Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » So 22. Dez 2019, 05:04

Nach 39 Staffeln ist es jetzt endlich so weit, als vermutlich letzten Toku des Jahres (und damit auch des Jahrzehnts) hab ich jetzt mit Gokaiger angefangen und bin bei 10 Folgen. Ich muss sagen, nach Taro fühlt sich die Serie bisher wie ne absolute Offenbarung an.


Das Storytelling gefällt mir soweit recht gut, durch die Tribute, die durch die Greater Powers auch einem inhaltlichen Zweck dienen, hat man eigentlich das Gefühl, dass immer was passiert und gerade nach der langen Zeit, die ich gewartet hab, um mit Gokaiger anzufangen, sind die Gast-Auftritte der Sentai Charaktere auch ziemlich effektiv.
Der Start war denk ich mal durchschnittlich, bis leicht überdurchschnittlich, für Sentai Verhältnisse, was nicht unbedingt viel sagt, aber man hat es wie üblich recht schnell geschafft, die Serie aufzufangen und die Story und die Konzepte zu etablieren, sodass man leicht mitkommt.
Dass sich die Kräfte der Rangers zu Beginn einfach mal alle in Ranger-Keys verwandelt haben lass ich mal so stehen, aber es ist immerhin mehr, als das was man in Megaforce erfahren hat und ich denke, dass AkaRed sie gesammelt und Marvelous übergeben hat, ist auch ein plausibler Grund, warum sie alle von Anfang an haben. Der Sache mit den Greater Powers steh ich ehrlich gesagt noch eher kritisch gegenüber, weil es halt schon so ein bisschen diesen „Random Sachen machen, um Kräfte freizuschalten“ Flair hat. Bei GaoLion fand ich es irgendwie logisch, da der ja ein eigenständig denkendes Lebewesen ist, das selber entscheiden kann, ob er sich den Gokaigers anschließen will, aber bei den anderen eher so naja. Aber mal schauen, wie sich das entwickelt.

Die Gokaigers find soweit eigentlich alle sehr sympathisch und auch unterhaltsam. Und ich find’s gut dass man auch schon bei den meisten etwas Background zumindest angeteasert hat. Ich fänd’s ganz cool, wenn man auch noch erfährt, wie genau sie sich getroffen haben, aber da ist man glaub ich auf einem sehr guten Weg.
Die Bösen haben auf den ersten Blick durchaus Potenzial, gerade zwischen Damaras und Gill merkt man auch, dass es da gewisse Spannungen gibt, es hängt halt letztlich davon ab, was man daraus macht. Die Schurken von Zyuohger hatten schließlich auch Potenzial. Also mal schauen was da noch kommt. Ich find’s aber gut, dass man hier den Vater von Gill schon von Anfang an erwähnt hat, das verhindert, dass er, wenn er dann mal auftaucht, nicht so aus dem Nichts kommt, wie beispielsweise Yogoshimakuritain.


Soweit ist die Serie auf jeden Fall sehr unterhaltsam und macht eigentlich auch nicht viel falsch. Ich erwarte jetzt nicht unbedingt die riesen Story, aber der Jubiläumsaspekt ist bislang sehr gut umgesetzt und die Charaktere sind auch gut, wenn die Serie da weiter macht, kann Gokaiger denk ich eine richtig gute Staffel werden.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Sa 28. Dez 2019, 20:30

Ich habe jetzt mit Dynaman angefangen und habe jetzt 10 Folgen gesehen. Bisher ist es recht gut für das, was es sein will. Vor Bioman waren die Sentai Staffeln eh noch recht episodisch, weshalb ich da auch keine große Story erwarte. Auffällig ist aber, dass schon nach zwei Folgen die Bösen mehr Background bekommen haben als die Gegner in Ryusoulger in der gesamten Staffel. Durch einen Meteoriteneinschlag in der Urzeit haben sich im Untergrund unbemerkt die Salamander Menschen entwickelt, die nun die Oberfläche erobern wollen. Bei den Bösen gibt es auch eine Hierarchie, die sich danach richtet, wie viele Schwänze jemand hat. Imperator Aton hat neun Schwänze (vielleicht eine Anspielung auf den mythologischen neunschwänzigen Fuchs?), während sein Sohn Megido fünf Schwänze hat und sein General Kar sieben Schwänze. Demnach steht der General in der Hierarchie sogar höher als der Prinz. Der Name der bösen Vereinigung wurde übrigens von Metallic mit Evilution übersetzt. Im Original heißen sie Jashinka, was eine Zusammensetzung der beiden Wörter Jashin (Böse) und Shinka (Evolution) ist. Ich denke, er hat es übersetzt, um das Wortspiel beizubehalten. Ich bin eher dafür, Eigennamen, wie eben den Namen einer "Organisation", nicht zu übersetzen, sondern lieber mit Translator Notes in der ersten Folge das Wortspiel zu erklären. Hat mich bei Carranger und GoGo V in den Subs auch schon etwas gestört, aber jeder hat da andere Vorzüge.

Die Rangers sind bisher auch recht sympathisch. Sie sind auch gleichzeitig Erfinder und wirken deshalb gerne mal wie die typischen zerstreuten Professoren. Sie sind halt die typischen liebenswerten Chaoten. Die erste Folge fand ich vom Tempo her schon fast zu schnell. Da geraten die zukünftigen Rangers sofort mit den Bösen aneinander, schlagen sie zurück und fliehen, und kommen dann später fast gleichzeitig im Yumeno Forschungszentrum an, wo man erfährt, dass sie dort hinbestellt wurden. Und wie für die alten Staffeln üblich, nehmen sie ihre Rolle als Rangers sofort ohne zu hinterfragen an. Man hat die ersten beiden Folgen eh schon zu einem lose zusammenhängenden Zweiteiler gemacht, also warum nicht das Tempo rausnehmen und direkt einen richtigen Zweiteiler machen? Den Mechakampf hätte man dann auch ruhig in Folge 2 packen können. Man musste nicht unbedingt noch einen Mechakampf in die erste Folge packen. Teilweise ist auch die Handschrift von Hirohisa Soda zu erkennen, nämlich dass Megido öfter mal selbst an vorderster Front mitkämpft. Bisher scheinen die Bösen auch wieder interessanter zu sein als die Rangers, aber mal sehen, was sich da noch entwickelt. Etwas seltsam fand ich, dass die Rangers anfangs darauf geachtet haben, dass ihre Identität auch vor den Bösen geheim bleibt (es drehte sich sogar eine Folge darum), aber vier Folgen später, als bei den Bösen Chimera auftaucht, stellen sich die Rangers ihr direkt in Zivil mit Namen vor. So viel zum Schutz der Geheimidentität. Sie haben es vorher schon einmal beim MOTW gemacht, aber da war es eh egal, weil es eh vernichtet wurde, bevor es was verraten konnte. Hatte schon fast was wie später in Fiveman mit der Basis der Rangers.

Abgesehen davon können die Folgen bisher aber gut unterhalten und sind recht abwechslungsreich gestaltet. Man kann natürlich wie allen Pre-Bioman Staffeln auch hier den Vorwurf anbringen, dass das letzte Drittel ab dem Roll Call recht generisch ist, aber das finde ich da nicht weiter tragisch. Die Folgenhandlungen an sich waren dafür gut gemischt. Und auch wenn sich im Forschungzentrum immer eine Gruppe Kinder rumtreibt, finde ich es bisher auch nicht allzu kinderlastig. Wenn die Folgenqualität so bleibt, kann es doch eine solide Staffel werden.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 6. Jan 2020, 05:13

Ich bin jetzt mit Gokaiger fertig (hat wegen Weihnachten und Silvester etwas länger gedauert) und ich würde definitiv sagen, dass es eine ziemlich gute Serie ist. Nicht perfekt, aber sie gehört definitiv zu Arakawas besten Werken und ich würde auch sagen, dass sie als Jubiläum wirklich alles geliefert hat, was man sich nur wünschen konnte.


Das Storytelling war jetzt nicht unbedingt was besonderes, aber für das Konzept der Serie hat es eigentlich trotzdem recht gut funktioniert. Gokaiger hatte zwar nicht unbedingt die Riesen Story, aber ich würde sagen, dass die Tribute die Story mehr oder weniger ersetzt haben, weil das Einsammeln der Grand Powers ja letztlich das ist, worum es in der Serie geht. Und in Sachen Umsetzung des Jubiläumsthemas kann der Serie denk ich auch nichts, was ich bisher gesehen hab, auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Es sind nicht nur die ganzen Cameos sondern auch viele kleine Entscheidungen, wie z.B. wann die Gokaigers welche Ranger Keys verwenden oder welches Tribut man mit welchem Plot verbindet, die ich einfach cool fand. Gerade das Liveman Tribut fand ich sehr stark oder auch die Idee mit dem Timeranger Tribut ihren Auftritt im vorherigen Team Up zu erklären ist einfach genial. Dass man danach auch noch das Kakuranger Tribut zu dieser Folge zurück geführt hat, war umso besser.
Die schwächste Phase war wohl tendenziell in den 20ern, zum einen, weil es da außer den Tributen nicht viel Relevantes gab und zum anderen, weil da ein paar einzelfolgen dabei waren, die ich etwas schwächer fand, wie die Fortsetzung des Carranger Tributs oder diese Jetman Folge. In den 30ern ist es dann aber wieder ziemlich gut geworden, was sich dann eigentlich auch bis zum Ende gehalten hat. Schon allein, dass die Bösen mal angefangen haben, ein bisschen was zu machen, hat geholfen.
Die Schlussphase war nochmal richtig stark, vor allem der finale Dreiteiler selbst, gehört definitiv zu den besten Sentai Finals. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh darüber, dass man darauf verzichtet hat, das Problem mit Hilfe der Grand Powers zu lösen und die Gokaigers einen guten Weg gefunden haben, Zangyak alleine zu besiegen, ohne ihre Geschichte zu verändern oder ähnliches. Die ganzen Auftritte der Sentai Veteranen waren nochmal sehr effektiv und man hatte auch nen ziemlich starken Endkampf, ohne anschließenden Mechakampf was mir generell immer am liebsten ist, als Abschluss einer Serie.

Eine Sache, mit der ich ehrlich gesagt nicht so ganz zufrieden bin, das sind die Kräfte der Rangers. Die normalen Ranger Keys find ich noch in Ordnung, aber was mich schon ziemlich stört, das ist, dass man halt nie so richtig erfahren hat, wo genau die Gokaiger Keys herkommen. Es gab ja zuvor keine Gokaigers deren Kräfte sich darin befinden könnten, also was hat es mit denen auf sich? Hat AkaRed die aus sich selbst erschaffen? Wenn ja hätte man das mindestens mal erwähnen sollen und am besten auch noch wie er das angestellt hat. Und die Kräfte von Gokai Silver wurden einfach mal eben von einer Handvoll Geistern erschaffen, was mich auch nicht gerade zufrieden stellt, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Gai ohne erkennbaren Grund, die Fähigkeit hat Ranger Keys zu verschmelzen. So wirklich will mir das alles nicht schmecken.
Von den Grand Powers bin ich auch kein riesen Fan, aber ich kann sie tolerieren, weil man mit der Zeit halt doch dazu übergegangen sind, dass sie von den jeweiligen Rangers selbst verliehen werden mussten. Ich find’s halt nur nach wie vor etwas undurchsichtig, was genau diese Dinger nun eigentlich sind, vor allem da die ja eine reine Erfindung von Gokaiger sind, die es in den originalen Staffeln nicht gab, weshalb man finde ich etwas besser darauf hätte eingehen können, wo die Rangers diese Kräfte haben. Ihre Ranger-Power scheint ja separat zu sein, da die sich schon vorher in den Ranger-Keys befunden hat. Wie gesagt, ich kann darüber hinweg schauen, aber wirklich gut find ich diese Umsetzung nicht.


Die Charaktere waren definitiv stark, wahrscheinlich die besten Charaktere, die ich bisher von Arakawa gesehen hab. Sie waren nicht nur alle sehr sympathisch (sogar die, die eigentlich nicht so sehr meinem Lieblingstyp von Charakter entsprechen wie Joe oder Marvelous), sondern was mich vor allem beeindruck hat ist, dass man tatsächlich jedem Gokaiger eine interessante individuelle Backgroundstory gegeben und bei jedem einzeln erklärt hat, wie er zum Team dazu gestoßen ist. In gewisser Weise hat mich diese erzähl weise etwas an RPM erinnert, wo man ja auch bei jedem die Schritte bis zum Stand der ersten Folge zurück verfolgt hat. Ich hatte ja da schon gesagt, dass ich es cool finden würde, wenn mehr Tokus das machen würden und es freut mich, dass ich jetzt noch einen gefunden hab, der das gemacht hat.

Die Bösen auf der anderen Seite haben hier eher zu den schwächeren Teilen der Staffel gehört. Am interessantesten fand ich hier wahrscheinlich noch das interne Worldbuilding von Zangyak, das mich so ein bisschen an eine Mischung aus Gozma und Shocker erinnert hat, mit vielen einzelnen MotW die irgendwelche Funktionen hatten, wie diesem Doktor der Barisorg erschaffen hat oder dem Söldner, dem Marvelous schon mal begegnet ist.
Von den Einzelnen Charakteren waren die meisten hier allerdings nicht sonderlich spektakulär. Am interessantesten war wohl noch Barisorg, der eigentlich eine recht coole Story hatte und die Folgen, in denen die thematisiert wurde fand ich auch alle ziemlich stark, auch wenn das leider nicht viele waren. Aber Kompliment, dass er wirklich komplett anstandslos vernichtet wurde, ohne großartige Bekehrungsversuche oder ähnliches.
Insarn war mehr oder weniger exakt der gleiche Charakter wie Naria oder Goche und Damaras hatte Potenzial, aber man hat leider nie so wirklich viel mit ihm gemacht, auch wenn ich sagen muss, dass die Tatsache, dass die Rangers wirklich starke Probleme gegen ihn hatten, dadurch dass er nie zuvor gegen sie gekämpft hat, deutlich glaubwürdiger rübergekommen ist, als bei anderen Generälen, die schon die ganze Zeit ins Geschehen eingreifen.
Basco hatte halt schon so ein bisschen was von Zamigo. Er hatte zwar seine Momente und wurde immerhin erst in den 10ern gebracht, was zumindest gut 10 Folgen später als bei LuPat war, aber wenn man bedenkt, dass er daraufhin in der gesamten Zeit zwischen seiner Einführung und den frühen 40ern genau 4 Auftritte hatte war das im Grunde immer noch zu früh. Und wenn man sich mal anschaut, wie viele der Basco Folgen von Komura geschrieben wurden, dann kommt das denk ich mal auch nicht von ungefähr. Und was ich auch schade fand war, dass man nahezu gar nicht auf Sally eingegangen ist, wo genau er sie her hatte und was es mit diesen komischen Monstern in ihrem Bauch auf sich hatte.

