Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » So 31. Mär 2019, 04:37

Ich bin jetzt mit Gekiranger fertig und ja, das war definitiv eine verdammt starke Staffel, insbesondere für eine Serie, deren Adaption ich auch sehr gut finde. Gerade Magiranger und teilweise auch Gaoranger und GoGoV hatten bei mir ja immer wieder das Problem, dass ich häufig dieses Gefühl von „Ja das ist nicht schlecht, aber ich hab das auch schon besser gesehen“ hatte und das hat mir Gekiranger eigentlich so gut wie gar nicht gegeben. In den meisten Fällen fand ich einfach beide Varianten auf ihre Weise gut und für jede Sache bei der ich die eine Umsetzung besser als die andere fand, gab’s ein paar Folgen später etwas, bei dem es andersrum war.


Bei den Charakteren fand ich vor allem die Core Drei extrem gut, ebenso wie Shafu und Miki, die beide sehr sympathische und wirklich hilfreiche Mentoren waren. Gou war für mich wohl das schwächste Glied, auch wenn ich ihn jetzt nicht unbedingt schlecht fand, Ken war irgendwo dazwischen. Bei den Meistern fand ich’s ganz cool, dass man sie hier viel mehr als wiederkehrende Nebenrollen in die Serie eingebaut hat, als in Jungle Fury, auch wenn ich sagen muss, dass das irgendwie so ein bisschen die Frage aufwirft, warum sie anfangs alle entweder als schwer zu finden oder schwer beschäftigt dargestellt wurden, wenn sie danach dann alle einfach die halbe Zeit in der Basis rumhängen, aber naja.

Die Bösen könnte man wohl schon als die heimlichen Stars der Serie betrachten, schon allein weil sie wohl den Großteil der Handlung getragen haben. Rio war im Kern eigentlich ein relativ simpel strukturierter Charakter, der einfach immer nur stärker werden wollte, aber sein Wille, absolut alles dafür zu tun, hat ihn trotzdem irgendwie interessant gemacht und je mehr man über seinen Background erfahren hat, umso besser wurde er. Seine Rivalität mit Jan hat später dann sogar noch wirklich Sinn gemacht und auch seine Redemption am Ende hat sehr gut funktioniert. Zu erfahren, dass dein ganzes Leben eine Lüge war, kann schon mal dafür sorgen, dass man sein Handeln von Grund auf überdenkt. Seine Beziehung zu Mele war hier doch etwas anders, als in Jungle Fury, er hat sie nie so schlecht behandelt als Dai Shi Camille, was aber auch Sinn gemacht hat, denn anders als Dai Shi ist er ja einfach nur ein normaler Mensch, der dazu fähig ist, Zuneigung zu empfinden. Auf jeden Fall eine bessere Lovestory als so ziemlich alles was Inoue bisher geschrieben hat.
Bei Mele selbst bin ich mir nicht sicher, ob ich sie besser finden soll, als Camille oder nicht. Auf der einen Seite war sie definitiv der sympathischere Charakter und die Sache zwischen ihr und Rio hat hier definitiv mehr Sinn gemacht, aber darüber hinaus war sie halt außer ihrer unendlichen Liebe für Rio nicht sonderlich viel, während Camille, gerade weil sie von Dai Shi immer so schlecht behandelt wurde, wohl eigentlich als Charakter deutlich spannender war. Ich würde sagen, das gleicht sich in etwa aus.
Long hatte vom Konzept so ein bisschen was von Evolt, weil er halt auch viele Eigenschaften eines Psychotyp Schurken, mit denen eines Mastermind Typ Schurken verbunden hat, was mir grundsätzlich natürlich sehr zusagt. Dieses Secret Mastermind Ding scheint Yokote irgendwie generell recht zu mögen (was ich ehrlich gesagt gut nachvollziehen kann). Nur was genau seine Existenz betrifft, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob ich mit den Informationen, die wir bekommen haben, so wirklich zufrieden bin. Er ist der unsterbliche Herrscher über irgendwelche mythologischen Fabelwesen, aber was genau heißt das jetzt? Ist er ein Gott? Oder eher ein Geist? Ich weiß nicht, da hätte ich mir einfach noch ein bisschen mehr gewünscht.

