicht das schlechteste Finale, aber es hatte teilweise die gleichen Probleme, die auch das Finale von Mystic Force hatte, dass man eben versucht hat, ein wenig zu viel unterzubringen. Ich bin nicht ganz sicher, warum genau es notwendig war, Scorch den Kampf der letzten Folge überleben zu lassen und hier nochmal vernichten zu lassen, bloß dafür, dass er dann eh wieder mit den anderen aus der Welt der Geister zurück kommt. Und generell ist dieses Ding mit dem Öffnen des Tors zur Welt der Geister so ein bisschen aus dem Nichts gekommen. Selbst Ninja Storm hatte noch mehr Build Up dafür. Außerdem bin ich ja meistens kein riesen Fan davon, wenn die Rangers ihren finalen Gegner unverwandelt besiegen, auch wenn ich es hier noch glaubwürdiger fand, als bei Lothor, weil Jarrod Dai Shi von innen heraus geschwächt hat (und er hier immerhin auch vernichtet wurde und nicht nur in den Abgrund geschubst), auch wenn sein „Opfer“ natürlich nicht mit dem von Rio vergleichbar ist. Wie gesagt, gibt schlimmeres, hätte man aber alles etwas besser umsetzen können.

Die Rangers würde ich als Team tatsächlich unter die letzten paar Staffeln stellen, auch wenn sie immer noch absolut in Ordnung sind, aber mit starken Teams wie Dino Thunder oder Overdrive können sie definitiv nicht mithalten und zumindest bei den Core Drei würde ich in der Summe auch ganz klar die Gekirangers bevorzugen. Lily ist von den dreien mit Sicherheit die beste und sympathischste, sie würde ich mit Ran in etwa gleichsetzen, aber gerade Theo ist häufiger Mal in seinen Fokus Folgen nicht so gut weg gekommen und auch Casey hatte den ein oder anderen etwas unsympathischen Moment. Und man muss auch sagen, dafür dass er (anders als Nick oder Mack) keine wirkliche Storyline in dem Sinne getragen hat, hatte er echt viel Fokus. Nebenbei bemerkt finde ich es übrigens auch hier, wie bei Ninja Storm, schade, dass man nie erfährt, woher genau die Pai Zhuq Schulen eigentlich ihre Schüler nehmen. Ich mag aber irgendwie das Konzept, dass die Rangers eigentlich nicht Teil des Ordens der Klaue sind, sondern sie nur darauf zurück greifen, weil sie es halt können.
RJ auf der anderen Seite ist natürlich nach wie vor ein absolutes Meisterwerk von einem Charakter und auf jeden Fall deutlich besser als Gou, generell einer der besten Toku Charaktere überhaupt. Dominik find ich auch sehr solide, im internen Ranking würd ich ihn auf Platz 3 zwischen Lily und Casey setzen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich ihn über Ken setzen würde oder nicht, der war bei Gekiranger ja auch irgendwo in der Mitte. Das einzige was mich halt irritiert, ist wie erwähnt, sein ziemlich abruptes Erscheinen, aber als Charakter war er sehr unterhaltsam. Fran und Flit waren auch ganz gute Nebencharaktere, können für meinen Geschmack aber nicht mit Spencer oder dem tollen Nebencast von Mystic Force mithalten. Flits Background ist auch nicht so gut wie der in Gekiranger, wenn auch immer noch zufriedenstellend erklärt. Bei den (drei lebenden) Meistern find es etwas schade, dass sie außerhalb der Geist Ranger Arc eigentlich keine wirklichen wiederkehrenden Nebenrollen waren, wie in Gekiranger, gerade bei Meister Finn hätte es sich ja durchaus angeboten. Aber naja.