Ich muss sagen, dass der eigentliche Oberbösewicht erst sehr spät aufgetaucht ist, hat mich hier tatsächlich gar nicht so sehr gestört, da man ihn eben schon von Anfang an immer wieder mal erwähnt hat und er auch gelegentlich mal irgendwelche abgesandten oder sowas geschickt hat, wodurch er halt nicht aus dem nichts gekommen ist und man nie das Gefühl hatte, an seiner Existenz zweifeln zu müssen (anders als bei Ryusoulger wo ich mir nach wie vor nicht sicher bin, ob die Staffel überhaupt einen Oberbösewicht hat). Auch wie man dann am Ende dafür gesorgt hat, dass er selbst eingreifen muss, fand ich ziemlich logisch umgesetzt und wie gesagt hat mir auch der Kampf gegen ihn gut gefallen. Ein wahnsinnig spannender Charakter ist er sicherlich nicht, aber er hat seinen Zweck erfüllt.


In der Summe, würde ich sagen, ist Gokaiger schlicht und ergreifend genau das was sie sein will: ein verdammt gutes Jubiläum. Ohne diesen Aspekt würde die Serie zweifellos deutlich schlechter dastehen, aber er ist nun mal da und er macht die Staffel als Gesamtwerk ziemlich gut, auch wenn die eigentliche Story nur mittelmäßig ist. Ich würde definitiv sagen, dass es Arakawas beste Sentai Staffel war, wenngleich sie nicht an sein bestes Werk Kuuga rankommt, was mich für Kiramager doch eher optimistisch stimmt, obwohl ich auch schon viele negative Erfahrungen mit ihm gemacht hab. Btw. hab ich auch langsam das Gefühl, dass diese an Zyuohger und LuPat erinnernde Schurkenstruktur sehr stark auf Takaaki Utsunomiya zurück zuführen ist. Eigentlich alle seine Staffeln haben da einen recht ähnlichen Aufbau, nur dass er bei Shinkenger und ToQger halt Kobayashi als Writer hatte, die auch aus so einer Struktur noch was Vernünftiges rausholen kann. Von daher bin ich auch ganz froh, dass Kiramager Tsukada als Produzenten hat, der bisher eigentlich immer zumindest recht einzigartige Schurkenstrukturen hatte.
Das 2010er Fazit werd ich mir wohl noch aufheben, bis Ryusoulger durch ist, aber was ich nun denk ich mit endgültiger Sicherheit sagen kann, das ist, dass Gekiranger-Ninninger meine absolute Lieblings Sentai Ära ist und mit 9 guten Staffeln am Stück, ohne einen einzigen Ausreißer, auch die am längsten anhaltende Stärkephase irgendeines Toku Franchises.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Mo 6. Jan 2020, 23:02

Ranger L hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 05:13
Gerade das Liveman Tribut fand ich sehr stark oder auch die Idee mit dem Timeranger Tribut ihren Auftritt im vorherigen Team Up zu erklären ist einfach genial. Dass man danach auch noch das Kakuranger Tribut zu dieser Folge zurück geführt hat, war umso besser.
Das mit dem Timeranger Tribut fand ich auch sehr gut gelöst. Ich hab mich nach der ersten Folge von Gokaiger ja schon gefragt, wie es überhaupt sein kann, dass die Gokaiger einen Gastauftritt in Goseiger vs. Shinkenger haben können. Dass da innerhalb der Serie wirklich noch eine Erklärung kommt, damit hab ich nicht mehr gerechnet. Das Liveman Tribut gefiel mir auch sehr gut. Vor allem, weil man als Gastranger Jou genommen hat, der eh mein Lieblingsranger in Liveman war. Es war eh erfrischend, wenn es mal ein Tribut gab, in dem nicht der rote Ranger der entsprechenden Staffel als Gastranger kam.
Eine Sache, mit der ich ehrlich gesagt nicht so ganz zufrieden bin, das sind die Kräfte der Rangers. Die normalen Ranger Keys find ich noch in Ordnung, aber was mich schon ziemlich stört, das ist, dass man halt nie so richtig erfahren hat, wo genau die Gokaiger Keys herkommen. Es gab ja zuvor keine Gokaigers deren Kräfte sich darin befinden könnten, also was hat es mit denen auf sich? Hat AkaRed die aus sich selbst erschaffen? Wenn ja hätte man das mindestens mal erwähnen sollen und am besten auch noch wie er das angestellt hat. Und die Kräfte von Gokai Silver wurden einfach mal eben von einer Handvoll Geistern erschaffen, was mich auch nicht gerade zufrieden stellt, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Gai ohne erkennbaren Grund, die Fähigkeit hat Ranger Keys zu verschmelzen. So wirklich will mir das alles nicht schmecken.
Da hab ich mir seltsamerweise nie Gedanken zu gemacht. Ich denke mal, es wäre wahrscheinlich genauer behandelt worden, wenn Gokaiger nach Plan verlaufen wäre. Nach der Fukushima Katastrophe hatten ja deutlich mehr ehemalige Ranger Darsteller ihr Interesse zu Gastauftritten bekundet, so dass es deutlich mehr Tributfolgen gab als vorgesehen. Es sollten ja nur zu den Staffeln Tributfolgen geben, von denen die Rangers neue Mechas erhalten. Da wäre wahrscheinlich auch die Geschichte um AkaReds Piratentruppe vertieft worden. In Super Megaforce hingegen hab ich mich schon viel eher gefragt, wo die Ranger Keys der "Gokaiger" herkamen, wobei es sich in meinem Headcanon um die Kräfte der Rangers von Orions Heimatplanet handelt.
Die Charaktere waren definitiv stark, wahrscheinlich die besten Charaktere, die ich bisher von Arakawa gesehen hab. Sie waren nicht nur alle sehr sympathisch (sogar die, die eigentlich nicht so sehr meinem Lieblingstyp von Charakter entsprechen wie Joe oder Marvelous), sondern was mich vor allem beeindruck hat ist, dass man tatsächlich jedem Gokaiger eine interessante individuelle Backgroundstory gegeben und bei jedem einzeln erklärt hat, wie er zum Team dazu gestoßen ist. In gewisser Weise hat mich diese erzähl weise etwas an RPM erinnert, wo man ja auch bei jedem die Schritte bis zum Stand der ersten Folge zurück verfolgt hat. Ich hatte ja da schon gesagt, dass ich es cool finden würde, wenn mehr Tokus das machen würden und es freut mich, dass ich jetzt noch einen gefunden hab, der das gemacht hat.
Die Charaktere gefielen mir auch sehr gut. Die waren alle sehr sympatisch, auch wenn (oder vielleicht sogar gerade weil) sie nicht die typischen Helden waren und sich selbst auch nicht als Helden gesehen haben, sondern vorrangig als Piraten. Man hat auch wirklich jedem einen guten Grund gegeben, wieso sie sich letztendlich Marvelous angeschlossen haben, bzw. wieso er sie aufgenommen hat. Vor allem weil ja z.B. Don und Ahim nicht unbedingt die typischen Piraten sind.
Die Bösen auf der anderen Seite haben hier eher zu den schwächeren Teilen der Staffel gehört. Am interessantesten fand ich hier wahrscheinlich noch das interne Worldbuilding von Zangyak, das mich so ein bisschen an eine Mischung aus Gozma und Shocker erinnert hat, mit vielen einzelnen MotW die irgendwelche Funktionen hatten, wie diesem Doktor der Barisorg erschaffen hat oder dem Söldner, dem Marvelous schon mal begegnet ist.
Von den Einzelnen Charakteren waren die meisten hier allerdings nicht sonderlich spektakulär. Am interessantesten war wohl noch Barisorg, der eigentlich eine recht coole Story hatte und die Folgen, in denen die thematisiert wurde fand ich auch alle ziemlich stark, auch wenn das leider nicht viele waren. Aber Kompliment, dass er wirklich komplett anstandslos vernichtet wurde, ohne großartige Bekehrungsversuche oder ähnliches.
Bei Barisorg hab ich eigentlich damit gerechnet, dass er am Ende doch noch wieder zu einem Mensch wird oder er sich wieder an sein Leben als Mensch erinnert und überläuft. Ich finde es aber auch besser, wenn es dann, wie in diesem Fall, mal nicht so ist. Dass die Bösen, die vorher mal gut waren, wieder bekehrt werden, kommt eh noch viel zu häufig vor.
Basco hatte halt schon so ein bisschen was von Zamigo. Er hatte zwar seine Momente und wurde immerhin erst in den 10ern gebracht, was zumindest gut 10 Folgen später als bei LuPat war, aber wenn man bedenkt, dass er daraufhin in der gesamten Zeit zwischen seiner Einführung und den frühen 40ern genau 4 Auftritte hatte war das im Grunde immer noch zu früh. Und wenn man sich mal anschaut, wie viele der Basco Folgen von Komura geschrieben wurden, dann kommt das denk ich mal auch nicht von ungefähr. Und was ich auch schade fand war, dass man nahezu gar nicht auf Sally eingegangen ist, wo genau er sie her hatte und was es mit diesen komischen Monstern in ihrem Bauch auf sich hatte.
Auch hier glaube ich, dass man auf Basco mehr eingegangen wäre, wenn die Staffel wie geplant verlaufen wäre. Komischerweise sind mir seine wenigen Auftritte nicht so negativ aufgefallen wie die wenigen Auftritte von Zamigo. Bei Basco hatte ich nie das Gefühl, dass ich dachte "ja, der müsste mal langsam wieder vorkommen." Ich denke, das war hier so, weil er nie so ein großer Teil der Hauptstory war wie Zamigo. Im Mittelpunkt standen ja eher die Great Powers. Klar, LuPat hatte auch die Lupin Collection, aber die wirkte auf mich eher wie eine Randerscheinung. Und durch die Tributfolgen hatte man bei Gokaiger irgendwie nie das Gefühl, dass irgendwas fehlt. Kein Wunder, dass man Basco bei der Adaption dann fallen gelassen hat. Wobei man hier auch eine gute Gelegenheit verstreichen lassen hat. Der Schauspieler von Basco spricht nämlich fließend englisch und hatte damals Interesse daran bekundet, sein eigenes PR Gegenstück zu spielen
In der Summe, würde ich sagen, ist Gokaiger schlicht und ergreifend genau das was sie sein will: ein verdammt gutes Jubiläum. Ohne diesen Aspekt würde die Serie zweifellos deutlich schlechter dastehen, aber er ist nun mal da und er macht die Staffel als Gesamtwerk ziemlich gut, auch wenn die eigentliche Story nur mittelmäßig ist. Ich würde definitiv sagen, dass es Arakawas beste Sentai Staffel war, wenngleich sie nicht an sein bestes Werk Kuuga rankommt, was mich für Kiramager doch eher optimistisch stimmt, obwohl ich auch schon viele negative Erfahrungen mit ihm gemacht hab. Btw. hab ich auch langsam das Gefühl, dass diese an Zyuohger und LuPat erinnernde Schurkenstruktur sehr stark auf Takaaki Utsunomiya zurück zuführen ist. Eigentlich alle seine Staffeln haben da einen recht ähnlichen Aufbau, nur dass er bei Shinkenger und ToQger halt Kobayashi als Writer hatte, die auch aus so einer Struktur noch was Vernünftiges rausholen kann. Von daher bin ich auch ganz froh, dass Kiramager Tsukada als Produzenten hat, der bisher eigentlich immer zumindest recht einzigartige Schurkenstrukturen hatte.
Ja, ohne den Jubiläumsaspekt wäre Gokaiger wohl deutlich schwächer. Wobei man dann sicherlich auch mehr auf die eigentliche Story eingegangen wäre. Da hätte mich doch interessiert, wie Gokaiger ursprünglich hätte verlaufen sollen. Kiramager bin ich aber noch vorsichtig gegenüber eingestellt. Die letzten beiden Sentai Staffeln waren nicht so mein Fall. Zwar haben mir Arakawa und Tsukada im Großen und Ganze gefallen, allerdings waren beide zusammen auch für Dekaranger verwantwortlich. Wenn also beide wieder ihre gemeinsame Leistung von Dekaranger abrufen, haben wir wieder eine episodische Staffel mit wenigen, recht blassen Schurken.
Das 2010er Fazit werd ich mir wohl noch aufheben, bis Ryusoulger durch ist, aber was ich nun denk ich mit endgültiger Sicherheit sagen kann, das ist, dass Gekiranger-Ninninger meine absolute Lieblings Sentai Ära ist und mit 9 guten Staffeln am Stück, ohne einen einzigen Ausreißer, auch die am längsten anhaltende Stärkephase irgendeines Toku Franchises.
Das kommt bei mir auch erst am Ende von Ryusoulger, wobei die letzten beiden Jahre die 2010er ziemlich nach unten gezogen haben. Die Staffeln von Gokaiger bis Kyuranger fand ich aber alle recht gut. Trotzdem würde ich wohl immer noch die 2000er als mein Lieblingsjahrzehnt von Sentai sehen. Obwohl da auch viele Staffeln in der Flop 10 sind, kommen doch einige meiner Lieblingsstaffeln aus den 2000ern. Und ich denke, einige 2000er Staffeln können noch von einem Rewatch profitieren.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 7. Jan 2020, 05:08