Das Storytelling ist wohl zweifellos eines der besten, das ich bisher bei Sentai gesehen hab, vielleicht sogar das Beste. Die ganze Staffel hatte in der Gesamtheit vielleicht 3-4 Füller und das auch nur bei relativ strenger Bewertung. Das ist schon verdammt stark. Anders als bei Kyuranger hatte ich aber nie das Gefühl, dass irgendwas zu gepresst war oder zu schnell ging, man hat unter anderem von Anfang an sehr viel mit Zweiteilern gearbeitet und das dichte Storytelling halt einfach durch eine sinnvolle Ereignisverteilung und fließende Übergänge gewährleistet, anstatt es nur auf schnellem Pacing aufzubauen. Genau so macht man eine serielle Serie.
Und wofür man der Serie natürlich auch ganz klar ein riesen Kompliment machen muss, das sind diese ganzen verwobenen Zusammenhänge zwischen vielen Verschiedenen Aspekten und Teilen der Handlungen, sowie den vielen kleinen Andeutungen, die über die Staffel verteilt gemacht wurden und am Ende einen übergeordneten Sinn ergeben. Angefangen bei frühen Erwähnung von Gou oder Dan, über den gemeinsamen Background der Kensei mit den Kenma, bis hin zu den Jahrzentelangen Manipulationen von Long. Auch in Goseiger war Yokote schon verdammt gut darin, am Ende alles auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und das sie das kann, hat sie auch hier wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Die Handlung an sich könnte man, ähnlich zu Magiranger und Goseiger, wieder mehr oder weniger in drei größere Arcs unterteilen, nur mit etwas verschwommeneren Grenzen. Die Opening Arc mit den Five Venom Fist ist im Kern dieselbe wie die in Jungle Fury, nur mit ein paar Detail Sachen in den einzelnen Folgenhandlungen, die anders waren und das ganze etwas gestreckt, durch Zweiteiler. Gerade die letzte Folge mit Braco ist find ich auch ein sehr gutes Beispiel dafür, dass meistens einfach beide Umsetzungen gut funktioniert haben. Hier ging es von Anfang an viel mehr um diese Krallen, mit deren Wirkung Braco versucht hat, Mele auf seine Seite zu ziehen, während Jungle Fury eher mit Camilles Gefühlen für Dai Shi gespielt hat, was in der Form hier nicht funktioniert hätte, weil sich Rio Mele gegenüber ganz anders verhalten hat, als Dai Shi. Beide Umsetzungen haben für ihre Staffel Sinn gemacht.
Danach gab’s die Kenma Arc, die ich insgesamt vielleicht sogar am besten fand. Insbesondere der gesamte Background, der damit verbunden war, mit der Entstehung von JyuKen, der Rebellion und den Erklärungen bezüglich der Kensei war einfach stark. Vor allem die Erklärung für ihre Tierformen fand ich super, man hat sogar die Formen von Bae und Gou auf diese Technik zurück geführt, was eigentlich sogar viel einfach war, als in Jungle Fury, wo man für diese beiden Sachen eine eigene Erklärung finden musste. Nur die KaGeki Einführung fand ich denk ich in Jungle Fury etwas besser. Ich geb ihnen zwar die brutalen Kämpfe, die ziemlich cool waren, aber dass Rio die Rangers absichtlich gehen hat lassen, damit sie noch stärker werden, naja… es hat irgendwie zum Charakter gepasst, aber es war trotzdem eine verdammt dumme Entscheidung. Und die bisherige Abwesenheit der anderen drei Meister fand ich in Jungle Fury auch logischer.
Zu Beginn der GenJyuKen Arc gab’s mal nochmal ein paar Folgen, die ich ein bisschen schwächer fand, insbesondere im direkten Vergleich zum starken Debut der Geistrangers sehen Hochzeits Interviews und ein Showa Style „Hypnose von Kindern“ Plot doch ziemlich alt aus. Mit dem Beginn von Suugus Story wurde es dann aber wieder richtig gut. Ich hätte zwar auf Suugus „Sinneswandel“ (falls man das so nennen kann) verzichten können, aber es hier im Kontext wohl einigermaßen Sinn gemacht. Die einzige Ungereimtheit die mir aufgefallen ist, war Dan nicht derjenige bei dem Rio das erste Mal KaGeki gesehen hat? In der Rückblick Szene, in der er ihn getötet hat, ist das aber nicht vorgekommen, also in welchem Kontext war das dann? Die Endgame Arc war dann auch nochmal richtig gut. Mehr Erklärungen und Background sind sowieso immer gut, wie gesagt fand ich die Redemption von Rio und Mele extrem gut, ich fand’s aber auch cool, dass man thematisiert hat, dass trotzdem nicht einfach alles vergeben und vergessen ist. Die beiden zu opfern war find ich eine ziemlich gute Lösung. Und das Finale selbst fand ich ehrlich gesagt auch deutlich besser, als das von Jungle Fury. Dass die Core drei den Finalkampf alleine bestritten haben, hat hier viel mehr Sinn gemacht und anders als beispielsweise bei Kakuranger hat es mich auch nicht gestört, dass man Long „nur“ versiegelt hat, weil man trotzdem noch einen richtigen Kampf hatte und das versiegeln halt nur der Finisher war.

Und noch eine kleinere Sache, die mir aufgefallen ist, man hat sich hier generell deutlich mehr auf Technik und irgendwelche Energieformen fokussiert und die Tiergeister waren eigentlich eher so ein kleines Nebending, während Jungle Fury mehr oder weniger den Hauptfokus auf denen hatte und damit alle Dinge erklärt hat, für die hier die Energien zuständig waren. Auch hier wieder fand ich beide Umsetzungen in Ordnung, wenngleich mir persönlich die etwas simplere Lösung mit den Tiergeistern ein bisschen mehr zugesagt hat. Was ich aber in Gekiranger besser fand, das war die Tatsache, dass hinter den Gekirangers noch eine größere Organisation bzw. Firma gestanden hat, die für sie die ganzen Waffen und Hilfsmittel hergestellt hat. Das kam in Jungle Fury schon irgendwie immer recht random rüber wenn RJ sich zum passenden Zeitpunkt einfach mal eben nen neuen Verwandler aus dem Ärmel gezogen hat. Hier hat das Sinn gemacht.


Alles in allem war Gekiranger wohl definitiv eine der besten Sentai Staffeln, die ich bisher gesehen hab. Ich denke, dass ich, für den Moment zumindest, Jungle Fury wohl einen Tick darüber stellen würde (mal sehen wie sich das dann bei den Rewatches verhält), aber nichts desto trotz sind diese Beiden Staffeln nun definitiv das beste Sentai/Power Rangers Duo in meiner Statistik. Darüber hinaus hat Gekiranger damit nicht nur Timeranger als meine Lieblings 2000er Staffel entthront, sondern auch noch im letzten Atemzug dafür gesorgt, dass die 2000er in meiner endgültigen Statistik über den 90ern stehen werden.
Da das nun meine letzte 2000er Staffel war, noch ein paar abschließende Worte, zu meinem zweiten vollständig gesehenen Jahrzehnt. Auch wenn ich lange das Gefühl hatte, mit den 2000er Staffeln nicht sonderlich viel anfangen zu können (was vielleicht auch der Tatsache geschuldet war, dass einige davon zu meinen ersten Staffeln gehört haben), ist es in der Summe denk ich trotzdem kein schlechtes Jahrzehnt. Ihren Tiefpunkt hatten die 2000er für mich definitiv in der Mitte von Abaranger bis Boukenger, von denen Magiranger sogar noch am besten war, während der Höhepunkt für mich ganz klar die drei letzten Jahre des Jahrzehnts waren, mit Gekiranger, Go-Onger und Shinkenger, die mir alle sehr gut gefallen haben. Somit währen die 2000er in meiner Statistik auf Platz 3 was (70er mitgerechnet) genau die Mitte ist, das ist denk ich mal nicht so schlecht. Und da ich von den 80ern ja auch noch nicht alles gesehen hab, kann es auch durchaus sein, dass sich daran vielleicht noch was ändert, aber zumindest hinter die 90er werden sie (zumindest bis zu den Rewatches) definitiv nicht mehr rutschen können.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » So 31. Mär 2019, 13:53