Die eigentlichen Stars der Staffel sind wie auch bei Gekiranger natürlich ganz klar die Schurken, die auch den Großteil der Handlung getragen haben. Vor allem die konstanten Entwicklungen in den Reihen der Bösen, diverse Machtwechsel und Veränderungen in der Dynamik zwischen den einzelnen Charakteren, machen die Schurken hier definitiv zu einer der besten Gruppen in Power Rangers. Von der Lore her muss ich zwar sagen, dass vor allem die Obersten Herren nicht so gut waren wie die Kenma, hier hat man eigentlich nie so zweifelsfrei geklärt, was genau es eigentlich mit diesen ganzen Tier ähnlichen Wesen auf sich hat, in der praktischen Umsetzung würde ich aber schon sagen, dass die Schurken hier immer noch recht gut mithalten können. Und die Infos die man bekommen hat, waren immer noch deutlich besser, als das was zum Beispiel Lost Galaxy oder auch Mighty Morphin so in den Raum geworfen haben. Vor allem das Konzept der Phantom Biester find ich eben ziemlich cool, unter anderem die Idee, dass sie im damaligen Krieg eine dritte, neutrale Partei gebildet haben, sich dieses Mal aber auf die Seite des Dai Shi stellen wollen, um auf der Sieger Seite zu stehen, ist sehr interessant. Außerdem muss man hier der Fairness halber dazu sagen, auch die Existenz von Long, wurde nur relativ schwammig erklärt, da war das, was man zu den Phantom Biestern bekommen hat, sogar fast noch mehr. Auf der anderen Seite hatte man so jemanden wie Grizzaka, der ursprünglich Dai Shis Untergebener war, es aber nicht akzeptieren kann, dass dieser sich nun in einem „schwachen“ menschlichen Körper befindet und deshalb selbst das Kommando übernimmt, was ebenfalls ein cooles Konzept ist.
Was ich sagen muss, ich kann langsam definitiv verstehen, warum viele immer sagen, dass die Grenzen zwischen Dai Shi und Jarrod ziemlich verschwommen sind, nach der Anfangsphase sind die beiden immer mehr zu einem gemeinsamen Charakter verschmolzen, allerdings denke ich, dass das zumindest zum Teil durchaus so beabsichtigt war und im Großen und Ganzen find ich das Konzept eigentlich auch in Ordnung, so wie’s ist. Vor allem gegen Ende, als Jarrod anfängt sich von Dai Shi zu lösen, zeigt sich find ich, dass das Ganze durchaus seine Berechtigung hatte. Ich würde jetzt auch nicht unbedingt sagen, dass Rio so viel besser war, auch er hat erst gegen Ende an Tiefe dazu gewonnen und war die meiste Zeit über ein relativ simpel strukturierter Charakter, von daher kann man der Staffel hier find ich keinen großen Vorwurf machen. Bei Camille und Mele ist es halt nach wie vor so, wie ich in meiner Gekiranger Review gesagt hab, Mele ist sympathischer, aber Camille ist inhaltlich die interessantere Rolle, weil sie halt viel mehr um die Gunst von Dai Shi kämpfen musste und am Ende auch realisiert, dass es die ganze Zeit eigentlich eher Jarrod war, den sie liebt. Beide Umsetzungen funktionieren, für das was sie sind.


Ich hab ja damals nach Gekiranger gesagt, dass ich Jungle Fury für den Moment noch einen Tick höher stellen würde, sich dann aber bei den Rewatches zeigen muss, wie aussagekräftig das ist und jetzt, wo ich Jungle Fury nochmal als Gesamtwerk vor Augen habe, muss ich denke ich anerkennen, dass Gekiranger in der Summe die bessere Serie ist. Es gibt definitiv auch ein paar Dinge, die ich hier besser fand, aber letztlich hat Gekiranger doch in mehr Aspekten die Oberhand, womit Jungle Fury nun offiziell eine von lediglich zwei Disney Staffeln ist, die ich schwächer finde, als ihre Sentai Vorlage (wenn auch der Unterschied immer noch nicht wahnsinnig groß ist). Darüber hinaus würde ich aber trotzdem sagen, dass die Staffel immer noch ziemlich gut ist und ganz klar im oberen Bereich mitspielen kann, wenngleich es wohl nicht für Platz 1 in meinem Power Rangers Ranking (auf den sie nach der Abstufung von Dino Thunder und Mystic Force zwischenzeitlich gerutscht ist) reichen wird.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Power Rangers Edition)

Beitrag von Tokusatsu_Nerd02 » Do 31. Mär 2022, 18:56

Ich hab die auf Deutsch ich mag JF auch Gekiranger

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Re: Power Rangers Jungle Fury

Beitrag von fumpen » Fr 1. Apr 2022, 14:30

Willkommen auf Sentaiworld.de, Tokusatsu_Nerd02.

Ich teile des Ranger_L Standpunkt, dass die Schurken bei Jungle Fury mit Abstand zu den besten weil schillerndsten und abwechslungreichsten Charakteren gehören im Power Rangers- Universum.
"Earth will be mine."
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