Red Ranger hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 23:02
Das Liveman Tribut gefiel mir auch sehr gut. Vor allem, weil man als Gastranger Jou genommen hat, der eh mein Lieblingsranger in Liveman war.
Was ich am Liveman Tribut besonders cool fand war, dass man es mit der Story um Barisorg verbunden hat, die einfach extrem gut zu Liveman passt. Vor allem, dass man die Folge dazu verwendet hat, um zu erklären, dass man die Veränderungen nicht mehr rückgängig machen kann und Joh Joe (lol) dann klar gemacht hat, dass er mit seinem Senpai abschließen muss. Das hat einfach so perfekt funktioniert.
Red Ranger hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 23:02
In Super Megaforce hingegen hab ich mich schon viel eher gefragt, wo die Ranger Keys der "Gokaiger" herkamen, wobei es sich in meinem Headcanon um die Kräfte der Rangers von Orions Heimatplanet handelt.
Klar, da hat man es natürlich auch nicht besser gelöst, aber ich fand es hier schon auch ziemlich herausstechend, weil man eben explizit dieses Konzept mit den Ranger Keys etabliert hatte, dann aber nicht auf die der Gokaigers eingegangen ist. Es gibt auch andere Staffeln in denen die Kräfte der Rangers nicht großartig thematisiert wurden, aber da hat man es meistens geschafft, es so zu verpacken, dass es nicht besonders auffällt, weil die Kräfte z.B. schon immer existiert haben, aber hier fand ich es schon seltsam.
Red Ranger hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 23:02
Auch hier glaube ich, dass man auf Basco mehr eingegangen wäre, wenn die Staffel wie geplant verlaufen wäre.
Red Ranger hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 23:02
Ja, ohne den Jubiläumsaspekt wäre Gokaiger wohl deutlich schwächer. Wobei man dann sicherlich auch mehr auf die eigentliche Story eingegangen wäre. Da hätte mich doch interessiert, wie Gokaiger ursprünglich hätte verlaufen sollen.
Ja da wäre halt schon interessant gewesen, in weit die Serie anders geplant war, als das, was wir am Ende bekommen haben. Gerade eben bei der Sache mit Basco kann es natürlich durchaus sein, dass er im ursprünglichen Plan mehr zu tun bekommen hätte, allerdings wäre es auch durch aus möglich, dass es genau gleich geblieben wäre, nur mit dem Unterschied, dass man dann nicht mehr so viele gute Tribute gehabt hätte, die einen genügend davon ablenken und er dadurch noch schlechter da gestanden hätte. Die gleiche Frage hatte ich mir ja auch bezüglich der Verfügbarkeit des Darstellers bei Zamigo gestellt. Letztlich kann man natürlich immer nur das bewerten, was man bekommen hat und so wie die Staffel ist, bin ich ziemlich froh, dass sie das Jubiläumsthema so umgesetzt hat, wie sie es getan hat.
Red Ranger hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 23:02
Kiramager bin ich aber noch vorsichtig gegenüber eingestellt. Die letzten beiden Sentai Staffeln waren nicht so mein Fall. Zwar haben mir Arakawa und Tsukada im Großen und Ganze gefallen, allerdings waren beide zusammen auch für Dekaranger verwantwortlich. Wenn also beide wieder ihre gemeinsame Leistung von Dekaranger abrufen, haben wir wieder eine episodische Staffel mit wenigen, recht blassen Schurken.
Ich mag Dekaranger auch nicht so wirklich, allerdings muss ich sagen, wenn’s eins gibt, was man der Serie lassen muss, dann ist es, dass sie ziemlich speziell und einzig artig ist und das gleiche kann man auch über Magiranger und Gekiranger sagen. Deshalb denke ich, dass so jemand wie Tsukada Sentai im aktuellen Zustand vielleicht ganz gut tun könnte, da viele der letzten Staffeln (außer Kyuranger vielleicht) hauptsächlich das Problem hatte, extrem generisch und unspektakulär zu sein.
Bei Arakawa ist halt immer meine größte Sorge, dass er sich zu sehr dazu verleiten lässt, auf irgendwelche „Wunder“- Problemlöser zurück zugreifen, womit ich ja vor allem bei Magiranger und Abaranger ziemliche Probleme hatte. Vom Storytelling her waren beide Staffeln gut, wenn er sich jetzt von der Umsetzung her noch mehr an Gokaiger orientieren würde, wäre ich voll und ganz zufrieden.
Ich bin jetzt auch nicht mega gehypt auf Kiramager aber eben vorsichtig optimistisch, weil ich bei beiden weiß, was sie liefern können, wenn sie wollen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Pyro Ranger » Mi 8. Jan 2020, 11:18

Bin zur Zeit dabei Megaranger zu schauen und bin gerade bei Episode 13.

Ich hätte ja am Anfang nicht erwartet das ich die Sentai mögen würde. Irgendwie ging mir das Schulsetting auf den Keks. Die Charaktere sind aber doch recht sympathisch und die Darstellung von Technik, dem Internet und was man damit machen kann ist so herrlich klischeebehaftet 90er XD

Es hilft auch das die Megaranger Suits meine Lieblingssuits im Sentai Franchise sind.
Bin sehr gespannt wies weitergeht :)
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » So 9. Feb 2020, 05:04

Mit Dynaman hab ich jetzt (wie auch schon beim letzten Mal lol) mit der letzten gesubbten Sentai Staffel angefangen. Ich muss sagen, wenn man von Showa Ultraman kommt, dann merkt man den Wechsel auf Soda Sentai auf jeden Fall ziemlich stark, auch wenn es trotzdem noch eine episodische Serie ist, aber allein der Stil ist schon sehr anders und für meinen Geschmack deutlich angenehmer.


Der Start war mal wieder ziemlich schwach. Es war halt wieder so ne Startfolge, die gefühlt aus 90% Action Szenen bestanden hat, alles ist einfach so passiert, die Rangers waren im Grunde nur zufällig alle zur selben Zeit am selben Ort und waren dann natürlich auch sofort bereit dazu, sich als Superhelden zu verpflichten.
Die zweite Folge war wie immer deutlich besser, auch wenn’s immer noch etwas arg viel Action für meinen Geschmack war, aber man hat zumindest noch ein paar Informationen über Jashinka erhalten. Seitdem sind die meisten Folgen eigentlich recht gut, sich mehr auf die Protagonisten als auf One-Shot Charaktere zu fokussieren, hilft eigentlich immer und die wiederkehrende Gruppe von Kindern erfüllt ihren Zweck soweit auch recht gut. Man hat zwar immer noch so ein wenig dieses generische letzte Drittel, aber ich finde, es ist etwas besser als in Goggle V und Sun Vulcan, bis auf die letzte Folge vielleicht, wo man schon Mitte der Folge angefangen hat, aber ich denke, das liegt daran, dass sie sich erst noch an die neue Folgenlänge gewöhnen müssen.

Die Rangers wirken recht sympathisch soweit, wenn auch nicht unbedingt wahnsinnig spannend. Sie scheinen wohl wieder etwas in die humorvollere Richtung zu gehen, mit ihrer leicht zerstreuten Art, was ich ganz gut finde. Fokusverteilung könnte noch etwas besser werden, gerade Shima ist noch sehr blass bisher.
Die Schurken auf der anderen Seite gefallen mir jetzt schon extrem gut. Das Konzept dieser „schwanzgesteuerten“ Rangordnung ist nicht uninteressant und Megido ist definitiv ein spannender Charakter. Er hat sich schon sehr viel selbst am Kampf beteiligt, die Sache mit seinem Schwanz gibt ihm einen guten Grund den Kampf mit DynaRed zu suchen und jetzt mit Chimera könnte man auch eine interessante Rivalität aufbauen. Deren erscheinen war allerdings etwas random, es wäre ganz cool, wenn man mal näher auf die Gesellschaft dieser Jashinka eingehen würde, da es da ja anscheinend neben Aton und Co. auch noch andere gibt, die sich (bislang zumindest) nicht am Kampf gegen die Menschen beteiligen.


Bisher ist die Serie eigentlich recht gut, im Rahmen dessen, was sie sein kann. Soweit ich weiß, kommt jetzt erst mal eine Phase, in der nicht mehr viel passiert, von daher muss sich erst noch zeigen, ob man die halbwegs unterhaltsam gestalten kann. Kommt vielleicht auch darauf an, wie schnell man jetzt mit den 20 Minuten Folgen auskommt. Aber das Fundament ist auf jeden Fall nicht schlecht.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 18. Feb 2020, 05:11

Ich bin mit Dynaman durch (hat gar nicht mal so lange gedauert, wohl auch auf Grund der Folgenlänge) und ich denke, dass es für damalige Verhältnisse eine sehr ordentliche Staffel war. In gewisser Weise ist Dynaman eigentlich das perfekte Bindeglied zwischen Goggle V und Bioman, denn die erste Hälfte (bzw. ersten 2/3) der Staffel war noch in einem sehr ähnlichen Stil wie ihr Vorgänger (wenn vielleicht auch schon mit leicht interessanterem Schurkenkonzept), während das letzte Drittel dann tatsächlich noch relativ Storylastig geworden ist und eigentlich schon deutlich näher an den späteren Soda Staffeln war.


Man muss natürlich schon sagen, dass die Serie in der ersten Hälfte extrem viel Leerlauf hatte. Sie ist nun mal immer noch eine Staffel der „alten Garde“, die noch nicht auf viel Story ausgelegt war, weshalb ich das im Grunde auch ok finde, aber es müssen halt immer auch die Folgenhandlungen liefern können. Das war zumindest zu einen gewissen Teil auch der Fall, ich finde dass man sich nach Folge 10 eigentlich doch relativ schnell auf die kürzere Folgenlänge eingestellt hat, auch wenn der generische Anteil der Folge prozentual betrachtet wohl immer noch etwas größer war, als in den ersten 9 Folgen, aber das geht schon klar und der Großteil der Folge war eigentlich recht unterhaltsam. Die Schwächste Phase der Staffel war für meinen Geschmack wohl Anfang/Mitte der 20ern, da fand ich doch viele Plots relativ eintönig und das war auch denke ich die Phase, in der es am meisten One Shot Kinder gab, auch wenn man hier tendenziell ebenfalls wieder, wie bei J.A.K.Q., eher die „Random reinwerfen, statt die Plots komplett auf ihnen aufzubauen“ Route gegangen ist. Interessanter Weise war es aber auch hier wieder so, dass Hirohisa Soda in dieser Phase nur sehr wenige Folgen geschrieben hat (Um genau zu sein 2, zwischen Folge 17 und 29), was zu dem passen würde, was ich schon bei Goggle V gesagt hatte und zwar, dass er eigentlich kein riesen Freund davon zu sein scheint, in jede Folge One-Shot Kinder einzubauen. Und nach dem er wieder da war, sind in den 30ern auch die Folgen wieder deutlich besser geworden.
Natürlich war das dann ja auch der Part, in dem die Story immer mehr Fahrt aufgenommen hat, angefangen mit dem Ende der Evolution Beasts und der Einführung der Mechaevolution Beasts. Ich fand’s ganz cool, dass man das mit dem letzten Evolution Beast in der Folge tatsächlich schon thematisiert hat, anstatt dann erst in der nächsten Folge mit was Neuem zu kommen und mal wieder Kompliment, dass man sich daran erinnert hat, dass die Rangers General Kar nie zuvor begegnet sind, sowas sorgt immer für ein besseres Kontinuitäts-Gefühl. Nur das Ende dieser Finisher Arc fand ich ehrlich gesagt etwas enttäuschend. Dass man das Ganze dann mehr oder weniger gelöst hat, in dem die Rangers einfach nur ihren Körper zerstört haben, was sie dann am Ende wie auch immer dazu befähigt hat, ne neue Attacke auszuführen, die mit ihrem vorherigen Training nicht mal wirklich viel zu tun hatte, obwohl man in der Folge zuvor eigentlich noch einen guten wissenschaftlichen Ansatz hatte, fand ich doch ziemlich schwach.
Die Einführung von Zenobia und die Anschließende Verbannung von Megido waren dann aber wieder ziemlich gut. Schön, dass man diese Dinge auf zwei Folgen aufgeteilt hat, anstatt sie in eine Folge zu quetschen, wie man es gerade mal 2 Jahre zuvor wahrscheinlich noch gemacht hätte und die Sache mit Megido hat sich auch sehr natürlich angefühlt, dadurch dass man schon die letzten paar Folgen zuvor so ein bisschen angeteasert hat, dass er bei Aton langsam aber sicher so ein bisschen in Ungnade fällt. Bei der Einführung von Dark Knight hätte ich ehrlich gesagt auf den B-Plot der Folge verzichten können, aber der Rest davon war trotzdem ziemlich cool. Danach gab’s nochmal ein paar One-Shots, die ich eher so naja fand, mit den Dark Knight Szenen darin als einzigem größeren Mehrwert. Ist ok, hätte man aber auch auf ein-zwei dieser Folge beschränken können.
Die Endgame Arc war größtenteils wieder recht stark. Was ich zwar etwas seltsam fand war, dass man mit den Retro Genen nun eine Möglichkeit gefunden hat, den Jashinka mehr Schwänze zu verleihen, obwohl Aton zu Beginn der Staffel schon mal seinen Generälen für eine Erfolgreiche Ausführung einer Mission einen zusätzlichen Schwanz versprochen hat. Ist halt die Frage wo er den dann hergenommen hätte. Aber die Story drum rum war trotzdem ziemlich gut, vor allem die ganzen Hintergründe um Yumeno fand ich cool. Auch Dark Knights Machenschaften und wie er die Salamander People alle gegeneinander ausgespielt hat waren ziemlich gut und ich bin sowieso immer ein Fan davon, wenn Generäle oder Einzelkämpfer es schaffen, den Oberbösewicht erfolgreich zu stürzen. Im Finale hätte ich mir ehrlich gesagt einen etwas interessanteren Schlusskampf gewünscht, anstatt mit dem Mecha einfach nur Megido und Chimera in ihrer Basis in die Luft zu jagen, aber naja. Damals war die Zeit wohl noch nicht reif dafür.

Die Rangers waren denk ich doch eher typische Soda Charaktere, die jetzt nicht wirklich was besonderes waren, aber sympathisch für das was sie sind. Am interessantesten waren für mich noch Ryuu und Rei. Shima und Kousaku waren wohl die schwächsten Glieder. Der Commander war die meiste Zeit über nicht sonderlich spektakulär, aber ich fand’s cool, dass man zum Ende noch ziemlich gut auf seinen Background eingegangen ist und auch erklärt hat, woher er von Jashinka wusste und warum er die Dynamen gegründet hat.

Spannend wird es hier natürlich vor allem bei den Bösen, die wie üblich die große Stärke von Soda sind. Unter den Einzelcharakteren sticht natürlich vor allem Megido raus, der von Anfang an eigentlich der markanteste Charakter war, die Rivalität mit Chimera hat ihn auch im Mittelteil recht gut beschäftigt gehalten und am Ende dann die Verbannung und anschließende Rückkehr als Dark Knight. Charakterlich hat er mir als Dark Knight sogar nochmal besser gefallen, als davor, das einzige was mich gestört hat war, dass man nie so wirklich erklärt hat, wie genau er eigentlich aus dieser Höhle rausgekommen ist. Ich meine, als er in der letzten Folge die Rangers darin eingesperrt hat, war die Tür einfach sperrangelweit offen und nen anderen Ausgang gab’s auch nicht, also was ist passiert?
Neben Megido fand ich aber auch Chimera und General Kar größtenteils recht gut. Chimera hat vor allem durch ihre Rivalität gut funktioniert und Kar hatte bei seinem ersten Erscheinen vor den Rangers einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen, auch wenn er ansonsten nie viel mit gekämpft hat, ich hatte aber auf jeden Fall das Gefühl, dass der Charakter einem sinnvollen Zweck gedient und diesen gut erfüllt hat. Zenobia war auch in Ordnung, auch wenn ziemlich offensichtlich war, dass sie Aton früher oder später doch wieder verraten würde. Sie war halt vor allem da um Megidos Story ins Rollen zu bringen und das hat sie geschafft.
Aton ist hier unter den Schurken wohl der Schwächste, da er doch ein ziemlich typischer Sentai Oberschurke ist, aber verglichen mit seinen beiden direkten Vorgängern war er trotzdem absolut in Ordnung. Man weiß was er ist und wo er herkommt und außerdem hat er nicht die halbe Staffel hinter einer Wand oder in einer Schüssel verbracht, für damalige Verhältnisse war das schon einiges für einen Hauptschurken.
Wovon man für meinen Geschmack noch etwas mehr hätte einbauen können, das ist internes World Building. Ich meine, diese Salamander People sind ja ne ganze Zivilisation, aber wirklich gesehen hat man von denen eigentlich immer nur die „Angriffsspitze“ um Aton. Man hat es zwar ab und zu mal etwas angeschnitten, wie Beispielsweise mit dieser Folge mit den beiden Spionen, die in der Menschenwelt einen Sohn hatten, aber da hätte man definitiv noch mehr draus machen können. Vor allem hätte mich mal interessiert, wo genau sich die Schwester von Aton bzw. Chimeras Mutter, die bei deren Ankunft ja erwähnt wurde, die ganze Zeit aufgehalten hat und warum man von ihr nie was gesehen hat. Aber naja, das ist Jammern auf Soda Niveau.