Gekiranger ist auch immer noch eine von meinen Lieblingsstaffeln, wobei ich ja auch nicht das „Problem“ hatte, vorher schon Jungle Fury gesehen zu haben. Dafür hatte ich dann den umgekehrten Fall, als dann Jungle Fury lief. Gerade weil Gekiranger so eine storylastige Staffel ist, hatte ich die Befürchtung, dass Jungle Fury dann zu gehetzt wirkt und die Staffel so kaputt gemacht wird, wie es zuvor bei Mystic Force der Fall war. Genau dieses „schon mal gesehen, nur besser“ war bei mir nämlich bei Mystic Force der Fall, nur dass die Wirkung bei mir noch extremer war und mehr in Richtung wie „was zur Hölle habt ihr aus Magiranger gemacht?“ ging. Jungle Fury hatte aber den Vorteil, dass sie nicht unbedingt versucht haben, Gekiranger 1:1 zu kopieren, sondern teilweise auch ihr eigenes Ding gemacht haben, wie z.B. die Spirit Rangers. Im Sentai Bereich waren es bei mir auch Gaoranger und GoGoV, die ich zwar recht gelungen fand, aber in ihrer PR Adaption noch deutlich besser fand. Timeranger war dann der ganz extreme Fall, wo ich mir das Original durch die Adaption sogar versaut hab.
Bei den Charakteren fand ich vor allem die Core Drei extrem gut, ebenso wie Shafu und Miki, die beide sehr sympathische und wirklich hilfreiche Mentoren waren. Gou war für mich wohl das schwächste Glied, auch wenn ich ihn jetzt nicht unbedingt schlecht fand, Ken war irgendwo dazwischen.
Ich denke mal, für die Core Rangers hat es auch geholfen, dass man die zwei zusätzlichen Rangers relativ spät eingeführt hat, auch wenn Gou schon weit vorher angeteasert wurde. So hatte man aber immer noch genug Zeit, um mit dem Core Team warm zu werden. Wenn ein zusätzlicher Ranger schon so früh wie bei Kyoryuger oder Ninninger dazu kommt, gibt es immer das Problem, dass man das Core Team noch nicht richtig kennen gelernt hat und schon ein neuer Ranger hinzustößt.
Die Bösen könnte man wohl schon als die heimlichen Stars der Serie betrachten, schon allein weil sie wohl den Großteil der Handlung getragen haben. Rio war im Kern eigentlich ein relativ simpel strukturierter Charakter, der einfach immer nur stärker werden wollte, aber sein Wille, absolut alles dafür zu tun, hat ihn trotzdem irgendwie interessant gemacht und je mehr man über seinen Background erfahren hat, umso besser wurde er. Seine Rivalität mit Jan hat später dann sogar noch wirklich Sinn gemacht und auch seine Redemption am Ende hat sehr gut funktioniert. Zu erfahren, dass dein ganzes Leben eine Lüge war, kann schon mal dafür sorgen, dass man sein Handeln von Grund auf überdenkt.
Die Bösen gefielen mir auch sehr gut. Ohne sie würde die Staffel auch nicht funktionieren. Das war ja auch mit der Grund, warum die Staffel in Japan nicht so gut ankam. Die dortigen Fans fanden, dass der Fokus zu sehr auf die Bösen gelegt war und nicht auf die Rangers. Komisch, dass das in den 80ern aber bei den Soda Staffeln anscheinend kein Problem war, denn einen großen Unterschied zu den Soda Staffeln konnte ich da nicht feststellen. Eigentlich ist Gekiranger so etwas wie Soda Sentai im modernen Gewand.
Das Storytelling ist wohl zweifellos eines der besten, das ich bisher bei Sentai gesehen hab, vielleicht sogar das Beste. Die ganze Staffel hatte in der Gesamtheit vielleicht 3-4 Füller und das auch nur bei relativ strenger Bewertung. Das ist schon verdammt stark. Anders als bei Kyuranger hatte ich aber nie das Gefühl, dass irgendwas zu gepresst war oder zu schnell ging, man hat unter anderem von Anfang an sehr viel mit Zweiteilern gearbeitet und das dichte Storytelling halt einfach durch eine sinnvolle Ereignisverteilung und fließende Übergänge gewährleistet, anstatt es nur auf schnellem Pacing aufzubauen. Genau so macht man eine serielle Serie.
Das Gefühl, dass die Staffel kaum Filler hat, hatte ich am Ende auch. Ob es in der Gesamtheit wirklich nur 3-4 Filler waren, kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen. Jedenfalls fühlten sich sehr viele Folgen für die Staffel wichtig an. Auch mit ein Grund, warum ich die Staffel so gut finde. Hinzu kam dann noch, dass sie bei der Ausstrahlung direkt nach dem deutlich schwächeren Boukenger kam. Gerade dann wirkte eine serielle Staffel wie Gekiranger noch mehr wie eine Offenbarung. Leider hat das dann auch dazu geführt, dass ich von Go-Onger anfangs enttäuscht war. Als Nachfolgeserie von Gekiranger hatte Go-Onger es schwer und konnte fast nur verlieren.
Auch in Goseiger war Yokote schon verdammt gut darin, am Ende alles auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und das sie das kann, hat sie auch hier wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Wobei ich da sagen muss, dass Yokotes Beteiligung bei Goseiger auch letztendlich dazu geführt hat, dass ich von der Staffel enttäuscht war. Als angekündigt wurde, dass sie die Main Writerin von Goseiger wird, hatte ich mich zuerst gefreut, weil sie bei Gekiranger so gute Arbeit abgeliefert hat. Goseiger konnte da aber absolut nicht mithalten, weshalb es für mich bis heute schwer zu glauben ist, dass da wirklich die gleiche Autorin wie von Gekiranger dran saß. Denn sehr lange war Gekiranger in meinem Ranking auf Platz 1 und Goseiger auf dem letzten Platz.
Zu Beginn der GenJyuKen Arc gab’s mal nochmal ein paar Folgen, die ich ein bisschen schwächer fand, insbesondere im direkten Vergleich zum starken Debut der Geistrangers sehen Hochzeits Interviews und ein Showa Style „Hypnose von Kindern“ Plot doch ziemlich alt aus. Mit dem Beginn von Suugus Story wurde es dann aber wieder richtig gut. Ich hätte zwar auf Suugus „Sinneswandel“ (falls man das so nennen kann) verzichten können, aber es hier im Kontext wohl einigermaßen Sinn gemacht.
Der Spirit Ranger Arc gehört auch mit zum besten, was Jungle Fury geboten hat. Da waren sie Gekiranger wirklich einen Schritt voraus. Suugus Sinneswandel fand ich gar nicht so schlimm. Die Umsetzung bei Jungle Fury wirkte aber recht erzwungen. Casey rettet Whiger das Leben „weil Power Rangers so sind“, obwohl sie vorher auch nicht darüber nachgedacht haben, wenn sie ein Monster vernichtet haben. Da wollte man wohl unbedingt die Suugu Story 1:1 übernehmen, ohne ein wirkliches Gegenstück von Dan zu haben.
Da das nun meine letzte 2000er Staffel war, noch ein paar abschließende Worte, zu meinem zweiten vollständig gesehenen Jahrzehnt. Auch wenn ich lange das Gefühl hatte, mit den 2000er Staffeln nicht sonderlich viel anfangen zu können (was vielleicht auch der Tatsache geschuldet war, dass einige davon zu meinen ersten Staffeln gehört haben), ist es in der Summe denk ich trotzdem kein schlechtes Jahrzehnt. Ihren Tiefpunkt hatten die 2000er für mich definitiv in der Mitte von Abaranger bis Boukenger, von denen Magiranger sogar noch am besten war, während der Höhepunkt für mich ganz klar die drei letzten Jahre des Jahrzehnts waren, mit Gekiranger, Go-Onger und Shinkenger, die mir alle sehr gut gefallen haben. Somit währen die 2000er in meiner Statistik auf Platz 3 was (70er mitgerechnet) genau die Mitte ist, das ist denk ich mal nicht so schlecht. Und da ich von den 80ern ja auch noch nicht alles gesehen hab, kann es auch durchaus sein, dass sich daran vielleicht noch was ändert, aber zumindest hinter die 90er werden sie (zumindest bis zu den Rewatches) definitiv nicht mehr rutschen können.
Die 2000er waren bei mir ja ein ziemliches Auf und Ab. Viele meiner Lieblingsstaffeln, aber auch viele aus den Flop 10 sind 2000er Staffeln. Klar, ich hab viele damals live gesehen und mit mehr Staffeln außerhalb der Reihe wurde das Mittelfeld immer breiter. Auffällig ist aber, dass selbst von den vier 2000er Staffeln, die ich außerhalb der Reihe gucken musste, immer noch drei sich entweder ganz oben oder ganz unten angeordnet haben. Einen echten Höhepunkt oder Tiefpunkt gibt es für mich nicht, da die Staffeln immer ein Hin und Her waren. Auf eine gute Staffel folgte eine schwache Staffel. Ich denke aber, die 2000er sind ganz klar das Jahrzehnt, das bei mir am meisten von einem Rewatch profitieren könnte. Ich denke nämlich, dass ich einige Staffeln heute ganz anders bewerten würde. Go-Onger würde ich ja schon nach meinem Rewatch im letzten Jahr ganz anders bewerten, und auch Shinkenger könnte ein paar Plätze aufholen. Timeranger vielleicht auch, da ich ja jetzt weiß, dass sie nicht die Überstaffel ist, als die sie im Fandom gilt. Nur bei Dekaranger und Boukenger bin ich mir nicht sicher, ob das Episodische bei einem Rewatch nicht auch zu langweilig sein könnte, auch wenn ich jetzt weiß, was mich erwartet.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 1. Apr 2019, 04:25