Ansonsten hat die Serie eigentlich gar nicht viel falsch gemacht, auch wenn sie jetzt zum Großteil der Staffel nicht wahnsinnig spektakulär war, aber gerade der letzte Teil hat einem definitiv schon mal einen guten Eindruck, von dem was danach noch kommen würde, gegeben. Ich würde wohl auch sagen, dass sie zum Zeitpunkt ihres Erscheinens die beste Staffel war, da sie sich doch schon ein ganzes Stück von ihren Vorgängern wegbewegt hat, auch wenn sie mit den späteren Soda Staffeln natürlich noch nicht ganz mithalten kann.
So damit hab ich nicht nur meine letzte Showa Sentai Staffel gesehen (auch wenn ich die Tatsache, dass Turboranger Heisei ist, ganz gerne mal verdränge), sondern ich bin jetzt auch offiziell mit den gesubbten Staffeln durch. Mein vollständiges Abschlussplädoyer werd ich mich aber noch aufheben, bis Turboranger draußen ist, was hoffentlich noch dieses Jahr der Fall sein sollte. Bis es soweit ist, werd ich, wie bereits angekündigt, Sentai in meiner Rotation durch Metal Heroes ersetzen und wie bei Rider wohl auch hier mal schauen, dass ich eine Liste, mit allen Kleinigkeiten, die ich noch nicht gesehen hab, erstelle, die ich dann aber vermutlich auch erst nach Turboranger anschauen werde. Wenn die Staffel dann schlussendlich erscheint, werd ich ihr höchstwahrscheinlich einfach oberste Priorität geben und sie als meine nächste Serie zwischen meine Rotation schieben, wie ich es letztes Jahr mit RPM gemacht habe.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Welteneroberer » Sa 6. Jun 2020, 07:29

Ich schaue seit Ewigkeiten Ohranger und naja, irgendwie fällt es mir schwer bei der Stange zu bleiben obwohl mir die Serie eigentlich gefällt.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Pyro Ranger » Sa 25. Jul 2020, 15:41

Welteneroberer hat geschrieben:
Sa 6. Jun 2020, 07:29
Ich schaue seit Ewigkeiten Ohranger und naja, irgendwie fällt es mir schwer bei der Stange zu bleiben obwohl mir die Serie eigentlich gefällt.
Nicht seit Ewigkeiten aber ich schaue zur Zeit auch Ohranger. Nach allem was ich vorher von der Sentai gehört habe bin ich überrascht wieviel Spaß ich mit der Serie hab. Die Kämpfe machen Spaß anzuschauen und ich mag den teilweise ernsteren Ton den die Serie hat. Ist mal was anderes gerade im Vergleich zu neueren Sentais wie ToQger die ja sehr lighthearted sind. Die Mechs und Suits kenn ich ja noch aus meiner Kindheit aus Power Rangers Zeo und gehören auch heute noch zu meinen Favoriten aus dem Franchise.

Bin bei Folge 20 im Moment und bisher würde ich die Sentai im oberen MIttelfeld von den bisher von mir gesehenen einsortieren.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 14. Jan 2021, 05:15

Es ist endlich soweit, nach ein paar Monaten Pause (mehr oder weniger, wenn man die Staffelstart Marathons nicht zählt), wage ich mich jetzt mal an meinen ersten Rewatch und welche Serie würde sich dafür besser eignen als die, von der ich schon seit Jahren sage, dass ich sie nochmal anschauen sollte, nämlich Dairanger. (Btw. werd ich wahrscheinlich nicht zu jedem Rewatch First Impression Posts und komplette Reviews machen, aber ich dachte, bei denen, die ich geschaut hab, bevor ich hier war und an die ich eh kaum noch Erinnerungen hab, wie eben Dairanger, würde es sich vielleicht anbieten.) Auf jeden Fall bin ich bei 10 Folgen und ich muss sagen, die Anfangsphase fand ich ehrlich gesagt eher schwach, aber die letzten paar Folgen waren jetzt eigentlich doch alle recht gut.


Die erste Folge war direkt relativ mittelmäßig, eine typische Sentai Startfolge halt, mit viel Action und wenig Kontext. Außerdem viel zu viel Rumgerenne für meinen Geschmack. Und kann es sein, dass die Darstellerin von Rin für die erste Folge noch nicht verfügbar war oder warum hat man ihre Einführung so komisch gemacht? Sie ist erst nach allen anderen aufgetaucht, mit Hut und Sonnenbrille und nem dicken Mantel, es hat die ganze Zeit so ausgesehen, als würde man versuchen möglichst ihr Gesicht zu verdecken, bevor sich dann alle verwandelt haben und danach kamen dann auch keine unverwandelten Szenen mehr bis zur zweiten Folge.
Was ich dem Start gebe ist, dass man die erste Folge mit nem Cliffhanger hat enden lassen, um den Mecha Kampf in die zweite Folge zu schieben, auch wenn ich sagen muss, dass das inhaltlich eine sehr seltsame Entscheidung war, weil man nach diesem Mecha Kampf überhaupt nicht mehr an die Ereignisse von Folge 1 angeknüpft hat, der Rest der Folge war im Prinzip ein in sich geschlossener Füllerplot. Es hat fast so gewirkt, als wäre das improvisiert gewesen, weil ihnen in der ersten Folge die Zeit ausgegangen ist und man stattdessen lieber den Plot der zweiten Folge gekürzt hat. Irgendwie sehr seltsam das Ganze.

Über das generelle Storytelling kann man sich eigentlich nicht beschweren, das ist tatsächlich sehr gut bisher, es gab bislang praktisch ausschließlich Zweiteiler (je nach dem wie man das mit den ersten beiden Folgen zählt) und eigentlich jeder davon war auf die eine oder andere Art und Weise relevant. Folge 3 & 4 hätte man meiner Meinung nach zwar auf eine Folge kürzen können, weil der interessante Teil eigentlich erst in der zweiten Folge gekommen ist und der Kinder Plot auch eher nervig war, aber naja, Kontinuität ist trotzdem nie verkehrt. Auch wie immer cool, dass man wieder sehr lange gewartet hat, die Haupt Mecha Formation vorzustellen. Erst in Folge 8 ist der vollständige formierte Dairen Oh zum ersten Mal aufgetaucht, ich wusste gar nicht mehr, dass es so lange gedauert hat.
Background und Erklärungen kommen bisher nur sehr sporadisch und bröckchenweise, da könnte man ruhig noch ein wenig mehr machen. Vor allem interessiert mich auch, wie viel Sinn das alles machen wird, wenn man den Final-Twist schon kennt, denn als ich den das erste Mal gesehen hab, fand ich ihn absolut hirnrissig.
Womit man sich für meinen Geschmack auch teilweise etwas zurück halten könnte, das ist dieses ganze Ki Zeug, auch wenn ich verstehe, dass es Teil des Settings ist, mal klappt‘s mehr mal weniger, aber meine Lieblingsform von Kraftquelle ist das nie so wirklich.

Zu den Charakteren kann ich noch nicht allzu viel sagen, auf den ersten Blick wirken sie alle wie recht typische Sugimura Charaktere. Vor allem Kazu ist extrem blass bisher. In Folge drei, als keiner außer Daigo Shouji glauben wollte, dass er Puppen gesehen hat, sind die anderen auch nicht sonderlich sympathisch rüber gekommen. Ansonsten sind sie ok soweit, aber auch nicht mehr als das. Ihr Schicksal haben auch alle recht schnell angenommen, dafür dass sie eigentlich keine Ahnung haben, was da überhaupt abgeht.
Die Schurken find ich bisher auch noch eher uninteressant, in gewisser Weise erinnern sie mich ein wenig an die Megid aus Saber. Creepen auch nur in der Gegend rum und tun so, als wäre irgendwas von dem was sie so von sich geben nachvollziehbar, aber eigentlich tragen sie bislang nicht wirklich viel zu irgendwas bei. Iron Face Chouryou und dieser Arch Bishop im Zweiteiler 7 & 8 waren spannender als alles was Shadam und Co. bisher so fabriziert haben.


Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Serie noch entwickelt, tatsächlich schau ich die Serie so blind wie es nur geht für eine Serie die ich schon gesehen hab, da meine Erinnerungen an die Staffel doch sehr blass sind, ich weiß nur noch ein paar Hauptstory-Aspekte, aber an die genauen Abläufe kann ich mich kaum noch erinnern. Ich kann auf jeden Fall einige Dinge erkennen, die womöglich auch beim ersten Mal mitverantwortlich dafür gewesen sind, warum mir die Staffel nicht so sehr zugesagt hat, aber die Serie ist jetzt auch nicht unbedingt schlecht. Mal sehen, wo sie nach meiner Neubewertung in meinem Ranking landen wird. Eigentlich kann es ja nur bergauf gehen, aber die Frage ist, wie weit.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 25. Jan 2021, 05:12

Ok, ich hab meinen Rewatch von Dairanger jetzt abgeschlossen, womit die Staffel nun der zweite japanische Toku (und der erste seit 4 Jahren) ist, den ich mehr als einmal gesehen hab. Nun… ich würde gerne sagen, dass sich meine ursprünglich sehr negative Meinung zu der Serie von Grund auf geändert hat und ich sie jetzt gut finde aber… das ist nicht wirklich der Fall. Zwar würde ich sie jetzt auf alle Fälle höher in meinem Ranking platzieren, als davor, aber eine 180° Wende konnte die Staffel bei mir definitiv nicht auslösen. Es sind viele positive Aspekte vorhanden, die ich zu schätzen weiß, aber leider auch genau so viele negative, die mich daran erinnert haben, warum ich die Serie auch schon beim ersten Mal nicht wirklich mochte.


Die Rangers würde ich sagen, waren für Sugimura Verhältnisse sogar recht gut charakterisiert, wenn auch immer noch nicht wahnsinnig tiefgründig, aber das müssen sie ja auch nicht sein. Was man aber fairerweise dazu sagen muss ist, dass hier die Hälfte der Charakter Arcs auch von jemand anderem geschrieben wurden, die von Daigo wurde von Kunio Fuji geschrieben, die von Ryou von Toshiki Inoue und die von Shouji von Naruhisa Arakawa und das waren denk ich auch die, die die Stärkste Charakterisierung hatten, was nicht unbedingt für Sugimura als Charakter Writer spricht. Am wenigsten hat insgesamt wahrscheinlich Kazu bekommen, aber in den Folgen, die er bekommen hat, fand ich ihn eigentlich ziemlich gut.
Die Gouma sind ganz ok, aber auch nicht mehr als das. Das Grundkonzept eine ganze Zivilisation von Schurken zu haben, die sogar einen eigenen Senat und verschiedene Parteien haben, ist eigentlich sehr interessant, hätte aber noch wesentlich besser umgesetzt werden können. Beispielsweise die Tatsache, dass es auch viele Gouma gibt, die mit den Wegen der Führungsspitze nicht einverstanden sind, hätte man wesentlich früher schon thematisieren können.
Von den Individuen hat mich ehrlich gesagt kaum einer so wirklich überzeugt, am besten fand ich wahrscheinlich noch Shadam trotz seiner seltsamen Offenbarungen am Ende (auf die ich später noch eingehen werde), aber ansonsten war eigentlich keiner dabei, der interessant war. Gara war ok, man hätte aber mehr mit ihr machen können, Zaidos hat im Prinzip nur existiert, um zu existieren und Akomaru hätte ich wahrscheinlich besser gefunden, wenn man in seine Storyline nicht so viel Schwachsinn eingebaut hätte.