Red Ranger hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 13:53
Die Bösen gefielen mir auch sehr gut. Ohne sie würde die Staffel auch nicht funktionieren. Das war ja auch mit der Grund, warum die Staffel in Japan nicht so gut ankam. Die dortigen Fans fanden, dass der Fokus zu sehr auf die Bösen gelegt war und nicht auf die Rangers. Komisch, dass das in den 80ern aber bei den Soda Staffeln anscheinend kein Problem war, denn einen großen Unterschied zu den Soda Staffeln konnte ich da nicht feststellen. Eigentlich ist Gekiranger so etwas wie Soda Sentai im modernen Gewand.
Ja, das ist schon irgendwie seltsam. Vor allem, was mich an der Sache immer so irritiert ist, dass dieser starke Fokus auf den Bösen ja nichts ist, was ich erst jetzt als Erwachsener gut finde, sondern das hat mir auch als Kind schon sehr gut gefallen. Außerdem ist es ja, wie du sagst, bei weitem nicht das erste Mal, dass man starken Fokus auf den Bösen hatte. Nicht nur bei Soda, sondern auch Magiranger und GoGoV hatten das schon. Da ist es schon verwunderlich warum ausgerechnet Gekiranger dafür kritisiert wird. Vielleicht ist das ja so ein Ding, das erst nachträglich so richtig entstanden ist, wegen der schlechten Toy Verkäufe und das dann als mögliche Ursache zum Kritikpunkt wurde.
Red Ranger hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 13:53
Wobei ich da sagen muss, dass Yokotes Beteiligung bei Goseiger auch letztendlich dazu geführt hat, dass ich von der Staffel enttäuscht war. Als angekündigt wurde, dass sie die Main Writerin von Goseiger wird, hatte ich mich zuerst gefreut, weil sie bei Gekiranger so gute Arbeit abgeliefert hat. Goseiger konnte da aber absolut nicht mithalten, weshalb es für mich bis heute schwer zu glauben ist, dass da wirklich die gleiche Autorin wie von Gekiranger dran saß. Denn sehr lange war Gekiranger in meinem Ranking auf Platz 1 und Goseiger auf dem letzten Platz.
Zugegeben, vom Storytelling sind die beiden Staffeln wohl nicht auf demselben Level, das stimmt, aber das Schurken Konzept ist schon recht ähnlich aufgebaut, man erkennt ihren Stil durchaus in vielen Punkten wieder finde ich. Kann aber durchaus sein, dass mit der Erwartungshaltung, eine Serie genau wie Gekiranger zu bekommen, vielleicht etwas kontraproduktiv war. Da hatte ich wohl den Vorteil, Goseiger vorher schon gesehen zu haben.
Red Ranger hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 13:53
Der Spirit Ranger Arc gehört auch mit zum besten, was Jungle Fury geboten hat. Da waren sie Gekiranger wirklich einen Schritt voraus. Suugus Sinneswandel fand ich gar nicht so schlimm. Die Umsetzung bei Jungle Fury wirkte aber recht erzwungen. Casey rettet Whiger das Leben „weil Power Rangers so sind“, obwohl sie vorher auch nicht darüber nachgedacht haben, wenn sie ein Monster vernichtet haben. Da wollte man wohl unbedingt die Suugu Story 1:1 übernehmen, ohne ein wirkliches Gegenstück von Dan zu haben.
Ja, wirklich Sinnvoll gelöst hat man das in Jungle Fury auch nicht. Wirklich schlimm fand ich es in beiden Fällen nicht, aber wie gesagt, ich hätte drauf verzichten können.
Mir ist aber nebenbei bemerkt aufgefallen, dass Jungly Fury in der zweiten Hälfte viel weniger kopiert hat, als ich vermutet hätte. Es heißt ja immer, dass Bruce Kalish wieder stark dazu übergegangen wäre, Sentai 1:1 zu kopieren, aber eigentlich war das nur in Mystic Force und der ersten Hälfte von Jungle Fury der Fall. Ansonsten waren seine Staffeln größtenteils eigenes Material.
Red Ranger hat geschrieben:
So 31. Mär 2019, 13:53
Nur bei Dekaranger und Boukenger bin ich mir nicht sicher, ob das Episodische bei einem Rewatch nicht auch zu langweilig sein könnte, auch wenn ich jetzt weiß, was mich erwartet.
Tatsächlich sind das (gemeinsam mit Dairanger) sogar die Staffeln, bei denen ich denke, dass sie bei mir am allermeisten von einem Rewatch profitieren könnten. Gerade Boukenger hab ich eigentlich gar nicht mal so negativ in Erinnerung, aber mit der Zeit wurde sie einfach immer weiter nach unten geschoben, weil ich damals, noch keine so klare Bewertungslinie hatte wie ich sie jetzt habe. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich Staffeln wie Jetman oder Goggle V in meinem Ranking über Boukenger habe, dann denke ich definitiv, dass sie etwas zu niedrig steht.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Mo 13. Mai 2019, 04:22

Ok, da ich bei Sentai mittlerweile an dem Punkt bin, an dem ich ich die einzigen beiden Staffeln, die ich noch übrig habe, eigentlich noch nicht anschauen will, es aber so aussieht, als würde in absehbarer Zeit Nachschub kommen, setze ich jetzt meine „Joker-Runde“ ein, die ich vor einiger Zeit zusammengestellt hab. Diese besteht aus diversen kleineren Filmen, Akibaranger und Kyoryuger Brave bzw. Dino Force Brave und letzteres hat jetzt den Anfang gemacht.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie genau ich diese Serie einordnen soll. Sie besteht aus 12 Folgen, die aber jeweils nur eine Laufzeit von etwa 12 Minuten haben, was in etwa der effektiven Laufzeit von Evolver entspricht, welche in meinem Ranking die kürzeste Serie ist, die ich noch als Vollwertigen Toku gezählt hab. Und da die Serie (anders als beispielsweise Ecogainder) die Zeit auch wirklich genutzt hat, um eine Story zu erzählen, denke ich, werde ich Dino Force Brave auch zählen, zumindest als vollwertigen Toku, in mein Sentai Ranking werde ich sie wahrscheinlich eher nicht eingliedern. Trotzdem ist es natürlich so, dass die Laufzeit der Serie nicht sonderlich lang war, was sich auch definitiv wieder in einigen Punkten negativ gezeigt hat.

Zunächst mal, was ich der Serie definitiv lassen muss, das ist, dass sie für ihre Länge tatsächlich einen relativ guten Job gemacht hat, die Rangers zu charakterisieren, deutlich besser als beispielsweise Ultraman Neos das gemacht hat. Alle waren soweit sympathisch und ich hatte bei allen das Gefühl, dass ich grob verstehe, was das für Menschen sind. Ich denke das größte Problem war schlicht und ergreifend, dass man kaum Zeit für den Background hatte, der hier halt für viele Aspekte wichtig gewesen wäre.
Ich denke das größte Problem liegt wahrscheinlich bei der Story zwischen Juyong und Juhyeok, die im Grunde gar nicht unbedingt schlecht war, es war im Grunde eine Art Mischung aus Zyuranger und Shinkenger und ich hab da auch schon deutlich schlechtere Umsetzungen gesehen, aber damit diese Storyline wirklich komplett funktioniert, hätte man halt noch deutlich mehr Informationen gebraucht. Es fängt schon damit an, dass man nie erfährt warum Juhyeok von Anfang an Kräfte hatte, während Juyong anfangs zwar schon einen Mini-Tyra hatte, augenscheinlich aber nicht wusste, was ein GabuGaburevolver ist. Außerdem wurde letztlich nie erklärt, wodurch die beiden als Kinder eigentlich getrennt wurden, warum Juhyeok es für eine gute Idee gehalten hat zu Beginn als Söldner für die Bösen zu arbeiten und die Rangers zu bekämpfen, wie zum Teufel er es geschafft hat, die Kräfte des Dinosaur Kings zu immitieren, wenn er sie eigentlich nicht hat oder auch warum er die Rangers davon abhalten wollte, das Siegel von Giga Bragias zu lösen. Da fehlt einfach so viel, was fürs Verständnis wichtig gewesen wäre, auch wenn ich verstehen kann, dass man nicht für alles die Zeit hatte, aber man hätte wenigstens versuchen müssen, die wichtigsten Background Infos zu liefern um klar zu machen, warum Juhyeok sich so verhält wie er es getan hat.

Bei den Bösen ist eigentlich nur der Oberbösewicht ein halbwegs vernünftiger Charakter gewesen, allerdings find ich es hier vertretbar, dass die Generäle mehr oder weniger nur Kanonenfutter waren, da sie für die Handlung eigentlich nicht weiter wichtig waren. Was mich aber etwas irritiert hat, das ist die fehlende Verbindung zwischen Deboth und Neo Deboth, es wurde halt nur gesagt, dass sie auch von der Erde verbannt wurden, aber irgendwie versteh ich nicht so ganz, wie das alles zusammen hängt. Das gleiche gilt auch für die Power Dinos, die halt irgendwie so sind wie die normalen ZyuDenRyu aber irgendwie auch nicht und recht viel mehr wird dazu auch nicht gesagt. Ich frage mich dabei vor allem, wann genau diese Serie eigentlich spielen soll, ich meine, es wird so dargestellt, als würde es direkt auf dem Original aufbauen und dementsprechend vor 100 Years After spielen, was aber bedeuten würde, dass die Kräfte hier ein komplett neuer und eigener Power Satz sein müssten, der danach wieder verschwindet, weil die Anzüge in 100 Years After ja wieder die der originalen Kyoryugers sind, also wo genau kommen die plötzlich her?