Die Wahrscheinlich größte Stärke der Serie ist die extreme Storydichte bzw. zu einem gewissen Grad das Storytelling, bei dem tatsächlich nahezu gar kein Leerlauf vorhanden ist. Man hatte halt wirklich so 5-6 Füller auf die komplette 50 Folgen Staffel, was schon echt wenig ist, selbst an heutigen Maßstäben bemessen. Was mich zwar nach wie vor so ein bisschen irritiert ist, wie man die einzelnen Stories auf die Staffel verteilt hat und dass man fast nie eine Story am Stück durchgezogen hat sondern immer nur eine Folge bekommen hat, bevor das Ganze dann wieder pausiert wurde, um in der Zwischenzeit mit einem der anderen Handlungsstränge weiter zu machen, aber sei’s drum, für eine frühe 90er Serie so viel Inhalt überhaupt zu haben, ist trotzdem sehr beeindruckend, da kann ich darüber hinweg schauen.
Von den einzelnen Charakterarcs fand ich halt manche besser, manche schlechter, grundsätzlich muss ich aber zugeben, dass ich das Prinzip jedem Charakter seinen eigenen Handlungsstrang zu geben, durchaus cool finde. Es wäre definitiv schön, das auch in moderneren Staffeln mal zu sehen. In der Summe die wahrscheinlich am besten umgesetzte Storyline war für meinen Geschmack die von Daigo und Kujaku, auch wenn ich die Sache mit Gara nicht so ganz ideal gelöst fand, vor allem ihren Grund für ihre Wut auf Kujaku und die Tatsache, dass die sich sogar noch dafür schuldig gefühlt hat, aber im Großen und Ganzen hat diese Story noch am rundesten und durchdachtesten gewirkt. Auch ganz gut fand ich tatsächlich diese kleinere Storyline um Kazu und Kameo, auch wenn man da jetzt keinen krassen Spannungsbogen hatte, aber es war eine nette kleine Geschichte zur Einführung von Dai Mugen. Ich fand die Sache mit diesem RaiRai Crystal am Anfang zwar etwas seltsam, aber durch die Erklärung, dass Kameo von Anfang an DaiMugen war hat das denk ich doch einigermaßen Sinn gemacht.
Die Geschichte um Ryou und Jin hat find ich ganz gut angefangen, auch wenn’s von Anfang an ein paar seltsame Aspekte gab, wie diese komische dunkle Energie die Zaidos da heraufbeschworen hat und der Charakter an sich auch ein bisschen so gewirkt hat, als hätte man ihn einfach nur eingeführt um Ryo und Zaidos irgendwas zu tun geben, ich fand hier aber vor allem die letzte Folge extrem schlecht. War es ernsthaft notwendig, dass Ryo Mitleid für diesen Typen empfindet, der random irgendwelche Kampfsportler ermordet und sogar seine eigene Freundin und er ihn gesund pflegt, nur weil er ihm beim letzten Mal aus komplett eigennützigen Gründen das Leben gerettet hat. Das hat mir ziemlich schlimme Abaranger Flashbacks gegeben zu Ryoga und wie er mit Nakadi umgegangen ist. Warum konnte man die Rivalität nicht ganz normal bis zum Ende durchziehen, Ryou Jin besiegen lassen und das war’s? Die „3 Stooges“ Arc von Shouji fand ich schlicht und ergreifend ziemlich langweilig und mit lediglich 3 Folgen war sie glaub ich auch die kürzeste, wobei es in der ersten Folge davon sogar nicht mal um Shouji ging. Alle drei Folgen haben eigentlich nur aus irgendwelchen Minispielen, wie Fußball, Baseball oder Motorradrennen bestanden und ich war mir irgendwie nie so ganz sicher, ob ich das ganze jetzt lustig finden soll, ob man wirklich versucht das dramatisch aufzuziehen. Außerdem frage ich mich, warum die drei überhaupt jedes mal überlebt haben. Sie wurden jede Folge, in der sie vorgekommen sind, am Ende in die Luft gejagt, nur um danach doch wieder in Krücken davon zu watscheln. Sind die unsterblich oder was?
Die Rin/Kou/Akomaru Story ist wahrscheinlich die, die am meisten Diskussionsstoff bietet und sie lässt mich von allen wahrscheinlich auch am gespaltensten zurück. Auf der einen Seite trägt sie wohl mit den größten Teil zum Fortschritt der Staffel bei und viele Aspekte dieser Handlung sind für sich betrachtet ziemlich spannend, auf der anderen Seite, ist aber auch vieles davon extrem random und undurchdacht, insbesondere im Bezug auf andere Storylines der Staffel und einiges hat einfach nicht wirklich zueinander gepasst. Zunächst mal, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich verstanden hab, was genau es eigentlich mit Byakko Shinken auf sich hat. Anfangs hat es so gewirkt, als wäre er einfach nur irgendeine Waffe von Guhon und Kou halt nur zufällig sowas wie „der Auserwählte“, aber später hat man dann impliziert, dass Byakko und Kous Mutter sich schon länger kennen und es wurde auch erklärt, dass sie Kou dieses Tiger Brandzeichen nur zugefügt hat, damit er nicht zum Gouma wird, wodurch ich mich frage, was genau das alles eigentlich mit einander zu tun hat. Wenn Byakko schon vorher existent war, wer oder was ist er dann eigentlich und wie kommt er zu Guhon. Und war Kou tatsächlich nur zufällig der Auserwählte oder gab’s dafür einen bestimmten Grund? Letzteres ist jetzt übermäßig relevant, da seine Einführung an sich trotzdem ganz gut funktioniert hat, aber es hätte mich trotzdem interessant, wie genau das alles zusammen hängt.
Die Sache mit der Erweckung von Wong Tiger war ebenfalls etwas random. Ich meine, warum genau wird der jetzt plötzlich „geboren“ und wieso war es dafür notwendig, dass alle Rangers anwesend sind? Klar, dass man diesen Aspekt eingebaut hat, um es ein wenig spannender zu machen, aber auch hier wäre es nett gewesen, wenn man noch etwas mehr darauf eingegangen wäre, wie das alles funktioniert. Ach ja und da wir gerade bei Dingen sind, die random sind: Hat man ernsthaft diese ganze Story mit den entführten Kindern, die bis zur Hölle graben sollten nur eingebaut, damit Gouma XV Akomaru zurück bringen kann, um mit ihm Karten spielen zu können? Ok… klar. Ich meine, man hätte Akomaru auch einfach nicht am Ende von Episode 22 sterben lassen können, wenn eh man vorhatte ihn später wieder zu verwenden, aber hey, wieso einfach wenn’s kompliziert auch geht.
Was dann auch noch dazu kommt, das ist diese Gesichte, dass Kou mit 10 Jahren zum Gouma wird, wenn seine Mutter nicht vorher *was auch immer das war, was sie da am Ende gemacht hat“ tut. Wieso genau passiert das? Klar, er ist ein halber Gouma, aber warum hatte das dann keine Auswirkungen auf Ryou und seine Schwester, deren Vater ja auch ein Gouma war? Gut, man könnte jetzt argumentieren, dass er ursprünglich ein Dai war und dann übergelaufen ist, aber selbst wenn man das mal als Erklärung gelten lässt (obwohl ich die Definition, was genau einen nun eigentlich zum Gouma macht allgemein ziemlich schwammig finde), allein die Tatsache, dass keiner der Charaktere mal auf die Idee gekommen ist, das auch nur mal am Rande zu erwähnen, spricht schon sehr dafür, dass man sich darüber absolut keine Gedanken gemacht hat. Außerdem frage ich mich, warum es dann für Akomaru von Anfang an so eindeutig war, ich meine, er wird an seinem 10ten Geburtstag ja auch nicht plötzlich zum Menschen. Er war von Anfang an böse, während auf der anderen Seite Kaku beweist, dass einen die Tatsache, dass man als Gouma geboren wird, offensichtlich noch nicht automatisch böse macht, was eigentlich dafür spricht, dass es mehr damit zu tun hat, wie man aufwächst, in welche Richtung man sich entwickelt. Von daher ist das Konzept, dass Kou allein dadurch dass er 10 wird, böse wird schon extrem seltsam.
Den Twist, dass Kous Mutter tatsächlich auch die Mutter von Akomaru und damit Kou Akomarus Bruder ist, fand ich dramaturgisch betrachtet eigentlich sogar ziemlich gut, allerdings hat das halt zusätzlich zu dem gerade angesprochen noch eine weitere sehr entscheidende Frage aufgeworfen. Dadurch dass Shadam ja Kou’s Vater ist, bedeutet das, Kou’s Mutter wurde von einer Schlammpuppe geschwängert??? Wie zum Teufel soll das denn funktionieren? Ich meine, bei Akomaru hätte man noch davon ausgehen können, wenn er ein reiner Gouma wäre, dass er halt auch nur eine Schlammpuppe war, aber so wird das ganze halt schon echt komisch. Und klar, natürlich musste Kous Mutter sterben, weil Drama…

Die Daijinryu Story war einer der Punkte an die ich mich noch vom ersten mal erinnern konnte, weil ich das damals schon bescheuert gefunden hab und das sehe ich ehrlich gesagt nach wie vor so. Zunächst mal, wer oder was genau soll das eigentlich sein? Irgendeine Art von Gottheit, die im Grunde mit der Story der Serie absolut gar nichts zu tun hat, jetzt aber die Erde zerstören will, da er es sich zur Aufgabe gemacht, im Universum „Balance“ aufrecht zu erhalten und es deshalb nicht gut findet, dass sich hier der Dai und der Gouma Tribe bekämpfen? Wow… Das ergibt ungefähr so viel Sinn wie der Plan von Quervo in Kyuranger das Leid der Menschen zu beenden, in dem er das gesamte Universum auslöscht. Und warum kommt der überhaupt erst jetzt auf diese Idee? Warum nicht schon vor 6000 Jahren? Und wird der in der Zukunft auch wieder auftauchen, da ja am Ende impliziert wird, dass der Kampf mit Gouma ewig weiter gehen wird? Das würde ja bedeuten, dass die Erde so oder so dem Untergang geweiht ist. Also bei dem Storyaspekt bin ich mir echt nicht sicher, was genau da die Idee dahinter war.

Das Endgame fand ich am Anfang sogar recht gut, vor allem die ersten drei Folgen mit der Auflösung der Dairanger haben mir ganz gut gefallen. Die Sache mit dem Duell zwischen Kaku und Shadam war tatsächlich einer der Aspekte, an die ich absolut gar keine Erinnerung mehr hatte, weswegen ich mir anfangs etwas unsicher war, ob man das Vorgehen von Kaku noch sinnvoll erklären wird, aber tatsächlich würde ich sagen, dass diese Geschichte letztlich auf jeden Fall Sinn ergibt. Mitte der drittletzten Folge hat es dann aber immer mehr angefangen nachzulassen, erst mit dem ständigen einbauen von irgendwelchen seltsamen Geistern und dann mit Beginn der Finalen Twistkette was uns dann schließlich zum offensichtlichen Schlamm-Elefanten im Raum bringt. Dass Zaidos, Gara und Gouma Schlammpuppen sind, die von Shadam erschaffen wurden, würde ich soweit noch als akzeptabel bezeichnen. Auch hier würde sich zwar für mich die Frage stellen, wie genau das funktioniert, wieso die alle ihre Erinnerungen von vor 6000 Jahren haben und warum sie teilweise auch gegen Shadam agieren, wenn er sie doch kontrolliert, doch dann kam das Finale, das alles nochmal komplett auf den Kopf gestellt hat.
Shadam selbst ist also auch eine Schlammpuppe? Das allein wirft halt nochmal so viel mehr Fragen auf. Zunächst mal, wer hat die Schlammpuppen ursprünglich erschaffen? Nun, die logische Wahl wäre natürlich der originale Shadam, allerdings würde das trotzdem die Frage aufwerfen, warum genau Schlammpuppen Shadam über die anderen Bescheid wusste, aber über sich selbst nicht bzw. ob er tatsächlich noch die anderen 3 erschaffen hat, wie er es erklärt hat oder ob das auch der originale Shadam war. Denn so wie er es ja gerade mal eine Folge zuvor noch dargestellt hatte, hat er die Schlammpuppen ja erst vor kurzen erschaffen als „der Senat wiedererwacht ist“ (was auch immer das überhaupt bedeuten soll), allerdings müsste er dann ja bereits viel früher erschaffen worden sein. Hat der originale Shadam die Schlacht vor 6000 Jahren nun überlebt oder nicht? Und was hat er und/oder seine Schlammpuppen Version eigentlich die letzten 6000 Jahre gemacht? Wieso hat er die Welt nicht einfach erobert. Außerdem frage ich mich, wenn Shadam von sich selbst nichts wusste, gibt es dann noch andere Schlammpuppen, von denen er nichts wusste? Das Traurige ist, dass das einer dieser Twists ist, bei dem ich durchaus denke, dass er Sinn machen KÖNNTE, wenn man sich die Zeit genommen hätte, das von vorne bis hinten durchzudenken und die Abläufe vernünftig zu erklären, was man aber nicht gemacht, da man es für sinnvoller erachtet hat, das als last-minute Schock-Moment ins Finale einzubauen und dann einfach im Raum stehen zu lassen, was einfach das absolut dümmste Timing für sowas ist, das man sich nur hätte aussuchen können.
Was dann noch dazu kommt, ist dieses seltsame „Der Kampf wird auf ewig weitergehen“ Ding, das man da am Ende noch random reingedrückt hat. Ich meine, zu sagen, dass KiRyoku nicht ohne YouRyoku existieren kann, ist das eine, aber das heißt doch nicht, dass man nicht trotzdem Frieden schließen kann. Zwei Folgen zuvor hat Kaku doch selbst noch versucht den Krieg zu beenden und jetzt kommt er mit sowas um die Ecke? Das kam komplett aus dem nichts. Vor allem weil das ja wie vorhin bereits erwähnt auch dafür spricht, dass Daijinryu früher oder später zurück kommen wird, um die Erde doch noch auszulöschen, wenn sich Dai und Gouma weiterhin bekämpfen. Das kann doch nicht die Lösung sein. Außerdem frage ich mich, ob die zukünftige Generation jetzt wieder gegen neue Schlammpuppen kämpfen wird oder ob das einfach nur so irgendwelche Gouma überlebenden sind. Ich finde auch ehrlich gesagt einfach, dass das zum Setting von Dairanger nicht so wirklich gepasst hat. Bei einer Staffel wie Kakuranger hätte ich mir das noch eher eingehen lassen, weil da der Oberschurke ja eh nur weggesperrt wurde und dadurch die Chance besteht, dass er wieder freigelassen wird, aber hier ist das einfach seltsam.