Viel mehr gibt die Serie eigentlich auch nicht an Material her, über das man reden könnte. Das Ding ist, dass Dino Force Brave eigentlich gar nicht so schlecht angefangen hat und die Story, die sie zu erzählen versucht hat, war eigentlich auch ganz gut, aber man hätte einfach sehr viel mehr Zeit gebraucht, um sie wirklich vernünftig umzusetzen, weshalb ich in der Summe sogar sagen würde, dass Evolver ihre Zeit deutlich besser genutzt hat, obwohl es da auch ein paar unbeantwortete Fragen gab. Wirklich schlecht in dem Sinne ist Dino Force Brave nicht, ich könnte nicht behaupten, dass sie mich nicht unterhalten hat, aber als gut kann ich die Serie jetzt auch nicht bezeichnen. Kann man anschauen, muss man aber nicht.
Als nächstes folgt Akibaranger. Da ich erst beide Staffeln anschauen will, bevor ich entscheide, ob ich sie gemeinsam oder getrennt voneinander bewertete macht ein First Impression Post denke ich keinen Sinn, deshalb werde ich die Review für beide Staffeln wohl zusammen posten.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » Mo 13. Mai 2019, 20:01

Ich fand Kyoryuger Brave eigentlich auch ganz gut. Ich zähle es aber nicht zur Gesamtzahl meiner gesehenen Tokus. Es hatte eine konstante Story, aber für die kurze Laufzeit konnte man einfach die Charaktere nicht vernünftig ausarbeiten. Dass es sich mit den "offiziellen" Kyoryuger Werken beißt, war auch irgendwo klar. Es ist zwar eine Fortsetzung, aber gleichzeitig auch wieder nicht. Man kann es eher als alternative Fortsetzung sehen.

Ich denke, ich werde auch erst einmal keinen neuen Toku anfangen, bis eine weitere Sentai Staffel gesubbt ist. In absehbarer Zeit wird Denziman fertig, und dann wollte ich damit direkt anfangen. Wenn jetzt nämlich Denziman fertig wird, während ich einen anderen Toku gucke, kann es passieren, dass ich dann nur noch die übrigen Folgen abfertige, um schnell mit Denziman anzufangen. Deshalb werde ich mich auch, wenn ich mit den gerade laufenden Tokus wieder auf Stand bin, den Filmen zuwenden, die ich bisher noch nicht gesehen hab. Akibaranger hätte ich auch noch zu gucken, aber das hebe ich mir noch auf.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Di 14. Mai 2019, 04:15

Denziman ist auch die Staffel, auf die ich hauptsächlich warte, vor allem weil ich sie halt echt gerne vor Sun Vulcan anschauen würde, um zu sehen, ob ich die Staffel mit entsprechendem Vorwissen besser finde. Wäre Denziman nicht so kurz vor der Fertigstellung, würde ich wahrscheinlich auch sagen „Scheiß drauf! Geht halt nicht anders.“, aber wenn ich schon die Möglichkeit hab, die paar Wochen jetzt noch zu warten, dann wäre es irgendwie dumm, mir diese Chance zu nehmen.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » Do 23. Mai 2019, 04:07

So ich bin jetzt mit Akibaranger fertig. Zunächst mal, ich werde die beiden Staffeln definitiv als zwei separate Serien zählen, der Übergang hier wird aber eher fließend sein, da sich beim Konzept und den Charakteren in der zweiten Staffel nicht wirklich viel verändert, bei der Story aber teilweise schon. Insgesamt ist Akibaranger definitiv ein sehr interessanter Toku, teilweise etwas seltsam, größtenteils aber doch recht cool. Das Ding ist, dass ich das Ganze tatsächlich gar nicht mal so leicht zu bewerten finde, weil die Serie teilweise einfach so meta ist, dass sich viele Kritikpunkte, die ich zwischenzeitlich hatte, mehr oder weniger selbst eliminieren. Ich fange denke ich einfach mal bei der ersten Staffel an.


Zunächst mal ist Akibaranger eine reine Parodie und hat dementsprechend natürlich einen sehr starken Fokus auf Humor. Der Humor war hier auch ziemlich gut, wenn gleich ich jetzt nicht unbedingt sagen würde, dass die Serie zu den lustigsten Tokus gehört, die ich kenne. Auch verglichen mit Tokusatsu GaGaGA, die in gewisser Weise ja ein ähnliches Konzept hatte, denke ich, dass ich da deutlich mehr gelacht habe als hier. Was ich jetzt aber auch nicht zu stark ankreiden würde, die Serie hat ihren Zweck immer noch mehr als ordentlich erfüllt.
Die Charaktere sind eigentlich auch alle super, man halt versucht, so viele Fan-Klischees wie möglich abzudecken, um möglichst viele verschiedene Insider einbauen zu können. Ich denke Nobuo war für mich persönlich wohl der Nahbarste mit seiner Tendenz, einfach alles und jeden irgendwie auf Sentai zurückzuführen und in jeder Situation irgendwelche Ähnlichkeiten zu Sentai Plots erkennen. Vor allem auch diese ganzen „Muster“ die er im Kampf erkennt, waren immer ziemlich unterhaltsam. Auch hier finde ich zwar, dass Kano von Tokusatsu GaGaGa noch einen Tick stärker war, aber das mag vielleicht daran liegen, dass die Charaktere hier noch etwas mehr over-the-top waren, um besser als Parodie zu funktionieren, während Kano eher „relatable“ sein sollte.
Die Schurken basieren eher auf irgendwelchen Toku-Klischees, mit Malshiina als unnötig freizügiger Generälin, Doctor Z als klassischem Showa-Typ Oberbösewicht (bzw. eher General vom Design her) und Delu-Knight als Ranger-like Game-Changer Typ Schurke. In der zweiten Staffel kam dann noch Tsuu Shogun dazu, der quasi eine Art böses Gegenstück zu Nobuo darstellen sollte und statt von Sentai Teams ein Fan von Sentai Schurken ist. Ihre jeweiligen Funktionen haben eigentlich alle recht gut erfüllt, charakterlich ist eigentlich nur Malshiina so wirklich herausgestochen, auch wenn ich teilweise nicht so ganz glücklich mit ihrer Entwicklung in der zweiten Staffel zufrieden bin, aber sie war hier definitiv die interessanteste unter der Schurken.