In der Summe würde ich sagen fällt die Serie für mich in eine ähnliche Kategorie wie Lost Galaxy, Kiva oder zu einem Gewissen Grad Kyuranger vor allem in der Hinsicht, dass sie einfach zu viel gewollt hat. Man hat einfach zu sehr versucht irgendwelche Twists rauszuhauen, die überraschend sind und auf Krampf irgendwelche Storyaspekte einzubauen um es möglichst spannend zu machen, aber ohne sich dabei Gedanken zu machen, wie viel Sinn das alles dann am Ende noch ergibt und wie das alles zu einander passt. Die Staffel ist ohne Zweifel mutig und ich kann verstehen, dass sie recht beliebt ist, aber für meinen Geschmack ist sie mit ihren Experimenten häufiger gescheitert als sie Erfolg hatte. Dairanger ist im Prinzip keine schlechte Serie, aber sie wird einfach von zu vielen Sachen nach unten gezogen, um mir so wirklich Spaß zu machen. Ich bereue es definitiv nicht, sie mir nochmal angeschaut zu haben, schon allein deshalb, weil ich jetzt wenigstens vernünftig erklären kann, was mich stört, wenn mich einer fragt und auch, weil es bitter nötig war, die Serie meiner aktuellen Bewertungslinie anzupassen, aber den riesen großen Sprung in meinem Ranking, den ich mir vielleicht erhofft hatte, wird sie wohl nicht machen.
(Posten werd ich erstmal noch kein neues Ranking, da warte ich vielleicht lieber noch, bis ich noch andere Staffeln angepasst hab und wahrscheinlich schadet es auch nicht, alles nochmal etwas zu verdauen, bevor ich mich endgültig entscheide)
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Sa 30. Jan 2021, 13:17

Ich habe jetzt direkt mit Turboranger angefangen und die ersten 10 Folgen gesehen. Wobei es ja eigentlich eher 9 reguläre Folgen sind, da die offizielle erste Folge ein Special war, welches auf die letzten 10 Staffeln zurückgeblickt hat. Turboranger war damals 10-jähriges Jubiläum von Super Sentai, da Goranger und JAKQ erst später offiziell zu Super Sentai hinzugezählt wurden. Bisher gefällt mir die Staffel recht gut, auch wenn natürlich noch nicht viel passiert ist. Trotzdem ist die Staffel bisher schon als typische Soda Staffel erkennbar, auch wenn die Bösen, die ja Sodas Spezialität sind, gerne noch etwas mehr Charakterisierung vertragen könnten. Die bisherigen Folgen wurden aber gut genutzt, um den Grundstein für spätere Folgen zu legen und haben teilweise schon etwas Backstory geliefert. Bei den Rangers hat bisher allerdings Haruna noch keine echte Fokus Folge bekommen, während Riki und Youhei gleich zwei hatten. Es gab zwar eine Folge, in der Haruna etwas mehr als die anderen zu tun hatte, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass diese Folge irgendwas zu ihrem Charakter beigetragen hat. Bei den Bösen hat man bisher auch nur zu Jimba etwas mehr Backstory bekommen. Allerdings denke ich, dass da im Laufe der Staffel noch mehr kommt. Das Konzept der Monster finde ich aber ganz interessant und erklärt diesmal auch, wieso die Bösen nicht mehr als ein Monster losschicken. Die Bösen wurden vor 20000 Jahren versiegelt und in der ersten Folge konnten sich erst die Generäle befreien und haben anschließend ihren Anführer befreit. Die normalen Monster sind aber an unterschiedlichen Orten versiegelt und werden erst dann befreit, wenn die Generäle sie finden oder die Siegel aus anderen Gründen brechen. Dadurch begleitet fast immer der General, der das Monster befreit hat, auch eben dieses Monster. Das bedeutet, wie für Soda typisch, mischen die Generäle auch wieder ordentlich in den Kämpfen mit. Dieses Mal sogar in nahezu jeder Folge. Auch ein interessantes Konzept. Auch untypisch für Super Sentai ist, dass die Rangers in dieser Staffel keinen Roll Call durchführen. Das dürfte dann auch die einzige Staffel sein, in der es so geschehen ist. Bisher hat die Staffel also einen recht guten Start, auch wenn die ein oder andere Staffel von Soda nach den ersten 10 Folgen bereits mehr geboten hat. Dafür waren die Folgen aber recht abwechslungsreich gestaltet.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 1. Feb 2021, 05:15

Ich hab jetzt auch mit Turboranger angefangen, bin bei 12 Folgen und ich würde sagen, dass es im Großen und Ganzen recht unterhaltsam ist bisher. Irgendwas Spektakuläres hat die Serie zwar noch nicht gemacht, aber bislang macht sie auch nicht allzu viel falsch.


Der Start (also der eigentliche Start, wenn man das Special am Anfang mal ignoriert) war für Sentai Verhältnisse sogar in Ordnung. Was ich auf jeden Fall gut finde ist, dass man direkt schon etwas Kontext und Erklärungen bekommen hat, bevor der eigentliche Kampf los ging, anstatt das komplett in die nächste Folge zu schieben. Und auch einen richtigen Mecha Kampf gab es in der ersten Folge noch nicht, was auch immer sehr schön ist. Man könnte wohl argumentieren, dass sie ihr Schicksal wieder sehr schnell angenommen haben, allerdings würde ich sagen, dass das hier irgendwo Sinn macht, dadurch dass das ganze Konzept ja darauf aufbaut, dass die fünf Rangers an Feen glauben, daher denke ich, dass es auch logisch ist, dass sie Shirons Geschichte sofort glauben würden und helfen wollen. In der zweiten (bzw. dritten) Folge hätte ich darauf verzichten können, dass die Rangers ihre Kräfte direkt zurück erlangen, in dem sie mal kurz an sich glauben, ich hätte echt gern gesehen, wie sie gegen das Monster in ihren weißen Formen kämpfen, aber naja.
Eine richtige Plot Episode gab es seit dem nicht mehr, aber durch einige Background und World Building Schnipsel würde ich sagen, dass trotzdem ein paar dabei waren, die sich halbwegs relevant angefühlt haben, was für eine Anfangsphase schon in Ordnung geht. Die Folgenhandlungen sind soweit ganz gut, es war jetzt noch keine dabei, die ich richtig schlecht fand und bei paar Plots waren tatsächlich sehr interessant.

Die Rangers find ich bisher noch nicht so wahnsinnig spannend, aber das ist ja nicht unbedingt was Neues bei Soda. Vor allem wenn sie in ihren Schul Uniformen rum laufen tu ich mich noch etwas schwer, sie auseinander zu halten, sie sind jetzt aber auch nicht unsympathisch. Den besten Fokus bisher hatte wahrscheinlich Youhei schon allein deshalb, weil bei ihm auch etwas Background dabei war, während vor allem Haruna und Daichi noch recht blass sind.

Die Bösen sind jetzt auch noch nicht unbedingt super komplex, aber beispielsweise bei Flashman hat es auch ein wenig gedauert, bis man so richtig durchgestartet ist, von daher würde ich mir da bei Soda erstmal noch keine Sorgen machen. Man hat immerhin zu Jimba schon etwas Background erhalten, was ich ganz gut finde und die Generäle beteiligen sich auch an den Kämpfen wie üblich, der Rest hat noch Zeit.
Das Monster Konzept gefällt mir tatsächlich auch sehr gut bisher. Dass alle Monster erstmal irgendwo gefunden und wiedererweckt werden müssen, ist definitiv mal was anderes. Es gibt den MotW auch eine gewisse Einzigartigkeit und lässt sie nicht so sehr wie Kanonenfutter rüberkommen. Auch ganz interessant finde ich die Tatsache, dass die Fußsoldaten hier tatsächlich ein eigener Clan sind, die sich den Bouma nur angeschlossen haben und auch sowas wie eine innere Rangordnung haben. Und ich find’s witzig, dass wohl jeder General eine eigene Art zu haben scheint, die Monster wachsen zu lassen. Man kann der Serie auf jeden Fall nicht vorwerfen, dass sie keine Kreativen Konzepte hat.


Auf jeden Fall würde ich sagen, dass die Serie bisher eine recht gute Grundlage geliefert hat, sie fühlt sich nach dem an, was man von einer späten 80er Staffel erwartet, also mal schauen, wie sie sich entwickelt.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mi 10. Feb 2021, 05:20

Ich hab jetzt auch Turboranger und damit meine letzte Sentai Staffel beendet. Im Großen und Ganzen würde ich sagen, sie war recht gut, an Sodas beste Werke wie Liveman oder Changeman kommt die Serie für mich zwar definitiv nicht ran, ich würde sie aber auch immer noch zu seiner großen Ära zählen.


Die Rangers sind mit der Zeit doch noch ganz sympathisch geworden, es hat hier aber schon einige Zeit gedauert, bis ich mir alle merken konnte, weswegen ich sie tendenziell trotzdem eher ins untere Mittelfeld des Soda-Spektrums packen würde. Es hatte zwar mit der Zeit eigentlich jeder die ein oder andere gute Fokusfolge, aber wenn mich jetzt in 2 Wochen nochmal jemand fragen würde, was genau die Eigenarten von Daichi oder Shunsuke sind, dann bin ich nicht sicher, ob ich dem irgendwas sagen können.

Das Hauptzugpferd waren natürlich wie üblich die Schurken, insbesondere die Wandering Bouma, was sich zwar erst mit der Zeit so richtig rauskristallisiert hat, aber spätestens ab Mitte der Staffel konnte man da schon ganz klar die Handschrift von Soda erkennen. Aus der ersten Garde von Schurken um Lehda hat man leider nie sonderlich viel gemacht, obwohl man ja mit Jimba eigentlich schon recht gut angefangen hatte, aber nach der Einführung von Yamimaru ist von denen eigentlich bis zu ihrer Vernichtung nicht mehr viel gekommen. Ich bin ganz froh drüber, dass Zulten derjenige war, den man behalten hat, der wahrscheinlich auch nach der ersten Hälfte schon der beste von denen war, was man dann später sogar noch ausgebaut hat, um die anderen ist es nicht wirklich schade.
Yamimaru war dafür wie gesagt umso besser, gerade auch dass er von Anfang an gegen beide Seiten gekämpft hat und praktisch eine völlig neue Fraktion gebildet hat, hat ihn direkt sehr interessant gemacht. Später ist dann noch Kirika dazu gekommen, deren Einführung für meinen Geschmack noch etwas besser hätte sein können (vor allem hätte ich auf diese Red String von Fate Geschichte echt verzichten können), aber auch sie war ein ziemlich guter Charakter. Dass man dann beide am Ende bekehrt hat, ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll. Bei Kirika hat es eigentlich ganz gut funktioniert und sie hatte auch eine vernünftige Grundlage dafür, bei Yamimaru fand ich die Umsetzung aber doch eher mittelmäßig. Was mich halt vor allem mal wieder sehr irritiert hat ist, dass Riki und Kirika ihm zwei Folgen lang 1000 Argumente gegeben haben, warum sie keinen Grund haben zu kämpfen und er hat es immer ignoriert, aber ein paar Anfeuerungsrufe im Finale und schon sieht er seine Fehler ein. Sowas find ich halt immer extrem random. Ich denke wenn er sich da am Ende mit der Basis in die Luft gejagt hätte, aus Verzweiflung und weil er Ragorn den Sieg nicht gönnt, dann wäre das glaub ich ein besseres Ende für ihn gewesen.
Ragorn fand ich als Oberbösewicht für damalige Verhältnisse sogar recht gut, allein dafür, dass er schon vor Beginn des Endgames selbst ins Geschehen eingegriffen hat (wenn auch zugegebenermaßen nicht freiwillig) und später dann mit seiner Rückkehr auch so zu sagen noch mal ein Machtwort gesprochen hat, das untermauert, warum er hier das Sagen hat. Für 80er Verhältnisse ist das eigentlich mehr als man üblicherweise erwarten kann.
Mit der Existenz der Bouma bin ich ehrlich gesagt auch nur so semi-zufrieden, die Wandering Bouma hat man größtenteils eigentlich noch recht gut erklärt, aber was ich irgendwie nicht so ganz ersichtlich fand war, welche Art von Lebensform die Bouma eigentlich sind. Der Background von Jimba Anfang der Staffel hat ja impliziert, dass ein Bouma etwas ist, dass man werden kann, ausgesehen hat es, als wären sie sowas wie böse Geister, was auch mit dem Konzept, dass sie in irgendwelchen Gegenständen versiegelt werden können, ganz gut funktionieren würde. Aber durch die Historie der Wandering Bouma ist es dann später eher so rüber gekommen, als wären die Bouma sowas wie eine eigene Spezies, die halt nur zufällig früher parallel zu den Menschen existiert hat und sich sogar mit ihnen Fortpflanzen kann, was für mich zur bösen Geister Theorie jetzt ehrlich gesagt eher nicht mehr so passen würde.


Die Storyverteilung war recht ähnlich zu der von Flashman mit drei größeren Arcs auf die der Großteil der Handlung verteilt war und zwei größeren „Füller“ Phasen zwischen den Storyschüben. Die Arcs von Flashman waren im Schnitt noch etwas länger (gerade die erste hatte hier nur 3 Folgen, während die von Flashman 6 Folgen hatte) dafür gab es hier wahrscheinlich noch ein paar mehr One Shots, die relevant waren, das gleicht sich in etwa aus.
Die Dreiteilige Einführung von Yamimaru fand ich ziemlich gelungen, er ist direkt als sehr überzeugender Schurke aufgetreten und ich find’s auch ganz cool, dass man das ganze dazu benutzt hat, um noch ein wenig mehr darauf einzugehen, warum ausgerechnet diese 5 Teenager zu den Turborangers geworden sind. Dass dazu noch irgendwas Zusätzliches kommt hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet.
Die darauffolgende Füller-Phase war in der Summe wahrscheinlich der schwächste Teil der Staffel für mich, auch wenn ich sagen muss, dass die Art und Weise, wie Yamimaru/Nagareboshi konstant in irgendwelche Folgenhandlungen eingebaut wurde und man ständig gezeigt hat, dass er immer noch präsent und eine ernstzunehmende Bedrohung ist, sehr gut war. Dass man das so gut hin bekommt, ist in den wenigsten Serien der Fall. Trotzdem waren gerade Mitte der 20er doch ein paar Folgen dabei, die ich eher nicht so gut fand und 10 Folgen ohne richtigen Fortschritt sind halt doch auch nicht wenig.
Von Ende der 20er bis Anfang der 30er gab es dann die zweite Arc zum langsamen Austausch von Lehda, Jarmin und Jimba zu Yamimaru und Kirika die für meinen Geschmack teilweise etwas holprig war, auch wenn man den Schurkenwechsel recht gut über die Bühne gebracht hat, aber gerade so Sachen wie, dass Yamimaru in seinem Traum neue Kräfte bekommt oder das mit diesem seltsamen Red String of Fate, fallen für mich halt so ein bisschen in diese Kategorie von magischen „das ist halt jetzt einfach so“ Momenten, die ich nie besonders mag. Auch die Tatsache, dass die Rangers in der ersten Folge mal wieder ihre Kräfte verloren haben, sie dann aber doch recht zügig wieder einsetzen konnten, ohne großartig irgendwas dafür zu tun, find ich nicht so prickelnd. Die Einführung vom Turbo Rugger war ganz gut, auch wenn man vielleicht noch etwas genauer auf diese Basis hätte eingehen können und warum sie bisher nicht vorgekommen ist, aber es war immer noch besser als das mit der Magma Base in Fiveman.
Die anschließende eher One-Shot lastige Phase war hier dann aber wesentlich angenehmer, es waren weniger Aussetzer dabei und ich hatte hier definitiv das Gefühl, dass einige Folgen auch etwas zum Worldbuilding beigetragen haben, gerade was die Wandering Bouma betrifft. Vor allem diese Folge mit Zultens Flatulenzen ist da herausgestochen. Und dann gab es Ende der 30er natürlich den Sturz von Ragorn der auch ziemlich cool war. Ich stehe ja generell darauf, wenn untergebene Schurken ihre Oberbefehlshaber erfolgreich stürzen und man hat es auch definitiv gut umgesetzt, inklusive der Implikation, dass Ragorn doch überlebt hat, worauf man dann in den nächsten paar Folgen immer wieder geteasert hat, was einem die Wartezeit aufs Endgame deutlich verkürzt hat.
Das Endgame an sich fand ich ganz ok, für Soda Verhältnisse aber ganz klar unterdurchschnittlich. Den Anfang mit Ragorns Rückkehr und erneuter Machtübernahme fand ich noch ziemlich gut. Was man hier mit Ragorns Sturz und seiner Rückeroberung gemacht hat, war halt in gewisser Weise genau das, was knapp 10 Jahre zuvor schon im Endgame von Denziman mit Banriki versucht wurde, leider aber so ein bisschen an den damaligen Standards und Gegebenheiten gescheitert ist. Mit dem Rest hatte ich aber so ein paar Probleme. Vor allem hat es mich ziemlich genervt, dass man in der zweiten Folgen SCHON WIEDER den Rangers ihre Kräfte zurück gegeben hat, in dem sie mal kurz an sich geglaubt haben, das war dann insgesamt das dritte mal dass die Staffel das gemacht hat, einmal wär schon mehr als genug gewesen. In der nächsten Folge musste man das ganze natürlich auch noch mit Kirika und Yamimaru wiederholen. Die Story von Masked Devil Bouma und die anschließende Bekehrung von Kirika fand ich dann wieder ziemlich gut. Diese Geschichte mit dem Great Seal war ganz in Ordnung, hat mich etwas an das Endgame von Ninja Storm erinnert. Es hat auf jeden Fall seinen Zweck erfüllt. Mit dem Finale hatte ich halt wie gesagt das Problem, dass ich die Bekehrung von Yamimaru nicht sonderlich gelungen fand, aber immerhin der Kampf gegen Ragorn war ganz gut. Ich würde auch sagen, dass er es sich durch seine Rückeroberung durchaus verdient hat, der Endgegner zu sein. Ob es wirklich nötig war ihn nochmal für 20 Sekunden wachsen zu lassen und dann mit einer Attacke des Super Turbo Robo zu besiegen sei mal dahin gestellt. Und warum genau ist Yamaguchi Sensei da am Ende in der Basis aufgetaucht? Dr. Dazai hat sie sogar gefragt was sie hier macht und dann wurde weggecuttet und in der nächsten Szene wurde es dann ignoriert. Geil. Aber naja.


In der Summe würde ich also schon sagen, dass die Serie ein paar Schwächen hat, im Vergleich zu den besten Soda Staffeln, was vielleicht auch einfach am stärkeren Märchen und Fantasy Einfluss liegt, aber für eine 80er Serie macht Turboranger trotzdem noch verdammt viel richtig. Im internen Soda Ranking würde ich sie denke ich auf Platz 5 einordnen. Hinter Livemen, Changeman, Flashman und Bioman. Mit allen Staffeln von Soda hinter mir würde ich nach wie vor sagen, dass er definitiv einer der besten Sentai Writer ist, wahrscheinlich Top 3 neben Kobayashi und Michiko Yokote. Ich mag vor allem sein Schurken Writing und sein für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliches Storytelling, mit dem er nicht nur die 80er als Jahrzehnt sehr geprägt hat sondern auch Super Sentai als solches nachhaltig beeinflusst hat. So richtig schlecht finde ich von seinen Staffeln keine, Goggle V welche in meinem Ranking seine am niedrigsten platzierte Staffel ist, war halt ein Produkt ihrer Zeit und bei Fiveman konnte man ein paar Ermüdungserscheinungen erkennen. Ansonsten kann man ihm eigentlich nicht viel vorwerfen.

Nun bin ich damit natürlich auch mit sämtlichen Sentai Staffeln durch, womit Super Sentai nach Kamen Rider das zweite große Toku Franchise ist, das ich vollständig gesehen hab (naja, je nachdem wie man Garo einordnet), weshalb ich dazu ebenfalls noch ein paar Worte verlieren will. 19 Jahre waren es bei mir zwar nicht, aber doch immerhin ca. 9, seit ich Sentai das erste Mal bewusst geschaut habe. Von der Existenz der Serie wusste ich eigentlich nahezu von Anfang an, zumal ich ja erst um 2005 rum zum Power Rangers Fan wurde, wo man im Internet doch schon relativ schnell auf solche Informationen gestoßen ist, mich wirklich dafür interessant habe ich mich damals allerdings noch nicht. Die erste Staffel die ich geschaut hab war Abaranger (das dürfte ungefähr um 2012 rum gewesen sein), was hauptsächlich daran liegt, dass ich irgendwann mal random auf die Idee gekommen bin, nach zu schauen, ob man die original Version der in „Neues aus Japan“ von Dino Thunder adaptierten Sentai Folge nicht irgendwo finden kann. Die hab ich dann tatsächlich auch gefunden auf irgend so einer Videoplattform (von der ich nicht mehr weiß wie sie hieß) mit absolut unterirdischen englischen Untertiteln zerstückelt auf 3 mal 8 Minuten und hab, nach dem ich sie angeschaut hab, festgestellt, dass man da auch noch andere Folgen finden kann, was mich dann dazu verleitet hat, mir die komplette Staffel anzuschauen. Ich fand das damals auch recht aufschlussreich, auch wenn ich die Staffel an sich bis heute nicht wahnsinnig gut finde, aber ich mochte die Idee, mir die Vorlagen von meinen Lieblings Power Rangers Staffeln anzusehen um sie mit ihren Adaptionen zu vergleichen. Das hab ich dann in den darauffolgenden Jahren alle heilige Zeit immer wieder mal gemacht, erst mit Dekaranger, dann Boukenger, Teile von Hurricanger (die ich zwischenzeitlich wieder aus den Augen verloren hatte) und irgendwann Sommer 2015 schließlich Kakuranger, die ich zwar nicht unbedingt beeindruckend gut fand, aber immerhin gut genug um danach noch Lust zu haben, mir direkt eine weitere Staffel anzuschauen. Das war dann Ohranger, welche ich bis heute wahrscheinlich als mit die Wichtigste Staffel für mein Toku-Fan Dasein bezeichnen würde, da es die erste (komplette) Staffel war, die ich tatsächlich besser fand, als ihre Adaption. Das hat mich dann damals auch dazu inspiriert mir eine Watchlist zu machen und so ein bisschen den Gedanken in mir ausgelöst, dass ich eigentlich ganz gern alle Staffeln sehen würde. Irgendwann kurz darauf hab ich mich dann auch dazu entschieden Kamen Rider eine Chance zu geben, bis ich mich dann im Dezember 2015 hier angemeldet hab und der Rest ist Geschichte.
Als Franchise würde ich nach wie vor sagen, dass Sentai insgesamt wahrscheinlich das konstanteste im Tokusatsu Bereich ist, einfach weil es einfach verhältnismäßig sehr wenige Staffeln gibt, die wirklich aktiv schlecht sind. Herausstechen für mich dabei immer noch vor allem zwei Phasen besonders und zwar die späten 2000er/frühen 2010er von Gekiranger bis Ninninger, so wie die Mitte bis späte 80er Staffeln von Soda (wozu ich ab jetzt auch Turboranger zählen würde), die ich als die besten Phasen des Franchises bezeichnen würde und aus denen auch ein Großteil meiner Lieblingsstaffeln stammt. Insgesamt 11 der obersten 13 Staffeln in meinem Ranking sind aus einer dieser beiden Phasen, lediglich Carranger und Timeranger sind (zumindest noch die nächsten 3 Wochen lang) als einzige Staffeln nicht aus einer anderen Ära des Franchises.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Sa 13. Feb 2021, 10:57

Ranger L hat geschrieben:
Mi 10. Feb 2021, 05:20
Die Rangers sind mit der Zeit doch noch ganz sympathisch geworden, es hat hier aber schon einige Zeit gedauert, bis ich mir alle merken konnte, weswegen ich sie tendenziell trotzdem eher ins untere Mittelfeld des Soda-Spektrums packen würde. Es hatte zwar mit der Zeit eigentlich jeder die ein oder andere gute Fokusfolge, aber wenn mich jetzt in 2 Wochen nochmal jemand fragen würde, was genau die Eigenarten von Daichi oder Shunsuke sind, dann bin ich nicht sicher, ob ich dem irgendwas sagen können.
Das Problem, dass es mir schwer gefallen ist, die Rangers zu merken, hatte ich vor allem bei Riki und Youhei. Vor allem wenn beide ihre Schuluniform trugen, konnte ich sie manchmal kaum auseinanderhalten. Später ging es dann aber. Ich fand aber auch, dass später jeder genug Fokus bekommen hat. Gerade Daichi, der anfangs vielleicht auch kaum Beachtung hat, durfte vor allem im Turbo Rugger Arc glänzen.
Bei Kirika hat es eigentlich ganz gut funktioniert und sie hatte auch eine vernünftige Grundlage dafür, bei Yamimaru fand ich die Umsetzung aber doch eher mittelmäßig. Was mich halt vor allem mal wieder sehr irritiert hat ist, dass Riki und Kirika ihm zwei Folgen lang 1000 Argumente gegeben haben, warum sie keinen Grund haben zu kämpfen und er hat es immer ignoriert, aber ein paar Anfeuerungsrufe im Finale und schon sieht er seine Fehler ein. Sowas find ich halt immer extrem random. Ich denke wenn er sich da am Ende mit der Basis in die Luft gejagt hätte, aus Verzweiflung und weil er Ragorn den Sieg nicht gönnt, dann wäre das glaub ich ein besseres Ende für ihn gewesen.
Witzig ist ja, dass ich das ganze Finale über eigentlich genau damit gerechnet hab, dass sich Yamimaru zusammen mit der Basis in die Luft jagt. Das wäre ein passendes Ende gewesen und hätte auch zu ihm gepasst. Seine Bekehrung wurde zwar dadurch relativiert, dass er es für Kirika getan hat, aber trotzdem passte es nicht so wirklich.
Mit der Existenz der Bouma bin ich ehrlich gesagt auch nur so semi-zufrieden, die Wandering Bouma hat man größtenteils eigentlich noch recht gut erklärt, aber was ich irgendwie nicht so ganz ersichtlich fand war, welche Art von Lebensform die Bouma eigentlich sind. Der Background von Jimba Anfang der Staffel hat ja impliziert, dass ein Bouma etwas ist, dass man werden kann, ausgesehen hat es, als wären sie sowas wie böse Geister, was auch mit dem Konzept, dass sie in irgendwelchen Gegenständen versiegelt werden können, ganz gut funktionieren würde. Aber durch die Historie der Wandering Bouma ist es dann später eher so rüber gekommen, als wären die Bouma sowas wie eine eigene Spezies, die halt nur zufällig früher parallel zu den Menschen existiert hat und sich sogar mit ihnen Fortpflanzen kann, was für mich zur bösen Geister Theorie jetzt ehrlich gesagt eher nicht mehr so passen würde.
Das war für mich auch ein ziemlicher Kritikpunkt. Die Bouma wurden quasi als Zusammenschluss von 100 Stämmen präsentiert, was eher dafür spricht, dass "Bouma" eher der Name einer Organisation ist. Später allerdings wurden sie als eigenständige Rasse präsentiert. Das Konzept der Wandering Bouma passt auch eher in das Konzept der eigenen Rasse. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass vor allem am Anfang mehr zu den Bouma gekommen wäre. Bei Jimba kam das für mich auch eher so rüber, als wäre er durch seine Erlebnisse zu einer Art Dämon geworden, der sich danach eben dieser Organisation namens Bouma angeschlossen hat. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als hatte man Anfang tatsächlich geplant, die Bouma wie eine Organisation zu präsentieren und hat sich dann mit der Einführung der Wandering Bouma dazu entschlossen, sie als eigenständige Rasse zu behandeln.
Die darauffolgende Füller-Phase war in der Summe wahrscheinlich der schwächste Teil der Staffel für mich, auch wenn ich sagen muss, dass die Art und Weise, wie Yamimaru/Nagareboshi konstant in irgendwelche Folgenhandlungen eingebaut wurde und man ständig gezeigt hat, dass er immer noch präsent und eine ernstzunehmende Bedrohung ist, sehr gut war. Dass man das so gut hin bekommt, ist in den wenigsten Serien der Fall. Trotzdem waren gerade Mitte der 20er doch ein paar Folgen dabei, die ich eher nicht so gut fand und 10 Folgen ohne richtigen Fortschritt sind halt doch auch nicht wenig.
Was die Fillerphase für mich von den Fillerphasen in Flashman abgehoben hat, waren eben die zwischendurch eingestreuten Folgen mit Yamimaru. Dadurch fühlte sich diese Phase nicht so gestreckt an wie eben die entsprechenden Phasen in Flashman. Man muss sagen, auch wenn Turboranger sicherlich nicht so viele relevante Folgen hatte wie z.B. Changeman, fühlte es sich für mich nie so an, als hätte die Staffel großartigen Leerlauf.
Das Endgame an sich fand ich ganz ok, für Soda Verhältnisse aber ganz klar unterdurchschnittlich. Den Anfang mit Ragorns Rückkehr und erneuter Machtübernahme fand ich noch ziemlich gut. Was man hier mit Ragorns Sturz und seiner Rückeroberung gemacht hat, war halt in gewisser Weise genau das, was knapp 10 Jahre zuvor schon im Endgame von Denziman mit Banriki versucht wurde, leider aber so ein bisschen an den damaligen Standards und Gegebenheiten gescheitert ist. Mit dem Rest hatte ich aber so ein paar Probleme. Vor allem hat es mich ziemlich genervt, dass man in der zweiten Folgen SCHON WIEDER den Rangers ihre Kräfte zurück gegeben hat, in dem sie mal kurz an sich geglaubt haben, das war dann insgesamt das dritte mal dass die Staffel das gemacht hat, einmal wär schon mehr als genug gewesen. In der nächsten Folge musste man das ganze natürlich auch noch mit Kirika und Yamimaru wiederholen.
Der Endgame Arc hat dann bei mir auch dafür gesorgt, dass die Staffel dann unter Liveman und Flashman gelandet ist. Mit einem besseren Endgame Arc wäre es da tatsächlich noch knapp geworden. Nun würde ich aber behaupten, dass Liveman und Flashman von den Soda Staffeln so ziemlich die besten Endgame Arcs haben. Da ranzukommen, war natürlich schwer. Dass die Rangers immer wieder plötzlich ihre Kräfte zurückbekommen hab, konnte ich aber noch recht gut tolerieren, da mit dem Feenbackground eine Power durch "an sich glauben" nicht abwegig ist. Ich hab aber generell eh kein großes Problem mit fest in der Staffel integrierten Wunderkraftquellen wie Dino Guts in Abaranger oder Courage in Magiranger.
Und warum genau ist Yamaguchi Sensei da am Ende in der Basis aufgetaucht? Dr. Dazai hat sie sogar gefragt was sie hier macht und dann wurde weggecuttet und in der nächsten Szene wurde es dann ignoriert. Geil. Aber naja.
Da hab ich auch etwas verschwendetes Potential gesehen. Mit Yamaguchi hätte man definitiv mehr machen können. Sie hätte z.B. die Identität der Turboranger herausfinden können und ihnen dann auch aktiv helfen können. Dann hätte sie auch einen Grund gehabt, in der Basis aufzutauchen. Außerdem hat man am Anfang auch angedeutet, dass sich zwischen ihr und Dr. Dazai was entwickeln könnte, was aber auch nicht so großartig thematisiert wurde. Das mag zwar für die Staffelstory an sich unwichtig sein, aber wenn man da schon was andeutet, sollte man es nicht in der Luft hängen lassen.
Mit allen Staffeln von Soda hinter mir würde ich nach wie vor sagen, dass er definitiv einer der besten Sentai Writer ist, wahrscheinlich Top 3 neben Kobayashi und Michiko Yokote. Ich mag vor allem sein Schurken Writing und sein für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliches Storytelling, mit dem er nicht nur die 80er als Jahrzehnt sehr geprägt hat sondern auch Super Sentai als solches nachhaltig beeinflusst hat. So richtig schlecht finde ich von seinen Staffeln keine, Goggle V welche in meinem Ranking seine am niedrigsten platzierte Staffel ist, war halt ein Produkt ihrer Zeit und bei Fiveman konnte man ein paar Ermüdungserscheinungen erkennen. Ansonsten kann man ihm eigentlich nicht viel vorwerfen.
Soda und Kobayashi würde ich auch in den Top 3 der Writer sehen, wobei ich Kobayashi aber in Kamen Rider noch stärker ansehe. In Sentai hat sie mit Timeranger und Shinkenger auch Staffeln geschrieben, die ich persönlich ziemlich überbewertet finde. Bei Sentai haben mir vor allem ihre späten Werke wie Go-Busters und Toqger gefallen, was schon irgendwie ironisch ist, da das Fandom da meistens der Meinung ist, dass ihr in den Staffeln die Luft ausging. Schade ist, dass Soda nie eine Kamen Rider Staffel geschrieben hat. Ich hätte gerne gesehen, was er daraus gemacht hat. Yokote wäre für mich persönlich nicht in den Top 3. Zwar hat sie mit Gekiranger eine meiner Lieblingsstaffeln geschrieben, aber mit Goseiger auch eine Staffel, die mir nicht gefallen hat. Mehr hat sie als Main Writer auch nicht geschrieben, weshalb ich sie noch nicht wirklich bewerten kann. In meinen Top 3 würde noch Naruhisa Arakawa auftauchen. Klar, er hat mit Dekaranger auch eine eher schwächere Staffel geschrieben, aber mit Abaranger, Gokaiger und Kiramager auch drei sehr gute Staffeln. Und auch wenn Megaranger und Magiranger andere Main Writer hatten, war er an beiden Staffeln auch umfassend beteiligt.
Was mir aber auch in Sodas Staffeln klar geworden ist, wie wichtig es für eine gute Sentai Staffel ist, interessante Gegner zu haben. Das kann eine Staffel unheimlich aufwerten. Nachdem ich nun Sodas Handschrift kenne, ist es für mich umso unverständlicher, dass Gekiranger in Japan so schlecht angekommen ist, weil dort ein so großer Fokus auf den Bösen liegt. Rückblickend würde ich sagen, dass es in den Soda Staffeln nicht anders ist, und man Gekiranger schon fast als Soda Staffel im modernen Gewand sehen könnte. Deswegen sollte man sich bei Sentai im Bezug auf die Gegner einfach mal mehr trauen. Gute Gegner sind für die Qualität einer Staffel enorm wichtig.
Nun bin ich damit natürlich auch mit sämtlichen Sentai Staffeln durch, womit Super Sentai nach Kamen Rider das zweite große Toku Franchise ist, das ich vollständig gesehen hab (naja, je nachdem wie man Garo einordnet), weshalb ich dazu ebenfalls noch ein paar Worte verlieren will. 19 Jahre waren es bei mir zwar nicht, aber doch immerhin ca. 9, seit ich Sentai das erste Mal bewusst geschaut habe.
Du hattest da auch sicherlich den Vorteil, dass es schon deutlich mehr gesubbte Staffeln gab, als du Sentai entdeckt hast. Als ich Sentai entdeckt hab, gab es nämlich keine einzige gesubbte Staffel. Die meisten Staffeln vor Dekaranger hab ich auch erst in den letzten 6 Jahren vollständig gesehen. Hätte es damals schon sämtliche Staffeln gesubbt gegeben, hätte ich wohl auch nicht 19 Jahre gebraucht. Aber letztendlich muss ich sagen, dass gerade dieses Unbekannte einen großen Reiz für mich ausgemacht hat.
Als Franchise würde ich nach wie vor sagen, dass Sentai insgesamt wahrscheinlich das konstanteste im Tokusatsu Bereich ist, einfach weil es einfach verhältnismäßig sehr wenige Staffeln gibt, die wirklich aktiv schlecht sind. Herausstechen für mich dabei immer noch vor allem zwei Phasen besonders und zwar die späten 2000er/frühen 2010er von Gekiranger bis Ninninger, so wie die Mitte bis späte 80er Staffeln von Soda (wozu ich ab jetzt auch Turboranger zählen würde), die ich als die besten Phasen des Franchises bezeichnen würde und aus denen auch ein Großteil meiner Lieblingsstaffeln stammt. Insgesamt 11 der obersten 13 Staffeln in meinem Ranking sind aus einer dieser beiden Phasen, lediglich Carranger und Timeranger sind (zumindest noch die nächsten 3 Wochen lang) als einzige Staffeln nicht aus einer anderen Ära des Franchises.
Wenn ich jetzt Sentai und Kamen Rider als Gesamtfranchise betrachte, würde ich auch sagen, dass Sentai ziemlich konstant ist. Denn im Gegensatz zu Kamen Rider würde mich hier selbst bei den niedrig bewerteten Staffeln noch zu einem Rewatch hinreißen lassen. Bei den niedrig platzierten Kamen Rider Staffeln aus der Showa Ära wird es allerdings nie einen Rewatch geben. Ich könnte mich absolut nicht noch einmal durch den originalen Kamen Rider und durch Skyrider quälen. Zudem denke ich, dass ich einige von meinen niedrig bewerteten Sentai Staffeln, wie z.B. Timeranger, Shinkenger oder Goseiger, nach einem Rewatch besser bewerten würde.
Ich glaube auch, dass es nach 2-3 Wochen in meiner Topliste eine 80er Staffel weniger in den Top 10 geben wird. Denn wenn jetzt Kiramager in den letzten 3 Folgen nichts großartig falsch macht (Garza zu bekehren wäre z.B. ein großer Fehler), dann dürfte die Staffel tatsächlich in den Top 10 landen. Natürlich würde auch hier irgendwann ein Rewatch Klarheit darüber bringen, ob die Staffel dann verdient in den Top 10 stehen würde, oder ob sie einfach nur von den beiden für mich sehr schwachen Vorgängern profitiert hat.