Die Handlung der ersten Staffel fand ich anfangs doch ziemlich verwirrend, vor allem weil es zunächst relativ schwammig dargestellt wurde, wo genau jetzt eigentlich die Realität anfängt und die Phantasiewelt anfängt und gerade als das angefangen hat, langsam klarer zu werden, hat man die beiden durch die ganzen Durchbrüche immer weiter miteinander verwoben. Und das ist dann der Punkt, an dem ich eigentlich total gerne ein paar Sachen kritisieren würde, wie beispielsweise die Tatsache, dass sie die Akibarangers dann plötzlich doch in der Realität verwandeln konnten, das Problem ist… ich kann nicht. Denn dann kamen die letzten beiden Folgen, die etabliert haben, dass die Akibarangers In-Universe nichts weiter als eine Serie sind und die Charaktere und Story-Entwicklungen immer nur so ablaufen, wie „Saburo Hatte“ sie haben will, was halt einfach alles verändert. Ich war mir anfangs nicht so sicher, was ich von diesem Twist halten soll, aber das Ding ist, dass das auf eine äußerst kreative Art und Weise einfach so viele Probleme gelöst hat, die so gut wie keine andere Serie jemals geschafft hätte zu lösen, dass ich es einfach bewundern muss. Was mich zwar etwas irritiert hat, das ist, dass Saburo Hatte manche Charaktere komplett unter Kontrolle zu haben scheint, andere aber nicht, aber die Idee, dass die Rangers dann angefangen haben, ihn als ihren eigentlichen Gegner zu betrachten und anstatt gegen das Böse, gegen die Absetzung der Serie zu kämpfen war halt schon ein ziemlich geniales Konzept. Vor allem das eigentliche Finale fand ich richtig gut und auch ihre gemeinsame Lösung mit Malshiina um den Kampf weiterhin am Leben zu erhalten war ganz cool. Nur die Epilogfolge, die einfach nur ein reiner Rückblick war, fand ich etwas unnötig.

Die zweite Staffel muss ich sagen, fand ich in der Summe doch deutlich schwächer, als die erste. Vor allem fand ich einfach sehr enttäuschend, dass man direkt mal im Wesentlichen das gesamte Development der ersten Staffel „überschrieben“ hat, Malshiina wieder komplett böse war und die Rangers keine Ahnung mehr von Saburo Hatte und der Tatsache, dass sie eine TV-Show sind, hatten. Klar man hat es später dann ganz gut erklärt und ihnen ihr Gedächtnis zurückgegeben, aber war es wirklich nötig, das Ganze nochmal von vorn durchzukauen? Im Grunde war es doch eh nur ein Vorwand, um AkibaBlue auszutauschen, der Rest hätte auch so funktioniert.
Abgesehen davon, gab es aber auch generell hier viel mehr Sachen, die ich nicht wirklich verstanden hab. Mal abgesehen davon, dass man es hier wieder deutlich verwirrender gemacht hat, wo genau die Grenzen zwischen der Realität und der Delusion World liegen, als es zwischenzeitlich schon mal war, bin ich mir nachwievor nicht so ganz sicher, warum genau die Ereignisse innerhalb der Fantasien sich nun so direkt auf die echte Welt ausgewirkt haben, bzw. was genau das jeweils ausgelöst hat. Und ich finde, die Welt von Saburo Hatte auch noch direkt mit in die Serie einzubauen, bzw ihn zu einem richtigen Charakter zu machen, hat es irgendwie auch nur noch komplizierter gemacht. Nicht unbedingt unlogisch, aber etwas unnötig komplex für meinen Geschmack. Und auch hier wieder fand ich es etwas seltsam, dass manche Charaktere sehr einfach zu kontrollieren und hinters Licht zu führen waren, andere aber nicht und auf wen was zutrifft, war halt gefühlt jede Folge anders. Und diese etwas stärkeren Anime und Manga Einflüsse haben mich auch eher verwirrt, was aber auch daran liegen kann, dass ich da einfach nicht so drin bin.
Das Finale war eigentlich ganz cool, auch wenn es vom Konzept her schon starke Ähnlichkeiten zu dem der ersten Staffel hatte, aber diesen Ultraman artigen Helden einzubauen, der ihnen den Sendeplatz wegnimmt, war schon eine ganz witzige Idee. Die Rückblickfolge am Ende war auch hier wieder etwas unnötig, aber immerhin hat man es noch genutzt, um das Ende des eigentlichen Finals etwas in Perspektive zu setzen.


Abschließend lässt sich sagen, ich fand die erste Staffel ziemlich gut, die zweite war ganz ok, aber definitiv um einiges schlechter als die erste, weshalb ich auch beide getrennt voneinander werten werde, da mir der qualitative Unterschied zu groß ist, um es miteinander zu verrechnen. Außerdem macht es das für meine Statistiken einfacher. In mein Sentai Ranking werd ich die beiden Staffeln vorläufig auch noch nicht einordnen, kann aber sein, dass ich mir das nochmal anders überlege.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Red Ranger » So 9. Jun 2019, 00:26

Ich habe jetzt mit Denziman angefangen und bisher 10 Folgen gesehen. Es ist eigentlich genau das, was man von einer Pre-Soda Sentai Staffel erwartet. Das heißt, eine sehr episodische Staffel mit recht wenig Handlung. Darauf muss man sich aber eh bei vielen alten Tokus einstellen, weshalb ich das auch nicht so negativ sehe. Die Folgenhandlungen sind dafür recht abwechslungsreich gestaltet, auch wenn das letzte Drittel immer recht gleich abläuft: Roll-Call, Bodenkampf, Mechakampf. Dabei könnte man da eigentlich auch etwas variieren, da die Monster in dieser Staffel von sich aus ihre Größe verändern können, also nach Belieben wachsen und schrumpfen können. Man könnte da wirklich mal den Mechakampf an den Anfang setzen und das Monster im Bodenkampf endgültig ausschalten.

Storymäßig gab es bis auf die beiden Einführungsfolge noch in Folge 7 etwas Backstory. Die Story ist auch recht simpel gehalten. Vor 3000 Jahren hat der Vader Clan den Planeten Denzi vernichtet und die letzten Überlebenden sind zur Erde geflohen. Da auch die Flucht nicht unproblematisch ablief, hat nur der Roboterhund IC überlebt, der schließlich auch die Rangers auswählt, als der Vader Clan die Erde angreift. Leider ging die Rekrutierung der Rangers in der ersten Folge doch etwas schnell. Warum IC ausgerechnet diese fünf auswählt, erfährt man nicht. Und dass sie auch einfach so ohne zu hinterfragen ihre neue Position als Rangers annehmen, war auch recht überhastet. Aber das Problem hat ja nicht nur Denziman.