Was mir da jetzt noch einfällt, wenn du bei Sentai auch einen Startfolgenmarathon machst wie mit Kamen Rider und Power Rangers, wie wirst du dann Turboranger und Kiramager behandeln, bzw. was wirst du da als Startfolge nehmen? Die offizielle erste Folge von Turboranger war ja keine klassische Startfolge, sondern ein Special. Und bei Kiramager ist ja eigentlich Episode Zero der Staffelstart.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » So 14. Feb 2021, 05:06

Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Das Problem, dass es mir schwer gefallen ist, die Rangers zu merken, hatte ich vor allem bei Riki und Youhei. Vor allem wenn beide ihre Schuluniform trugen, konnte ich sie manchmal kaum auseinanderhalten. Später ging es dann aber. Ich fand aber auch, dass später jeder genug Fokus bekommen hat. Gerade Daichi, der anfangs vielleicht auch kaum Beachtung hat, durfte vor allem im Turbo Rugger Arc glänzen.
Daichi hatte schon seine Momente das stimmt, aber charakterlich hatte er für mich halt irgendwie nie was, das ihn so richtig von den anderen hervorgehoben hat. Bei Youhei z.B. könnte man zumindest noch sagen, er ist der „coole“ Frauenheld der Truppe, bei Shunsuke vielleicht, dass er sowas wie der Chaot ist, aber bei Daichi würde mir da irgendwie gar nichts einfallen, womit ich den Charakter beschreiben würde.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Dass die Rangers immer wieder plötzlich ihre Kräfte zurückbekommen hab, konnte ich aber noch recht gut tolerieren, da mit dem Feenbackground eine Power durch "an sich glauben" nicht abwegig ist. Ich hab aber generell eh kein großes Problem mit fest in der Staffel integrierten Wunderkraftquellen wie Dino Guts in Abaranger oder Courage in Magiranger.
Es ist bei einer eher übernatürlichen Staffel zwar kein so großer Kritikpunkt für mich wie in einer technischeren Staffel, ein Fan werd ich von diesem Konzept aber glaub ich nie. Selbst wenn man es schafft, sowas so zu erklären, dass es in der Story noch halbwegs Sinn macht, was ohnehin schon die wenigsten Serien für mich schaffen, ist es halt einfach immer so eine billige Problemlösung. Und ich mag auch irgendwie die Message dahinter nicht.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Da hab ich auch etwas verschwendetes Potential gesehen. Mit Yamaguchi hätte man definitiv mehr machen können. Sie hätte z.B. die Identität der Turboranger herausfinden können und ihnen dann auch aktiv helfen können. Dann hätte sie auch einen Grund gehabt, in der Basis aufzutauchen. Außerdem hat man am Anfang auch angedeutet, dass sich zwischen ihr und Dr. Dazai was entwickeln könnte, was aber auch nicht so großartig thematisiert wurde. Das mag zwar für die Staffelstory an sich unwichtig sein, aber wenn man da schon was andeutet, sollte man es nicht in der Luft hängen lassen.
Da bin ich so ein bisschen gespaltener Meinung, auf der einen Seite geb ich dir Recht, man hätte aus der Story definitiv mehr machen können, auf der anderen Seite muss ich halt sagen, dass ich Yamaguchi teilweise schon ziemlich nervtötend fand, gerade am Anfang, weswegen ich eigentlich sogar ganz froh bin, dass man sie nicht noch häufiger eingebaut hat, als ohnehin schon. Vielleicht wäre das aber besser geworden, wenn sie ihre Identität erfahren hätte, also von daher, hätte sich in beide Richtungen entwickeln können.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Was mir aber auch in Sodas Staffeln klar geworden ist, wie wichtig es für eine gute Sentai Staffel ist, interessante Gegner zu haben. Das kann eine Staffel unheimlich aufwerten. Nachdem ich nun Sodas Handschrift kenne, ist es für mich umso unverständlicher, dass Gekiranger in Japan so schlecht angekommen ist, weil dort ein so großer Fokus auf den Bösen liegt. Rückblickend würde ich sagen, dass es in den Soda Staffeln nicht anders ist, und man Gekiranger schon fast als Soda Staffel im modernen Gewand sehen könnte. Deswegen sollte man sich bei Sentai im Bezug auf die Gegner einfach mal mehr trauen. Gute Gegner sind für die Qualität einer Staffel enorm wichtig.
Das sehe ich auch so. Ich bin generell ein Sucker für gute Schurken und würde wahrscheinlich sogar im Zweifel eine Serie mit guten Schurken aber schwachen Protagonisten („schwach“ hier im Sinne von langweilig gemeint), einer Serie mit guten Protagonisten, aber schwachen Schurken vorziehen, wenn sonst alles gleich ist. Einfach deshalb, weil gute und kompetente Schurken einen Maßgeblichen Teil zu einem vernünftigen Spannungsbogen beitragen, was für mich einen sehr entscheidenden Unterschied machen kann. Definitiv mit einer der Gründe, warum ich Kiramager so viel besser finde, als die letzten paar Staffeln.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Du hattest da auch sicherlich den Vorteil, dass es schon deutlich mehr gesubbte Staffeln gab, als du Sentai entdeckt hast. Als ich Sentai entdeckt hab, gab es nämlich keine einzige gesubbte Staffel. Die meisten Staffeln vor Dekaranger hab ich auch erst in den letzten 6 Jahren vollständig gesehen. Hätte es damals schon sämtliche Staffeln gesubbt gegeben, hätte ich wohl auch nicht 19 Jahre gebraucht.
Ja das stimmt natürlich, als ich damals zum Fan wurde, waren zumindest von den Staffeln Jetman aufwärts schon fast alle gesubbt, mit Ausnahme von Timeranger glaub ich. Ich kann mich noch dran erinnern, dass Ohranger, als ich die Staffel geschaut hatte, gerade erst fertig geworden ist. Und ansonsten haben dann fast nur noch die 70er und 80er Sachen gefehlt. Das hat es mir natürlich einfacher gemacht, weil ich genügend Material hatte, um die Wartezeit auf die restlichen Staffeln zu überbrücken.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Denn wenn jetzt Kiramager in den letzten 3 Folgen nichts großartig falsch macht (Garza zu bekehren wäre z.B. ein großer Fehler), dann dürfte die Staffel tatsächlich in den Top 10 landen.
Ich hoffe auch, dass sie das bleiben lassen, aber selbst das würde denk ich für mich nicht ausreichen, damit es die Staffel nicht in meine Top 10 schafft, dafür müsste schon ein Dino Super Charge oder Vanny Knights Level von „Was zum Teufel haben die geraucht“ Finale her.
Red Ranger hat geschrieben:
Sa 13. Feb 2021, 10:57
Was mir da jetzt noch einfällt, wenn du bei Sentai auch einen Startfolgenmarathon machst wie mit Kamen Rider und Power Rangers, wie wirst du dann Turboranger und Kiramager behandeln, bzw. was wirst du da als Startfolge nehmen? Die offizielle erste Folge von Turboranger war ja keine klassische Startfolge, sondern ein Special. Und bei Kiramager ist ja eigentlich Episode Zero der Staffelstart.
Das ist tatsächlich eine gute Frage. Also bei Turboranger würde ich sagen, dass es relativ eindeutig ist, weil „Episode 1“ ist für mich keine Folge, sondern nur so ein kleines Bonus Ding, wie dieses Special da am Ende von Timeranger. Und das werte ich auch nicht als Staffelfinale, von daher würde ich das auch hier nicht als Staffelstart zählen. Bei Kiramager ist es schon etwas schwieriger, allerdings würde ich da wohl dazu tendieren, das ganze gemeinsam mit der ersten Folge als Zweiteiler zu werten und mir dann einfach beide Folgen anzusehen, wie ich es ja auch bei den meisten Power Rangers Startfolgen gemacht hab.
:go-bustersenter:

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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Dr.K » Mo 15. Feb 2021, 10:10

Aktuell schaue ich Timeranger. Habe schon 16 Folgen gesehen und mir gefällt es. Manche Folgen (Death Match City, Battle Casino, Search For The Sniper) sind erschreckend in ihrer Brutalität, aber das meine ich gar nicht negativ.
Einzig die Mecha Kämpfe sind eher belanglos. Besonders die extrem lange Formationssequenz, die auch nicht sehr gut gealtert ist. Außerdem wünsche ich mir, dass so langsam ein folgenübergfreifender Handlungsbogen beginnt.

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