Von den Charakteren finde ich bisher die Rangers besser als die Bösen, was auch schon beinahe typisch für die Pre-Soda Staffeln ist. Wobei auch die Rangers noch etwas mehr Charakterisierung vertragen könnten. Bisher gefällt mir Daigoro am besten. Charakterlich hat er was von Gavan. Er wird auch vom gleichen Schauspieler wie Gavan gespielt. Jun und Tetsuya könnten aber ruhig etwas mehr Fokus bekommen. Die fand ich bisher doch ziemlich vernachlässigt. Akira hat als einziger weiblicher Ranger schon recht viel Fokus bekommen. Die Bösen bleiben bisher noch recht blass. Man weiß bisher nur, dass sie es sich zum Ziel gesetzt haben, alle schönen Dinge zu vernichten. Die Generäle Hedora, Mira und Kera führen dabei sogar selbst einige Pläne an der Seite der Monster aus. Queen Hedrian lebt momentan am meisten von der Performance von Machiko Soga, die ihrem Charakter ihren Stempel aufdrückt. Man könnte Queen Hedrian wirklich als eine frühe Version von Bandora sehen.

Bisher ist die Staffel recht solide. Ich würde sie vorerst bei Battle Fever J einsortieren, wobei ich Battle Fever J zu dem Zeitpunkt doch etwas besser fand.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Ranger L » So 23. Jun 2019, 04:06

Ich hab mir jetzt ebenfalls Denziman vorgenommen (ich hab jetzt erstmal drauf verzichtet, Red Rangers Review zu lesen, um mir so kurzfristig nicht allzu viel vorwegzunehmen. Werd ich nachholen, wenn ich fertig bin). Ich bin bei 10 Folgen und bisher gefällt mir die Serie eigentlich recht gut. Sie hat jetzt noch nichts Bahnbrechendes gemacht, aber soweit kann ich mich eigentlich nicht beschweren.


Den Start fand ich eigentlich gar nicht so schlecht, es ging zwar schon auch in Richtung „Die Rangers bekommen alles vor die Füße geschmissen und machen dann halt mal“, aber von der Umsetzung her fand ich es doch relativ gut. Vor allem, dass man die Rekrutierung gezeigt hat, wie IC jeden praktisch per Hand verlesen hat und die Rangers auch alle selbst gesehen haben, was die Bösen anrichten, hat dabei enorm geholfen. Es hat mich etwas an Lightspeed Rescue erinnert. Und außerdem find ich’s cool, dass man direkt eine gute In-Universe Erklärung dafür gefunden hat, warum die Rangers mit allem von Anfang an umgehen können (eine billige zugegeben, aber besser als nichts).
Was ich etwas schade finde ist, dass es hier, anders als bei Battle Fever J oder Goggle V, keine so wirkliche Opening Arc gegeben hat, dafür muss ich aber sagen fand ich, vor allem in den frühen Folgen, die Kontinuität recht gut, man hatte schon eine wirklich relevante Folge, in der man etwas Background bekommen hat und von den einzelnen Folgen fand ich bisher auch noch keine einzige wirklich schlecht. Nur die Sache mit dem generischen letzten Drittel finde ich hier wieder deutlich schlimmer als bei Battle Fever J.

Die Charaktere sind definitiv das was man von einer Uehara Staffel erwartet, recht sympathisch und klar definiert, besser als die durchschnittlichen Soda Rangers, auch wenn ich sagen muss, dass ich sie bisher noch einen Tick schwächer finde als die der beiden anderen Uehara Staffeln, die ich gesehen hab.
Was ich aber super finde ist, dass es hier wieder eine etablierte Gruppe von ein paar Kindern gibt, die immer wieder vorkommen, anstatt ständig irgendwelche One Shots einzubauen. Deren Verwendung war bisher eigentlich auch recht gut.

Die Bösen sind für mich wahrscheinlich der Schwächste Part bisher. Im Moment fehlt mir bei denen einfach so ein wenig das Konzept. Alles was man bislang über sie weiß ist, dass sie schöne Sachen zerstören, aber ansonsten hat man noch keinen großartigen Plan, wer die eigentlich sind. Ich hoffe mal, da kommt noch was.
Hedrian ist, würde ich sagen, so ziemlich die Art von Rolle, die man von Machiko Soga erwartet, was nicht unbedingt was Schlechtes ist, aber auch hier würde etwas Background nicht schaden. Die Generäle sind nicht Showa Rider Level von Unnütz, aber wirklich produktiv waren sie bisher jetzt auch noch nicht.


An sich macht die Serie keinen schlechten Eindruck bisher, nur bei den Schurken sollte halt noch einiges passieren.
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Re: Was schaut ihr gerade? (Sentai Edition)

Beitrag von Welteneroberer » Mi 26. Jun 2019, 03:14

Ich habe mir nach langer Zeit vorgenommen, mir endlich wieder eine Sentai-Serie anzusehen. Und nicht wieder nach ein paar Folgen abzubrechen. Meine Wahl fiel auf GoGoV, was damit erste Mal wäre, dass ich eine PR-Staffel und die entsprechende Vorlage nacheinander schaue.

Ich bin erst bei Folge 5, aber bislang gefällt mir GoGoV bedeutend besser als Lightspeed Rescue. Die Rangers haben bereits in diesen fünf Folgen mehr Charakter gezeigt, als ihre amerikanischen Pedants. Überraschenderweise mag ich mit Kyoko einen Nebencharakter am meisten. Ich hoffe, sie bekommt in der Serie noch mehr zu tun.
Was dagegen sauer aufstößt ist das Fehlen von Erklärungen. Red Ranger hatte es im Thread zu LR ja bereits erwähnt, dass das Ganze Arsenal von einer einzigen Person entwickelt wurde. Woher Mondo von der Bedrohung durch die Saima-Familie wusste ist bislang auch keine Silbe wert gewesen und das Ziel der Bösen ist natürlich nur die Erde zu erobern. In diesen Punkten hatte sogar LR mehr zu bieten.
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